Sonja Anders bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"

Shownotes

In „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ mit Lars Meier erzählt Sonja Anders, Intendantin des Thalia Theaters Hamburg, wie ein Blitzmoment im Jugendalter ihre Leidenschaft fürs Theater entfachte und wie Punk, Subkultur und ihre Hamburger Herkunft ihren künstlerischen Weg geprägt haben. Sie spricht darüber, wie Natur, Bücher und Musik sie erden, warum sie Theater als sozialen Raum der Wärme versteht und weshalb Führung für sie vor allem Zuhören, Vertrauen und Humor bedeutet. Außerdem berichtet sie, wie es ist, nach vielen Jahren zurück in die Heimat zu kommen, welche Theaterorte sie inspirieren und weshalb sie Hamburgs Vielfalt – zwischen Marktstraße, Elbe und kleinen Bühnen – besonders schätzt.

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00:00:01: Ich habe ja das Glück, dass die Behörde für Kultur erst mal sehr kulturfreundlich agiert und uns verteidigt und herausfordert.

00:00:13: Das ist super toll.

00:00:15: Deshalb würde ich mich immer wirklich eher an der Sozialpolitik, im Zweifel vielleicht auch mal an der Klimapolitik abarbeiten wollen oder am anderen Themen der Stadt.

00:00:26: Hamburg ist trotzdem alles in allem.

00:00:29: Und das ist mir auch bewusst eine privilegierte Stadt und ich finde es auch privilegiert, dass ich hier arbeiten darf und hier mein Geld verdiene und nicht womöglich in einigen anderen Städten.

00:00:42: Die Erinnerungen kommen so zurück, auch an die Elbe, an die Alster, an diese wunderschönen Gewässer, die die Stadt so prägen.

00:00:50: Das finde ich schon toll an Hamburg, dass wir so diese Macht des Wassers auf der einen Seite frische, aber auch Bedrohung, ich finde ja die Elbe so.

00:01:00: bedrohlich und irre irgendwie, dass so ein Fluss sich die Stadt fließt, ist schon schön.

00:01:07: Ich finde dieses Thema der Wärme total wichtig, gerade in so einer Stadt wie Hamburg, wo auch viel soziale Kälte oder auch Angst, also wie ganz Deutschland im Moment ja dieses Thema Angst so dominant ist.

00:01:20: Und gleichzeitig haben wir natürlich auch einen Auftrag, der sich auf eine Geschichte des Theaters beruft.

00:01:27: Und ich mag Spielpläne, die unterschiedliche Genres abbilden, die auch mal musikalisch sind, dann auch wieder sehr ernst und sehr politisch.

00:01:37: Und diese Mischung im Grunde hinzukriegen ist wirklich eine beinahe unmögliche Aufgabe, die man von Jahr zu Jahr natürlich auch wieder modifizieren muss, weil man die Erfahrung gemacht hat.

00:01:48: Was stimmt eigentlich für diese Stadt im Moment?

00:01:50: Man täuscht sich ja ganz oft.

00:02:18: Heute zu Gast ist die deutsche Theaterintendantin und Ramaturgin Sonja Anders.

00:02:22: Moin moin.

00:02:22: Moin moin.

00:02:24: Du wurdest in Hamburg geboren, hast Germanistik studiert und erste Erfahrung auf Kampnagel gesammelt.

00:02:29: Du hast am deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Staatstheater Stuttgart, am Taliatheater Hamburg und am deutschen Theater Berlin gearbeitet und sechs Jahre der Schauspiel Hannover geleitet.

00:02:40: Jetzt bist du Intendantin des Taliatheaters Hamburg.

00:02:43: Neben deiner künstlerischen Arbeit veröffentlichst du Texte, lehrst und engagierst dich.

00:02:49: Du bist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

00:02:52: Liebe Sonja, jenseits deiner künstlerischen Arbeit als Intendantin, gibt es etwas Kreatives oder Handwerkliches, das dir privat besonders Freude bereitet?

00:03:03: Ehrlich gesagt halte ich mich handwerklich für absolut unbegabt.

00:03:07: Herzlichen Glückwunsch, ich

00:03:08: auch.

00:03:09: Ich singen wahnsinnig gern, aber nicht gut.

00:03:11: Und ich muss sagen, dass ich so meine zweite Seite ist, eigentlich eine, die ganz entfernt vom Theater ist, also das, was mich umtreibt.

00:03:19: Und das ist die Natur.

00:03:21: Das heißt am liebsten, und ich komme fast nie dazu, würde ich andauern raus in den Wald oder aufs Feld.

00:03:29: Aber da nur so rumlaufen oder auch machen, also Unkraut jäten, Blumenschneiden, Hecke schneiden?

00:03:36: Auch gern.

00:03:37: Also ich finde Gartenarbeit ganz ganz toll, würde aber noch lieber, mein Traum war immer Rangerin zu werden.

00:03:43: Und ich habe eine riesige Geduld zum Beispiel, wenn ich auf Tiere warte oder Vögel beobachte.

00:03:50: Da stellt sich bei mir was ein, das finde ich selber interessant.

00:03:55: Interessant.

00:03:56: Hast du denn Haustiere?

00:03:58: Ich hätte Haustiere, glaube ich, wenn ich Zeit hätte und man dann trotzdem in den Urlaub fahren kann.

00:04:02: Wir hatten mal drei Ratten, meine Tochter und ich.

00:04:05: Okay.

00:04:06: Also die waren ... Wir

00:04:07: haben ja meistens ungewöhnliche Namen.

00:04:08: Kannst du dich daran erinnern?

00:04:09: Ja,

00:04:09: natürlich.

00:04:11: Helga, Ella, Hertha.

00:04:13: Okay, wie kam man darauf?

00:04:14: Das sind die Namen meiner großen Schwester.

00:04:19: Okay, ja, ist ja eine schöne Würdigung, also ungewöhnlich wenigstens.

00:04:24: Ist es denn so, dass du tatsächlich dann auch mal im Garten rumfummelst?

00:04:28: Oder ist es tatsächlich wohnst du im Karofittel?

00:04:31: So richtig viele Gärten gibt es nicht.

00:04:32: Ist das dann so Urban Gardening, so ein Thema für dich?

00:04:34: Oder dass du irgendwelche Wildblumen sähst?

00:04:37: Also...

00:04:38: Oder ist es nur Theorie?

00:04:38: Es ist eigentlich Theorie und ich hatte mal sich früher ein Altener gewohnt hat, hat mir so eine kleine Terrasse und ich fand es schon irrwitzig viel Arbeit, dass man auf zwanzig Quadratmetern oder so schon nicht hinterher kommt.

00:04:50: Das ist ja auch eine Lehre.

00:04:52: Das heißt, ich würde würde auch gar nicht unbedingt einen Riesengarten haben wollen, aber hab bei meiner Mutter zum Beispiel früher als sie noch lebte, hab ich gerne Rasen gemäht und Sachen getan im Garten, hab auch gern Holz gehackt, also so Dinge.

00:05:06: Das kann ich übrigens ganz gut.

00:05:07: Ja, okay.

00:05:09: Ja, schön.

00:05:10: Wenn wir über das nicht können sprechen, welche Geschichte möchtest du denn gerne mal abstellen?

00:05:15: Man nimmt sich ja manchmal fürs Alter so Dinge vor.

00:05:18: Also ich behaupte, ich werde sicherlich irgendwann nochmal Klavier spielen lernen beispielsweise.

00:05:22: Was ist denn bei dir so der große Traum, der sehr wahrscheinlich dann doch wieder nicht in Erfüllung geht?

00:05:29: Also wenn du das so sagst, ich würde Wahnsinnig gerne auch Klavier spielen.

00:05:38: Ich weiß gar nicht, ob ich so musikalisch bin, muss ich ehrlich sagen.

00:05:41: Ich weiß, dass ich

00:05:42: nicht bin.

00:05:43: Ja, ich singe so ganz schön für mich.

00:05:45: Aber nein, ich habe Tatsache, wenn es um solche Dinge geht, habe ich schon einen Beruf, der ja per se so breit gestreut ist.

00:05:55: Also ich habe ja als Dramaturg in so vielen Aufgabenfeldern und ich muss sagen, ich würde wahnsinnig gerne mehr lesen.

00:06:01: Und wenn ich mal noch mehr lesen, und zwar in ruhige Sachen lesen, die nicht nur berufsbedingt

00:06:07: sind,

00:06:08: sondern dicke Romane und viel Zeitung.

00:06:12: Und das fände ich toll, wenn ich dafür die Zeit hätte.

00:06:14: Und hoffe auch, die habe ich irgendwann noch mal.

00:06:16: Hättest

00:06:16: du dann auch so einen Hang zu leichtem?

00:06:18: Keine Ahnztromane oder so was?

00:06:20: Oder

00:06:21: würdest du das Niveau

00:06:21: nicht verlassen?

00:06:22: Aber wenn dann Krimis?

00:06:23: Ja.

00:06:24: Also Krimis finde ich schon toll.

00:06:26: Wie viel muss man denn am Ende eigentlich lesen?

00:06:28: Also jetzt kann man in der heutigen Zeit der Fluten, der Emails und so weiter, aber wie oft blätterst du in Papier rum, weil möglicherweise... Drehbücher beziehungsweise dann wie nennt man das dann Bücher für Bühnenstücke?

00:06:40: Einfach Stücke, ja.

00:06:41: Dann liest du die per Hand

00:06:43: noch?

00:06:43: Ja, tatsache kann ich eine richtige Verbindung zum Theaterstück nur aufbauen, wenn ich es auf Papier habe.

00:06:50: Ich habe schon mit beidseitig bedruckten Papier meine Probleme und das ist natürlich echt unökologisch.

00:06:56: Ich muss auch Bücher immer noch gedruckt lesen.

00:06:58: Also es gibt ja viele Menschen, die sind umgestiegen auf Digitale Bücher, das kriege ich nicht hin.

00:07:05: Ich brauche eine Verbindung.

00:07:06: Ich muss auch irgendwie wissen, es steht das links unten auf der Seite oder rechts oben.

00:07:11: Das ist für mich wie so ein Schriftbild, was das Buch mitbestimmt oder den Takt des Buches bestimmt.

00:07:17: Wie weit bin ich zum Beispiel?

00:07:19: Ist das jetzt ein Viertel des Buches oder bin ich schon bald am Ende?

00:07:23: Ich finde das völlig unüberschaubar, wenn ich das digital lese.

00:07:27: Mit Stücken ist es ähnlich.

00:07:29: Ich muss natürlich, wo du sagst, E-Mail flut.

00:07:31: Das ist ja jedermanns persönlicher Horror, glaube ich.

00:07:34: Also, wer ein Berufsleben ist, weiß wovon ich spreche.

00:07:37: Ich komme überhaupt nicht hinterher.

00:07:39: Und der Haufen wird immer größer.

00:07:41: Wenn ich nach oben scrolle, dann habe ich die aktuellen Sachen.

00:07:44: Aber ich weiß, unter mir ist so ein großer Berg an nicht abgearbeiteten Sachen.

00:07:50: Tatsache finde ich so schwere, große Bücher.

00:07:55: toll, in denen man versinken kann und bin jetzt nicht so ein leicht Buchleserin.

00:08:01: Und nimmst du in den Urlaub denn dann immer fünf Bücher mit so wie ich und liest dann aber nur eins oder zwei?

00:08:06: Nee,

00:08:06: ich les die alle.

00:08:08: Nee, tatsache, nehm ich in den Urlaub und vorher wird mir mal gesagt... Es gibt einen

00:08:11: eigenen Koffer für die Bücher.

00:08:13: Ja,

00:08:13: genau, genau.

00:08:15: So, wir kommen jetzt mal aus dem Urlaub zurück nach Hamburg.

00:08:18: Unsere Hamburg-Lieblinge, die Schnellfragerunde.

00:08:20: Was ist deine Lieblingsstraße in Hamburg?

00:08:23: Aktuell die Marktstraße.

00:08:25: Was ist dein Lieblingskino in Hamburg?

00:08:28: Das Zeisekino.

00:08:29: Was ist dein Lieblingsflohmarkt?

00:08:32: Der Schanzenflohmarkt.

00:08:33: Dein Lieblingsrestaurant.

00:08:36: Hu, ich war gerade in der kleinen Brunnenstraße eins.

00:08:39: Das war toll.

00:08:40: Ganz fantastisch.

00:08:41: Was ist dein Lieblingskulturort abseits des Theaters

00:08:45: in Hamburg?

00:08:46: Das Museum für Kunst und Gewerbe.

00:08:47: Ach,

00:08:48: toll.

00:08:48: Ja, liebe Grüße an Thulga Bayer.

00:08:51: Die Marktstraße ist ja sagenumwoben, da war, also ich würde sagen in den Achtzigern war da mehr los.

00:08:58: Wie ist es da jetzt?

00:08:59: Warum ist es deine Lieblingsstraße?

00:09:01: Weil sie immer noch eine irre Mischung an Publikum hat.

00:09:05: Also jetzt sind viele Touristen da wegen des Bunkers und wegen des Domes jetzt auch aktuell.

00:09:11: Aber ich finde, dass da immer noch Freaks rumlaufen, die einen zum Lachen bringen.

00:09:16: Ich finde, dass es immer noch Eine gute Avon-Garde ist, die da lebt.

00:09:20: Also auch übrigens Mode-Avon-Garde.

00:09:22: Bei mir im Haus ist Garment-Beep.

00:09:25: Was ein toller Laden ist, weil die einfach sehr liebevoll agieren.

00:09:31: Ich finde, dass die Marktstraße lebendig ist und manchmal sehr laut.

00:09:37: Und trotzdem noch so dieses alte Arbeiterflair bewahrt hat.

00:09:41: Das sind Tatsache.

00:09:42: alles kleine Häuser, kleine Wohnungen.

00:09:45: Es ist niemand richtig super rich dort.

00:09:48: Trotzdem trifft man natürlich Freunde.

00:09:50: Ja.

00:09:52: Du bist jetzt in deine Heimatstadt zurückgekehrt im Sommer, bist jetzt intendant in eines sehr bedeutenden Theaters.

00:09:59: Da will ich jetzt gar keine Reihenfolge machen von der Bedeutung her.

00:10:02: Aber ist das nochmal etwas ganz anderes in der eigenen Stadt, jetzt so an der Spitze zu sein?

00:10:10: Ich kann das seltsamerweise total ablösen von mir.

00:10:13: Wenn ich durch die Marktstraße gehe, Bin ich das irgendwie nicht?

00:10:18: Wenn ich dann Leute treffe, dann erinnere ich mich kurz dran.

00:10:22: Aber es ist jetzt nicht so, dass ich das so lebe oder dass das mich bestimmt.

00:10:28: Ich habe es eher, wenn ich auf Veranstaltungen gehe, dann merke ich manchmal, ja, also das hat scheinbar eine Bedeutung auf andere Menschen.

00:10:35: Ich werde natürlich viel angesprochen und so.

00:10:38: Aber das ist gar nicht meine Art.

00:10:39: Und ich glaube, das macht auch, dass ich so ein bisschen... unaufgeregter bin als andere Menschen.

00:10:45: Das hat aber auch vielleicht mit meinem Alter zu tun, dass ich das geübt habe.

00:10:50: Dass man bei sich selbst bleiben sollte ein bisschen und auch dem nicht zu viel Bedeutung beimessen soll.

00:10:59: Bevor es hier gleich weitergeht, mache ich gerne Werbung für unseren Kooperationspartner die Zeit.

00:11:04: Mein Arbeitstag beginnt mit der Elbvertiefung dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.

00:11:09: Alle wichtigen Infos rund um Hamburg gibt es auf www.zeit.de.

00:11:14: Elbvertiefung oder von Montags bis Samstags um sechs Uhr im E-Mail-Postfach.

00:11:19: Oder ganz neu der Zeit Hamburg Elbvertiefungspodcast zum Wochenende.

00:11:24: Hört mal rein.

00:11:27: Kannst du dich an den Moment erinnern als... dass du das erste Mal die Idee bewegt hast, Intendantin zu werden, also mutmaßlich gefragt wurdest, weil du hast ja wahrscheinlich keine Jobanzeige gelesen, oder?

00:11:40: Ich habe das ehrlich gesagt mit Uli Kuren, meinem damaligen Chef, besprochen.

00:11:45: Ich habe zu ihm irgendwann mal gesagt, du, in mir regt sich so was, das ist so... Ein Bedürfnis, das mal selber zu versuchen, dann hat er zu mir gesagt, ja, aber dann bleibst du jetzt aber schon noch ein bisschen bei mir.

00:11:56: Das kannst du immer noch machen.

00:11:58: Und das hat mich regelrecht getriggert.

00:12:00: Da hab ich dann daraufhin gedacht, ach, ich guck mich jetzt mal um.

00:12:04: Und dann hab ich zu ihm mal irgendwann gesagt, du, Uli.

00:12:07: Ah, Oldenburg wird ja jetzt bald frei.

00:12:09: Und dann hat er zu mir in seinem unnachahmlichen Schwäbisch gesagt, da fängt Stuck gar nicht erst mit an.

00:12:14: Okay,

00:12:15: die Stufe bei ihm zu Nierig, wobei Oldenburg natürlich echt ein tolles Theater ist.

00:12:19: Ja, total schön und auch gutes Publikum.

00:12:22: Ja.

00:12:23: Und der Moment, als dann offensichtlich aus der Kulturbehörde der Anruf kam, Frau Anders, für sie wird einiges anders jetzt hier, um ein schlechtes Wortspiel zu machen.

00:12:32: Hier in

00:12:32: Hamburg?

00:12:33: Ja.

00:12:34: Das war ganz toll.

00:12:35: Da war ich gerade in Wien.

00:12:37: Kaijuf war im Zug vom Flughafen in die Stadt.

00:12:41: Und da kam der Anruf von Dr.

00:12:43: Broster.

00:12:45: Und das war schon schön.

00:12:46: Also das Gefühl jetzt... kann man loslegen, weil man macht sich ja vorher schon viele Gedanken, man muss sich ja bewerben auch und das Go, also das Ja, das war dann... Da fängt die Arbeit erst an.

00:12:59: Aber wie muss ich mir das vorstellen?

00:13:00: Ist das wie so ein klassisches Bewerbungsgespräch, man sitzt dann vor fünf Leuten und alle stellen einem irgendwelche kniffligen Fragen?

00:13:07: Absolut, es sind eher zehn Leute.

00:13:11: Ja, ich war mit Anne Lenk da.

00:13:13: Also, ich hab gleich gesagt, ich möchte gerne mich mit einem Team bewerben.

00:13:18: Da gehört auch Nora Kuhn dazu.

00:13:20: Und wir waren im Grunde zu dritt und die haben auch gesagt, ja, kommen Sie mal nur zu zweit und habe ich gesagt, ja, dann komme ich mit Anne, weil die mich anders ergänzt, weil sie einfach als Regisseurin noch andere Dinge zu sagen hat.

00:13:31: Und da sitzt man dann stocksteif.

00:13:33: oder gibt es Kekse und Kaffee?

00:13:34: Es gibt ein bisschen Kekse und Kaffee, aber die ist man ja nicht, wenn man sich bewirbt.

00:13:38: Man ist ja kein Kekse.

00:13:40: Und dann kriegt man, ja, das ist ziemlich ... anstrengend, weil man nicht nur präsentiert, was man auch tut, man präsentiert so ein bisschen, was für eine Idee hat man und wie will man da vorgehen.

00:13:52: Man ist tatsächlich dann auch Fragen ausgesetzt und muss reagieren und ich finde ja immer wichtig, dass man trotzdem den Humor nicht verliert, aber schafft das mal.

00:14:01: Wie lang geht das dann?

00:14:03: Das kann länger gehen, ja anderthalb eher.

00:14:08: Und kann mehrere Runden dauern

00:14:09: auch.

00:14:10: Und wird man eigentlich berufen, um sich zu bewerben?

00:14:12: Oder gibt es tatsächlich bei Theater heute eine Anzeige?

00:14:16: Naja, ich glaube, die Regel ist, dass sich die Gruppe an Findungskommissionsmitgliedern vorab schon mal trifft und sagt, wie wollen wir vorgehen, wollen wir es ausschreiben?

00:14:26: Oder gibt es schon jetzt so viele Bewerbungen, dass wir sagen können, ne, wir müssen es gar nicht... Also in der Regel wird ausgeschrieben, dann wird gesichtet, gesichtet, gesichtet und dann wird eingeladen.

00:14:37: Ja.

00:14:38: Du hast ja gerade gesagt, dass du da jetzt keine große Veränderung spürst, aber hat sich trotzdem der Blick auf die Stadt jetzt ein bisschen verändert auch durch die Gespräche dann abends beim Job, dass du möglicherweise einfach nochmal andere Systeme kennenlernst und Zusammenhänge?

00:14:53: Ja, total.

00:14:54: Ich habe so eine Liebe entdeckt zu den kleineren Theatern zum Beispiel.

00:14:58: Das hatte ich.

00:14:59: Als ich früher in Hamburg als Dramaturg enttätig war, habe ich das nicht so getan.

00:15:05: Und ich habe Ich habe relativ früh mal das Ohnesorg-Theater besucht, war jetzt im Hansa-Theater und kenne natürlich die Kammerspiel.

00:15:11: Ich kenne das alles.

00:15:12: Ich habe aber jetzt mal den Dialog begonnen mit den leitenden Personen da und muss sagen, es gibt einen inneren Zusammenhang, den ich nicht erwartet hatte.

00:15:23: Ich hatte immer gedacht, es gibt mehr Vereinzelung, was das angeht.

00:15:27: Und ich habe jetzt eine große Freude beim Theaterpreis gehabt, dass so die ganzen ... Theaterschaffenden aus Hamburg dann gemeinsam feiern.

00:15:36: zum Beispiel, das ist doch toll.

00:15:39: Ist ein Germanistikstudium für dich damals schon quasi zwingend der Weg in Richtung Theater gewesen?

00:15:45: Man könnte ja noch viele andere Dinge damit tun.

00:15:47: Also wann stand für dich fest, du willst genau das machen, was du dann zunächst gemacht hast?

00:15:54: Ich habe ja wenig als Kind Kontakt zu Theater gehabt und bei mir war es eher wie so ein Blitzschlag, sagt man ja, glaube ich, in der Liebe, dass ich ins Theater ging, mit meinem Bruder und dachte, ja, das ist was für mich.

00:16:09: Und ich hab dann, wie es aus so einem Automatismus heraus mit Schwerpunkt und Medien und Theater studiert, Germanistik, das gab es damals.

00:16:17: Wann war denn der Blitzschlag

00:16:19: eigentlich?

00:16:19: Der Blitzschlag war, da war ich so gerade im Abitur zu der Zeit, also bin so achtzehn.

00:16:27: Und warum hat man

00:16:28: nicht vorher vom Theater ferngehalten?

00:16:29: Deine Eltern haben die jetzt nicht vorgelebt?

00:16:31: Nee, die haben mir das gar nicht vorgelebt.

00:16:33: Das hatte keine Tradition bei uns.

00:16:35: Ich war mal im Weihnachtsmärchen natürlich.

00:16:38: Und selbst Kino war nicht so ne... Also das mag daran liegen, dass wir ja fünf Kinder sind.

00:16:45: Also ich komme aus einer Familie mit fünf Kindern und ich kann das auch nachvollziehen.

00:16:49: jetzt so, wenn man drei Kinder hat, zum Beispiel, als sie alle noch zu Hause waren, da sitzt man abends zusammen, ist gemeinsam Armbrot und geht im Zweifel spazieren, dass man jetzt zusammen ins Theater geht mit fünf Leuten.

00:17:04: Das ist eher die Ausnahme auch bei uns sogar.

00:17:08: So, und dann Studium, und dann gab's irgendwie noch mal so ein Klick, das du gesagt hast, ja, das mache ich, weil ich sag mal, man ist ja erst mal noch in so einer Orientierungsphase.

00:17:18: Na, bei mir war das so, dass die Falle total zugeschnappt ist, als ich noch Hospitans gemacht hab.

00:17:24: Die hab ich am Schauspielhaus gemacht.

00:17:26: Und das war bei Christoph Nehl damals, Christoph Nehl am Vietrion.

00:17:32: Das war überhaupt ... keine erlösende Arbeit, aber die Arbeit als solcher, als Dramaturgin, die fand ich so, so toll.

00:17:41: Und vorher hatte ich ja schon mit Studierenden gemeinsam lauter Quatsch gemacht.

00:17:47: Das war aber auch gut.

00:17:49: Aber ab dem Moment, wo dieses Schauspielhaus da auf dem Plan trat, da gab es irgendwie wie kein Zurück.

00:17:56: Und das hört sich jetzt humanisch an.

00:17:58: Im Grunde war das wie so ein natürlicher Weg dann.

00:18:01: Ja.

00:18:02: Wie haben denn deine Eltern darauf reagiert, als du dann tatsächlich Schnurstracks Richtung Theater liefst, haben die dich davon abbringen wollen und macht lieber eine Lehre als Kauffrau oder was auch immer?

00:18:14: Also zu dem Zeitpunkt waren die schon geschieden.

00:18:16: Also ich habe eher mit meiner Mutter drüber gesprochen und die hatte eine natürliche Offenheit für sowas und hatte aber glaube ich auch im ersten Moment in den ersten Jahren gar nicht unbedingt gedacht, dass das jetzt so weitergehen muss.

00:18:29: Die hatte immer gesagt, probier dich aus und schau doch mal, das ist und so.

00:18:33: Und ich bin dann aber eher ja auch am Schauspielhaus schon fünf Jahre dann gewesen.

00:18:37: Also ich war erst Hospitantin, Assistentin und dann wurde ich Jungdramatogen schon damals am großen Schauspielhaus und habe schon mit Wilfried Minks der Kirschgarten auf die große Bühne da betreut.

00:18:50: Gehen wir mal in diese Zeit.

00:18:51: Wie hast du Hamburg denn damals so?

00:18:54: gesehen.

00:18:55: Hast du noch zu Hause gewohnt oder hast du ein WG-Zimmer?

00:18:58: Was hat das WG-Zimmer gekostet?

00:18:59: Heute kosten sie jetzt siebenhundert, siebenhundertfünfzig Euro mittlerweile.

00:19:03: Ja, willst du es wirklich wissen?

00:19:04: Also ich war schon in der Schule, hatte ich so eine gewisse Portion Rebellion in mir und habe so mit vielleicht dreizehn noch so Hippie-Kleider getragen, mit so Spiegelchen, so eingenähten Indien Spiegelchen.

00:19:16: Das war ganz fürchterlich.

00:19:17: Bin dann aber ziemlich schnell so in die Pankrichtung gegangen und Deshalb auch Marktstraße übrigens.

00:19:25: Ich kenne die Marktstraße auch von damals.

00:19:27: Da gab es noch das Gewinne und die Marktstube.

00:19:30: Das ist echt lang her.

00:19:31: Und dann bin ich über das Theater eigentlich wie neu sozialisiert worden und habe gemerkt, ja, da kann man all diese Gedanken, Gedanklichkeiten, Gefühle in Stücke packen.

00:19:44: Und ich bin totaler Fan von Subkultur, weil ich glaube, die Subkultur kann vielen Menschen helfen, sich zu entdecken, sich... auch als nicht unnormal zu empfinden.

00:19:55: Da ist ja alles möglich.

00:19:56: Da ist Herkunft zum Beispiel kein Thema.

00:19:58: Da ist Klasse, aber auch Queerness kein Thema.

00:20:02: Und ich mochte das immer, dass so der Weg vom Punk in den New Wave rein.

00:20:07: Ich habe im Versuchsfeld damals so Konzerte gesehen.

00:20:10: Und das ist alles dann im Theater wie in Bahnen gelenkt.

00:20:16: Da haben wir das.

00:20:17: Da haben wir auch die Menschen.

00:20:18: Das ist ja interessant.

00:20:19: Man trifft ja immer Menschen, wo man so sagt, ah, wir haben ähnliche Interessen.

00:20:23: Und man kann das aber in künstlerisches Gesamtkunstwerk tun, all diese Erfahrungen oder auch künstlerischen Impulse.

00:20:33: Ich würde gerne noch mal wissen, was dein WG-Zimmer gekostet

00:20:35: hat.

00:20:35: Also ich habe interessanterweise alleine gewohnt in Hamburg-Horn, in einer Wohnung, die Ach, ich weiß gar nicht.

00:20:44: Vierzig Quadratmeter Maximal hatte.

00:20:46: Reichter erst mal.

00:20:46: Habe ich auch sehr gerne gewohnt.

00:20:48: Ich war nie so ein WG-Mensch.

00:20:50: Und ich bin dann in die Wendenstraße gezogen, in eine Fabriketage, die auch jetzt, das gibt es noch heute, das ist so ein Atelierhaus geworden, einer der letzten bestehenden Stahlbetonbauten aus der Jahrhundertwende, ist aber jetzt zugebaut durch Glaspaläste.

00:21:09: Und die Mieten, kann ich dir gar nicht mehr so sagen, ich habe sie irgendwie hingekriegt.

00:21:13: Wir sind irgendwo in den Achtzigern wahrscheinlich, ich bin da fünfzig Mark oder so.

00:21:17: Ja,

00:21:17: genau.

00:21:18: Und

00:21:19: spürst du diesen Hang zum Punkten immer noch?

00:21:23: Gibt es noch immer so eine Rebellion in dir?

00:21:25: Ich meine mittlerweile unterhältst du Eppendorf und Winterhude mit deiner Arbeit.

00:21:31: Ja, das finde ich auch wichtig.

00:21:33: Das ist tatsächlich ein Weg, den ich auch gegangen bin mit dem Publikum zusammen.

00:21:38: Ich finde immer noch, dass Theater zwischendurch rebellisch sein muss und vor allen Dingen inhaltlich und politisch sein muss.

00:21:44: Und gleichzeitig kann man sich dem nicht verweigern, dass wir einfach tausend Plätze haben.

00:21:50: Und auch in Hannover hatte ich ja sechshundert Plätze, ist bei so einer Stadt auch viel, plus die ganzen Nebenbühnen.

00:21:57: Und natürlich willst du nicht nur für die Punks der Stadt Theater machen, das geht auch gar nicht.

00:22:02: Und ich spüre es.

00:22:04: Und ich finde auch es reizvoll, dass man das in sich haben kann.

00:22:09: Und glaub übrigens, das haben auch viele Zuschauerinnen.

00:22:12: Also es ist gar nicht so, dass die alle nur einen Eggborn oder, weiß nicht, eine Komödie sehen wollen.

00:22:20: Wie war denn dein Blick damals so auf das Bürgertum und Spießbürgertum?

00:22:26: Ja, kritisch.

00:22:28: Also ich war lange zum Beispiel in einer Antifahrgruppe in der Schule und habe gemerkt, dass auch im Nachhinein bin ich geboren worden, zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

00:22:41: Das ist verdammt kurz.

00:22:43: Und ich bin jetzt sechzig, so ist das leider.

00:22:47: Schön ist das.

00:22:49: Und ich merke, mich hat das doch noch sehr geprägt und gleichzeitig habe ich mich natürlich auch anderen Feldern zugewandt.

00:22:57: Und dieses Thema Bürgerlichkeit, das hat mich schon lange auch gereizt, weil es natürlich auch ein Deckmantel ist.

00:23:06: Und diesen Deckmantel immer mal zu lüpfen und zu sagen, was ist da alles drunter?

00:23:10: Wo kommt der Reichtum her?

00:23:11: Wo kommt die Haltung her?

00:23:12: Wo kommt das Konservative her?

00:23:14: Das ist ja eine Aufgabe, die das Theater schon immer leistet übrigens.

00:23:20: Es gab ja noch nie, also alle unsere Klassiker waren ja Rebellen.

00:23:24: Das vergisst man manchmal, dass Schiller kleist.

00:23:28: Selbst Goethe immer wieder so diesen Deckmantel gelüpft hat und gesagt hat, schaut mal drunter, was liegt eigentlich drunter?

00:23:35: Und das finde ich interessant und das geht dann auch übers bürgerliche hinaus, aber dass man so ein bisschen zwischendurch mal piekst, das finde ich schon ganz gut am Theater.

00:23:43: Jetzt bist du an einem Ort der Vergangenheit zurückgekehrt sozusagen, beziehungsweise Wohnsitz in der Marktstraße.

00:23:49: Wie oft wirst du denn mit deiner eigenen Vergangenheit hier noch so konfrontiert?

00:23:53: Also treibt es dich nochmal in die Wendenstraße irgendwann oder?

00:23:57: Ja, mehr als ich dachte.

00:23:59: Interessanterweise eher so über Erinnerung.

00:24:03: auch an zum Beispiel die Mönkebergstraße.

00:24:06: Sie war ja früher die einzige große Einkaufsstraße und jetzt ist sie so ein bisschen lost, also zumindest in Gefahr, wenn das Haus der digitalen Welt nicht bald erscheint, dann passiert da ja auch nicht viel.

00:24:19: Und ich erinnere mich dann so an meine Kindheit und habe so neulich auch darüber nachgedacht, was hieß eigentlich zum Beispiel Konsum damals, weil ich das auch toll fand, in die Stadt zu fahren und was zu kaufen.

00:24:29: Aber das war auch noch eine Zeit, wo man einen Schaufensterbummel gemacht

00:24:33: hat.

00:24:34: Ganz genau.

00:24:35: Und das hat ja was Theatrales übrigens, Schaufenster ist ja ganz toll.

00:24:39: Genau, aber die Erinnerungen kommen so zurück, auch an die Elbe, an die Alster, an diese wunderschönen Gewässer, die die Stadt so prägen.

00:24:48: Das finde ich schon toll an Hamburg, dass wir so diese Macht des Wassers auf der einen Seite frische, aber auch Bedrohung, ich finde ja die Elbe so... bedrohlich und irre irgendwie, dass so ein Fluss sich die Stadt fließt, ist schon schön.

00:25:03: Was hatte ich damals dann aus der Stadt rausgetrieben?

00:25:05: War das das attraktive Angebot?

00:25:08: Oder war das auch so irgendwie die Idee und Notwendigkeit mal von zu Hause raus aus der Komfortzone?

00:25:14: Ja, also ganz ehrlich gesagt, hat mich immer die Not rausgetrieben.

00:25:20: Ich wollte eigentlich immer in Hamburg sein.

00:25:22: Als Uli Kurn damals gesagt hat, wir gehen nach Berlin gemeinsam.

00:25:27: hab ich gleich mal einen Hörgeräusch bekommen, das weiß ich noch.

00:25:29: Und zwar ziemlich schnell, dann bin ich schwanger geworden noch mal im hohen Alter, vor lauter Schrecken.

00:25:34: Das ist jetzt wirklich kein Witz, ich glaube, dass ich nicht weggehen wollte, ich wollte auch nicht nach Berlin gehen.

00:25:40: Und wir sind ja zehn Jahre dann dort gewesen, und es waren auch okaye zehn Jahre, aber ich war dann auch froh, als es wieder wegging.

00:25:47: Und als ich das erste Mal, das war ja noch schlimmer, nach Stuttgart ging, da hab ich nichts gegen all diese Städte.

00:25:54: Aber da habe ich zu meinen Freunden gesagt, zwei Jahre und ich bin wieder da.

00:25:59: Es wurden dann sieben, wie das so ist am Theater.

00:26:02: Und ich habe zwei Jungs dort bekommen im Schwabenland.

00:26:05: Die haben im Pass jetzt stehen, Filterstadt Bernhausen als Geburtsort.

00:26:08: Verzeihen sie mir bis heute nicht.

00:26:11: Aber ich bin ungern weggegangen und gern wiedergekommen.

00:26:16: Da bin ich ganz langweilig Hamburgerin.

00:26:18: Hast du denn von deinem Aufenthalten außerhalb von Hamburg irgendwas mitgenommen?

00:26:21: Kannst du jetzt selber Spätzle machen oder andere Dinge oder freust du dich heutzutage an Berliner Weiße?

00:26:29: Ja, natürlich ist Stuttgart natürlich kulinarisch eine Perle.

00:26:33: Das muss man sagen, da kriegt man in jedem Wirtshaus ein gutes Essen.

00:26:36: Das ist ja rund um Hamburg.

00:26:38: Jetzt mal, wenn man von der Stadt absieht, nicht unbedingt der Fall.

00:26:41: Aber ich habe jetzt im Grunde immer weiterhin den Matjes mit Bratkartoffeln auf dem Tisch.

00:26:47: Also du hast dich immer als Hamburgerin gesehen.

00:26:50: Auch wenn du sieben Jahre in Stuttgart warst, war das von vornherein klar, das ist hier nur eine Satellitenstation in meiner Vita.

00:26:59: Ja, also vielleicht hätte ich, wenn ich jetzt nicht an Stalier gegangen wäre, irgendwann meine Rente hier verbracht, aber das zumindest war klar.

00:27:09: Jetzt bist du ja quasi immer näher rangerückt.

00:27:11: Also war es dann Leiterin des Schauspiels in Hannover.

00:27:15: Hast du da auch immer noch mal so nach Hamburg geguckt, was sich da so tut und welchen Blick hattest du von außen vor allen Dingen?

00:27:23: Auch vielleicht auch mal einen besorgten Blick.

00:27:26: Weil Hannover ist ja alles ein Müschen.

00:27:28: Da hat man ja mal Zeit, nach Osten zu gucken.

00:27:30: Ja, ich hab mal den Fehler gemacht, zu Beginn zu sagen, Hannover ist die kleine Schwester von Hamburg.

00:27:34: Da war der Aufruhr groß in Hannover.

00:27:37: Ich find's trotzdem ein bisschen ...

00:27:39: Jetzt kannst du es sagen.

00:27:40: Jetzt darf ich es sagen.

00:27:42: Das liegt auch an der Architektur der Stadt ein bisschen, so wie sie aufgebaut ist.

00:27:46: Das ist so wie das kleine St.

00:27:48: Pauli gibt's, das gibt das kleine Eppendorf und so.

00:27:52: Und es ist sehr schön und grün.

00:27:54: Ich hab von außen ... Natürlich viel auf die Theater geguckt.

00:27:58: Und gleichzeitig macht man sich ja schon aufs Sorgen um das soziale Gefüge der Stadt.

00:28:04: Also das treibt mich schon um.

00:28:06: Also ich habe gerade mit meiner Kollegin da Tolga Bayerle, Kollegin im weitesten Sinn, Kultur.

00:28:11: Institutionsleiterin über die Drogenszene länger gesprochen.

00:28:16: Und man fragt sich ja, welchen Beitrag leisten wir, welchen Beitrag leistet die Stadtgesellschaft und welchen die Politik damit, dass sich nicht noch mehr ausbreitet.

00:28:26: Und das sind schon auch Gedanken.

00:28:28: Also es ist nicht nur so, dass man so mit einem lachenden Auge auf Hamburg guckt und die Elfysie, die fenomenal toll ist oder den Ausbau von tollen Flächen oder jetzt die neue Oper.

00:28:40: Sondern man denkt auch ein bisschen darüber nach, wer wird abgehängt oder wer schafft es nicht, teilzuhaben an all diesen Dingen.

00:28:51: Das ist durchaus was, was mich auch bewegt.

00:28:54: Jetzt wollen wir Teilhabe leben, indem wir zwei Fragen der anderen Leute uns mal anhören.

00:29:00: Hören wir mal rein.

00:29:02: Moin, ich bin Andrea Gerhard, Schauspielerin aus Hamburg und hostet den Nachhaltigkeits- und soziale Gerechtigkeits-Podcastes zwei vor zwölf, der jeden zweiten Dienstag ab zwanzig Uhr bei AHEU Radio läuft.

00:29:15: Meine Frage an Sie, Frau Anderslautet.

00:29:18: Welche Figur aus einem Stück würde Sie am ehesten im Alltag als Intendantin vertreten, wenn Sie mal einen freien Tag brüchten?

00:29:26: Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort und sage AHEU, bis bald!

00:29:30: Ui, das ist aber eine schwere Frage.

00:29:32: Da muss ich in meinem Kanon kramen und würde fast eher eine Autorin nennen, nämlich Sivan Ben-Yishai, die alles durcheinander bringen würde und gleichzeitig wahrscheinlich viele kreative und vor allen Dingen antiklassistische Impulse setzen würde.

00:29:50: Ich schwöre, viele Leute müssen jetzt googeln.

00:29:52: Also ich zumindest

00:29:52: dann auch.

00:29:53: Das macht nichts.

00:29:53: Da kann man auch googeln.

00:29:55: Sie hat viele Preise gewonnen in Mühlheim und den anderen zusammenhängen.

00:29:58: Das ist eine Israelischstämmige Autorinnen, die zum Beispiel die Nora an Neu überschrieben hat.

00:30:05: Und die haben wir in Hannover im großen Haus aufgeführt.

00:30:10: Und sie ist einfach unfassbar klug und witzig und immer ziemlich radikal in ihren Ansätzen.

00:30:19: Witzig und klug ist der folgende Fragesteller auch.

00:30:22: Mal gucken, ob das jetzt auch ist.

00:30:25: Mein Name ist Hubert Neubacher von Barkassen-Major und ich bin der Host von Hubis Hafenschnack, meinem Podcast aus dem Hamburger Hafen.

00:30:32: Liebe Frau Anders, ich habe eine große Schwäche für Musik und Pop aus den Achtzigern.

00:30:37: Meine Frage an Sie, gibt es ein Achtziger Song, zu dem Sie am liebsten tanzen?

00:30:43: Maßenweise.

00:30:44: Ich habe gerade deutlich festgestellt, dass meine gesamte Sozialisation aus den Achtzigern und frühen Neunzigern ist, als ich über meine Lieblings-Songs nachgedacht habe.

00:30:55: Ich würde mal sagen, am frühen Abend wäre es noch Soft Cell.

00:30:59: Das ist so früher Achtziger auch.

00:31:01: Tainted Love.

00:31:02: Ja, Tainted

00:31:02: Love.

00:31:02: Das feinert dich, würde ich sagen.

00:31:04: Und

00:31:04: am späten Abend würde ich dann gerne noch mal zu den Andertones ein bisschen tanzen.

00:31:08: Herrlich.

00:31:09: Tolle Auswahl.

00:31:10: Könnte ich auch teilen unbedingt.

00:31:14: Du hast ja jetzt diesen Job der Intendantin.

00:31:19: Viele, die in Führungspositionen sind oder in Chefin-Positionen, haben ja so das Gefühl, sie müssten so alles können.

00:31:27: Am Ende ist ja aber eigentlich wichtig, die richtigen Leute um sich rumzuhaben.

00:31:31: Was kannst du denn in deinem Berufsfeld eigentlich am wenigsten?

00:31:37: Das ist eine gute Frage.

00:31:38: Ich habe neulich Brandeins ein Interview gegeben.

00:31:41: Da ging es ja auch um Führung.

00:31:43: Und da habe ich gesagt, ich kann eigentlich gut abgeben.

00:31:45: Aber das ist nicht die Frage.

00:31:46: Die Frage ist, was kann man nicht... finde, dass ich, und das glaube ich würde jetzt niemand erwarten, dass ich manchmal zu wenig lobe.

00:31:58: Und das ist auch wichtig.

00:31:59: Und ich nehme das immer vor und denke auch, ich habe doch jetzt gesagt, ihr seid alle tolle Leute, aber wenn es dabei bleibt, dann reicht das ja oft nicht.

00:32:08: Man muss ja auch beschreiben und das nehme ich mir immer jedes Jahr vor und dann versuche ich das zu überprüfen.

00:32:15: Und am Ende des Jahres denke ich, ja, ich kann es noch besser.

00:32:19: Sehr schön.

00:32:21: Du bist jetzt verantwortlich für das Programm des Taliertheaters.

00:32:25: Natürlich mit vielen Leuten, mehreren Leuten.

00:32:29: Was sind so die zwei, drei entscheidenden Kriterien, um so ein tolles Programm auszuwählen oder zusammenzustellen?

00:32:39: Ich glaube, dass es an Theater total unterschiedlich ist.

00:32:43: Als ich hier gestartet bin, habe ich mir vorgenommen, das Taliertheater noch ein Stück weit mehr zu öffnen und zwar nicht nur in Hinblick auf Diversität, wie mir dann manchmal unterstellt wird oder feministische Gruppierungen, sondern im Grunde für Gedanken, die die Stadt umtreiben für ganz unterschiedliche Publika.

00:33:04: Und das ist gar nicht so einfach.

00:33:06: Dafür muss man nämlich auch in Dialog treten, weil wir gar nicht wissen, was die Menschen eigentlich wollen.

00:33:11: Und das muss man auch ein bisschen rausfinden über die Zeit.

00:33:15: Ich finde dieses Thema der Wärme total wichtig, gerade in so einer Stadt wie Hamburg, wo auch viel soziale Kälte oder auch Angst, wie ganz Deutschland im Moment, dieses Thema Angst so dominant ist.

00:33:28: Und gleichzeitig haben wir natürlich auch einen Auftrag, der sich auf eine Geschichte des Theaters beruft.

00:33:34: Und ich mag Spielpläne, die unterschiedliche Genres abbilden, die auch mal musikalisch sind, dann auch wieder sehr ernst und sehr politisch.

00:33:45: Und diese Mischung im Grunde hinzukriegen ist wirklich eine beinahe unmögliche Aufgabe, die man von Jahr zu Jahr natürlich auch wieder modifizieren muss, wenn man die Erfahrung gemacht hat.

00:33:56: Was stimmt eigentlich für diese Stadt im Moment?

00:33:58: Man täuscht sich ja ganz oft.

00:34:00: Es ist ja gar nicht so, dass man alles weiß, es wäre schön.

00:34:03: Klar weiß ich, viele Menschen gehen lieber in eine Komödie als in einem Splatterabend.

00:34:09: Das ist definitiv auf dem Theater so nackte, sind nicht beliebt.

00:34:13: Gleichzeitig muss ich sie auch herausfordern und diesen Grad an, wie nehmen wir die Leute noch mit und verlieren auch nicht zu viele Leute.

00:34:23: Aber wie fordern wir sie auch heraus?

00:34:25: Das finde ich.

00:34:25: zum Beispiel was, was wir viel diskutieren.

00:34:31: Wie oft hast du dich schon übers Föelthorn geärgert in deinem Leben?

00:34:35: Oder lässt dich das kalt und du guckst nicht morgens um neun direkt in die Zeitung?

00:34:40: Also Tatsache habe ich mich schon viel geärgert übers Föelthorn, weil der Beißreflex so stark ist.

00:34:46: und natürlich auch inzwischen, ich habe immer mit Herrn Meier Aert, ich nenne mal den Namen, weil er das auch weiß, wir haben viel darüber geredet.

00:34:55: Von welchem Medium ist der?

00:34:56: Der ist von der Hannover schon allgemein in Zeitung, der Führtschef.

00:35:01: Und der hat mir mal gesagt, ja, Frau Anders ist aber so, wir müssen auch auf Klicks achten.

00:35:05: Und das verstehe ich ja.

00:35:08: Auf der einen Seite, auf der anderen Seite ist ja so die Frage, ob man irgendwie an seinem eigenen Bild so auch arbeiten möchte als Medium.

00:35:16: Und natürlich ärgert man sich.

00:35:18: Das fährt einem rein.

00:35:20: Man kann es ja auch nicht ignorieren, wenn das Fetton einmal ärgert.

00:35:23: Man freut einen auch, wenn sie einen gut beschreiben, riesig sogar.

00:35:28: Das Interessante ist aber, dass das nach ein, zwei Nächten und viel Arbeit, die da an diesen Tagen stattfindet, dann auch wieder in den Hintergrund tritt.

00:35:37: Und das ist eine Erfahrung.

00:35:39: Wenn man das erst mal gemacht hat, diese Erfahrung über Jahre, dann hat man so eine gewisse Resilienz, finde ich, gegenüber Kritiken und weiß auch, dass das Publikum den eigenen Weg geht.

00:35:50: Das Publikum ist gar nicht so abhängig von den Kritiken.

00:35:53: Jetzt ist in der Nova die Situation der Medien so, dass die zwei führenden Tageszeitungen aus einem Verlag kommen und in Hamburg doch noch ein bisschen mehr Vielfalt ist.

00:36:01: Macht das die Arbeit leichter?

00:36:03: Ja, ich finde es toll.

00:36:05: Ich finde es viel besser, weil das eine Blatt ja auch Richtungen vorgibt oder hat.

00:36:11: Und wenn man unterschiedliche Blickwinkel hat, das finde ich total schön.

00:36:15: Und in Hamburg gibt es ja auch eine gute Journal, ja, also gute Kritiker.

00:36:20: Wie sieht denn dein Medienkonsum aus, also außerhalb des Filterns?

00:36:24: Bist du jemanden, die morgens schon gleich aufs Handy guckt, ob alles noch steht oder ist dann eher so, naja, Tagesschau wirst du nicht erwischen, weil du dann wahrscheinlich im Theater bist?

00:36:34: Wie beziehst du die Weltlage?

00:36:36: Also Tatsache habe ich die Tagesschau-App.

00:36:38: Ich vertraue schon sehr den öffentlich-rechtlichen Medien.

00:36:41: Ich höre gerne Radio.

00:36:43: Ganz unterschiedliche Sender, auch Switch da immer ein bisschen hin und her.

00:36:46: Wenn mir das Lied nicht gefällt, dann gehe ich auf einen anderen Sender.

00:36:50: Und ansonsten, ich bin nicht so ein Social Media Mensch.

00:36:54: Das mache ich eher so berufsbedingt ab und an.

00:36:58: Ich finde, das ist so ein Zeitfresser.

00:37:00: Das macht mich regelrecht verrückt.

00:37:03: Und insofern bin ich da relativ konventionell, also die öffentlich-rechtlichen finde ich immer noch eines der wichtigsten Errungenschaften unserer demokratischen Welt hier und würde das auch verteidigen wollen.

00:37:16: bis bis wohin auch immer, weil es ja doch oft manchmal auch ein neuer Ding so angegriffen wird, die Frage auch nach den Rundfunkgebühren oder so.

00:37:26: Genau, aber da bin ich eher so ganz konventionell.

00:37:29: Natürlich haben wir ein Pressespiegel im Theater.

00:37:32: Den schau ich mir schon jeden Tag an.

00:37:35: Du bist die erste Frau an der Spitze des Taliertheaters.

00:37:38: Du bist jetzt ein paar Monate eben genau da.

00:37:42: Hast du das Gefühl, dass das noch irgendwas Besonderes ist in der Berichterstattung, dass das besondere Erwähnung ist?

00:37:48: Ich glaube ja für dich wird das jetzt kein besonderes Gefühl sein, welches Geschlecht du hast und an der Spitze des Theaters bist.

00:37:55: Ach, ich find's schon.

00:37:56: Der viel diskutierte Backlash nach Corona greift ja auch im Theater.

00:38:01: Also es werden nicht mehr Frauen.

00:38:02: Es sind immer noch ... ... und wenn ich zum Beispiel einen Zoom-Meeting mit dem Deutschen Bühnenverein habe, dann zähle ich ab und an immer noch die Kacheln.

00:38:16: Ich bin allerdings auch so eine Zählerin.

00:38:19: Also ich hab so eine kleine Macke, dann zähle ich manchmal so die Kacheln durch und denke, ah ja.

00:38:24: Jetzt sind es doch ein paar mehr Frauen, woran liegt das als statistisch?

00:38:28: Ich beschäftige mich damit schon.

00:38:30: Warum ist das so, dass auch in den Vorständen die Zahl der Frauen wieder eher rückläufig ist gerade?

00:38:38: Und deshalb thematisiere ich es ja auch ab und an, obwohl ich nun selber ja einen guten Weg gegangen bin und gehen durfte, auch dank der Politik, die mich anandt hat.

00:38:49: Da will ich drauf zu sprechen kommen.

00:38:51: Kultur und Politik sind immer ein ganz besonderes Spannungsverhältnis.

00:38:54: Politik hat dich jetzt da erstmal reinbefördert, muss man ja so sagen.

00:38:58: Wie kritisch gehst du denn mit der Politik hier in Hamburg um?

00:39:03: Oder wie sehr kannst du da jetzt kritisch umgehen?

00:39:07: Die Tankzeiten

00:39:07: sind ja vorbei, dass du Steine werfen konntest oder Schilder hochhalten.

00:39:11: Steine habe ich nie geworfen.

00:39:13: Das wollte ich immer rausholen.

00:39:14: Das ist ganz wichtig, dass man das sagt.

00:39:16: Stimmt doch.

00:39:17: würde ich nie tun.

00:39:18: Das finde ich gruselig.

00:39:21: Ich habe ja das Glück, dass die Behörde für Kultur erst mal sehr kulturfreundlich agiert und uns verteidigt und herausfordert.

00:39:32: Das ist super toll.

00:39:35: Deshalb würde ich mich immer wirklich eher an der Sozialpolitik, im Zweifel vielleicht auch mal an der Klimapolitik abarbeiten wollen oder an anderen Themen der Stadt.

00:39:45: Hamburg ist trotzdem alles in allem und das ist mir auch bewusst eine privilegierte Stadt und ich finde es auch privilegiert, dass ich hier arbeiten darf und hier mein Geld verdiene und nicht womöglich in einigen anderen Städten.

00:39:59: Es gibt gerade so eine Petition gegen ein Theaterstück oder eine Demonstration gab es in Magdeburg von rechter Seite.

00:40:07: Natürlich haben meine Kollege im Osten des Landes, ganz andere Sorgen.

00:40:11: Und da muss man sich ja manchmal auch ein bisschen zurechtdrucken und sagen, ja, ich reg mich jetzt über irgendwas auf oder wir haben ein bisschen weniger Geld, vielleicht gerade zur Verfügung oder ich kriege die Tariferhöhung nicht umfänglich erstattet.

00:40:26: Das geht ja doch den Theatern im Osten ganz anders.

00:40:30: Mit viel Wehrmens wird er auch gegen Kultur angegangen.

00:40:38: vermutlich seit Generationen, aber jetzt aktuell gerade wieder leidenschaftlich diskutiert wird, ist Bildung.

00:40:44: Wenn du auf der einen Seite sagst, dass du das Haus mehr öffnen möchtest, bedeutet es auch gleichzeitig, dass du vielleicht leicht verständlicher werden möchtest.

00:40:54: oder ist das ausgeschlossen, weil du sagst, nein, wir sind hier das führende Staatstheater sozusagen.

00:41:01: Wir weichen hier jetzt von dem Niveau nicht ab.

00:41:04: Ich glaube, dass es sogar nicht mal nur die jungen Menschen betrifft, sondern auch ältere Menschen, dass sie gerne manchmal mehr verstehen möchten.

00:41:12: Ich hatte mal den Fall nach einer Schiller-Aufführung, dass ein älterer Herr zu mir kam und sagte, Frau Anders, ich habe das überhaupt nicht verstanden, diese Sprache.

00:41:19: Können Sie das nicht ein bisschen einfacher formulieren?

00:41:21: Dann habe ich zu ihm gesagt, sorry, das ist Schiller.

00:41:25: Ich werde Schiller nicht vereinfachen.

00:41:27: Ich finde aber gleichzeitig das eine richtig gute Frage von dir, weil das ein Thema ist, wenn wir junge Menschen drin sind.

00:41:34: haben, die aus den Schulen kommen, wo auch scheinbar nicht mehr die Zeit ist, sich jetzt so zu vertiefenden sprachliche Raffinesse oder auch einfach Alter-Tümlichkeit.

00:41:43: Ich finde schon ja, man muss anbieten, dass es auch Stücke gibt, die einfacher zu verstehen sind.

00:41:50: Die Inhalte übrigens sind ja dann oftmals die gleichen, die sind nur anders verpackt.

00:41:56: Und gleichzeitig bin ich einfach zu sehr dramaturgisch, als dass ich jetzt sagen würde, ich hau die Klassiker raus aus meinem Spielplan.

00:42:03: Ich finde die ganz, ganz toll.

00:42:04: Und wir machen jetzt demnächst den zerbrochenen Krug.

00:42:07: Der ist auch Abiturthema.

00:42:08: Wir machen alle Theater in Deutschland gerade.

00:42:11: Ist auch richtig so, weil wir wollen ja die Schulen noch unterstützen.

00:42:14: Und ja, die Kinder verstehen ja auch viel über Bilder, über Emotionen.

00:42:22: Also z.B.

00:42:22: Momo bei uns ist eine Inszenierung.

00:42:25: Jedes Kind versteht, dass es da um Außenseiter-Tum geht, um Widerstand, um Freundschaft, um Liebe.

00:42:34: Das ist schon ganz schön, dass das auch selbst, wenn man nicht die ganzen Bögen rund um die Stundenblume, die Herr Ende so geschrieben hat, versteht.

00:42:42: Man trotzdem versteht, worum es im Kern geht.

00:42:45: Wir kommen zu unserer nächsten Rubrik, die heißt Wissenswertes und dann kommst du.

00:42:50: Du ein paar Fakten über Hamburg und eine persönliche Frage.

00:42:54: Der Adventskranz wurde von evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern erfunden, um Kindern im Raunhaus in Hamburg die Wartezeit auf Weihnachten zu versinnbildlichen.

00:43:07: Wie feierst du Weihnachten?

00:43:10: Relativ klassisch mit meiner Familie und viel zu viel Geschenken, obwohl wir es uns jedes Jahr so wie alle Familien vornehmen.

00:43:17: Wir machen weniger.

00:43:19: Auch

00:43:19: weniger Essen.

00:43:20: oder immer noch die Weihnachtsgans?

00:43:22: Ich bin vegetarisch und mein Sohn auch und wir haben zwei geteiltes Essen.

00:43:28: Das heißt, es gibt zwei Ente, aber es gibt auch durchaus so Champignons, Ragu oder sowas.

00:43:36: Wir essen aber eigentlich immer das Gleiche.

00:43:38: Wir gehen immer spazieren.

00:43:39: Wir haben ein Tannenbaum.

00:43:40: Es ist ein bisschen langweilig.

00:43:42: Naja, muss ja nicht überall Drama sein, oder so.

00:43:45: Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg gilt als der erste Gitterlose Zoo der Welt und eröffnete in die USA.

00:43:52: Das Konzept von Karl Hagenbeck war revolutionär, da es die Tiere in naturnah gestalteten Freigehegen statt hinter Gittern präsentierte.

00:44:01: Welches Tier war das außergewöhnlichste, welches du je in freier Wildbahn beobachten konntest?

00:44:07: Ah, die Frage hatte ich jetzt gar nicht mehr erwartet.

00:44:10: nach der Hagenbeckfrage, zu der man ja viel sagen könnte.

00:44:14: Das Außergewöhnlichste war, als wir mit der ganzen Familie in den USA waren, hat sich uns bis auf bestimmt zehn Meter ein Berge nähert.

00:44:24: Und das war schon strange.

00:44:26: Das glaube ich.

00:44:28: Hat Hagenbeck in deiner Kindheit irgendeine Rolle gespielt?

00:44:30: Ja, total.

00:44:31: War das so einmal im Monat Sonntag?

00:44:33: Ja, ich hab's geliebt.

00:44:34: Ich hatte auch mal eine Jahreskarte für Hagenbeck.

00:44:36: Ich weiß noch, da bin ich dann sogar mit meiner kleinen Schwester allein dahin.

00:44:39: Und wir haben die Tiere gezeichnet.

00:44:42: Wir hatten so einen Block bekommen dazu mit Kohle.

00:44:45: Inzwischen hat man ja auch ein distanzierteres Verhältnis zu Hagenbeck.

00:44:49: Aber das gehört jetzt vielleicht nicht hierher.

00:44:51: Und das gehört zu deiner Jugend nun mal dazu.

00:44:55: So, die tiefste U-Bahnstation Deutschlands.

00:44:57: ist der U-Bahnhof Messerhallen in Hamburg.

00:45:00: Er liegt etwa sechsundzwanzig Meter unter der Erde und hat die längste Fahrtreppe mit einer Förderhöhe von zwanzig Metern.

00:45:08: Wie wirkt ein besonders hoher oder tiefer Ort auf dich?

00:45:13: Ich habe Höhenangst entwickelt, als Mutter irgendwann.

00:45:17: Trotzdem finde ich es ganz toll.

00:45:18: Ich gehe auf jeden Kirchturm, wenn ich eine Stadt nicht kenne.

00:45:21: Aber

00:45:21: du hättest dich fest am Gelände.

00:45:22: Ich halte mich sehr fest.

00:45:25: Und es ist ja auch ein bisschen reizvoll, mit seinen Ängsten manchmal zu spielen.

00:45:30: Das sehen wir jetzt hier auf dem Hamburger Dom.

00:45:31: Immer diese ganzen schreienden Menschen, die da in die Höhe geschleudert werden.

00:45:36: Genau.

00:45:36: Und tiefe finde ich jetzt nicht so toll.

00:45:41: Aber ich bin da.

00:45:43: relativ frei von.

00:45:44: Jetzt hast du den Dom gerade angesprochen.

00:45:46: Gehört das auch zu deiner Kindheit?

00:45:48: Ja, absolut.

00:45:48: Auch der Dom gehört zu meiner Kindheit.

00:45:51: Und auch da habe ich inzwischen ein etwas gespalteneres Verhältnis.

00:45:54: Ab bis auf Schmalzgebeck, was ich wirklich liebe, bis zum geht nicht mehr.

00:45:58: Gehe ich eigentlich ehrlich gesagt selten auf den Dom und beobachte.

00:46:01: Wir wohnen quasi

00:46:02: mehr oder weniger gegenüber.

00:46:03: Ich habe ihn ja immer vor Augen.

00:46:04: Das heißt,

00:46:04: die Töne, das Feuerwerk, die Lichter,

00:46:06: das ist

00:46:07: alles mit, ne?

00:46:07: Ja.

00:46:10: Dann gibt's ja noch eine weitere Großveranstaltung in Hamburg, Hafengeburtstag.

00:46:14: War das auch ein Thema?

00:46:15: Nee, aber das sind mir echt so für Menschen.

00:46:17: Sorry.

00:46:18: Ich halte das nicht gut aus, in so Massen zu stehen und mich drängeln zu lassen.

00:46:24: Ich find den Hafen super schön.

00:46:26: Ich mochte jetzt das Blaue ganz gerne.

00:46:28: Wie ist das?

00:46:29: Blaue Tage oder was auch

00:46:31: immer das war?

00:46:32: Ja, ich war Blurhaber, Bluport.

00:46:35: Mochte ich aber auch nur, weil man nochmal neu guckt.

00:46:39: Als Theaterfrau mag ich Beleuchtung einfach grundsätzlich gerne mit Beleuchtung spielen und die Sachen neu entdecken dadurch.

00:46:47: Das fand ich ganz schön, aber Hafengeputzer ist mir too much.

00:46:49: Treibst dich eigentlich regelmäßig aus der Stadt raus, so ein bisschen als Flucht, weil man vielleicht dann doch immer mal wieder angesprochen wird, wenn man privat sein möchte, irgendwie?

00:46:57: Und ist es dann eher Nordsee oder Ostsee oder auch die Lüneburger Heide?

00:47:01: Beides.

00:47:02: Nee,

00:47:02: beides.

00:47:03: Ich habe die Nordsee später, lieben gelernt, als Kind war man eher so Timdorfer Strand, ganz klassisch.

00:47:09: Und inzwischen, ich habe eine Freundin, die hat ein Haus in Cuxhaven.

00:47:13: Das ist

00:47:13: super, wenn man Freunde hat, die Ferienhäuser

00:47:15: haben und die an die geben.

00:47:16: Ja, das ist ganz toll.

00:47:17: Genau.

00:47:18: Und die Nordsee ist halt so rau und so eine verrückte Landschaft, also erwartet man ja auch gar nicht, dass man plötzlich in so ein Watt gerät.

00:47:27: Und wenn man das nicht kennt, glaube ich auch, ist es wirklich eine ganz, ganz, wie eine Mondlandschaft ja eigentlich.

00:47:35: Die Bücher, die du liest.

00:47:36: Behältst du die alle oder hast du eine andere Sammelleidenschaft, die wir erfahren müssten, Schmetterlinge, Briefmarken, keine Ahnung, orientalische Kaffeedosen?

00:47:45: Bei den Büchern ist es ja so, dass sie sich an einen binden oder nicht.

00:47:50: Und ich versuch unser Bücherregal.

00:47:54: Erfolglos übrigens, nicht mehr überzustrapazieren.

00:47:58: Wir hatten mal noch mehr Bücher und ich hab dann irgendwann mal gesagt, ich will das eigentlich nicht zu viele Bücher, ist auch nicht gut.

00:48:03: Was

00:48:03: ist denn zu viel bzw.

00:48:04: wieviel sind's denn ungefähr?

00:48:06: Braunat, Vierhundert?

00:48:07: Nein mehr.

00:48:08: Also so eine richtige Altbauholung.

00:48:09: Es

00:48:09: war mal so richtig, es war mal richtig so eine Wand.

00:48:12: Und dann habe ich gesagt, okay, lass uns mal ein neues Regal kaufen.

00:48:15: Und dann gehen wir dann nicht mehr rüber.

00:48:17: Aber inzwischen habe ich so Nebenregale kreiert im Flur ein kleines und in der Küche ein kleines und so.

00:48:24: Und ich versuche mich wirklich zu reduzieren und muss dann immer alle paar Jahre zu den Umzügen zum Beispiel wirklich.

00:48:32: gegen mein Gefühl Bücher auszusortieren.

00:48:35: Nun ist die spannende Frage, wie sortierst du diese Bücher?

00:48:38: Es gibt ja Leute, die sortieren das nach Farben.

00:48:40: Das traue ich dir nicht zu.

00:48:42: Ich glaube, du wirst irgendwie

00:48:43: nach

00:48:44: Themen.

00:48:45: Ich habe ein bisschen die Unterscheidung Taschenbuch und Gebundesbuch und gleichzeitig nach Themen, also gefühlsmäßig auch ein bisschen.

00:48:55: Ich habe natürlich riesig viele theoretische Bücher auch über Theater oder über Gesellschaft.

00:49:01: Und die stehen so ein bisschen zusammen.

00:49:03: Und dann habe ich die tollen, großen Romane zusammen.

00:49:07: Die älteren Romane zum Beispiel stehen auch eher zusammen.

00:49:10: Und die Neueren, das lebt so ein bisschen mein Bücherregal.

00:49:15: Du hast jetzt schon zweimal gesagt, dass du gerne singst, nicht

00:49:18: gut,

00:49:19: treibt sich trotzdem meine Karo Ukebar.

00:49:22: Ja, da schieh mich mich ein bisschen, aber ich war schon da.

00:49:25: Und das war schön.

00:49:26: Für was schämst du dich denn noch, was wir erfahren müssten?

00:49:29: Also zu Neudeutsch, sagt man ja, gilt die Pleasures.

00:49:33: Bist du heimlich Fan von gute Zeiten, schlechte Zeiten oder?

00:49:39: Nee, das habe ich gar nicht.

00:49:40: Ich bin beim Fernsehen sehr picky.

00:49:43: Da gucke ich dann manchmal eher den Tatort.

00:49:45: Aber da muss man sehen... Oder

00:49:46: ist aber sehr deutsch, ne?

00:49:47: Ja, das ist sehr deutsch.

00:49:50: Gibt's da ein Lieblingstatort?

00:49:51: Das entspannt mich wahnsinnig.

00:49:54: Nö, die Alten.

00:49:56: So Köln und München finde ich immer noch die, wenn die Rentner da ermitteln, das finde ich schon toll.

00:50:01: Die Rentner, das hört Jan Josef Liefers bestimmt gerne

00:50:04: in Münster.

00:50:05: Der ist ja noch nicht Rentner.

00:50:06: Der ist ja auch nicht Köln und München.

00:50:08: Ja,

00:50:08: ja, ja.

00:50:09: Okay, aber die alten gehören ja da auch schon zu.

00:50:12: Aber ja, Dietmar, naja, also ich finde Dietmar Berg kann noch

00:50:15: mischen in Köln.

00:50:15: Berg kann noch ein bisschen arbeiten, finde ich auch.

00:50:17: Ja.

00:50:18: Tu ich auch.

00:50:19: Gibt es eigentlich, wenn wir gerade über Fernsehen sprechen und du da dort guckst, Da gibt es ja doch schon zumindest in dem Hochkulturbereich noch eine klare Trennung zwischen Fernsehen und Theater.

00:50:29: Verspürst du trotzdem mal den Hang aus populären Gründen möglicherweise doch noch mal einen Fernsehstar zu begeistern oder gehst du da streng immer noch nach der Regel Theater oder Fernsehen?

00:50:43: Beides ist immer schwierig.

00:50:46: Also... Ich gucke wirklich zu wenig fern.

00:50:50: Ich kenne die ganz oft auch nicht die Fernsehstars, aber ich hätte da null Berührungsängste.

00:50:56: Ich glaube, dass viele Menschen sich erfreuen würden, wenn es Menschen sind, die gut auf der Bühne stehen.

00:51:01: Das ist ja doch ein Unterschied.

00:51:03: Es gibt doch richtige Filmschauspielerinnen und solche des Theaters.

00:51:09: Und dann gibt es wirklich die Könn-Beides.

00:51:11: Und das finde ich phänomenal und toll.

00:51:13: So Charlie Hübner oder ... Also gibt es einige, die beides können.

00:51:18: Und das ist auch ganz schön.

00:51:20: Der Corona-Haffo spielt ja zum Beispiel bei mir, weil ich es schon so lange kenne.

00:51:24: Und das soll auch so bleiben.

00:51:26: Und die kann ja auch beides ganz toll.

00:51:29: Unbedingt.

00:51:30: Gibt es Theaterstädte, die dich besonders inspirieren?

00:51:34: Also zieht es dich schnell nach London oder?

00:51:38: Was ist so dein Ort hier in Europa oder in Amerika oder wo auch immer?

00:51:43: Ja, das mit sich, weil du das sagst London.

00:51:45: Ich habe gerade gedacht, von ein paar Tagen, dass ich mal wieder nach London müsste, weil die Londoner ja was hinkriegen.

00:51:52: Die kriegen ja so ein Hype auf ein Stück zum Beispiel super gut hindern.

00:51:55: Ist das ein Jahr lang ausverkauft.

00:51:58: Ich frag mich immer, wie die Nöte da so sind, weil es gibt natürlich nicht nur Hypes.

00:52:02: Aber ich finde an London so toll, dass die Theater so leben.

00:52:05: Die haben meistens einen Show.

00:52:06: Also das National zum Beispiel hat einen Super-Shop, einen Super-Restaurant, einen Super-Café.

00:52:11: Die beleben das auf so eine gute Art und Weise.

00:52:13: Insofern ist London wirklich ein gutes Beispiel.

00:52:17: Ich war eine Weile in Seoul viel, weil wir so eine Co-Produktion über vier Jahre hatten mit einem deutschen Theater.

00:52:23: Und da hat mich auch der Umgang mit der Immobilietheater total fasziniert, diese Öffnung.

00:52:29: Die können sich das gar nicht leisten, dass dann eine Immobilie den ganzen Tag über verschlossen ist.

00:52:34: Die nutzen die immer auch für andere Dinge, auch für Proben, aber auch für Publikum wird es geöffnet.

00:52:38: Das heißt, es gibt demnächst einen Co-Working-Spaces, einen Talier oder eine Kita?

00:52:42: Ja, hätte ich wirklich, wirklich gern.

00:52:45: Ist gar nicht so einfach am Talier, aber das füllt Bände.

00:52:48: Trotzdem haben wir darüber schon viel gesprochen.

00:52:50: Ja.

00:52:52: Wo zieht es dich denn sonst so hin?

00:52:54: Mal jetzt abgesehen von irgendwelchen beruflichen Gründen.

00:52:57: Gibt es einen Sehnsuchtsort?

00:52:59: außerhalb von Hamburg.

00:53:01: Na ja, also die Landstriche, die es so gibt zwischen den extremen Alpen und mehr, aber auch dem Plattenland.

00:53:12: Also alles an Natur finde ich eigentlich toll und auch da bin ich ein bisschen... Langweilig, ich finde Italien einfach immer noch das Land, wo ich mich so wohlfühle.

00:53:26: Ja, aber es ist jetzt nicht so exotisch.

00:53:30: Ich überlege, ob ich dies ja nach Afrika fahre.

00:53:32: Und das ist mal ganz neu.

00:53:34: Ich bin eigentlich keine Fernreisende oder wenig Fernreisend, weil ich so eine Kindheitssehnsucht nach Afrika habe, immer schon.

00:53:42: Das

00:53:42: sind wir wieder bei Hagenbeck.

00:53:44: Das sind wir wieder bei Hagenbeck, genau.

00:53:46: Und ja, das ist ja interessant, weil wir ja so groß geworden sind, immer wieder mit Serien oder so, die in Afrika gespielt haben.

00:53:54: Und gleichzeitig ist es aber auch eine Sehnsucht, glaube ich, natürlich nach so, weiß ich nicht, einem Land, was ganz anders ist als unseres.

00:54:06: Wir sind leider schon am Ende unseres Gesprächs und es gibt zwei Fragen.

00:54:10: Die sind noch offen.

00:54:12: Die müssen wir jetzt besprechen.

00:54:13: Wo siehst du dich in fünf Jahren?

00:54:15: In fünf Jahren sehe ich mich am Teller Theater.

00:54:17: Ja.

00:54:18: Und in Hamburg in einer dann größeren Wohnung, weil mein Mann dann nachgezogen ist.

00:54:25: Und hoffentlich noch immer mit vielen Teilen aus dem Ensemble und meiner Dramaturgie und so.

00:54:32: Man darf ja meist keine Wünsche entwickeln, was den Wohnort hier in Hamburg angeht.

00:54:36: Man kann ja immer froh sein, wenn man dann die Größe der Wohnung hat.

00:54:39: Aber würdest du mit deinem Mann dann gerne weiterhin im Karofittelwohnen bleiben?

00:54:43: Oder beschäftigst du dich schon mit der Idee, dann vielleicht doch in bürgerlichere Gegenden zu ziehen?

00:54:50: Ach nee, ich finde, das fordert einen heraus.

00:54:52: Ich muss nicht in bürgerlichere Gegenden.

00:54:54: Ich finde Karofittel toll.

00:54:56: Ich finde auch Altona toll.

00:54:57: Ich würde auch Altona neu entdecken und so.

00:55:01: Aber ich bin auch offen für ganz verrückte Sachen.

00:55:04: Rotmux-Orte oder sowas.

00:55:06: Also

00:55:07: anders als bürgerlich jedenfalls.

00:55:09: Nee, ich finde tatsächlich so Grenzbereiche interessant, wenn Handwerksbetrieb im Hinterhof ist oder die Elbe in Sichtweite wäre.

00:55:17: Auch nicht ganz schlecht.

00:55:19: Wo siehst du Hamburg in fünf Jahren?

00:55:22: Also in Hamburg, in fünf Jahren, trete ich vor das Taliertheater und sehe das Haus der digitalen Welt.

00:55:28: noch nicht ganz fertig, aber hoffentlich schon erahnbar.

00:55:33: Da lachen dann immer alle, wenn ich das sage.

00:55:35: Aber manchmal klappt das ja auch mit den, zwanzig dreißig ist es dann soweit.

00:55:41: Liebe Sonja Anders, ich finde, das Gespräch hat alles das gehabt, was ein gutes Theaterstück haben muss oder ein gutes Theaterprogramm.

00:55:49: In diesem Sinne folgt nun der Schlussapplaus.

00:55:51: Ich bedanke mich recht herzlich und sage Ahoi.

00:55:54: Vielen Dank auch zurück.

00:55:57: Das war gute Leute.

00:55:59: Das

00:55:59: Hamburg-Gespräch mit Lars Meier.

00:56:02: Von der gute Leudefabrik, der Szene Hamburg und dem Zeitverlag.

00:56:06: Folgt dem Hamburg-Gespräch als Podcast auf allen bekannten Streaming-Plattformen.

00:56:11: Jeden zweiten Montag neu.

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