Johannes Hegemann bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"
Shownotes
In „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ mit Lars Meier spricht Schauspieler und Tänzer Johannes Hegemann über seinen Weg von Jena über Zürich nach Hamburg – und darüber, warum er bis heute nie ganz das Gefühl hatte, irgendwo endgültig anzukommen. Er erzählt, weshalb für ihn weniger die Orte als die Menschen entscheidend sind, wie ihn seine Kindheitserinnerungen in Jena prägen und welche Erfahrungen in Zürich seinen Blick auf Kunst und Leben beeinflusst haben. Johannes berichtet, warum ihn Flohmärkte magisch anziehen und welchen Wert Subkultur für ihn als Künstler hat. Außerdem erzählt er, wie Hertha BSC seine Sportleidenschaft dominiert, was ihn im künstlerischen Arbeiten antreibt und was er sich für Hamburgs Zukunft wünscht.
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00:00:02: Ich finde, in Hamburg ist ja auch Kultur, aber du hast jetzt eher so Hochkulturorte aufgezählt mit Theater und Opa und ich mag halt einfach auch die Musikclub- und Barkultur auf St.
00:00:16: Pauli und hier in der Chance und dieses bisschen raffer Punk, diese punkdreckige, etwas punkige Seite von Hamburg, die ich irgendwie zu der ich überhaupt nicht Teil bin oder so, das will ich gar nicht sagen.
00:00:29: Ich gehöre jetzt den Hochkulturschnöseln vom Taliertheater oder gehörte.
00:00:33: Aber ich fühl mich da total wohl, ich mag das.
00:00:38: Für mich war immer in Hamburg die Repa-Bahn so ein bisschen mysteriös, aber auch kein Ort, wo es mich so hingezogen hat.
00:00:43: Ich war immer so ein bisschen, ja, das ist halt so ein bisschen ballermannmäßig, so die Ecke, da kommen die ganzen Saftouris hin.
00:00:48: Oder es ist halt richtig krass, so Elbschlosskeller, Handschuhe, wo die wirklich die krassesten Schnapsleichen rumhängen.
00:00:55: Mittlerweile habe ich jetzt so ein Gefühl auch für dieses Lebensgefühl und die Herzlichkeit vor allem auch an dieser, ja, von dieser, was da von Olivia Jones auch ausgeht und wofür sie sich überall engagiert auch auf dem Kids und so, ja.
00:01:11: Ich dachte so fünf Jahre sind ja eigentlich für eine so eine Stadt keine Zeitspanne.
00:01:15: und dann dachte ich, aber ich bin jetzt genau seit fünf und ein halb Jahren in Hamburg und ich habe das Gefühl, Hamburg hat sich seitdem auch ein bisschen verändert und auch ein bisschen in so eine Richtung.
00:01:27: Was schlechter wird ist, wenn Subkultur und so glatt gebügelt wird und ausstirbt.
00:01:33: Und ich habe das Gefühl und ich hoffe für Hamburg in fünf Jahren, dass ich in fünf Jahren nicht sagen muss, ah, vor fünf Jahren war das aber noch besser.
00:01:40: Und jetzt gerade würde ich sagen, als ich hier herkam, gab es viel mehr noch Orte, nicht zuletzt hier, wo jetzt hier nicht Sternbrücke, wie heißt das, doch Sternbrücke, da mit den Clubs Wagenbau und so.
00:01:51: Das ist jetzt aber nur so ein Beispiel und ich hoffe in fünf Jahren in Hamburg, dass Hamburg mindestens so stabil, subkulturell ist, wie es jetzt auch ist.
00:02:00: Vielleicht sogar
00:02:01: mehr.
00:02:34: Du wurdest in Zürich aufgewachsen und lebst heute in Hamburg.
00:02:39: Nach deiner Schauspielausbildung in Zürich und Rostock bist du seit Jahrzehnte in Hamburg gewesen.
00:02:47: Seit letztem Jahr nicht mehr, zwanzig, zweinzwanzig, wurdest du mit dem Boykobart-Preis ausgezeichnet und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und gab's ... ... und
00:03:08: gab's ... Sowohl als auch.
00:03:10: Oder besser gesagt, ich weiß es nicht, weil ich mag Hamburg.
00:03:13: Du bist jung, du bist wild, du bist Schauspieler, da bist du immer rastlos unterwegs.
00:03:17: Ich habe das Gefühl, noch nie so richtig in meinem Leben gehabt, glaube ich, dass ich an einem Ort so jetzt bin ich hier, jetzt bleibe ich hier.
00:03:24: Ich weiß nicht, ob ich das jemals haben werde.
00:03:25: Das stört mich aber auch nicht, dass ich das bis jetzt nicht hatte.
00:03:27: Ich kann es aber nicht sagen.
00:03:28: Ich bin gerne in Hamburg.
00:03:30: Ich mag Hamburg sehr.
00:03:31: Was würde
00:03:32: denn dafür sprechen, dass du sehr lange hier bleibst?
00:03:35: Jetzt hast du ja kein festes Theater-Engagement hier mehr, aber es ist ja auch so, dass es für Schauspieler eigentlich erst mal relativ egal ist, wo sie wohnen, für die Arbeit zumindest.
00:03:44: Ja, das stimmt und ich wollte jetzt auch hier bleiben, weil ich hier gute Freunde habe und es geht immer um die Menschen, glaube ich.
00:03:53: Also ich mag auch Hamburg als Ort, aber es geht mir immer um die Menschen, mit denen ich zusammen treffe, mit denen ich zusammen bin, mit denen ich mein Leben irgendwie teile und verbringe und das passt gerade ganz gut hier und deswegen fühle ich mich hier ganz wohl.
00:04:04: Wenn du einen Koffer packen müsstest, mit drei Erinnerungen aus jeweils diesen Städten, was würdest du da reinpacken?
00:04:10: Also Jena, Zürich, Hamburg.
00:04:13: Müssen die Sachen in den, also Erinnerungen oder?
00:04:16: Ja, Erinnerungen.
00:04:17: Dann Erinnerungen aus Zürich, Sommer am See und an der Limat, das ist der Fluss da, und Sommernächte, aus Rostock, meinen Schauspieljahrgang, also an der Schauspielschule da, die Leute.
00:04:32: die bis heute noch viele davon meine Freunde sind.
00:04:35: Und die Erinnerung an Hamburg ist bis jetzt, so würde ich reinpacken, der Flair dieser Stadt auch im Sommer, dieses Aufregende hier.
00:04:47: Das
00:04:47: bist du ja nicht lange in Jena gewesen.
00:04:49: Hast du trotzdem irgendwie, also kriegst du Herzrasen, wenn du in die Nähe von Jena kommst oder wenn du an Ort schildest?
00:04:56: Keine Ahnung, Jena, hundert, neun, zwanzig Kilometer Christian Herzrasen, oder hast du da so gar nicht so ein Gefühl von Herkunft?
00:05:04: Doch, doch, weil das so meine frühsten Kindheitserinnerungen irgendwie sind.
00:05:07: Und ich war auch sieben Jahre in Jena, oder?
00:05:09: Und das stimmt nicht sechs Jahre.
00:05:11: Und deswegen habe ich schon so meine ganze Kindergartenzeit und so.
00:05:15: Und ja, doch, wenn ich in Jena bin oder Jena Paradies an dem Warnhof auch mal nur vorbei fahre, dann kommen schon viele Bilder hoch und viele Erinnerungen und ich habe schon Gefühl zu Jena auf jeden Fall.
00:05:27: Jetzt ist ja Jena und Zürich auch städtebaulich schon ein großer Unterschied auch von der Finanzkraft und noch von vielen anderen Dingen.
00:05:35: Hast du das jetzt im Nachhinein das Gefühl, dass sich das schon irgendwie auch verändert hat, dieser neue Umgang dann in Zürich?
00:05:45: Bestimmt.
00:05:46: Ich weiß nicht wie ich geworden wäre, wenn ich meine ganze Jugend in Jena verbracht hätte und dort komplett.
00:05:50: Aufgewachsen wäre.
00:05:51: aber bestimmt hat Zürich mich geprägt und die Menschen, die ich da getroffen habe und die Erfahrungen, die ich da gemacht habe, ganz klar.
00:05:56: Aber ich weiß ja nicht, wie es anders gewesen
00:05:58: wäre.
00:05:59: Das ist wohl wahr.
00:06:00: Was wir aber wissen, ist, dass du Lieblinge hast.
00:06:02: Da sind wir ganz sicher.
00:06:04: Und das ist unsere Schnellfragerunde.
00:06:06: Und da kommen wir jetzt hin.
00:06:07: Was ist dein Lieblingsmarkt in Hamburg?
00:06:10: Das ist, ich würde sagen, ein Flohmarkt.
00:06:13: Und da gibt es einige Schöne, aber ich nehme mal den Schanzenflohmarkt.
00:06:18: Was suchst du denn dann da immer so?
00:06:20: Ich suche gar nichts,
00:06:21: ich komme einfach und gucke dann.
00:06:23: Und ich interessiere mich total für Kameras, obwohl ich selten eine kaufe, aber ich gucke dann gerne so analoge Kameras.
00:06:31: Ich mag diese Stände, ich mag aber auch Schmuckstände und manchmal auch Klamottenstände.
00:06:34: Ich platte, wenn es
00:06:36: gute Platte gibt.
00:06:37: Also relativ wahllos.
00:06:38: Völlig.
00:06:41: Was ist dein Lieblingsort am Wasser in Hamburg?
00:06:44: Das ist, weil ich auch gerne ins Wasser gehe, die Doveelbe.
00:06:49: Was ist dein Lieblingsgeheimtipp in Hamburg, der nun kein
00:06:53: Geheimtipp mehr sein wird?
00:06:54: Es wird gar nicht so einfach.
00:06:55: Ich würde sagen, es gibt nämlich auch wieder einen Flohmarkt, einen Bücherflohmarkt in der Zentralbibliothek.
00:07:00: Der ist, ich weiß gar nicht, wie oft, ab und zu.
00:07:02: Und da gibt es ganz viele Bücher für sehr faire Preise und ich mag das irgendwie da zu stöbern und zu sein.
00:07:09: Was ist dein Lieblingsort für Livemusik in Hamburg?
00:07:12: Uff, da gibt es so viele.
00:07:14: Ich glaube, ich habe im Hafenklang aber auch Im grünen Spanisch habe ich schon viele gute Konzerte gesehen.
00:07:21: Das kann ich mich nicht auf einen festlegen.
00:07:23: Auch große Freiheit natürlich.
00:07:26: Gibt es viele.
00:07:27: Was ist dein Lieblingsrestaurant in Hamburg?
00:07:29: Das ist das Maréas.
00:07:31: Das ist so ein Portugieses-Spanischer Tapas-Laden bei mir um die Ecke.
00:07:35: Und da kann man schön draußen sitzen im Sommer und die haben sehr, sehr gute Tapas.
00:07:42: Ja, du bist als... Junge Künstler in Hamburg angekommen, was war für dich die größte Umstellung kulturell oder persönlich?
00:07:51: Dass ich nicht mehr meine, dass ich aus diesem sektenmäßigen Schauspielschulbetrieb ausgebrochen bin.
00:07:59: Und auf einmal in dieser Erwachsenenwelt so angekommen bin, auch wenn es ein Theater war, wo jetzt nicht der Spießistort, aber es war krass, wo ich Geld verdient und hatte so einen Job.
00:08:10: Und Kollegen, die ... Das war der erste Schritt so als Profi dann halt hier.
00:08:23: Und das war schon eine große Umstellung, was ganz anderes als das Mikrokosmos-Schauspielschule, den ich in Rostock davor hatte, der wunderschön war, aber auch komplette Parallelwelt für sich ist.
00:08:35: Jetzt ist es ja so, dass das Talia einen wirklich tollen Ruf im Schauspielbereich hat.
00:08:40: Wie sehr hast du irgendwann auch gespürt, dass das Talia schon auch ein Ort ist, der in Hamburg selber auch total angesehen ist?
00:08:50: Taliya, es ist jetzt nicht wie bei Burgschauspieler in Wien, nehm ich mal an, dass die Leute alle einen Knicks vor dir machen oder eine Verbeugung.
00:08:57: Das ist mir nicht passiert.
00:08:58: Aber hat man das irgendwie gespürt, dass schon auch ein bisschen was Besonderes ist?
00:09:02: Ja, also weil alle das Taliya kennen oder ich war so ganz oft, auch wenn ich Leute irgendwo, wenn ich in einer Bar war oder so und irgendwie mit Leuten ins Gespräch gekommen bin und gesagt habe, ich bin am Taliya, da waren immer alle halb bisschen viel zu jung dafür.
00:09:15: Und dann habe ich gesagt, ja, weiß ich nicht, aber ich bin da jetzt.
00:09:19: Das war die andere Frage, ob ich auch im Großenhaus spiele oder nur in der Gaustrasse, weil viele immer denken, das sind zwei verschiedene Theater und man muss sich das so arbeiten, auch im Großenhaus zu spielen.
00:09:29: Aber ich hab von Anfang an natürlich, also man spielt überall.
00:09:32: Und dann gab's ganz viele, die gesagt haben, Atalia, kenn ich, toll, ich war noch nie da.
00:09:36: Oder ich musste einmal in der Schule, wurde ich dahin gezwungen.
00:09:39: Also alle haben so ein totales ... Oh, Atalia ist was ganz Besonderes, das stimmt.
00:09:42: Das merkt man schnell in Hamburg, dass jeder dazu irgendeine Beziehung hat.
00:09:48: Bevor es hier gleich weitergeht, mache ich gerne Werbung für unseren Kooperationspartner die Zeit.
00:09:53: Mein Arbeitstag beginnt mit der Elbvertiefung dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.
00:09:58: Alle wichtigen Infos rund um Hamburg gibt es auf www.zeit.de.
00:10:02: Elbvertiefung oder von Montags bis Samstags um sechs Uhr im E-Mail-Postfach.
00:10:08: oder ganz neu der Zeit Hamburg Elbvertiefungspodcast zum Wochenende.
00:10:12: Hört mal rein!
00:10:16: Gibt es so Plätze oder Orte, die du mit dieser Anfangszeit, das ist ja jetzt auch nicht dreißig Jahre her, aber die du da vor allen Dingen mit in Verbindung bringst?
00:10:26: Ja, also ich hatte mein erstes WG-Zimmer in hohe Luft, in diesem Generalsviertel.
00:10:33: Und diese Straßen, also da habe ich das erste Jahr... Da
00:10:36: wohnt ja das ganze Publikum vom Talier, oder?
00:10:38: Genau, da
00:10:38: wohnt das ganze Bildungsbürgertum.
00:10:40: Also wenn sie nicht in Eppendorf wohnen oder in Blankenese, dann waren sie dort.
00:10:43: Es war halt dann, ich hab ja ... ... im Sommer angefangen und danach war ja dieser ewig lange ... ... zweite Lockdown diesen ganzen Winter und ich bin ... ... bestimmt dreihundertfünfzigtausendmal ... ... am Isobeekanal entlang spaziert ... ... und hatte halt auch wenig, also abgesehen von den Leuten ... ... am Talier hatte ich ja kaum Kontakte irgendwie in Hamburg ... ... und sehr viel Zeit gezwungenermaßen dann, weil alles dicht war ... ... aber auch nicht die Chance die Stadt so richtig kennen zu lernen, weil eben auch ... alle kulturellen Orte und so zu hatten.
00:11:13: und dann bin ich einfach wahnsinnig lange durch Hamburg gelaufen und der Ausgangspunkt war halt immer dieses Generalsviertel und darum diese Straße, die verbinde ich irgendwie mit meiner Anfangszeit in Hamburg.
00:11:23: Sind das heute andere Plätze sozusagen?
00:11:26: Also hast du wirklich romantische Gefühle, wenn du in Richtung hohe Luft gehst oder bist du da eigentlich immer noch?
00:11:33: Nee.
00:11:34: Ich hab da jetzt wirklich so Gefühle von, guck mal krass, da war ich, als ich noch klein war.
00:11:38: Vor fünf Jahren.
00:11:39: Vor fünf Jahren, ja.
00:11:40: Vor dreißig Jahren.
00:11:42: Da hab ich angefangen, das, diese Gefühle hab ich da, aber mittlerweile halte ich mich da selten auf, weil ich da jetzt nicht mehr wohne und weil ich da sonst auch nicht so viele zu tun hab irgendwie.
00:11:51: Jetzt sind meine Orte eher auf St.
00:11:53: Pauli und in der Schanze und in Altona und ja.
00:11:58: Wie hast du denn Issamer Hamburg aus der Ferne erst mal betrachtet?
00:12:03: Rostock, da bist du der ganze Sache ja schon näher gekommen.
00:12:06: Möglicherweise bist du auch am Wochenende hier mal hergefahren, um entweder ins Theater zu gehen oder vielleicht auf der Reeperbahn irgendeinen Club zu besuchen.
00:12:12: Sicherlich
00:12:12: nicht.
00:12:13: Gar nicht?
00:12:13: Dass
00:12:13: es immer so, in Rostock gibt es immer, also klar, man kann nach Hamburg fahren oder nach Berlin und ich muss
00:12:18: immer nach Berlin fahren.
00:12:20: Schön berghain.
00:12:21: Ich war noch nie in Berghain.
00:12:22: Ehrlich?
00:12:22: Ich kann mich immer auch.
00:12:23: Ja, ich hab total, also ich hab ja, ich werde es vielleicht noch hinkriegen.
00:12:27: Aber ich war nie
00:12:27: so... Ja, das wird ja noch eine Weile aufhaben.
00:12:29: Ich gehe
00:12:29: auch gar nicht so oft feiern.
00:12:30: Ich bin gar nicht so der
00:12:31: super
00:12:32: Techno.
00:12:33: Manchmal schon, ich mag es auch sehr gerne, aber ich war noch nicht im Bergen.
00:12:37: Es hat sich früher was, aber auch nicht so ein Ziel von mir.
00:12:39: Es ist bis heute auch nicht.
00:12:40: Aber wenn es passiert, sehr gerne.
00:12:42: Aber
00:12:42: aus der Ferne betrachtet, was hattest du für eine Idee von Hamburg?
00:12:46: Was kommt da auf dich zu?
00:12:50: Von der Stadt nicht so wirklich.
00:12:52: Und vom Talier, das kannte ich natürlich auch schon während der Schauspielschule.
00:12:56: ein großes Haus.
00:12:58: vielleicht in meinen Künstenträumen gedacht, dass ich da lande, aber auch nur in den Allerkünsten.
00:13:03: Ich habe nicht damit gerechnet an so einem Haus.
00:13:05: Und dann war die Entscheidung, weil ich hatte tatsächlich auch ein Angebot von einem Berliner Theater und habe mich für Hamburg oder für Stalier entschieden, weil ich da zwar so ein Bauchgefühl nach dem Vorsprechen an beiden Häusern, da waren andere Wärme und ein anderes Miteinander oder irgendwas familiäres.
00:13:20: Und irgendwie war die, es war nur so eine Kleinigkeit, wo ich dachte, das Theater passt vielleicht irgendwie besser zu mir.
00:13:26: Und vielleicht ist es auch nicht ganz so überfordernd, wie wenn ich jetzt in so ein Berliner Theater gehe und dann, ich weiß nicht, kannst du nicht sagen, warum?
00:13:34: Weil ich habe mich für Hamburg entschieden und zwar ein bisschen blind flug, weil ich Berlin eigentlich viel besser kannte.
00:13:39: Aber es wurde Hamburg und ich habe es glaube ich, also ich habe es mir bereut.
00:13:43: Bist du denn jemand, der jetzt so in den letzten Jahren auch mal quer durch die Stadt gestriffen ist und geguckt hat, wie Hamburg sonst so aussieht?
00:13:50: Oder bist du eher jemand, so wie ich zum Beispiel, der einen sehr kleinen Bewegungsradius hat?
00:13:56: Ich hab dadurch, dass ich so ein Hobby hab, ich schieße immer so Schnäppchen, versuche ich auf Ebay-Kleinern zeigen.
00:14:03: Also eigentlich alle meine Möbel und so sind irgendwie so alte Möbel von Ebay-Kleinern zeigen.
00:14:08: Und dann komme ich deswegen, weil ich dir natürlich auch immer abholen gehe.
00:14:14: Und dann fährst du nach Wohnbüttel oder Haarburg oder wie auch immer.
00:14:18: Genau, und Sassel und wo auch immer.
00:14:21: Und dann daher kenne ich diese Orte so ein bisschen vom Seen.
00:14:24: vom Durchfahren, vom Schleppen, aber sonst bin ich schon eher in meinem eigenen Radius westlich der Elbe unterwegs.
00:14:34: Mal abseits von Kultur, was für eine Bedeutung hat Hamburg denn sonst so für dich?
00:14:40: Also ich sag mal, also mich erschlägt ja immer das Kulturangebot und ich finde es so toll an einer Großstadt, dass man theoretisch einfach fabelhaftes Theater gucken kann, die Wahl hast, wunderbares Tanztheater auf Kampenagel zu sehen, wer es mag, oder in die Oper, vielleicht demnächst in eine neue Oper, wie auch immer.
00:14:59: Aber Hamburg hat ja noch viel mehr zu bieten.
00:15:01: Was nutzt du denn?
00:15:03: Bist du im Miniaturwunderland schon gewesen?
00:15:05: Oder
00:15:06: hast du eine geschichtsträchtige Tour durch die Speicherstadt gemacht?
00:15:09: Oder warst du schon im Polizeimuseum?
00:15:12: Da war ich noch nicht, aber ich mache immer so diese typischen... Gibt's ein Polizeimuseum?
00:15:16: Ja, es gibt ein Polizeimuseum.
00:15:18: Ich mache immer so diese typischen Turidinger, mache ich immer, wenn ich Besuch kriege.
00:15:21: Und neulich waren ein entfernter Onkel und seine Frau und die waren gesagt, die sind jetzt in Hamburg und die hatten sich Tickets fürs Miniaturwunderland.
00:15:32: gekauft und dann haben sie mich durch mitkommen will und dachte ja das mache ich doch auch mal.
00:15:36: und sonst ich mache immer so wenn wenn ich besuche habe oder leute nach hamburg kommen die dann die kommen dann immer auf die ideen diese ganzen touri spots abzuklappern und darum und ansonsten ich finde halt in hamburg.
00:15:48: also ist ja auch kultur.
00:15:49: aber du hast jetzt eher so hochkultur orte aufgezählt mit theater und und opa und ich mag halt einfach auch Die Musikclub und Barkultur auf St.
00:16:01: Pauli und hier in der Chance und dieses bisschen raffer Punk, diese punkdreckige, etwas punkige Seite von Hamburg, die ich irgendwie... zu der ich überhaupt nicht Teil bin oder so, das will ich gar nicht sagen.
00:16:14: Ich gehöre jetzt den nochkulturschnöseln vom Talierteater oder Gehörte.
00:16:18: Aber ich fühle mich da total wohl.
00:16:19: Ich mag das und da... Wo kommt
00:16:21: denn diese Punkwurzel her?
00:16:22: Also bei mir ist es ein bisschen glaubwürdig durch eben Herkunft Hannover.
00:16:26: Da ist ja eine Menge passiert und tatsächlich bin ich großer Fan von Punkmusik gewesen.
00:16:30: Jetzt bist du in dem Jahr neunzehntzeixundneunzig geboren.
00:16:33: Da hat man schon nicht mehr darüber über die Frage philosophiert.
00:16:37: ob Punk tot ist, das war ja eine Frage, die auf Englisch immer wieder gestellt wurde.
00:16:41: Und dann gab es als Antwort Punk's Not Dead.
00:16:44: War das in Zürich etwa, dass du mit Punk-Musik in Berührung gekommen bist?
00:16:47: Ja, weil man auch in Zürich tatsächlich die Ärzte hören konnte.
00:16:52: Und das war so tatsächlich meine erste CD, glaube ich, so richtig.
00:16:55: Vielleicht war auch die erste Tokyo Hotel, das weiß ich nicht mehr, ob ich erzählte.
00:16:59: Oh, die beiden Bands in einem Sack?
00:17:00: Ja,
00:17:01: ich weiß.
00:17:01: Oh, da weiß ich aber, wem jetzt die Ohren
00:17:03: explodieren.
00:17:03: Zu mir leid, aber das ist halt die ehrliche.
00:17:06: Ich weiß auch nicht mehr, was zuerst.
00:17:07: Ich hatte auf jeden Fall auch eine Tokyo Hotel CD, aber ich hatte, glaube ich, meine erste CD war eine Erzeplatte.
00:17:12: Und die habe ich auch rauf und runter gehört und meine Ehre zu retten.
00:17:14: Ich habe viel mehr Erze gehört als Tokyo Hotel.
00:17:17: Und vielleicht kommt daher so ein... dass ich irgendwie das schon immer gerne mochte.
00:17:23: Und ich bin tatsächlich meine erste Begegnung richtig mit Theater.
00:17:27: Meine erste Sozialisierung ging bei mir relativ spät los, so ein Jahr vom Abi mit siebzehn rum.
00:17:32: Da habe ich eigentlich in so einer Theatergruppe, in so einem besetzten Haus, auch so was gibt es in Zürich, gegründet hatten oder dort irgendwie ihre Wurzeln hatten.
00:17:41: Und damals gibt es nicht mehr das besetzte Kochareal.
00:17:45: Und da hab ich mich dann manchmal so aufgehalten und eigentlich bin ich da mit dieser Theatergruppe so in Berührung gekommen und da liefen dann auch immer abends mal irgendwelche absurd verkreckten, schäbigen Punk-Bands rum und dann sind halt alle dazu abgegangen.
00:18:00: Ja, also lustigerweise ging da so mein Theatersozialisation mit so einer Punkzeit auch zusammen oder einher.
00:18:08: Das wäre meine nächste Frage gewesen.
00:18:10: Wo liegen denn jetzt seine Wurzeln in Richtung Schauspielerei?
00:18:14: Hast du mit den Eltern vom Fernseher gesessen und gedacht, ich will nicht Moderator werden?
00:18:21: Was weiß ich, Thomas Gottschalk?
00:18:22: Ich
00:18:22: wollte Kommentator werden.
00:18:24: Fußball-Kommentator, ganz lange.
00:18:25: Ich wollte wirklich
00:18:26: nie Fußball.
00:18:27: Ja,
00:18:28: ich hatte auch total das Talent.
00:18:29: Ich kannte supergut.
00:18:30: Ich habe als Kind immer im Garten mit meinem Ball rumgerannt und habe eigentlich nur vor mich hin kommentiert die ganze Zeit.
00:18:36: Ich glaube, ich kann wirklich extrem gut.
00:18:37: Ich könnte Fußball-Spiele kommentieren oder so.
00:18:39: Diese Sportschau-Schnippel, diese sechs, sieben Minuten-Dinger.
00:18:43: Das habe ich geliebt.
00:18:44: Und ich habe Fußball gespielt als Kind.
00:18:45: Ich wollte wirklich nie Fußball-Profi werden.
00:18:47: Weil ich wollte immer Fußball-Kommentator werden.
00:18:51: Und ich weiß nicht, dass mit Schauspiel, ja, ich komme ja aus so einem sehr bildungsbürgerlichen Haushalt und meine Mutter war auch schon immer so eine begeisterte Theatergängerin im Stadttheater da am Schauspielhaus Zürich und das habe ich irgendwie auch alles da so mitbekommen.
00:19:05: Es hat mich aber immer so ein bisschen nicht so sehr interessiert.
00:19:11: Und dann habe ich aber irgendwie immer mal wieder so ... Mal in so einem Schultheater auch mitgemacht, fand ich super, aber dann war es auch nicht weiter verfolgt.
00:19:20: Ich habe sowieso nie irgendwas verfolgt in meinem Leben.
00:19:23: Ich hatte eigentlich nie für irgendwas einen Plan und dachte, das ist jetzt mein Ding.
00:19:27: Und dann habe ich aber nochmal mit siebzehn angefangen, in so einer Theatergruppe zu spielen.
00:19:32: Und dann habe ich Abi gemacht und dann war irgendwie so, okay, jetzt kann es ja in irgendeine Richtung gehen.
00:19:37: Ich kann jetzt machen, was ich will.
00:19:39: Und dann wurde es irgendwie Schauspiel, aber nie mit dem Gedanken, euch will Films da werden.
00:19:44: Aber da muss
00:19:44: ja mal jemand gewesen sein, ein Lehrer oder so, der gesagt hat, Johannes, macht das weiter.
00:19:50: Da läuft man ja nicht so orientierungslos durch die Gegend, wie du es gerade schilderst, sondern es gibt ja immer Leute, die einen dann vielleicht auch in der richtigen Stelle bestärken, oder?
00:19:58: Ja,
00:19:58: ich hab auch total viel Bestätigung erfahren darüber.
00:20:01: Ich hab dann gemerkt, dass das was ist, was ich irgendwie gut kann, was mir mega krass Spaß macht.
00:20:07: Und klar, ich habe darin auch mir immer Bestätigung gesucht.
00:20:09: Also es war auch ein Ding, was irgendwie Selbstvertrauen gegeben hat, so mit so als Teenie noch und bisschen orientierungslos.
00:20:18: Aber da wusste ich, da fühle ich mich wohl mit den Leuten.
00:20:20: Und klar, ich habe Bestätigung bekommen und mich darin gut gefühlt, weil ich gemerkt habe, ich kann das gut und ganz einfach oder ich kann das sogar besser als viele andere.
00:20:29: Und das ist irgendwie ein Ding.
00:20:30: Und das, ja.
00:20:32: Aber wo kam denn das Wissen her, dass man damit Geld verdienen könnte, dass es ein Beruf ist?
00:20:37: Wie auch immer jetzt unterscheiden uns ja schon ein paar Jahre.
00:20:41: Ich glaube, ich hätte irgendwie im juglichen Alter den Beruf des Schauspielers überhaupt gar nicht im Betrag gezogen.
00:20:46: Also nicht nur Mangels Talent, sondern ich hätte gar nicht gewusst, dass das irgendwie alles möglich ist.
00:20:52: Doch, das wusste ich schon.
00:20:53: Also dadurch, dass ich auch manchmal im Stadttheater war und es vielleicht über meine Eltern auch irgendwie... Ich wusste, es gibt diese Theaterschauspieler und natürlich wusste ich auch, Das ist die Leute, die am Tatort.
00:21:04: spielen, dass das Schauspieler sind und nicht irgendwelche echten Polizisten oder so.
00:21:09: Das ist nicht reality TV.
00:21:10: Also ich wusste schon, den Berufs gibt's.
00:21:11: Das
00:21:11: wusste ich mit Zipzin übrigens auch schon.
00:21:13: Okay, gut.
00:21:14: Na ja, dann weiß man ja, dass es den Beruf gibt.
00:21:16: Und wie man da hinkommt, das habe ich mir wirklich alles.
00:21:18: Ich bin immer sehr, ich bin überall immer ein bisschen reingestolpert.
00:21:20: Ich bin darum, ich habe ja angefangen, in Zürich zu studieren.
00:21:23: Ich habe nur in Zürich vorgesprochen.
00:21:24: Das war halt um die Ecke, die Schauspielschule.
00:21:27: Ja, aber es gibt ja zum Beispiel einen ganz wunderbaren Film, kleine Heie mit Jürgen Vogel und Kai Wiesinger und Thomas Heinze usw.
00:21:34: aus den Neunzigern, der beschreibt, wie beschissen das eigentlich ist, zum Vorsprechen zu gehen, weil die Tingeln durch ganz Deutschland immer wieder absagen.
00:21:43: Und du gehst einfach bequem in der Nachbarschaft, fährst da mit der Straßenbahn hin.
00:21:47: Und Christ, eine
00:21:48: Engagement?
00:21:51: Wie hast du aufgenommen?
00:21:52: Ja,
00:21:53: ich habe völlig blau eigentlich da auch reingestäubt.
00:21:56: Ich glaube, diese Naivität hat mir auch total geholfen, weil die haben... Ich war so schlecht vorbereitet, ich habe Moritz Stiefel vorgesprochen, habe ich in meinem Kinderzimmer, in meinem Jugendzimmer geübt, mit so einer beknackten, wirklich sehr cheap aussehenden Plastikpistole, Spielzeugpistole und dann diesen Selbstmordmonolog von Moritz Stiefel kurz bevor sich dann eben tötet.
00:22:16: Und zwar total schlecht, aber irgendwas haben die in mir gesehen.
00:22:20: Weil ich hatte da schon so ein Spielfreude und keine Ahnung, dann haben wir da rumimprovisiert und irgendwas, und es hat geklappt.
00:22:24: Und ich glaub, es waren alle, auch inklusive mir, aber ich war noch der, der am wenigsten überrascht davon war, dass ich jetzt an so einer Schauspielschule genommen hab.
00:22:31: Also, mein Eltern waren, glaub ich, einfach überhaupt nicht damit.
00:22:33: Ich hab das schon gesagt, ich werd da jetzt vorsprechen, aber es war so, ja, mach mal, ist doch super, mach mal irgendwas.
00:22:38: Und niemand, auch meine ganzen Freunde, ich glaub, niemand hat wirklich damit gerechnet, dass ich da genommen werde.
00:22:43: Ich auch nicht wirklich.
00:22:43: Und dann hat's geklappt, und dann war ich drin.
00:22:45: Und dann hab ich von meinen Kommilitonen da irgendwie gehört, normalerweise so rumreiß.
00:22:50: Und dass
00:22:51: man auch durchfallen kann.
00:22:53: Genau,
00:22:53: und dass es aber auch ganz viele andere Schulen gibt.
00:22:55: Ich wusste irgendwie, es gibt in Berlin die Renommierte, die ans Busch und ich wusste in München, aber ich wusste nicht, dass es fünfzehn Schulen gibt.
00:23:01: Und ich dachte halt, es ist auch eigentlich egal, ob in Zürich oder Berlin, was überhaupt nicht stimmt, weil es wollen ja eigentlich alle nach Berlin.
00:23:07: Es ist viel cooler und viel renommierter und viel besser eigentlich.
00:23:11: Denken sich auch immer alle, weiß ich nicht, ob das wirklich stimmt, aber...
00:23:15: Ich würde sagen, ja, mit den Einblicken, die ich mal erhalten habe, ist Ernst Bushon
00:23:19: führend.
00:23:20: Stimmt, ist aber
00:23:20: hier ein Rostock gelandet.
00:23:21: Das ist ja quasi eine Schwesternschule sozusagen oder eine Ableger.
00:23:25: Warst du DDR-Zeiten, ja.
00:23:26: Aber
00:23:27: lange.
00:23:27: Aber warum bist du während der Ausbildung gewechselt?
00:23:30: Das ist ja ungewöhnlich.
00:23:32: Hat Rostock angerufen und gesagt, sag mal, wir haben hier gehört, oder nicht?
00:23:36: Ja, die haben so zehn Millionen überwiesen, um die junge Hoffnung
00:23:40: volle
00:23:40: Talent einzutüten.
00:23:41: Nein, natürlich nicht.
00:23:42: Ich wollte weg aus Zürich.
00:23:44: Und es gab es
00:23:46: ganz viel um den Eltern nicht gesagt, Kind, du machst jetzt hier der Studium erst mal zu Ende bei uns vor der Hostel.
00:23:51: Ich habe ja weiter studiert.
00:23:52: Ich bin ja nicht einfach nur weggegangen, sondern ich bin ja nach Rostock.
00:23:55: ...gewechselt in erstem so ein Rasmus-Haustausch.
00:23:57: Aber es macht man ja nicht einfach.
00:23:58: Also als normaler Student schon, aber als Schauspieler... ...kann ich das ehrlich gesagt kaum, dass jemand während des Studiums wechselt?
00:24:05: Nee, ist auch ungewöhnlich.
00:24:07: Es gibt es eigentlich nicht.
00:24:08: Aber ich hatte wirklich ziemlich
00:24:09: doll... Aber das wusstest du nicht und deswegen hast du es gemacht?
00:24:10: Ja,
00:24:11: tatsächlich wusste nicht, wie schwierig das ist.
00:24:12: Ich habe das dann einfach angefragt.
00:24:15: Es gab einen im Jahrgang über mir, der den umgekehrten Weg gegangen ist, der von Rostock nach Zürich gekommen ist.
00:24:20: Und den habe ich da kennengelernt und der hat mir so von Rostock erzählt auch... Und es war wirklich so eine kleine Krise, die ich hatte, dass ich wirklich nicht mehr in Zürich sein wollte.
00:24:27: Es hatte ganz verschiedene Gründe.
00:24:29: Ich musste... Zu viel Rosti und Zürcher geschwisterte
00:24:32: Saison.
00:24:32: Das war einfach zu viel.
00:24:36: Ich wollte
00:24:37: immer weg aus Zürich.
00:24:38: Ich wollte immer dem irgendwie entfliehen.
00:24:39: Und auch dieser Spießigkeit und dieser kleinen Städtigkeit und dieser Ordentlichkeit.
00:24:47: Das habe ich dann aber eben nicht gemacht, weil ich dann ja dort Schauspiel studiert habe und dann wollte ich trotzdem unbedingt weg.
00:24:51: und dann sind noch andere Sachen passiert.
00:24:52: und ich wollte unbedingt weg und dann bin ich nach Rostock ein halbes Jahr erst und dachte erst mal, war ich ein halbes Jahr woanders und so war das auch eigentlich vorgesehen.
00:24:59: und dann habe ich mich in Rostock verliebt in diese Schauspielschule, in meinen Jahrgang und die haben sich in mich verliebt und dann bin ich dort
00:25:05: geblieben.
00:25:06: Ach herrlich.
00:25:08: So, wir kommen jetzt mal kurz zu unserer Rubrik, Fragen der anderen Leute und hören mal rein, was sie für Fragen an dich haben.
00:25:15: Hallo.
00:25:16: Guten Tag, ich bin Katra mit Überscher, die Direktorin vom Reichshof.
00:25:20: Meine Frage an Sie, Herr Hiegemann, welches Handwerk würden Sie gerne beherrschen?
00:25:25: Bin gespannt auf die Antwort.
00:25:27: Bist du handwerklich geschickt?
00:25:29: Nicht so gut, nicht so, wie ich gerne wäre.
00:25:31: Dann ist viel Luft nach oben.
00:25:32: Was wäre es, was du gerne können
00:25:34: würdest?
00:25:34: Boah, alles Mögliche.
00:25:35: Ich würde so gerne Möbel, Polsterer, aber auch so einfach Möbel richtig gut herrichten können.
00:25:43: aufpolieren können, einfach auch das ganze Zimmererhandwerk mit Holz richtig arbeiten können.
00:25:51: Ich würde auch richtig gerne irgendwie an meinem Fahrrad rumschrauben können, mehr als immer nur den Reifen wechseln und vielleicht mal, wenn es hoch kommt, die Kette wechseln, das kriege ich vielleicht noch so hin mit viel YouTube-Tutorial-Videos und viel Geduld, die ich nicht habe.
00:26:05: Aber es gibt tausende Handwerke.
00:26:08: Ja, war
00:26:08: schön.
00:26:08: Da haben wir ja quasi in ein Westenness-Gesprache mit der Frage.
00:26:12: Dann
00:26:12: gucken wir mal, wo wir jetzt hier landen.
00:26:15: Beste Grüße, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer des Gute-Leute-Podcasten.
00:26:18: Mein Name ist Michael Maske.
00:26:20: Ich bin TV-Storyteller mit juristischem Hintergrund.
00:26:23: Aufgrund meiner zwei Staatsexamen verfolge ich mit besonderem Interesse den Fall und die mutmaßliche Entführung der beiden jüngsten Kinder von Christina Block und Stefan Hänsel, der ja zurzeit in aller Munde ist.
00:26:35: Ich bin Host des Podcasts, der Fall Block, ein echter Krimi, und wir bringen unseren Podcast jetzt zum ersten und einzigen Mal auf die Bühne, und zwar im Ernst-Deutsch-Theater am achten März.
00:26:46: Und deswegen jetzt die Frage an dich, Johannes, an den Profi.
00:26:49: Welches ist dein Lieblingstheater in Hamburg?
00:26:52: Ich habe da so eine kleine Vorahnung aufgrund deines Engagements, aber ich lasse mich überraschen.
00:26:58: Liebe Grüße.
00:27:00: Okay, sag mal zwei, weil du musst ja das Talieren nennen, denke ich mal.
00:27:03: Muss ich?
00:27:04: Ja, okay.
00:27:05: Ja, vielleicht erspart mir das auch Stress.
00:27:10: Aber daneben noch.
00:27:11: Ich mag Campnagel, weil ich gucke so gerne Tanz-Shows, weil wir ja tatsächlich darüber geredet haben.
00:27:18: Ich mag Campnagel, ich mag das Sommerfest auf Campnagel.
00:27:20: Ich mag
00:27:21: beim Sommerfest, sage ich immer wieder, ich mag sehr den Garten, leckeren Wein gibts da.
00:27:27: Meistens gehe ich dann da auch nur während des Sommerfestes hin, um dann irgendwann im Garten zu landen.
00:27:33: Ja, ja, das ist doch schön.
00:27:34: Das ist auch ein Grund, einfach im Theater zu sein und ins Theater zu gehen, weil man da sich wohlfühlt und da verweilen will.
00:27:39: Das ist doch total legitim.
00:27:40: Ich glaube, ich war einfach abgesehen vom Talier Theater am häufigsten auf Kampenagel und deswegen... Hast
00:27:46: du schon andere Theater denn hier bespielt, also auf anderen Bühnen gewesen?
00:27:50: Und was fändest du denn erstrebenswert?
00:27:52: Also das muss ja nicht immer irgendwie was noch größeres sein.
00:27:56: Das wird ja auch ein kleines irgendwie.
00:27:59: Ja, es geht nicht ums Haus.
00:28:00: Es geht um die Menschen, die mich fragen oder mit denen man dann zusammenkommt und zusammenarbeitet.
00:28:06: Und ob das jetzt Campnagel, Ernst Deutsch, Talia, Schauspielhaus, whatever.
00:28:11: Das ist zweitrangig.
00:28:12: Es geht eigentlich ums Projekt, würde es gehen.
00:28:14: Und ich bin da total offen, als ich wohn ja in Hamburg.
00:28:16: Ich bin freischafend, ich habe weiter Lust, Theater zu machen.
00:28:20: Das wäre eigentlich naheliegend.
00:28:21: Warum bist du nicht mehr Ensemble Mitglied?
00:28:24: Weil ich nicht verlängert wurde.
00:28:26: Es gab einen Intendanzwechsel.
00:28:28: Es ist üblich, dass dann Großteil des Ensembles ausgewechselt wird.
00:28:33: Das ist normal einfach so.
00:28:34: Wir haben ja alle Verträge, die nicht besonders tollen Kündigungsschutz haben.
00:28:40: Und dann hat Sonja Anders, die neue Intendantin, viele ihre eigenen Leute mitgebracht.
00:28:46: Und wollte sich verändern und wollte andere Leute loswerden.
00:28:49: Und dann hat sie mich nicht verlängert.
00:28:54: Das heißt, du bist im Grunde das erste Mal, dem du beruflich erwachsen bist sozusagen, bist du völlig frei und siehst vielleicht ja auch die Schattenseiten.
00:29:03: oder ist es jetzt so nach fünf Jahren festen Engagement einfach auch erstmal Luft holen und vielleicht auch gar nicht mehr solche Zwänge haben bei der Auswahl der Projekte.
00:29:14: Vor- und Nachteile.
00:29:16: Genau das ist es.
00:29:17: Ich habe mich dann auch nach der Nichtverlängerung bewusster zu entschieden, mich nicht direkt wieder an Ensemble woanders zu binden, sondern den Schritt in die freie Beruflichkeit zu gehen.
00:29:26: und bis jetzt ist es sehr gut.
00:29:29: Also ich habe jetzt vor allem viel mehr gedreht als Theater gespielt und es ist auch gut und macht mir auch Spaß.
00:29:37: und bis jetzt war ich viel unterwegs und es war jetzt noch gar nicht so eine Zeit, so ein richtiger Lehrlauf, der kam noch nicht, vor dem war ich ein bisschen schiss.
00:29:44: Aber es ist alles so eine Erfahrung und ich glaube, es ist gerade richtig für mich so frei zu sein und sich darauf einzulassen und auch weniger vielleicht Struktur zu haben, gleichzeitig aber auch viel mehr entscheiden zu können, was will ich wirklich machen?
00:29:59: Und ja, es ist echt ganz gut gerade.
00:30:02: Du hast ja vorhin schon ältere Kolleginnen und Kollegen angesprochen, die werden ja wahrscheinlich sehr häufig erzählen, dass früher alles besser war.
00:30:09: Vieles, tatsächlich viel mehr Sicherheit durch noch mehr Fernsehproduktion, aber auch durch eine bestimmte Gewissheit, dass es nicht nur irgendwie weitergeht, sondern wenn man eine Qualität hatte, also gerade wenn man am Talier oder anderen führenden Bühnen ist, dann fällt man so schnell aus dem Karussell nicht raus.
00:30:28: Wie ist denn die Realität jetzt so?
00:30:30: Also, wenn man jetzt so auf dem Filmfest oder so rumläuft, dann waren da eher Gewitterwolken, als Sonnenstrahlen zu hören.
00:30:39: Ja, das erzählen alle.
00:30:40: Aber das ist auch am Theater so.
00:30:42: Und in der Filmbranche auch so, dass immer eigentlich erzählt wird, dass alles ja nur gerade schlecht läuft.
00:30:47: Und das mag stimmen.
00:30:51: Das sind auch immer so finanzielle Produktionssachen.
00:30:53: Wie viel Geld ist in der Filmförderung in Deutschland?
00:30:55: Welche Big Player, Netflix, whatever steigt da aus?
00:30:59: Es ist alles so für mich... Ich hab da erstens keine Ahnung von und zweitens interessiert mich auch nicht so doll.
00:31:04: Und klar, ich kann gerade aus einer relativ privilegierten Situation sprechen, weil ich hab zu tun und ich bin total dankbar darum.
00:31:12: Aber dass einem immer Leute sagen, was früher alles besser ist, das kenn ich eigentlich schon immer.
00:31:18: Aber ich hoffe auch, dass es für mich so weitergeht, dass es für viele das alle arbeiten können.
00:31:24: Was soll ich da anderes sagen?
00:31:28: kann über das Thema einfach nichts besonders Schlaues sagen, weil ich mich einfach nicht auskenne, warum es jetzt gerade schlecht läuft in der Filmbranche.
00:31:36: Wenn du sagst, viele Teile der Problemstellung interessieren dich nicht, würdest du ausschließen?
00:31:42: Ganz viele wollen ja irgendwann mal hinter die Kamera als Regisseur irgendwie zu arbeiten oder vielleicht auch als Produzent?
00:31:49: Oder ist das etwas, wo du sagst, nee, ich glaube, die Haltung werde ich auch in zehn, fünfzehn Jahren noch haben?
00:31:56: Also, nee, für mich, das Interesse ist auch falsch.
00:32:00: Oder auch irgendwas ausschließen, tue ich sowieso nicht.
00:32:02: Ich glaube, als Produzent wäre ich nicht so besonders, weil dafür muss man extrem gut organisiert sein und ich schaffe es noch nicht mal.
00:32:09: Also, ich tue mich schon schwer, so Scheiererklärung und solche Sachen
00:32:15: zu machen.
00:32:15: Auch das Problem haben, glaube ich, viele.
00:32:16: Ja,
00:32:17: eben.
00:32:17: Ich glaube, Produzenten vielleicht nicht.
00:32:18: Die haben das Problem nicht.
00:32:19: Die machen das gerne vielleicht sogar.
00:32:21: Ich weiß, weiß ich, vielleicht auch nicht.
00:32:21: Ich hab keine Ahnung.
00:32:23: Aber doch, ich kann mir Regie zu führen, vielleicht.
00:32:26: Vielleicht auch nicht.
00:32:27: Ich hab keinen Plan, vielleicht.
00:32:29: Ich schließe es überhaupt nicht aus.
00:32:30: Aber ich hab auch keinen Gedanken, keine ... keine ... wirkliche ... keine Vision davon, dass ich mich dann ein paar Jahre als Regisseur irgendwo sehe.
00:32:40: Aber wenn es kommt und passt und ich Lust drauf hab und es sich gut anfühlt, dann auch nicht.
00:32:45: Wenn wir vor zwanzig Jahren dieses Gespräch geführt hätten und wärst auf diesem Stand deiner Karriere, dann hätte man sicherlich auch immer die Hollywood-Frage gestellt.
00:32:54: Stellt sich dir die Idee, international zu drehen oder vielleicht mal in ein anderes Land wechseln?
00:33:01: Weil ich sage mal, den Glamour hat Hollywood jetzt nicht zwingend verloren, aber durch dieses Zusammenwachsen durchs Internet, durch soziale Medien hat es glaube ich schon so ein bisschen irgendwie an Status verloren.
00:33:13: Aber ist das irgendwie eine Sache?
00:33:15: Überlegst du dir eine internationale Agentur zu nehmen in London, um dann wieder inzwischen Schritt nach Amerika zu machen?
00:33:23: Oder sind das alles so Sachen, wo du sagst?
00:33:26: Ich weiß ja nicht mal, was morgen für ein Wetter ist.
00:33:28: Ja, also ich habe nicht den Plan, mir jetzt eine internationale Agentur zu suchen und diese Schritte alle zu planen und so, das finde ich, das mache ich nicht.
00:33:37: Trotzdem, natürlich wäre das fantastisch.
00:33:40: Ich habe jetzt auch das Glück gehabt, mit einem internationalen Team schon zweimal zu drehen.
00:33:45: Ich habe mit einer ungarischen Regisseurin gedreht, Silent Friends, kommt im Januar jetzt in die Kinos und es war eine alles wunderbare Erfahrung.
00:33:53: Ich habe in Uruguay den Film The Disappearance mit Kiril Zerebrenikov gedreht.
00:33:58: Also, ja, ich würde das gerne machen.
00:34:00: Aber ich leg jetzt nicht alles darauf an, unbedingt international erfolgreich zu werden.
00:34:07: Also, ich kann nicht sagen, dass ich... Also, natürlich ist das toll.
00:34:12: Man will immer irgendwie Bestätigung und Erfolg haben.
00:34:15: Es wäre verlogen, das nicht zu sagen.
00:34:18: Aber ich denke nicht so, dass ich jetzt alles in die Wege leite, um ja, jetzt wirklich schnell irgendwie eine krasse internationale Karriere.
00:34:25: Es wäre auch komplett vermessen, also... Es ist so weit weg, keine Ahnung.
00:34:29: Und Hollywood ist sowieso.
00:34:32: Es ist für mich immer noch, wie tatsächlich vor zehn Jahren auch, einfach so ein bisschen was anderes weit weg.
00:34:38: Ich denke nicht selber daran, Hollywood-Filme zu drehen.
00:34:41: In Liebe eure Hilde.
00:34:42: von Andreas Dresen war jetzt kein Kassenschlager, wie, keine Ahnung, Bulli-Herbig-Filme, aber Andreas Dresen ist ja schon eine eigene Klasse unter den deutschen Regisseuren und war zumindest, man könnte sagen, wie fast alle Andreas Dresenfilme, aber auch insbesondere deine Darstellung schon ein Kritikererfolg.
00:35:02: Wie bist du damit umgegangen?
00:35:03: Also hier vielleicht auch mal Standing Ovation zu bekommen im Talier nach fünf Jahren, wo Leute immer wieder jubeln und so.
00:35:10: Das ist ja etwas, was sich dann ja auch vielleicht wiederholt, auch in einer anderen Frequenz als jetzt einen Film abzuliefern, der dann in den Zeitungen gut besprochen wird.
00:35:20: Wie bist du damit umgegangen?
00:35:22: Also, weil das war ja schon noch mal wieder eine Stufe, die du wieder erklungen hast.
00:35:26: Ja, das war schon wieder so was, was ich eigentlich da wieder reingesteupert bin, völlig naiv und eigentlich schon wieder komplett überfordert war und von nichts, eine Ahnung hatte, weil ich gedreht, also der Kampffieren zwanzig in die Kinos gedreht, haben wir den im Sommer, zwei in zwanzig, da war ich zwar dann schon zwei Jahre am Talier, ich hatte davor aus der Pfefferkörner eine Folge eigentlich nichts gedreht und ich hatte keine Ahnung.
00:35:46: und dann ist es, wie du sagst, also auch mit Lief-Liefer-Fries ist eine wahnsinns Schauspielerin und Dresen ist ja, muss man nicht so sagen, einer der tollsten deutschen Arthaus-Regisseure.
00:35:59: Und ja, ich hatte von wieder von nichts ne Ahnung und hab's dann gemacht und es war dann irgendwie gut, aber auch Stress für mich, als das rauskam.
00:36:07: Und ich bin nicht so easy, dass ich so... Ich tue mich schwer manchmal mit so roter Teppich und Glamour und ich hab da... Ich war auch gestresst davon und ich war nicht... Es war für mich jetzt nicht einfach so so toll, diese Berlinale Erfahrung.
00:36:24: Ich hatte das Glück, dass ich in einem wahnsinnig warmherzigen Team, die ganzen Dresel-Leute, die sind alle sehr menschlich und auf dem Boden geblieben.
00:36:31: Das hat mir total geholfen, aber es war krass überfordernd.
00:36:35: Und ich war dann auch froh, als es vorbei war, der ganze Rummel.
00:36:38: Und heute würde ich anders wieder.
00:36:39: Es war dann wieder eine Erfahrung, das habe ich gelernt.
00:36:41: Und jetzt bin ich wieder daran, wieder irgendwie gewachsen und älter geworden und habe mich daran irgendwie weiterentwickelt.
00:36:48: Aber es war... crazy und ich bin wieder irgendwo reingesteupert, völlig unbedarf eigentlich.
00:36:56: Wenn dann aber viele Hamburgerinnen und Hamburger uns hier zuhören und immer noch denken, mit wem redet er denn da, ist das eigentlich, dann wären sie irgendwann im Laufe des Jahres zumindest zu einer sehr populären Fernsehproduktion gelangen.
00:37:11: Denn du spielst Olivia Jones.
00:37:14: Das ist zumindest hier in Hamburg, ist es ja schon selbst die Dreharbeiten, schon den Zeitung, Berichterstattung wert gewesen.
00:37:23: Und wenn du sagst, du hast jetzt von nichts in der Ahnung, das hast du jetzt ein, zwei Mal gesagt, hast du vorher ... Gewusst, wer Olivia Jones ist?
00:37:30: Also, ich meine,
00:37:31: das
00:37:31: ist meine Agentin Hamburg.
00:37:33: Das stimmt.
00:37:33: Da bin ich nicht mehr.
00:37:34: Aber wie
00:37:34: bist du da?
00:37:35: Also, natürlich kriegst du eine Anfrage übers Casting und so weiter und sofort.
00:37:39: Dann wirst du genommen.
00:37:40: Okay, da sind wir jetzt.
00:37:42: Wie bist du dann da rangegangen?
00:37:43: Hast du ihn getroffen?
00:37:45: Ja, also, nachdem ich die Zusage hatte, bin ich, hab ihn auch getroffen.
00:37:49: Wir haben gesunnt, aber also er als Oliver, hab geschminkt.
00:37:52: Und ich durfte alles fragen.
00:37:54: Und wie viel ist da rangegangen?
00:37:57: Ich hab... Ich hab so wahnsinnig technisch auch einfach gelernt, versucht zu üben, auf High Heels zu laufen.
00:38:04: Ich bin immer zu Hause High Heels üben gegangen, damit das irgendwie geschmeidig und entspannt aussieht.
00:38:12: Und ich hab wahnsinnig viel geguckt.
00:38:14: Hast du die Bänderiste dabei zugezogen?
00:38:16: Ja, ich hab zum
00:38:16: Glück nicht.
00:38:17: Es hatten alle wahnsinnige Verletzungen.
00:38:18: Er hat ja keine flachen Schuhe an, ne?
00:38:20: Jetzt mittlerweile schon,
00:38:21: aber
00:38:21: damals nicht.
00:38:22: Ich bin ja die junge, also den jungen Oliver, die junge Olivia.
00:38:27: Und da waren die Schuhe noch deutlich höher und ich hatte sehr hohe Schuhe an.
00:38:30: Aber ich habe es überlebt, ich habe mich ohne Verletzungen, habe ich das hin gekriegt.
00:38:35: Und wie man sich so eine Figur annährt, das war nicht so einfach, weil es so viel Material gibt.
00:38:40: Ich meine, Olivia Jones ist ja ein Trommi überall und im Fernsehen und hat eine eigene Show irgendwie auf RTL.
00:38:46: Und du musstest sich mit Dingen konfrontieren, die in deiner Lebenswelt eigentlich gar nicht vorkommen.
00:38:49: Ich meine, die Berichterstattung rund um das Dschungelcamp zum Beispiel.
00:38:54: Genau, obwohl das die neuesten Sachen habe ich gar nicht so geguckt.
00:38:58: Also ich weiß, sie macht natürlich im Dschungel und in dieser Garage auf Sat.Eins oder RTL.
00:39:05: Ich weiß gar nicht.
00:39:05: Diese ganze Format habe ich aber gar nicht so.
00:39:06: Mich hat eher die frühere Olivia interessiert, wo es viel weniger Material eigentlich zu gibt, aber man mehr an so ein Kern kommt und mehr an so ein Gefühl für die Figur.
00:39:17: Und ich habe so eine fantastische Spiegeldoku gefunden nach tagelanger Recherche, wo die drei Menschen so Nachtgestalten begleiten, so einen Polizisten in Duisburg und eine So eine gute Seele, die in Berlin im Nachtleben für alle Stullen schmiert und einen jungen Travestiekünstler, Oliver Knöbel, damals Mitte Ende zwanzig, aber noch kein Beginn, niemand im Begriff, der so nachts an der Repa waren in den verschiedensten Clubs, so seine Travestie-Nummer.
00:39:44: Und den begleiten sie da auch, aber er ist eben noch nicht Olivia Jones, wie man sie heute kennt.
00:39:50: Und da habe ich viel mehr Gefühl für diesen Menschen und für diesen jungen Mann und diese Junge.
00:39:55: diese junge Person eigentlich gefunden.
00:39:57: Hast du jetzt in dem langen Freibier in der Olivia Jones Bar?
00:40:00: Oder wie kam das jetzt so an?
00:40:02: Weil es gab eine Premiere beim Filmfest.
00:40:04: Sie haben wenige gesehen, weil das ist ja nun mal ein Filmfest und eher so eine Insider-Veranstaltung.
00:40:10: Wie waren die Reaktionen denn so in diesem ganzen kleineren Kreis?
00:40:14: Die waren eigentlich durchweg positiv.
00:40:17: Und Olivia mag den Film und mag, was ich da gemacht habe.
00:40:22: Das war mir wichtig.
00:40:23: Also, wenn es nicht so gewesen wäre, okay, ich habe es halt gemacht, dann müsste ich mit leben.
00:40:27: Das ist nicht mehr zu ändern und ich habe eh meine eigene Interpretation gemacht.
00:40:31: Aber doch zwar schön, die Reaktion war gut und ich bin auch noch mit einem aus der Olivia Jones-Familie gut befreundet.
00:40:38: Wir treffen uns ab und zu mal auf ein Bier, also da ist irgendwie auch so ein Kontakt jetzt entstanden und eine Nähe und ich habe irgendwie darüber über diesen ganzen Film, auch diesen ganzen Kiez und die Repa-Bahn und dieses ganze Gefühl.
00:40:50: viel mehr verstanden und viel mehr.
00:40:52: für mich war immer in Hamburg die Repa-Bahn so ein bisschen mysteriös, aber auch kein Ort, wo es mich so hingezogen hat.
00:40:58: Ich war immer so ein bisschen, ja, das ist halt so ein bisschen ballermannmäßig, so die Ecke, da kommen die ganzen Saftouris hin oder es ist halt richtig krass, so Elbschlosskeller, Handschuhe, wo die wirklich die krassesten Schnapsleichen rumhängen.
00:41:09: und mittlerweile habe ich jetzt so ein Gefühl auch für dieses Lebensgefühl und die Herzlichkeit vor allem auch an dieser, ja, von dieser was da von Olivia Jones auch ausgeht und wofür sie sich überall engagiert, auch auf den Kids und so, ja.
00:41:24: Wir kommen zu unserer nächsten Rubrik, die heißt Wissenswertes und jetzt kommst du.
00:41:28: Die Talierbuchhandlung hat ihren Ursprung tatsächlich im Theatergebäude des Hamburger Taliert theaters und wurde dort am fünftzehnten August nineteenhundertneunzehn gegründet, was eine historische Verbindung zwischen Bühne und Buchhandlung schuf.
00:41:43: Wo kaufst du am liebsten deine Bücher?
00:41:45: online oder im Laden?
00:41:46: Und wenn ja wo?
00:41:48: Im Laden, wenn ich neu kaufe, dann, wir heißen ja Landen da auf dem Schulter, aber das ist Schanzenbuchhandlung.
00:41:56: Ja, Schanzenbuchhandlung.
00:41:57: Ja, wenn dann in die Buchhandlung, obwohl online auch mal, wie heißt das, Medi-Mops, genau, da eigentlich auch schon diese gebrauchten Sachen habe ich auch schon gekauft.
00:42:04: Ja.
00:42:05: Hamburger U-Bahn-Station wie der Rödingsmarkt an der historischen U-Drei-Linie stehen tatsächlich auf Holz fehlen, die dank des Wassers im Boden über hundert Jahre alt haltbar bleiben, da die Holzschädlinge, in Klammern wieder nagekäfer, ohne Sauerstoff im Wasser nicht überleben können.
00:42:22: Welches deiner Möbelstücke besitzt du am längsten?
00:42:26: Ein Batch.
00:42:27: Das habe ich seit Geniezeiten.
00:42:32: Ein Etagenbett?
00:42:33: Mit Mickey Mouse dran?
00:42:34: Ja, so ein Hochbett.
00:42:36: Was ich auch immer... Nee, es ist so ein relativ geschmackvolles Bett.
00:42:40: So hat mich auch einen Wunder, weil ich eigentlich mit drei Zwölfzeln extrem schlechten Geschmack hatte.
00:42:44: Aber ich mag es bis heute und es ist irgendwie gut.
00:42:47: Was ist denn eigentlich schlechter Geschmack?
00:42:49: Also ich sag mal, heute würde man sagen, es ist eine Geschmacksvielfalt.
00:42:53: Also die einen... Wir haben gebügelte Hemden, die anderen ungebügelt.
00:42:56: Wir sah denn Johannes Hegemann aus, ohne dass er Zugriff auf Kostüme hatte im Theaterfondous.
00:43:07: Ich würde niemals im Theaterfondous mich verdienen.
00:43:11: Machen Schauspieler das doch durchaus, also erhängt von den Filmen ab.
00:43:14: Jetzt hast du ja wahrscheinlich keinen Fummel von Olivia Jones mitgenommen,
00:43:17: oder?
00:43:17: Nee, ich habe eine Jacke mitgenommen für das Set.
00:43:18: Die habe ich aber auch brav abgekauft.
00:43:20: Na klar.
00:43:21: Aber es wird auch von Nuss, von Theater von Nuss geklaut, von den Theaterleuten ist halt einfach so.
00:43:26: Aber
00:43:26: was ist schlechter Geschmack gewesen?
00:43:27: Ich weiß
00:43:28: es nicht, das ist ja was total Subjektives.
00:43:30: Aber mein Geschmack, oh, ich war so ein richtiger... Ich weiß nicht, ich hatte einfach gar keinen.
00:43:35: Ich hab einfach irgendwas.
00:43:36: Ich war...
00:43:37: Ich hab die ganz bunt...
00:43:38: Nee, nee, dafür hatte sie keine Zeit und keinen Nerv.
00:43:41: Ich hab... Wäre vielleicht sogar besser gewesen.
00:43:42: Ich weiß nicht.
00:43:43: Ich hab einfach alle möglichen Sachen kombiniert.
00:43:45: Ich wollte irgendwie auffallen, bunt sein.
00:43:49: Und vielleicht auch ein bisschen... Die ganze Kombination aus allem war irgendwie, weil ich eigentlich mich alle zwei Wochen eh neu erfunden habe.
00:43:56: Und immer irgendwie was Besonderes vielleicht irgendwo sein wollte, wenn ich irgendwo so richtig dazugehört habe.
00:44:01: Weil mich aber immer versucht... irgendwie nicht genauso auszusehen wie alle anderen auch, und es ist halt auch sehr oft in die Hose gegangen.
00:44:08: Zum Glück gibt es wenig Fotos aus der Zeit.
00:44:10: Gut.
00:44:11: Wir kommen weiter.
00:44:12: In den ersten Jahren erschien das erste Pixie-Buch mit dem Titel Mieze Katzen in Deutschland.
00:44:18: Der dänische Verleger Per Karlsen wollte mit seinem in Hamburg gegründeten Verlag Anfang der neunzehnten Hundertfünfzigerjahre qualitativ hochwertige Bilderbücher möglichst preisgünstig anbieten.
00:44:28: Welches Buch aus deiner Kindheit ist dir bis heute in Erinnerung geblieben?
00:44:33: Der Catcher, der Catcher in the ride, der Fänger am Roggen von J.D.
00:44:36: Selanjan.
00:44:37: Also Kindheit ist übertrieben.
00:44:39: Ich habe das mit so fünfzehn oder sechzehn glaube ich zum ersten Mal gelesen.
00:44:43: Ich glaube, der Protagonist Holden Caulfield ist auch so fünfzehn, sechzehn.
00:44:47: Und ich habe mich total wie er gefühlt, mich so verstanden und gesehen gefühlt.
00:44:52: Und ich glaube, das ist so eine so eine gute Loaner Geschichte für Teenies.
00:44:57: Aber ich mochte das wahnsinnig gerne.
00:44:59: Ich habe es neulich nochmal gelesen und ich mag es immer noch.
00:45:02: Ist ein gutes Buch.
00:45:03: Ja.
00:45:04: Gab's denn wiederum auch ein Film, der dich da so irgendwie gefesselt hat, geprägt hat, wie auch immer?
00:45:10: Als Kind oder?
00:45:11: Oder Jugendlicher.
00:45:14: Boah.
00:45:15: Wenn es auf Anip gerade gar nicht so geprägt, weiß ich nicht, übertrieben vielleicht, aber den ersten Film, ich hab früher mal erzählt, Public Enemies wäre mein Lieblingsfilm.
00:45:26: Ich hatte so eine kleine, das geht um den Bankräuber.
00:45:28: John Dillinger.
00:45:29: Ja, und ich hatte dann so eine Obsession mit dem.
00:45:31: Zwei
00:45:31: Teiler mit Johnny Depp, ne?
00:45:33: Ja, ein Teiler, klar.
00:45:34: Oder ein sehr langer Film, den ich in zwei Teilen gekürzt habe.
00:45:37: Ja,
00:45:37: sehr langer Film, sehr langer Film.
00:45:39: Ich weiß auch
00:45:39: gar nicht, was er hat.
00:45:41: Ja, es war so ein spannendes Heiß-Movie, fand ich irgendwie fantastisch.
00:45:45: Und ich hatte dann irgendwie so eine kleine Obsession mit diesem John Dillinger, weil der ja so ein cooler Bankräuber, also Johnny Depp sieht ja auch fantastisch aus und ist einfach sexiness in Person.
00:45:53: Und dann raubt er halt von den Reichen, von den Banken.
00:45:57: und benimmt sich halt wie so ein cooler Gentleman und ist aber irgendwie, ich mochte den immer und ich mochte den Film und hab mich dann immer so krass so, ich weiß nicht, das ist vielleicht so, der pränkt so viel für mich und meiner Jugend gewesen.
00:46:11: Gibt es denn Schauspieler oder Schauspieler, die dich, also wenn die sagen, die ein Idol waren, aber die dich zumindest inspiriert haben oder zu sagen, ja, das in die Richtung will ich auch?
00:46:23: Gibt es immer wieder, also auch wenn ich so filme, gucke, wo ich denke, Das berührt mich total.
00:46:29: Ich berührt Franz Rogowski häufig.
00:46:32: Ich weiß nicht, ob du den Film Bird kennst.
00:46:34: Ja,
00:46:36: der hat so eine... Ich weiß gar nicht, was das ist, aber der berührt mich total.
00:46:40: Und ich weiß, der ist ja so besonders so eigen.
00:46:43: Ich denke dann immer nie, ich will genauso sein.
00:46:46: Aber ich hab das oft, wenn so männliche Schauspieler, der ich auch bin, so eine Verletzlichkeit und so eine schöne Berührbarkeit an den tagligen Paul Maskell in... Aftassan zum Beispiel, wo er mit so einem depressiven Vater, mit seiner Tochter im Urlaub und das bleibt dann immer hängen, das berührt mich irgendwie, ja.
00:47:08: Ist das dann so, dass sich die Neugier über die Darstellung so weit treibt, dass du dann auch versuchst?
00:47:14: darüber mehr zu erfahren.
00:47:16: Also, weil du hast vorhin so gesagt, ja, das ist alles mir egal oder wie auch immer.
00:47:22: Ich bin ständig.
00:47:24: Aber
00:47:24: ist es so, dass du dann sagst, okay, da gehe ich jetzt mal tiefer rein?
00:47:27: Es gibt ja Literaturtexte wie auch immer.
00:47:31: Oder genießt du den Film und interpretierst das für dich so?
00:47:36: Also, fachlich gehe ich nicht rein, weil ich glaube, Es sind aber auch, glaube ich, jetzt diese beiden Schauspieler, zum Beispiel, die ich aufgezählt habe, jetzt nicht so ein Methodiker, würde ich sagen.
00:47:46: Ich glaube, ich gucke dann vielleicht, wenn ich dann so ein paar Tage nach dem Film noch an den Hänge und über den Film nachdenke und über die, dann lese ich vielleicht ein Interview oder höre mir ein Podcast mit denen an.
00:47:56: Das kommt schon mal vor.
00:47:58: Aber nicht, falls er nicht so ins Rabbit Hole und bin dann nur noch... Obsessed mit so einem Schauspieler, das passiert mir selten.
00:48:07: Ich versuche auch nicht zu kopieren eigentlich.
00:48:09: Ich werde dann inspiriert und denke mir... Du hast
00:48:14: noch nie den Robotin Euroblick geübt
00:48:16: oder?
00:48:17: Tatsächlich nicht.
00:48:17: Ich habe noch nie versucht, eins zu eins was nachzuspielen.
00:48:20: Sollte ich vielleicht mal vielleicht...
00:48:21: Das heißt, bei Olivier Jones war das dann auch so, dass du dich mit ihm unterhalten hast und gar nicht überlegt hast, wie macht er das jetzt?
00:48:28: Oder fasst er sich mit dem Finger immer an die Nase oder was auch immer?
00:48:32: Doch, bei Olivier habe ich eine Mischung versucht zu finden aus einer Wiedererkennung.
00:48:36: Also ich habe ein bisschen die Stimme, ein bisschen versucht so wie er zu reden ist nicht so einfach, ist es auch sehr eigen.
00:48:42: Aber ich habe nicht so geredet wie ich rede, sondern... Da ist schon ein bisschen eine Mischung gefunden und natürlich auch die Bewegungen versucht ein bisschen zu kopieren.
00:48:51: Aber ich war mir klar, ich treffe es nicht hundert Prozent.
00:48:55: Vor allem müsste ich dann mich so darauf konzentrieren, ständig zu imitieren.
00:48:59: Und dann kann ich aber nicht so spielen, wie ich gerne spielen möchte.
00:49:03: Und zwar irgendwie was ... Ja, was tiefer gehen, das ist eine Berührbarkeit und ... Echten vielseitig Menschen zu spielen mit seinen Nöten, mit seinen Ängsten, mit seinen Sorgen, mit allem.
00:49:14: Wenn ich nur in so einem Imitation-Game kleben bleibe.
00:49:17: Weil das können auch andere viel besser hier.
00:49:19: Wie heißt dieser Max?
00:49:21: Max Giermann.
00:49:22: Der kann das ja so... Oh, so was.
00:49:24: Ja, aber das glaube ich zum Beispiel, das ist halt für so eine Sketch Show mega witzig und wirklich großartig.
00:49:30: Aber du kannst dir keinen neunzig Minuten, wenn du wirklich einen Biopic über eine Figur, der doch näher kommen willst.
00:49:36: dann hält dann, glaube ich, nicht durch oder dann geht auch was verloren, weil du da natürlich keine Tiefe reinbringen kannst.
00:49:42: Und ich kann es auch einfach nicht.
00:49:43: Ich hätte es nicht geschafft, sie so eins zu eins.
00:49:45: Darum ist es so ein bisschen eine Mischung zwischen mir und ihr.
00:49:48: Und trotzdem habe ich mir sehr, sehr, sehr viel Videomaterial von Olivia Jones angeguckt, um ihr irgendwie näher zu
00:49:54: kommen.
00:49:54: Jetzt hast du am Anfang des Gesprächs gesagt, es hätte auch gut sein können, dass du Sportkommentator wirst.
00:50:00: Interessierst du dich heute noch für Sport und welchem Verein drückst du die Daumen?
00:50:05: Ja, ich bin ein Fußballfan nach wie vor und seit ich fünf Jahre alt bin oder vier Jahre alt bin ich härter BSC-Fan.
00:50:11: Leider.
00:50:12: Schön.
00:50:13: Ja, ich weiß, ich hätte das an Pauli sagen müssen.
00:50:15: Du hast ja nichts
00:50:15: anderes.
00:50:16: Nee, ich finde härter.
00:50:17: Also, ich meine, das... Das Objektiv
00:50:19: in uns und Patschstoffe ein, aber...
00:50:21: Freien nach Nikonbi, der Verein sucht einen.
00:50:24: Also, insofern... Kann sich nicht
00:50:26: wehren.
00:50:26: Es hätte ja noch schlimmer kommen können.
00:50:28: Ja, niemand ist ja so bekloppt und sucht sich härter BSC freiwillig aus.
00:50:32: Also, man will sich ja einiges anschauen.
00:50:33: Ja, aber immerhin kann man sagen, du bist in der Nähe aufgewachsen, also schon nicht mehr Nähe, aber ist mir klar, aber ein Freund von mir ist in Saarbrücken aufgewachsen und ein härter BSC-Fan geworden.
00:50:42: Auch?
00:50:42: Ja.
00:50:42: Ja, weil es irgendwie so ist, ein toller Verein.
00:50:44: Ja,
00:50:45: es ist ... okay.
00:50:48: Ich hab ein Träger geschenkt.
00:50:49: Meistens bleibt man ja an Spielern hängen.
00:50:51: Bei mir war es so, ich bin ja in der Jugend vor allen Dingen Bayern München-Fan gewesen.
00:50:55: Da sind viele hier und haben gar nicht richtig klar draufgekommen.
00:50:59: Aber bei mir war es Karl-Heinz Rummenigge.
00:51:01: Wer war denn dein Karl-Heinz Rummenigge?
00:51:03: Also,
00:51:03: meiner Jugend natürlich Marcelinho.
00:51:05: Also, muss ich nicht mehr so sagen für alle, weil die sich mit Fußball auskennen.
00:51:08: Die sich so mit Garthausen.
00:51:10: Im Herter, in den Nullerjahren, Marcelinho.
00:51:12: Die erste, aber auch so diese ganzen Leute, da auch dann später Baste, Pantelitsch, auch Van Boerig, Simonitsch, Torfiedler davor, Gabor Kirai mit seiner ... Mit der
00:51:23: grauen Joggingmusik.
00:51:24: Es gab schon einige Tolle.
00:51:26: Und ja, aber so der, der alles überstrahlt ist natürlich Marcelinho.
00:51:30: Und das war auch der Zeit, als ich so härter fern wurde und so.
00:51:35: Fußball gekloppt wurde und dann immer das gucken wollte, da war Marcelinho auch gerade bei Hertha.
00:51:39: Ja, und diese Liebe hast du die weitergelebt?
00:51:43: Ich meine, du bist immerhin dann irgendwann nach Rostock gekommen und ich weiß gar nicht, ob es Fanfreundschaften zwischen Hansa Rostock und einem anderen Verein gibt.
00:51:51: Aber ich glaube zwischen Hansa Rostock und Hertha B.C.
00:51:54: Berlin dürfte es auch eher knirschen.
00:51:56: Ja, ich glaube auch.
00:51:57: Es knirscht aber sowieso bei allen da oben im Nordosten, untereinander.
00:52:03: Ich habe mich nie so krass... Stimmt, es gab Phasen, wo ich mich auch nicht so als härter Fan geoutet habe, aber eher, weil es auch einfach uncool war, so Fußballfan zu sein.
00:52:11: Also... So an der Schauspielschule.
00:52:12: In Zürich?
00:52:14: Ja,
00:52:14: da sowieso auch nicht.
00:52:15: Wobei, da hab ich selber... doch, da war ich... ich war... Herrtaufens hat halt niemanden interessiert.
00:52:18: Schon schlimm genug, dass du keinen Alphorn gespielt hast.
00:52:20: Schlimm genug, dass ich nicht
00:52:21: für die Schweizer Super League interessiert habe.
00:52:24: Ja, langweilig.
00:52:25: Ja, gar nicht.
00:52:26: Ja, gar nicht.
00:52:26: Ja, gar nicht.
00:52:27: Ja, gar nicht.
00:52:27: Ja, gar nicht.
00:52:27: Ja, gar nicht.
00:52:28: Ja, gar nicht.
00:52:28: Ja, gar nicht.
00:52:28: Ja, gar nicht.
00:52:29: Ja, gar nicht.
00:52:29: Ja, gar nicht.
00:52:29: Ja, gar nicht.
00:52:30: Ja,
00:52:30: gar nicht.
00:52:30: Ja, gar nicht.
00:52:30: Ja, gar nicht.
00:52:30: Ja, gar nicht.
00:52:32: Ja, gar nicht.
00:52:33: Ja, gar nicht.
00:52:34: Ja, gar nicht.
00:52:35: Ja, gar nicht.
00:52:35: Ja, gar nicht.
00:52:36: Ja, gar nicht.
00:52:36: Ja, gar nicht.
00:52:36: Ja, gar nicht.
00:52:37: Ja, gar nicht.
00:52:38: Ja, gar nicht.
00:52:38: Ja, gar nicht.
00:52:38: Ab und zu.
00:52:38: Also, ja, wenn es passt, also wenn ich Zeit habe, neulich war ich härter gegen KSC in Berlin gucken.
00:52:45: Also wieder, wenn sich jeder fragt,
00:52:47: warum, null,
00:52:48: null war es auch.
00:52:49: Es war so schlechter, verregneter, zweitliga Kick ohne Tore.
00:52:54: Es war fantastisch, ich habe es geliebt.
00:52:56: Die Stimmung war trotzdem sehr
00:52:58: gut.
00:52:58: Ja, wie nackt auf der Bühne sozusagen, ne?
00:53:00: Ja, ich war ja schon nackt auf der Bühne schon mehrmals.
00:53:03: Ja, ich war gleich ganz am Anfang an meiner Talierzeit, weil ich nackte in meinem zweiten Stück und da dachten sie halt, ja, der ist, der ist dreiundzwanzig, der kann das mal machen.
00:53:12: Ich hatte wirklich auch nur so fünf Sätze.
00:53:14: Ja.
00:53:15: Und musste so einen italienischen, sexüchtigen, klischierten, ja, so ein, so ein, so ein,
00:53:22: das
00:53:24: sei nicht so schlimm, der hatte auch nur so italienische Sätze und musste halt so ein Klischee, sexüchtigen, ... italienischen Loverboy spielen.
00:53:32: Ja.
00:53:32: Und ich wusste auch nicht, weil die ganze Zeit ... ... ich war voll peinlich, so ins Klischee zu gehen, ... ... aber es gab keine Rettung.
00:53:36: Und dann habe ich es halt völlig übertrieben ... ... und hat mir von der Requisite auch noch einen riesigen ... ... Dildo geben lassen, mit dem ich immer allen ... ... Kopf gehauen habe und ... ... ich musste mich irgendwann ausziehen, weil ... ... irgendwann war es die ... ... typische Eskalation von allen meinen Sexanspielungen ... ... und meiner absurden Sexbesessenheit, ... ... die ich da an den Tag gelegt habe, ... ... dass ich mich auch ganz nackt ausziehen musste.
00:53:58: Okay,
00:53:58: aber am
00:53:59: Ende, wenn ich so die Gespräche mit anderen Schauspielern und Schauspielern haben, ist der Nackt-Szene erst mal ja gar nicht das Schlimmste.
00:54:04: Also wir von außen denken immer, das ist aber, ich sage mal, aber sich Nackt zu machen, auch im Sinne von Gefühle rauszulassen, ich finde ja ehrlich gesagt, weinen fände ich viel schlimmer, als ohne Klamotten auf der Bühne zu stehen.
00:54:17: Das will dann keiner sehen, aber...
00:54:20: Manche wollen es sehen.
00:54:22: Aber
00:54:22: ja, weil sich aussehen ist ja einfach nur ein technischer Vorgang.
00:54:25: Das kann ja wirklich jeder.
00:54:27: Aber
00:54:27: Wein hier eigentlich dann auch, würdest du jetzt als Schauspieler sagen, oder?
00:54:30: Ja,
00:54:31: weil es gibt einen Unterschied zwischen dem Wein, was so ein bisschen produziert ist, was auch total okay ist.
00:54:36: Aber ein richtiges Wein, so richtiges Schluchzen, das fährt nochmal anders ein, wenn man wirklich weint.
00:54:43: Muss aber auch nicht sein.
00:54:44: Also...
00:54:46: Jetzt wollen wir noch mal auf deine Sportkommentatoren-Garriere zurückkommen.
00:54:50: Für welche Sportarten interessierst du dich denn noch?
00:54:52: Weil ich meine, als Sportkommentator könntest du jetzt nicht nur härter Spiele kommentieren.
00:54:55: Ja, das wäre
00:54:56: ein bisschen das Problem, weil ich dann, wenn ich dann Skispringen kommentieren müsste, dann werde ich nicht so viel zu sagen.
00:55:02: Aber guckst du noch andere Sportarten?
00:55:04: Gehst du hier in Hamburg mal irgendwo?
00:55:06: Zum Basketball, Handball?
00:55:08: Nee.
00:55:10: Tatsächlich, ich hab als hier die Basketball-WM war und die hat ja Deutschland auch gewonnen und dann war ich auch so ein bisschen von Dennis Schröder und so begeistert und hab mir auch tatsächlich das Finale angeguckt.
00:55:21: Aber nee, es ist tatsächlich einfach nur Fußball und das ist auch vor allem härter.
00:55:25: Ich gucke vor allem härter Spiele.
00:55:28: Und jetzt bin ich wahrscheinlich auch nicht Sportkommentator geworden.
00:55:31: Dann ist
00:55:31: jetzt die Brücke im Grunde zur nächsten Frage.
00:55:33: Wenn du härter Spiele gewohnt bist, was bringt dich denn zum Weinen?
00:55:37: Und da meine ich jetzt tatsächlich nichts im Fußballbereich.
00:55:41: Oder wann hast du das letzte Mal geweint?
00:55:44: Ich glaube vor so ein paar Wochen.
00:55:47: Dieses Jahr habe ich noch nicht geweint.
00:55:49: Ich habe mich bringen... Katastrophen, kleinere, private Katastrophen zum Wein, ich glaube.
00:55:57: Gibt es Filme, wo du mal geweint hast?
00:55:59: Also, Titanic ist ja so ein Film, wo alle sagen, das ist nicht verstanden.
00:56:03: Doch!
00:56:04: Ich hab's nicht verstanden.
00:56:04: Nein,
00:56:05: bei Titanic hab ich auch nicht geweint.
00:56:06: Ich hab den aber auch zum ersten Mal mit meiner Schwester, die ist zwei Jahre älter, und mal Freundin von ihr gesehen.
00:56:10: Und die waren so, die waren vielleicht so fünfzehn oder vierzehn, und ich war halt so zwölf, dreizehn.
00:56:15: Und die haben so performativ geweint.
00:56:17: Die waren so, oh ja, jetzt ist das, man muss weinen, oh Jack stirbt.
00:56:22: Hier Rose lässt sie nicht auf ihr Floh ist und das ist alles wahnsinnig traurig.
00:56:25: Und die haben dann so performativ so geschlucht und hatten so ganz viele Taschentücher.
00:56:29: Und ich habe es gar nicht verstanden und ich habe so, es war total entlarvend.
00:56:32: Nee, bei Titanic musste ich auch nicht weinen, müsste ich jetzt wahrscheinlich auch nicht unbedingt.
00:56:35: Aber gibt es einen Film, der dich mal zum weinen?
00:56:37: Das ist mir gerade
00:56:38: was total peinliches.
00:56:38: Ich weine immer noch bei Winnetou's Tod, obwohl ich da auch weiß, dass er nicht wirklich stirbt.
00:56:43: Da habe ich auch noch nicht.
00:56:44: Da habe ich nicht geweint bei Winnetou's, bei Winnetou III, als er stirbt.
00:56:47: Da habe ich auch nicht geweint.
00:56:48: Aber doch, ich habe geweint.
00:56:50: Weil wir darüber heute schon gesprochen haben, Arthur Sun mit Paul Maskell.
00:56:54: Das hat mir wieder über das Thema Depression und
00:56:59: Gefühle
00:57:00: und auch aus einer Männerperspektive, aus einer männlichen und mit toxischer Maskelinität und so wie das da verhandelt wird.
00:57:05: Das hat mich tatsächlich super krass berührt und zum Wein gebracht und... Ich habe tatsächlich, und es ist mir total unangenehmer, weil ich sage es jetzt einfach, ich habe beim Staffelfinale von Stranger Things vor einer Woche, als ich das geguckt habe, geweint.
00:57:18: Ja, wir werden jetzt nicht sagen, warum, weil das wär ja blöd.
00:57:22: Major Spoiler.
00:57:23: Aber
00:57:23: das tut mir natürlich auch Totalheit.
00:57:25: Und ich war eigentlich nur froh, dass es endlich vorbei ist, weil es war so viel zu lange und ich hatte wirklich gar keine Lust mehr auf Stranger Things, aber ich musste es halt zu Ende gucken und dann habe ich tatsächlich am Ende geweint ein bisschen.
00:57:35: So.
00:57:36: Wir sind jetzt auch am Ende.
00:57:37: Ich hoffe, dir kommen jetzt nicht die Tränen.
00:57:39: Ich habe nur noch zwei Fragen für dich.
00:57:41: Wo siehst du dich in fünf Jahren?
00:57:45: Ich habe keinen Plan, keinen Festen, was in fünf Jahren sein wird.
00:57:49: Ich hoffe, dass ich vielleicht hier, vielleicht woanders, aber an einem Ort bin, mit sehr allgemein, mit irgendwie tollen Menschen und tolle Projekte machen kann und inspirierende für mich.
00:58:02: was Aussagende Kunst machen kann.
00:58:05: Wo siehst du Hamburg in fünf Jahren?
00:58:09: Ich dachte so fünf Jahre sind ja eigentlich für eine so eine Stadt keine Zeitspanne und dann dachte ich, aber ich bin jetzt genau seit fünf und ein halb Jahren in Hamburg und ich habe das Gefühl, Hamburg hat sich seitdem auch ein bisschen verändert und auch ein bisschen in so eine Richtung.
00:58:25: Was schlechter wird ist, wenn Subkultur und so glatt gebügelt wird und ausstirbt.
00:58:31: Und ich habe das Gefühl und ich hoffe für Hamburg in fünf Jahren, dass ich in fünf Jahren nicht sagen muss,
00:58:36: ah,
00:58:37: vor fünf Jahren war das aber noch besser.
00:58:38: Und jetzt gerade würde ich sagen, als ich hier herkam, gab es viel mehr noch Orte, nicht zuletzt hier, wo jetzt hier nicht Sternbrücke, wie heißt das?
00:58:46: Doch Sternbrücke, oder?
00:58:47: Mit den Clubs Wagenbau und so.
00:58:50: Ist jetzt aber nur so ein Beispiel und ich hoffe in fünf Jahren in Hamburg, dass Hamburg mindestens so stabil, subkulturell ist, wie es jetzt auch ist.
00:58:58: Vielleicht sogar mehr.
00:59:00: Diese nötige Stabilität, die wünsche ich dir in deiner Karriere auch, lieber Johannes.
00:59:04: Danke.
00:59:04: Ich danke recht herzlich.
00:59:06: Es war eine wirklich sehr vergnügliche Stunde.
00:59:09: Wir haben einiges gelernt.
00:59:10: Wir haben Pauling ein Hertha-Fan kennengelernt.
00:59:12: Das sucht man ja in der freien Natur sehr lange.
00:59:15: Und in diesem Sinne sage ich Ahoi.
00:59:17: Ahoi Lars.
00:59:18: Vielen Dank.
00:59:21: Das war gute Leute.
00:59:22: Das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier.
00:59:25: Von der gute Leudefabrik, der Szene Hamburg und dem Zeitverlag.
00:59:29: Folgt dem Hamburg-Gespräch als
00:59:31: Podcast auf
00:59:32: allen bekannten
00:59:33: Streaming-Plattformen.
00:59:34: Jeden zweiten Montag neu.
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