Daniel Schütter bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"

Shownotes

In „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ mit Lars Meier erzählt Daniel Schütter, Schauspieler und Intendant des Ernst Deutsch Theaters, wie ihn seine Kindheit in Bergedorf und später das Leben in der Schanze geprägt haben. Er spricht darüber, warum für ihn früh klar war, dass Kunst sein Weg ist, und wie sehr ihn Hamburgs Theater-, Musik- und Kulturszene beeinflusst haben. Außerdem berichtet er, weshalb er an die Kraft des Lokalen glaubt, wie er die Veränderungen im Viertel erlebt und warum Gemeinschaft für ihn die Basis künstlerischer Arbeit ist.

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00:00:02: Ich war eher Außenseiter.

00:00:04: Also ich habe wenig Anschluss gehabt zu den Menschen in meiner Schule oder noch so einen Schulfreund, mit dem ich wirklich der noch immer mein bester Freund ist aber das war auch eigentlich der... ...zu mir gesagt hat, dass es okay, dass du das alles anders willst als alle anderen und dass du mich hier nicht... Kein Anschluss, finde ich.

00:00:29: Es macht ein Ding und der mich darin bestärkt hat was wahnsinnig wichtig war weil es dann schon oft nicht einfach ist wenn man sich gar nicht verstanden fühlt um sich herum und sich so einsiedelt und eigentlich nur so einen Freundeskreis hat.

00:00:45: der also das für mich hat sich dann die Schulaufbahnen wirklich angefühlt wie so'n nine to five Job wo man sagt Das macht mir eigentlich kein Spaß und ich lebe hinterher Was ja auch ein Modell ist, wo Leute sagen ich mach meine Arbeit und meine Hobbys und so.

00:01:04: Das Wichtige das ist meine Identität und so hat sich Schule für mich auch angefühlt.

00:01:10: Ich habe mich da sehr wenig verstanden gefühlt!

00:01:15: Ich liebe zum Beispiel die Strecke zwischen Hauptbahnhof & Dammtour mit der S-Bahn wenn da die Sonne auf die Alster glitzert usw.. Das ist für mich eines der schönsten Dinge.

00:01:32: dann finde ich das Planetarium einen ganz, ganz wunderschönen Ort und den Altonaer Balkon.

00:01:43: Und ich find schon dass es sehr viel ruhiger geworden ist was das alles betrifft.

00:01:49: also während man merkt das halt so zum Feiern die Lautstärke eher mehr geworden ist weil immer mehr Leute kommen aber der künstlerische Anteil dann weiter verschwindet und werden natürlich auch gleichzeitig mit den kleinen Clubs und kleine Bands.

00:02:07: Und alle haben immer mehr Probleme, und es ist nicht mehr so dass irgendwie in der Ecke Neipe spielt.

00:02:13: Immer mal wieder eine Band einfach so unangekündigt oder so... Das finde ich schon problematisch weil man dieses Gefühl von kulturellem Leben muss man dann suchen Und es kommt einem nicht entgegengeflogen.

00:02:34: Ich glaube, man lernt die Sachen am besten kennen, wenn sie einem einfach entgegen fliegen und kann dann Begeisterung empfinden.

00:02:41: Also ich finde, man sollte dem nicht schwer machen künstlich.

00:03:16: Heute zu Gast ist der Schauspieler und Intendant Daniel Schütter!

00:03:21: Moin moin Du wurdest in Hamburg geboren und bist in einer traditionreichen Theaterfamilie aufgewachsen.

00:03:28: Nach frühen Jahren als Musiker mit Kollektiv-Zweiundzwanzig hast du dich auf der Bühne und vor der Kamera etabliert, eigene Stücke entwickelt und als Regisseur gearbeitet.

00:03:37: Außerdem bist du in der Synchronisation und Werbung tätig.

00:03:40: Seit der Spielzeit zweitausend zwanzig sechsundzwantig bildest du gemeinsam mit Allerjenige die Intendanz des Ernstdeutschteaters.

00:03:47: Du wohnst in der Schanze und hast einen Sohn!

00:03:49: Lieber Daniel!

00:03:51: Wenn dein heutiger Tag ein Song wäre, welcher wäre es?

00:03:55: Wahrscheinlich Travis Scott, Goosebumps.

00:03:58: Sehr schön!

00:03:59: Bist du so aufgeregt oder berührt dass du hier heute sitzen kannst?

00:04:04: Ich glaube man sollte immer den Tag starten als würde was ganz Wundervolles passieren.

00:04:10: Ja warte mal ab.

00:04:11: wir haben eine Stunde vor uns.

00:04:13: wenn Hamburg ein Theaterstück wäre Welcher Titel würdet ihr denn zur jetzigen Situation so einfallen?

00:04:22: Es ist ja einfach so, dass Hamburg wahnsinnig schön ist und fast alle Theaterstücke immer so eine Dramatik mit sich bringen die ich in Hamburg eigentlich sehe weil ich finde Hamburg eigentlich ziemlich stabil.

00:04:35: Also wenn nicht mehr als ausdenken würde, würde ich sagen stabil bleiben aber...

00:04:44: Ich finde die Antwort ist gegeben!

00:04:45: Ich find das super.

00:04:47: Du bist ja unfassbar vielfältig in den künstlerischen und kulturellen Bereichen.

00:04:59: Ich glaube, dass gerade in der Vielseitigkeit meine Stärke ist.

00:05:09: Dass ich bis jetzt nie Lust hatte zu sagen, ich konzentriere mich voll und ganz auf einen Bereich Und das mache ich Sondern dass immer irgendwo wo es ein hinträgt man auch was findet und eine Ausdrucksform findet.

00:05:22: Ich glaube, das zu verstehen wie defizitär man in den Dingen ist und durch die Vielseitigkeit in allen Bereichen von den neuen Aufgaben zu lernen.

00:05:35: Also ich glaube dass wenn ich mich um ein neues Album kümmere oder Musik mache lerne ich dabei was was ich später für die Regie in einem anderen Projekt mitnehmen kann die Offenheit, neue Aufgaben anzugehen.

00:05:54: Wahrscheinlich das stärkste ist was ich habe ja.

00:05:57: Jetzt bist du als Musiker und als Schauspieler auf der Bühne wahnsinnig präsent?

00:06:01: Als Intendant irgendwie auch schwebst du über allem.

00:06:04: wie ist es unsichtbar zu sein und trotzdem zu arbeiten also wenn Du in Erwerbung Deine Stimme einfach nur verleist?

00:06:12: Das ist ja das allerschöneste gerade wenn man in Erwärmung arbeitet dass man das keiner weiß dass man's gemacht hat.

00:06:18: Ich finde sowieso Ich bin kein Freund von egocentrischen Weltbildern oder vom Ei, von dem sich selbst irgendwo positionieren zu wollen.

00:06:29: Ich finde es sehr viel schöner wenn man immer versucht an eine Sache zu glauben und sich selber darin überhaupt nicht ernst nimmt.

00:06:39: Und ich glaube mir macht das... Die besondere Freude, dass man das am Ende einfach etwas dasteht was für sich selbst steht und nicht für mich oder für irgendjemand anderen sondern als Sache weil es geht darum Menschen eine Freude zu machen oder zu bereichern.

00:06:58: Und daran haben ich und die Menschen mit denen Ich arbeite die größte Freude.

00:07:06: Jetzt gucken wir mal, was dir hier in Hamburg besonders große Freude macht.

00:07:09: Wir kommen zu unserer Schnellfrage rund in den Lieblingen.

00:07:12: Welches ist dein Lieblingsfestival in

00:07:14: Hamburg?

00:07:15: Das Dokfel!

00:07:18: Welche ist deine Lieblinsbar?

00:07:21: Da ich nicht trinke, ist das natürlich schwierig.

00:07:25: Früher würde ich sagen war es das Crazy Horse.

00:07:29: Oh ja...

00:07:30: Da habe ich viel Zeit verbracht, aber jetzt bin ich ehrlich gesagt nicht mehr wirklich in Basse unterwegs.

00:07:35: Also wenn es ein Café wäre würde ich wahrscheinlich hier das Good One in der Schanze benennen da im Spitlerchaussée und wenn es einen Restaurant wäre würde Ich das Wolas in Herr Wolas auch

00:07:50: hier sagen.

00:07:50: Oh toll!

00:07:51: Ja gerade im Sommer

00:07:54: Wenn die

00:07:54: Fahrräder da vorbeirauschen und Leute neugierig reingucken, der Laden ist immer voll irgendwie gefühlt?

00:08:01: Ich finde es so wunderschön wenn Gastronomen eine Speisekarte bauen können wo jeder was findet.

00:08:07: Und alle werden glücklich!

00:08:09: Man ist gemeinsam ein nächstes Thema und man kann einfach den Abend genießen so liebevoll und an so einem schönen Ort.

00:08:19: Ist auch mein Lieblingspark daneben, ich bin wahnsinnig gerne im Wohlerspark auch.

00:08:22: Die Frage hätten wir nicht gestellt aber die haben wir damit auch beantwortet.

00:08:25: Welches ist denn deine Lieblingsausstellung?

00:08:28: Ich habe mir Jahreszicket für die Kunsthalle.

00:08:30: Also ich bin viel in der Kunsthale und ich muss sagen sie machen mega Job da!

00:08:34: Die haben eine unfassbar tolle toll kuratierte Ausstellung, jede die kommt und insofern kann ich Hamburger Kunsthallen bestes.

00:08:45: Dein Lieblings-Aussichtspunkt

00:08:48: in Hamburg?

00:08:49: Auch wenn ich am Anfang dachte, was wird das denn?

00:08:52: jetzt muss ich zugeben.

00:08:53: Ich finde es ziemlich geil oben auf dem Bunker.

00:08:58: Das hat da oben einen wundervollen Flair.

00:09:00: man kann da wahnsinnig gut Zeit verbringen und man sieht die ganze Stadt und man hat ein tolles Angebot.

00:09:08: Ich find's mega da!

00:09:10: Welches ist dein Lieblingsturvinier aus Hamburg?

00:09:14: Gibt zum Beispiel so einen ganz kleinen Laden, der heißt Traum für Illustration in der Paul-Rosenstraße.

00:09:20: Das ist nicht so Hamburg verbunden aber ich finde da gibt es wunderschöne Sachen die ein bisschen besonders sind.

00:09:26: wenn's jetzt so eine Hamburg Verbindung hat würde ich halt sagen gehen wir dann sagen Pauli Fanshop findet man auch immer was Geiles.

00:09:33: Ja

00:09:35: Wir kommen in deine Jugend In den Nullerjahren.

00:09:38: Wie hat Hamburg?

00:09:39: also gar nicht dein Elternhaus sondern wie hat Hamburg dich erzogen und

00:09:43: geprägt?

00:09:45: Also ich bin ja aus Bergedorf, also genau genommen aus Boberg.

00:09:51: Da weiß ich gar nicht ob man richtig sagen kann Hamburg!

00:09:55: Das hat ja so ein bisschen, natürlich ist es Hamburg.

00:09:57: Aber man isst so'n bisschen weiter... Was habe ich noch

00:09:59: in deiner Bergedorferin auch gesagt?

00:10:01: Ob das schon Schleswig-Holstein ist und da war sie sehr empört!

00:10:04: Deswegen also liebe Bergedorfinnen und Bergendorfer ihr gehört zu Hamburg.

00:10:08: Nein natürlich gehören Sie zur Hamburg.

00:10:10: aber man hat an dass ich als Jugendlicher hatte nicht das Gefühl, wenn ich irgendwie Zeit verbringen möchte Ich den Weg in die Innenstadt suche, sondern der Weg war nach Bergedorf rein.

00:10:24: Im Dorf?

00:10:24: Und man war sozusagen ein bisschen in seinem eigenen, das heißt dieser Dorfcharakter, diese Kleinstadtcharakter ist da schon noch da und vielleicht bin ich dann mal... Wenn ich Geburtstag hatte irgendwie einen Multiplex-Kino in die Innstadt gefahren weil das waren natürlich dann groß und aufregend und waren natürlich viel im Theater aber so als Jugendlicher der Lebensmittelpunkt dann trotzdem ein bisschen außerhalb.

00:10:51: Was auch schön war, weil man hatte die Bobergadinen und man hat den Wald und ich war viel draußen und hab gekifft was man so macht wenn man jung ist aber... Und hatte auch das Gefühl es wäre schöner gewesen, wenn nicht mehr Anschluss an dein kulturäres Leben gehabt hätte und mir das hätte sparen können.

00:11:10: Das hast du ja gut nachgeholt würde ich sagen!

00:11:13: Was war Hamburg denn für dich, also neben dem Kino an deinem Geburtstag?

00:11:17: War das eher abstoßen weil viel zu schnell, so wild, so groß oder hatte es eine Faszination durch dieses andere als Bergedorf.

00:11:26: Nee ich konnte mir schon immer nichts anderes vorstellen als so schnell wie möglich in die Innenstadt zu ziehen und den Anschluss an das zu haben was ich immer wieder besucht habe.

00:11:36: Also ich glaube dass gilt alle die Schwierigkeiten haben, also erst mal mit einem Bus länger zu einer Bahnstation fahren müssen und dann mit der Bahn in die Innenstadt fahren müssen.

00:11:48: Was ja auch zum Beispiel jetzt was in Steilshob ja so ein Ding ist wo jetzt ja irgendwie der Anschluss kommen soll.

00:11:56: aber ich glaube halt dass man eine Stadt spüren muss und man muss da auch schnell unterwegs sein und da ist es super wichtig das man schnelle Möglichkeit hat einen Anschluss zu einem Stadtleben zu bekommen.

00:12:10: Und ich bin sofort in die Chance gezogen, als ich mit dem Abi durchweise.

00:12:13: Ich war kurz in Australien aber dann bin ich direkt zurück ab in die chance und dann war ich da!

00:12:20: Und ich glaube überhaupt erst mal zu spüren was die Möglichkeiten von so einer Großstadt sind Was man alles erleben kann Von Bar- und Clubkultur über Musikszene über die Theater, die Museen und die Ausstellung.

00:12:40: Und wie viel Spaß das Leben macht wenn man ein kulturelles Leben lebt.

00:12:46: davon war ich total eingenommen.

00:12:51: Wann war

00:12:51: das denn mit sechzehn schon oder später als du in die Schanze gezogen

00:12:56: bist?

00:12:57: Ich glaube ich habe mir das anders vorgestellt als ich jung war.

00:13:03: Dass man irgendwie Kunst macht und Geld verdient damit.

00:13:08: Und dass das irgendwie eine tolle Art ist, also es war... Die romantische Seite habe ich kennengelernt als ich's kennengelernet hab.

00:13:17: Dass es einfach gar nicht darum geht sondern um das Leben selbst geht und dass es um unsere Lebenszeit geht und wie verbringen wir unsere Lebenszeiten?

00:13:29: ist so auf einmal?

00:13:30: die Möglichkeiten, die das hat, sind auf mich eingeprasselt als ich dann mit zwanzig in der Chance angekommen bin und gemerkt habe was eigentlich das Leben und das Großstadtleben mit sich bringt.

00:13:43: Und auf einmal überall Möglichkeiten zu sehen und Gemeinschaft im Lokalen vor allem.

00:13:50: Ich hab ja oft das Gefühl dass wenn man wenn man sich mit Nachrichten beschäftigt und dass man so einen globalen Weltschmerz ganz schnell spürt, aber darüber vergisst wie viel man im Lokalen verändern kann.

00:14:06: Also ich glaube, wenn man lokal das Leben mitnimmt und das Kulturetteleben mitnimmst und dann auf einmal eine Welt aufgeht in der Anteil haben kann und in der man gar nicht das Gefühl haben brauche ich kann ja eh nichts ändern, sondern doch ganz viel.

00:14:26: Man muss nur Lust haben auch das wahrzunehmen was um einer rum passiert.

00:14:33: Bevor es hier gleich weitergeht mache ich gerne Werbung für unseren Kooperationspartner die Zeit!

00:14:38: Mein Arbeitstag beginnt mit der Elbvertiefung dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.

00:14:44: Alle wichtigen Infos rund um Hamburg gibt es auf www.zeit.de-Elbvertieffung oder von Montags bis Samstags um sechs Uhr im E-Mail Postfach.

00:14:53: Oder ganz neu, der Zeit Hamburg Elbtvertiefungs Podcast zum Wochenende!

00:14:58: Hört mal rein... Ich meine normalerweise ziehen die Leute von zu Hause aus, um mal ganz was anderes zu machen und du gehst in die Chance, um dann wieder Kultur zu entdecken.

00:15:28: Ja ich glaube natürlich dadurch dass ich aus einer Künstlerfamilie komme bin ich halt mit diesem Sehnsuchtsort Kunst einfach sowieso aufgewachsen und fand das immer super schön und wahnsinnig spannend und habe auch in meiner Jugend ja immer irgendwie Kunst gemacht.

00:15:46: also Ich glaube, ich stand das erste Mal mit sieben auf einer Bühne und hab seitdem fast jährlich Theater gespielt.

00:15:53: Und dann habe ich angefangen Musik zu machen mit so zwölf, dreizehn... Es war irgendwie für mich immer klar dass das ein Lebensweg für mich ist und ich auch nicht wirklich einen anderen mir mal zwischendrin überlegt hatte was ja auch ein Riesenprivileg ist.

00:16:10: wenn man also ... Dass ich aus einem Elternhaus hatte das als Wunsch immer gefördert hat und gesagt hat, dass es toll macht.

00:16:24: Das ist was ganz, ganz Tolles!

00:16:27: Und ich glaube auch, dass das wichtig ist, dass dies ermöglicht wird.

00:16:35: Diese Sehnsucht ist wichtig zu fördern.

00:16:39: Ich bin wahnsinnig dankbar, dass bei mir der Fall war.

00:16:43: Jetzt

00:16:44: ist das für dich nochmal gewesen, aber wie war das im Klassenverbund?

00:16:47: Die anderen zwanzig bei dir in der Klasse, in der zehnten Elften.

00:16:51: Die sind ja wahrscheinlich alle irgendeinem Ausbildungsberuf oder einem Studium nachgegangen.

00:16:56: Warst du da eher Außenseiter oder hat die Leute das fasziniert oder hatte ich das gar nicht irritiert wenn die Leute gesagt haben wieso machst nur jetzt Musik oder wieso spielt zuständig Theater?

00:17:09: Ich war eher Außenseiter.

00:17:10: Also ich habe wenig Anschluss gehabt zu den Menschen in meiner Schule oder noch so einen Schulfreund, mit dem ich wirklich der noch immer mein bester Freund ist aber das war auch eigentlich der zu mir gesagt hat Das ist okay dass du das alles anders willst als alle anderen und dass du hier nicht Kein Anschluss, finde ich.

00:17:36: Es macht ein Ding und der mich darin bestärkt hat was wahnsinnig wichtig war weil es dann schon oft nicht einfach ist wenn man sich gar nicht verstanden fühlt um sich herum und sich so einsiedelt und eigentlich nur sein so ein Freundeskreis hat der also das.

00:17:54: für mich hat sich dann die Schulaufbahn wirklich angefühlt wie so einen nine to five Job wo man sagt es macht mir eigentlich kein Spaß und ich lebe hinterher Was ja auch ein Modell ist, wo Leute sagen ich mach meine Arbeit und meine Hobbys.

00:18:11: Das Wichtige das ist meine Identität.

00:18:12: Und so hat sich Schule für mich auch angefühlt.

00:18:17: Ich hab mich da sehr wenig verstanden gefühlt... Habst

00:18:19: du trotzdem irgendwo, wo Du Ärgerheitsentwickelt hast oder wo Du gesagt hast Da bin ich gut?

00:18:23: Also völlig überraschend vielleicht in Erdkunde oder Mathe Oder hast dann da auch eher die künstlerischen Fächer?

00:18:30: Nee gar nicht unbedingt.

00:18:30: weil ich also ich fand jetzt Darstellensspiele in der Schule So spannend, weil... Also hab ich gemacht.

00:18:39: Aber es war auch so mehr.

00:18:42: okay das macht man hier halt und es fällt mir ein bisschen einfacher, weil ich schon Erfahrung habe.

00:18:50: aber hat mich dann künstlerisch da auch nicht so interessiert was wir da und wie wir da gearbeitet haben?

00:18:56: Ich liebe Sachen zu verstehen Ich hab krass ADAS, wenn ich was spannend finde, find' ich super.

00:19:05: Und dann bin ich vollhuckt und ich hatte zum Beispiel eine Biolärerin – das fand ich mega spannend alles, was sie da erzählt hat!

00:19:11: Wie

00:19:11: der Bioläherin oder weil die das auch gut erklärt

00:19:14: hat?

00:19:14: Weil die es gut erklärte und weil die war einfach so dass sie die ganze Zeit vermittelt hat wie spannend ist... das Leben und Evolution, was alles passiert ist.

00:19:27: Und wie das alles passiert is.

00:19:30: Da war ich total huckt.

00:19:31: Dann gab es andere Sachen mit meinem Mathelehrer, der verstanden hat ... Ich werde das nie verstehen!

00:19:38: Keine Chance, dass ich noch mal checke, was eine Vektorialgleichung ist.

00:19:43: Der einfach gesagt hat, stört mein Unterricht nicht, hol dir einen Kaffee, als gut geht ein Rauchen und solange du die Schnauze hältst, dann war ich klar, es ist ein

00:19:54: Deal.".

00:19:55: So sind wir da durchgekommen zusammen.

00:19:58: Jetzt bist du quasi hier so schnell wie möglich ins Zentrum gezogen, gibt es trotzdem noch einen Ort in Bergedorf den Du immer wieder aufsuchst?

00:20:05: Auch mit so einem inneren Lächeln?

00:20:07: Oder sagst Da muss ich mal hinwieder?

00:20:09: Klar ist immer die Bobergerdün, dann ist das Grab von meinem Vater in Bergerdorf, da bin ich auch zwei Mal im Jahr und lege ein paar Rosen hin und mit meiner Mutter gemeinsam.

00:20:23: Also, finde ich auch wahnsinnig schön da.

00:20:26: Und ansonsten eher nicht... also das sind so die zwei Orte an die ich sehr gerne fahre und sonst gibt es dieses Elternhaus nicht mehr.

00:20:38: Es gibt keine Verbindung nach Bergdorf.

00:20:40: Ich habe keine Freunde, die da leben insofern.

00:20:44: Gibt es denn aus den frühen Jahren hier in Hamburg einen Sehnsuchtsort der damals für dich schon eine große Faszination hatte?

00:20:52: Wo du gesagt hast Da will ich mal immerhin, wenn ich das möchte und nicht nur, wenn der Bus fährt.

00:20:59: Hamburger Dom?

00:21:00: Ja!

00:21:00: Bis heute.

00:21:02: Bis heute... Ich fand es für mich war das immer schon wie Eintauchen in eine andere Welt mit, wenn's dann dunkel ist und die Lichter.

00:21:12: Und für mich hat sowieso diese Spielbudenestätik was total romantisches immer schon.

00:21:22: Wahnsinnig, wahnsinnig schön immer da zu sein als Kind.

00:21:28: Vor allem mit meinem Neffen.

00:21:29: also der ist genauso alt wie ich das macht die Familie in Struktur ist auch Schauspieler geworden und mit dem war ich immer jedes Jahr da und mit großen Augen.

00:21:42: Und waren

00:21:43: die Süßigkeiten das Ziel?

00:21:46: oder die Wilde Maus und die Achterbahn?

00:21:48: Wilde maus auf jeden Fall wildem aus war immer ganz groß Und jetzt, gerade mit meinem Sohn ist es aber eher kuddlerhai und die Wildwasserbahn.

00:22:01: Aber ich finde es schön in ihm zu sehen wie das sich bei ihm auch einlöst dieser wahnsinnige Zauber von den blinkenden Lichtern und dem Spaß und der Geräuschkulisse.

00:22:16: Jetzt ist ja der Dom eine klassische Hamburgensil sozusagen.

00:22:20: was ist denn an dir persönlich?

00:22:22: Typisch Hamburg.

00:22:28: Ich glaube, dass Hamburg auch eine Ruhe in sich hat und gerne... Also das was ja oft so ein bisschen als der Hamburger wäre reserviert oder sowas, was ich gar nicht finde.

00:22:48: Da ist ne innere Ruhe weil wir wirklich ne schöne Stadt haben.

00:22:52: Das kann in sich ruhen Und dann ist es wahnsinnig herzlich und ich hoffe, dass sich das auf mich übertragen

00:22:59: hat.

00:23:00: Du sprichst ja immer wieder über die Schönheit von Hamburg.

00:23:02: wenn jetzt ein Tourist hier herkehme welche drei Orte würdest du ihm denn als erstes zeigen?

00:23:07: Wenn kein Dom ist?

00:23:10: Ich liebe zum Beispiel Die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Dammtour mit der S-Bahn wenn da die Sonne auf die Alster glitzert usw.

00:23:21: Das ist für mich eines der schönsten Dinge die ich kenne.

00:23:27: Dann finde ich das Planetarium ein ganz, ganz wunderschönen Ort und den Altonaer Balkon.

00:23:37: Gibt es denn im Umkehrschluss Orte, wo du sagst Keilader nix mit anfangen?

00:23:44: Weiß ich nicht!

00:23:45: War auch noch nie vielleicht sogar...

00:23:48: Weiß ich nicht.

00:23:48: Ich muss sagen, ich mache ja ganz gerne immer mal wieder so Sachen.

00:23:52: die Leute sagen das ist ja nur touristisch und so und ich finde dass es voll schön.

00:23:57: also

00:23:58: Wann bist du denn das letzte Mal mit dem roten Bus gefahren?

00:24:00: Mit dem rotem Bus bin ich glaube ich wirklich noch nie gefahren.

00:24:02: Das muss ich mal... Ich habe das

00:24:03: tatsächlich nach fünfzehn Jahren Hamburg mal gemacht auch noch Ostern wohl Die Busse bumsvoll waren

00:24:09: und

00:24:10: ich fand's total spannend.

00:24:11: Also ich fands wichtig das alles mal gemacht zu haben.

00:24:14: jetzt bin ich dann nach Hamburg gekommen erst Mit Mitte zwanzig und ich habe sehr lange gebraucht, alle Mussorte mal zu besuchen.

00:24:22: Ich war auch nur einmal bisher auf dem Ulster-Fafrithof.

00:24:25: Da bin ich zum Beispiel ziemlich häufig und das würde

00:24:27: mich gerne häufiger machen tatsächlich da.

00:24:31: vielleicht gehen wir da mal zusammen voll

00:24:32: gerne.

00:24:33: Ach herrlich!

00:24:35: Da gibt es so viele total schöne Orte den Garten der Frauen, dann gibt es diese anonymen Gräber.

00:24:46: Es gibt ja einen Ort wo Menschen die anonym begraben werden, wo man überhaupt nicht weiß wohnt wie und was hier jemand ist und das finde ich total schön.

00:24:57: Generell gibt's da unfassbar viele schöne Orte bei dieser kleinen Wasserturm, wo immer schöne Ausstellungen sind und so.

00:25:06: Das ist schon fein!

00:25:11: Es gibt glaube ich keinen Ort in Hamburg, wo über die Veränderung häufiger gesprochen wird als die Chance.

00:25:19: Jetzt bist du hier wahrscheinlich als Jugendlicher das erste Mal hingekommen und lebst jetzt schon eine ganze Weile.

00:25:26: Wie siehst denn Du das?

00:25:27: Also nicht nur das Wort Gentrifizierung sondern auch Veränderungen durch die Ladenstrukturen usw..

00:25:36: Ich glaube, ja vieles kann man nicht beeinflussen.

00:25:40: Und ich finde es immer wichtig zu gucken was ist schön an Veränderungen.

00:25:45: Vieles finde ich aber natürlich auch problematisch, ich find's frei!

00:25:49: Also ich erinnere mich als ... Ich hab ja als Straßenmusiker angefangen und wir haben jede Woche hier auf dem Schulterblatt gespielt und das waren immer große Menschentrauben da und wir hatten bis in die Nacht gespielt Und nach zwei Jahren oder so, als man so merkte es verändert sich immer weiter in der Schanze.

00:26:14: Um zwanzig Uhr war immer die Polizei da und hat uns den Strom abgestellt und gesagt ihr dürft nicht mehr laut sein.

00:26:20: und das war so die erste Veränderung wo ich gemerkt habe ah hier ist irgendwie eigentlich ein Ort davon lebt dass Kunst passiert und überall und unberechenbar.

00:26:36: Und jetzt war das deswegen ein Sehnsuchtsort, den macht man gerade irgendwie kaputt.

00:26:44: Ich finde schon dass es sehr viel ruhiger geworden ist was das alles betrifft.

00:26:50: also während man merkt zum Feiern die Lautstärke eher mehr geworden ist weil immer mehr Leute kommen aber der künstlerische Anteil dann weiter verschwindet und werden natürlich auch gleichzeitig mit den kleinen Clubs und kleine Bands.

00:27:08: Und alle haben immer mehr Probleme, und es ist nicht mehr so das irgendwie in der Eckkneipe spielt.

00:27:14: Immer mal wieder eine Band einfach so unangekündigt oder so... Das finde ich schon problematisch weil man dieses Gefühl von kulturellem Leben muss man dann suchen Und es kommt einem nicht entgegengeflogen.

00:27:35: Ich glaube, man lernt die Sachen am besten kennen wenn sie einem einfach entgegen fliegen und kann dann Begeisterung empfinden.

00:27:42: also ich finde man sollte man sollte dem nicht schwer machen künstlich

00:27:51: Ja.

00:27:53: gibt's denn so bestimmte orte?

00:27:55: Also ich denke halt vor allen Dingen an das Ohrfeuer im letzten Jahr vor drei vier Jahren die Daniela Bar die bei mir ein unglaublichen Abschiedsschmerz ausgelöst haben.

00:28:04: Wo ich sogar innerlich, also nicht nur innerlich sondern einfach auch in meinem Freundeskreis überlegt habe wie kann man denn eigentlich diesen Ort retten speziell die Daniela war?

00:28:13: Gibt es noch so weitere Orte für dich wo du sagst also dass das nicht mehr da ist

00:28:19: Das schnimmst du das Bedford?

00:28:21: Ich

00:28:21: ahnte es.

00:28:23: Bedford und BP-I, da hab ich auch immer wieder einfach die Gitarre rausgeholt, hat meine Musik gemacht, die Leute haben Spaß daran gehabt oder wir haben da aufgelegt oder so.

00:28:35: Es war ein Ort der so gelebt, der in den Tag gelebt hat wie man selbst.

00:28:45: Und das war schon was ganz Besonderes.

00:28:51: So was sehe ich nicht mehr so richtig und das finde ich schon sehr traurig.

00:28:55: Aber andererseits genieße ich auch die Chance am Tag sehr, also dadurch dass ich abends nicht mehr viel unterwegs bin und er tagsüber.

00:29:08: irgendwie versuche ich einfach zu sagen hey guck dir die positiven Seiten an immer viele Gastronomen, die mit wahnsinnig viel Liebe hier auch... also auch das was jetzt im Bedford ist.

00:29:23: Da haben sie mit wahnsinnig viel liebe eine tolle Gastronomie aufgezogen und dann sitze ich halt da im Sommer draußen und es war es etwas Leckeres!

00:29:35: Ich glaube immer nur in so einem... früher war alles besser, es hilft überhaupt gar keinem.

00:29:44: Nee, wer uns jetzt hilft sind die Fragen der anderen Leute.

00:29:47: Wir haben zwei Leute, die eine Frage an dich haben.

00:29:50: wir hören mal rein!

00:29:52: Moin Daniel Schütter ich bin Lara Alefelder von der Firma Rückenpause.

00:29:56: Wir beschäftigen uns den lieben langen Tag eigentlich mit betrieblicher Gesundheitsförderung Arbeitsplätzeinstellungen oder auch Massagen am Arbeitsplatz.

00:30:04: vielleicht gibt es ja die ein oder andere Begegnung einmal an einem Set oder an einer Theaterbühne.

00:30:09: Was ich jetzt aber ganz dringlich wissen möchte, ist auf welchen Sinn du am ehesten verzichten könntest?

00:30:17: Ist es Sehen,

00:30:18: Schmecken

00:30:19: oder Fühlen?

00:30:20: Ich bin gespannt und freue mich auf die Antwort.

00:30:22: Tschüss!

00:30:27: Schmeck'n.

00:30:28: Sag' ich jetzt mal... Also einfach nicht... also ich schmecke wahnsinnig gerne, aber ich glaube... ich glaube ähm... ich glaub damit könnte ich könnte man irgendwie

00:30:42: über

00:30:43: die Runden kommen.

00:30:44: Ich glaube, wenn die anderen also gerade in meinem Beruf wären wäre das ziemlich schwierig.

00:30:51: vor allem was bedeutet fühlen ist aber witzig.

00:30:53: ich habe während meiner Schauspiel-Ausbildung als Barmast höher gearbeitet auch von bar zu bar gezogen und hab da Menschen am Tresen den rücken massiert.

00:31:08: Ja, ist doch noch den Sittenjob dann da.

00:31:11: Ich denke ja also gerade was das nicht sehen zu können betrifft.

00:31:14: ich finde die Arbeit und wahnsinnig wichtig den Menschen nahezubringen was das überhaupt bedeutet und dass wir auch die Barrieren abbauen Menschen die nicht sehen können in einem kulturellen Leben teilhaben zu lassen usw.

00:31:33: Und das Leben zu fahren einfach oder besser möglich zu machen.

00:31:38: immer Es ist eine wahnsinnig wichtige Arbeit insofern.

00:31:41: Ich kann es mir nicht vorstellen, wie das wäre.

00:31:47: Wir horchen mal in die nächste Frage rein.

00:31:58: Und lieber Daniel, mich würde natürlich interessieren als Banker was für dich Geld bedeutet und natürlich wie du im Alltag bezahlst?

00:32:15: Notwendig in unserer Welt ja ist ein wahnsinnig komplexes Thema.

00:32:24: Also, ich hab das Gefühl wir haben da momentan gesellschaftlich keinen guten Umgang und auch verstehen bisschen wenig was es bedeutet wenn's nicht da ist.

00:32:39: Und wie...und auch gerade jetzt aus kultureller Perspektive so wie momentan bei den Menschen Das Geld vorhanden ist, aus durch die Inflation und so weiter.

00:32:53: An welcher Stelle kommt Kultur?

00:32:57: Also wenn die Hälfte des Gehalts schon für die Miete weg ist usw.

00:33:02: Und dann am Ende verstehe ich schon dass wir halt viel an den Theatern und in Kinos kämpfen das Leute kommen weil ... Ich glaube es einfach ziemlich weit hinten dann sozusagen so ein Luxus wie ein Theaterbesuch irgendwie in der Idee erst überhaupt kommt.

00:33:29: Und da haben wir, finde ich noch nicht die beste Lösung gefunden um das zu ermöglichen dass alle Menschen an einem kulturellen Leben gut teilhaben können weil ich glaube dass das wichtig ist dass wir das alle tun und dass wir alle den Zugang dazu haben und ich versuche da immer weiter bei Jern abzubauen.

00:33:49: aber Auch wir sind natürlich wahnsinnig davon abhängig Geld zu verdienen.

00:33:54: Wir sind ein Privattheater und es ist alles nicht einfach, insofern spielt eine große Rolle im Leben von uns allen und leider fast ne Zugroße.

00:34:07: Wie bezahlst du denn war die Frage noch?

00:34:10: In der Schanze kann man mittlerweile schon in der Hälfte der Läden digitale Zahlen oder mit Karte... Ansonsten sind hier sehr viele Schilder an den Eingängen.

00:34:21: Heute keine EC-Bezahlung möglich und die hängen dann da auch

00:34:24: ein Jahr?

00:34:25: Also ich habe einfach nie Bargeld, ich zahle immer alles mit Karte und oft wenn man bar bezahlen müsste, bin ich raus, sondern also einfach weil ich es nicht da hab oder denke okay jetzt bis zum nächsten Automaten zu laufen an wie viele Orten wir bis heute noch keine Kartensahlung möglich haben.

00:34:54: Was geht ab Deutschland?

00:34:56: Aber ja, immer mit dem Handy eigentlich.

00:35:00: Ja.

00:35:01: Kommen wir nochmal zu deiner persönlichen Beziehung zur Geld.

00:35:05: Wann hast du das erste eigene Geld verdient?

00:35:10: Also natürlich habe ich irgendwie in Nebenjobs gearbeitet während der Ausbildung.

00:35:16: nie abgeschlossen, aber während ich diesen einjährigen Exkurs in die Schauspielschule gemacht habe oder anderthalb ... hab' ich in verschiedenen Nebenjobs gearbeitet.

00:35:27: Ich hab lange als Stylist gearbeitet und ich hab als Model gearbeitet... Und zum Beispiel als Bar-Massur gearbeitet!

00:35:37: Gab's dann da so etwas wie dein Traum war unbedingt in die City ziehen zu wollen?

00:35:41: Etwas wo du für gespart hast oder wo du gesagt hast

00:35:46: mich jetzt?

00:35:49: Ich habe eigentlich, ehrlich gesagt immer das Geld was ich hatte in Musik-Equipment gesteckt.

00:35:55: Also es war... Es gab immer irgendwie ein Synthesizer den ich gerne haben wollte oder Mikrofonen oder neues Interface oder so.

00:36:05: also ist es eigentlich immer alles rednvestiert ins Kunst machen gewesen.

00:36:11: Also ich hatte noch nie irgendwie so ganz große Sachen die die ich gerne gehabt hätte.

00:36:17: Ich wollte eigentlich immer nur irgendwas machen und vielleicht mal brauchte man einen neuen Computer, weil jetzt hat man sich Produzieren beigebracht oder Videos schneiden oder so.

00:36:31: Aber es ging eigentlich immer darum, dass man was braucht, wenn man etwas Neues entdeckt hat.

00:36:38: Brichst du in der Vergangenheit ist diese Phase abgeschlossen?

00:36:41: Und jetzt geht's vor allen Dingen darum... Also sich andere Wünsche zu erfüllen.

00:36:45: oder ganz häufig in dem Moment, wo man Vater wird, denkt man immer erst mal an die Kinder?

00:36:50: Ja das ist auch jetzt noch so.

00:36:57: Ist dann ähnlich... Jetzt mache ich dann das Gleiche mit meinem Sohn.

00:37:00: also denke ich hatte zum Geburtstag einen E-Schlagzeug bekommen.

00:37:09: Es schifftet sich da nur teilweise auf ihn rüber.

00:37:12: Aber nee, das ist immer noch so.

00:37:18: Ganz häufig ist es ja so, dass die nächste Generation sich immer gegenläufig in irgendeiner Form entwickelt.

00:37:25: Dass jetzt bei dir und deinen Eltern nicht so gewesen ... Kannst du dir vorstellen, dass dein Sohn, der jetzt in einer Schanze aufwächst, irgendwann sagt Papa ich geh aufs Land?

00:37:34: Und werd Bauer oder was auch immer?

00:37:36: Der soll bitte einfach das machen, was ihn glücklich macht.

00:37:40: also Er hat egal für was er sich entscheidet, hat er meiner volle Unterstützung.

00:37:47: Ich glaube es ist wichtig dass man das findet wo man auch wirklich seine Lebensenergie Lust hat hineinzustecken und seine Zeit hinein zu stecken.

00:37:59: weil egal was man macht das ist mit wahnsinnig viel Anstrengung verbunden und wenn einem das kein Spaß macht dann ist das nicht geil.

00:38:09: Und ich glaube, da kommt auch so ganz viel von dieser Sinn-Suche der Generationen die jetzt so Abitur machen oder ihren Realschulabschluss.

00:38:18: Dass das ganze viele auf der Suche sind nach dem was ist eigentlich mein Platz in der Welt und ich glaube wir müssen das viel besser beibringen danach zu suchen weil nicht zu wissen was man mit seinem Leben machen soll aber irgendwie Zehnerjahre, Anfang zwanzig.

00:38:42: Ja

00:38:43: genau mit der Volljährigkeit irgendwie in eine Entscheidung reingedrückt zu werden die potentiell fürs ganze Leben stehen soll.

00:38:50: also es ist ja oft so das Denden dass ein Ausbildungsberuf auch etwas ist oder ein Studium etwas is was einen den Rest seines Lebens begleitetes passiert ja nicht allzu häufig dass man dann sagt ich mach noch mal was ganz anderes und ich glaube Identitätssuche was in den Schulen vorkommen sollte.

00:39:13: Ja, jetzt ist es ja so dass du der Familientradition sozusagen im kulturellen Bereich sehr gefolgt bist.

00:39:20: deine Mutter Isabella Werte Schütter Ist auch sehr aktiv in der Politik, ist SPD-Bürgerschaftsabgeordnete.

00:39:27: Ist das etwas was du dir für später aufgehoben hast oder weiß ich da was nicht?

00:39:32: und du bist schon lange bei den Usus früher aktiv gewesen?

00:39:36: Nee nein, es ist nicht so dass ich das ausschließe, dass irgendwann für mich mal auch ein Weg in die Politik gibt oder sowas weil ich finde es wichtig, dass wir politisches Engagement zeigen.

00:39:49: Es heißt nicht dass man irgendwie an vorderster Front stehen muss, sondern ich glaube das jegliche Arbeit in unserem demokratischen System auf politischer Basis wichtig ist und wir momentan alles tun um unsere Demokratie zu schützen.

00:40:11: Und ich habe jetzt gerade nicht das Gefühl, dass ich außerhalb des künstlerischen Schaffens da die Zeit finde was ich schade finde würde mich gerne noch mehr engagieren Aber ich stieß das nicht aus.

00:40:24: Und wenn du dich jetzt entscheiden müsstest, wärst dann die SPD?

00:40:28: oder wären es die Linken?

00:40:30: Die Grünen...die CDU?

00:40:32: würdest du nach Bayern ziehen um der CSU angehörig zu sein?

00:40:35: Also gerade was das Lokale betrifft also weil mich interessiert ja hauptsächlich dann das lokalpolitische Schaffen und da wäre ich am ehesten bei den Linken.

00:40:51: Siehst du wohl Und das hört deine Mutter jetzt zum ersten Mal oder habt ihr immer mal wieder auf Streitgespräche?

00:40:56: Nein, Streit-Gespräche nicht.

00:40:58: Also

00:40:59: Diskussionen haben wir immer mal weder aber immer konstruktiv und es ist alles gut.

00:41:06: Ich finde ja wichtig dass man sich austauscht und dass man politisch austausht dass man Diskurse aushält.

00:41:15: Da habe ich ja das Gefühl, dass es irgendwie

00:41:17: sehr

00:41:18: total flöten geht, dass man einfach unterschiedlicher Meinung sein kann und auch von unterschiedlicher Meinungen lernen kann.

00:41:24: Das heißt nicht nur weil man politisch woanders sich einer anderen Partei am nächsten fühlt, dass automatisch alle Unrecht haben und dass wir nicht von den Ideen anderer lernen können ist glaube ich wichtig zuhören.

00:41:43: Unbedingt.

00:41:44: Du

00:41:45: bildest ja eine Doppelspitze am Ernst-Deutsch-Theater mit aller Jegenia, was bedeutet denn Entscheidungsfindung im künstlerischen Bereich?

00:41:53: Weil das ist ja wenig Fakten basiert!

00:41:55: Das ist ja... Im Grunde gibt es da auch kein richtiges falsch.

00:41:59: wahrscheinlich ganz häufig wenn da Entscheidungen durchwürfeln oder Schnickschnack schnuck entschieden oder seid ihr von vornherein schon beide so kulturell ähnlich geprägt dass da eigentlich immer etwas Gutes herauskommt.

00:42:11: also Generell würde ich sagen, sind Eila und Ich uns in unserem Geschmack sehr ähnlich.

00:42:19: Und unsere Ideen potenzieren sich eher als dass sie gegeneinander prallen.

00:42:25: Wir versuchen wahnsinnig egofrei zu arbeiten also das man nicht irgendwie seine Idee da versucht durchzudrücken sondern die beste Idee gewinnt.

00:42:34: Das gilt natürlich für unser ganzes Team über Sachen sprechen und gucken, was ist jetzt gerade ... Was wollen wir erzählen?

00:42:46: Was sind Geschichten die wir finden.

00:42:48: Wenn jemand eine Geschichte findet, die er glaubt, die könnte man gut auf die Bühne bringen, dann besprechen wir das.

00:42:53: Und dann gucken wir uns alles möglich an, was wir Lust haben zu machen oder auch was Marketing betrifft oder irgendwas.

00:42:59: Im Endeffekt gewinnt die beste Idee!

00:43:01: Da sind wir alle zum Glück im ganzen Team so, dass wenn jemand eine bessere Idee hat immer sagen, oh, das besser lass das machen.

00:43:10: hat sich trotzdem dein berufliches Leben und Wirken mit der Übernahme des Titel Intendant in irgendeiner Form verändert, weil Leute dich vielleicht auch angucken und sagen so du musst jetzt die Entscheidung treffen.

00:43:24: Das ist ja ich sag mal in deinen vorherigen beruflichen Stationen ob jetzt in einer Band.

00:43:29: da entscheidet also man entscheidet viel gemeinsam und so gut das Teambuilding in einem Konstrukt wie ein Theater ist am Ende gibt's halt einen oder zwei in eurem Fall, die die Entscheidung treffen müssen.

00:43:42: Ist das etwas was dich jetzt schon irgendwie noch mal anders beschäftigt?

00:43:47: Ich hab ja in allem immer in Kollektiven gearbeitet sowohl in Theater-Kollektiven als auch in Band-K kollektiven und ich glaube, dass Kollektiv zu arbeiten was Wunderschönes ist Und es ist ja eher so, dass wir im Kollektif Ideen finden und die Beste gewinnt so.

00:44:09: Und wir tragen natürlich als Intendanz, die Verantwortung für das was wir am Ende entscheiden.

00:44:17: aber ich glaube Theater machen ist irgendwie so eine Aufgabe wo man das Gefühl hat da sind immer viele Köche ja viele Leute haben Ideen und die bringen sich ein und man muss das irgendwie versuchen zu etwas zu irgendwie etwas zusammenzuführen.

00:44:35: Und man hat das Gefühl, man möchte die Menschen unterhalten.

00:44:38: Man möchte aber gleichzeitig irgendwie was Gehaltvolles machen und irgendwie den Menschen etwas mitgeben oder zum Nachdenken.

00:44:46: Ich glaube ja nicht dass es, dass man Antworten geben muss oder sollte sondern eher Fragen stellen oder dazu ermutigen Fragen zu stellen.

00:44:56: Und so wie das einfach gestrickt ist, glaube ich dieses gemeinschaftliche Arbeiten sowieso das Wichtigste Und ich glaube, dass sich das nicht verändert hat seit die Position da ist.

00:45:10: Es ist sozusagen, dass man noch so ein paar andere Blickwinkel mit dazu bekommt wie zum Beispiel Oh Gott oh Gott!

00:45:17: Wie kriegen wir das verkauft oder sowas?

00:45:20: Aber... aber ich glaube man kann generell immer nur das machen worauf man Lust hat und wenn man anfängt wachen zu machen weil man denkt Das verkauft sich besonders gut denkt, so ist der Kunde.

00:45:35: Man weiß nicht wie er Kunde ist.

00:45:38: Das gibt es glaube ich nicht.

00:45:39: Ich glaube das ist ein Glaube, der über sowas popmusikalisches sich etabliert hat wo man denkt dass es doch alles irgendwie generisch gebastelt oder was auch immer.

00:45:53: aber ich glaube in Wahrheit geht's darum dass man das macht was man liebt.

00:45:58: und wenn man es liebt dann merken das die Menschen.

00:46:01: Nichts macht so viel Freude am Theater oder an Kunst wie zu sehen, dass es denen dies Macht Freude macht.

00:46:10: Und trotzdem gibt es auch eine unromantische Seite vom Chefsein möglicherweise Entscheidungen zu treffen und sie auch bekanntzugeben die vielleicht nicht allen gefallen.

00:46:20: also ich vermute mal du musst jetzt noch keine Königung oder so aussprechen.

00:46:24: aber Wie stellst Du dir vor damit umzugehen?

00:46:29: Ich glaube das... Man sucht ja erst mal immer nach Lösungen.

00:46:37: Erstmal ist es das Wichtige, dass man gemeinsam versucht, Diskrepanzen aus dem Weg zu räumen und ich glaube nicht daran, dass jetzt Menschen funktionieren müssen oder so was.

00:46:53: Wir machen nicht Wirtschaft und haben dann irgendwie Zahlen wo wir gucken, oh deswegen treffen wir irgendwelche Entscheidungen sondern wir sind ein Team und wir machen das gemeinsam, treffen Entscheidungen gemeinsam.

00:47:09: Und klar gibt es dann auch unangenehme Entscheidungen ganz sicher.

00:47:15: aber... Ist

00:47:16: ja vielleicht auch bei Besetzungen, wo mehrere Schauspielerinnen sich bewerben?

00:47:21: Das machen wahrscheinlich Caster, aber jetzt am Theater vielleicht auch mal du, dass du sagst sorry wird nix.

00:47:27: Ja, es ist sehr istend.

00:47:29: Dadurch, dass wir ein Ensemble haben ist das sowieso ja eher so, dass es das Feste Ensemble kommt und dann zwischendrin sich vielleicht mal eine Regie einen Gast wünscht.

00:47:41: Wo wir dann gucken, damit wir das ermöglichen können.

00:47:44: aber klar ist ja nicht alles irgendwie Puderzucker und alles ist ganz einfach sondern natürlich auch immer noch ein Business was wir haben Natürlich, wo es auch Sachen gibt die auch keinen Spaß machen.

00:48:04: Also mir macht auch... Welche

00:48:07: sind das?

00:48:07: Du ahntest schon dass die Frage kommt?

00:48:10: Ich habe jetzt keine große Freude daran Wirtschaftspläne zu schreiben oder so was.

00:48:14: Das ist in Notwendigkeiten und das ist auch wahnsinnig wichtig und dass man guckt trotzdem ist man ja jedes Jahr da und denkt ich hätte gerne noch mehr Geld für Plakatwerbung oder so und das dann leider nicht möglich weil wir halt nicht so viel Geld haben wie wie jetzt zum Beispiel die Staatstheater.

00:48:31: Aber man arbeitet einfach so gut, man kann und ich finde das alles was es Positives am Theater gibt, wiegt auf jeden Fall das auf, was einem auch mal auf den Nerven gehen kann.

00:48:54: Empathie als allererstes Lebensfreude?

00:49:00: und Gemeinschaftssinn.

00:49:06: Ich glaube das ist so hauptsächlich worum es bei uns geht, ja.

00:49:11: Wir kommen zu unserer

00:49:14: Rubrik

00:49:16: Wissenswertes und jetzt kommst du lesen ein paar Fakten vor die Hamburg betreffen.

00:49:23: Und wir sind aber auch schon bei dem ersten Fakt, was das Ernst-Deutsch-Theater betrifft.

00:49:28: Deutschlands größtes Privattheater ist das Ernest-Deutzsch-Theatr.

00:49:31: in seinem Hauptsaal verfügt es über siehundertdreiundvierzig Plätze und zieht jährlich über zweieinhalbtausend Besucherinnen an.

00:49:37: Was es zum größten Privaten sprecht Theater des Landes macht?

00:49:40: Welches ist das größte Theater, was du bisher besucht hast?

00:49:46: Das ist eine gute Frage weil ich's nicht genau weiß Aber weil ich nicht weiß, wie viele Plätze die haben.

00:49:53: Aber ich war mal in der Radio City Music Hall und die ist...die war ziemlich groß.

00:50:01: Da war ich da herrlich was zu helle.

00:50:03: Das ist ein riesen Ausschied gewesen.

00:50:06: Dann das Sydney Opera House war auch ziemlich groß.

00:50:11: Es sind natürlich dann keine Brechtheaterbühnen.

00:50:15: Ich glaube, was so eine Sprechtheaterbühne geht ist ja das Schauspielhaus hier in Hamburg schon auch eines der größten.

00:50:22: Aber das wären glaub ich die Größen, die ich bis jetzt gesehen habe.

00:50:27: Dann kommen wir zur nächsten Frage!

00:50:28: Die gefällt mir sehr gut... Nämlich im Zentrum für Naturkunde der Universität Hamburg.

00:50:38: Die rund viertausend, zwehundert bis sechstausend Präparate.

00:50:41: Verschiedene Arten sind für die Forschung wichtig und werden in großen Gläsern in Alkohol konserviert.

00:50:47: Welches ungewöhnliche Museum oder Ausstellung hast du bisher besucht?

00:50:51: Oder würdest du gerne noch mal besuchen?

00:50:56: Es gibt so verschiedene ungewönliche Museen, die man immer mal gerne besuchen möchte.

00:51:03: Ich frage mich was habe ich denn aber davon wirklich gemacht.

00:51:09: Ich glaube, ich war in Edinburgh.

00:51:13: Die haben da so ein wahnsinnig tolles Naturkundemuseum was umsonst ist und was so gebaut ist.

00:51:20: das die da immer alles ist auch für Kinder finde ich mega geil!

00:51:26: Das ist so gebastelt dass die da überall sind Sachen die man anfassen kann.

00:51:31: also wo ich das erste mal so ein Museumserlebnis hatte wo ich dachte Okay, das bringt richtig Spaß.

00:51:39: Und da war dann auch noch eine Doktor-Huhe Ausstellung, da war ich natürlich hinweg.

00:51:43: und sonst liebe ich das Victoria & Albert in London weil es so wundervoll schrullig ist wenn da auf einmal so ne Sammlung von Gartenzäunen an der Wand hängt oder was auch immer.

00:51:55: Es ist ein Sammelsorium was es da gibt.

00:51:59: Herrlich!

00:52:00: Kann ich beides groß empfehlen?

00:52:01: Wir kommen zum dritten Fakt.

00:52:03: Die Insel Neuwerk gehört zur Hamburg, obwohl sie ca.

00:52:05: hundert Kilometer entfernt liegt.

00:52:07: Der Leuchtturm Neuerwerk geht als ältestes Bauwerk Hamburgs und wurde um thirteenhundert erbaut.

00:52:13: was war der abgelegenste Ort an dem du jemals warst?

00:52:18: Es gibt ein kleines Dorf in Schottland das heißt Apple Cross wo man nur über so einen einspurigen Berg Pass, den man überqueren muss hinkommt.

00:52:35: Wo wenn man oben drauf ist der Windeinfass komplett wegbläst.

00:52:39: das ist dann sozusagen gegenüber von der Isle of Skye dieser Ort und wenn man da so ein bisschen da habe ich mal eine Woche verbracht.

00:52:50: und wenn wir da so spazieren geht kommt man auf einmal an so Orte wo die Zivilisation auf jeden Fall seit vierhundert Jahren nichts gemacht hat.

00:53:01: Das heißt, die Wege sind so... Man fühlt sich jetzt, wenn man irgendwie Bilbo und läuft da ein bisschen durchs Auenland.

00:53:10: Wahnsinnig schön!

00:53:11: Gerade ich bin ja so'n Winter-Urlauber.

00:53:13: Ich fahre wahnsinnig gerne mal weg, wenn's kalt ist und fahr auch dahin wo es kalt is'.

00:53:20: Ich finde es wunderschön, wenn man sich von Kamin setzen kann und ein Buch lesen kann.

00:53:24: Und irgendwie spazieren geht... ...dann in Schottland ist dann ja alles so lila und die ganzen Berghänge.

00:53:33: Wunderschönen!

00:53:34: Das fühlte sich zumindest abgelegen an.

00:53:37: Ist das wahrscheinlich gar nicht?

00:53:38: Aber ich glaube abgelegener war ich noch

00:53:40: nicht.

00:53:41: Wir haben über sehr viele Leidenschaften gesprochen und das könnte im Grunde auch eine Überschrift für dein Leben sein irgendwie, dass du deinen Leidenschaften folgst.

00:53:49: Du sitzt im T-Shirt mir gegenüber und es blitzen ein paar Tattoos hervor.

00:53:55: Sammelst du Bilder oder sammelst so auch bisschen den Schmerz der beim Entstehen passiert?

00:54:00: Es ist ja das schlimme beim Tätowieren, dass man hinterher immer direkt vergessen hat wie schmerzhaft es war alles zu machen.

00:54:10: Ich habe meistens selber gar nicht so Ideen was ich machen will sondern Ich sehe irgendeinen Tattoo-Künstler, den ich toll finde oder eine Tattoo Künstlerin.

00:54:22: Und fragt die dann meistens was hast du denn loszumachen?

00:54:28: So ist das so zusammengekommen, was da jetzt überall an meinem Körper rumhängt!

00:54:37: Die Vielfalt zieht sich ja durch deine Biografie, aber gibt es so ein Thema über das du stundenlang reden könntest diskutieren könntest was dich in dieser auch in einer Vielfald an Fakten und Ideen treibt sodass du quasi stundenlange drüber reden könnt.

00:54:55: Theater ist wirklich das wo sich mein Kopf super gerne unendlich lange mit beschäftigt was, glaube ich auch krass nerven kann.

00:55:12: Es ist natürlich auch dadurch, dass es sich durch meine ganze Familie zieht, das egal wo man isst wird ständig über Theater gesporen und eigentlich findet man kaum ein anderes Thema und ich glaube auf meinem Sohn geht's teilweise auf den Sack wenn man dann immer wieder ist so ah und kommen wir gehen noch da und dahin obwohl der schon auch super gerne ins Theater geht.

00:55:34: aber Ja, Theater ist ein generell ob Inszenierung oder das Schauspiel von KünstlerInnen.

00:55:44: Oder generell ich kann mich die Musik... Also ich glaube dadurch dass im Theater so ziemlich alles stattfindet was ich gerne mache es für mich grenzenlos und Ich kann nur über die Musik von einer inszenierung über Stunden sprechen mit Und bin wahnsinnig glücklich dabei.

00:56:04: also Ich glaube, alles hat so und dann natürlich auch die ... oder die Soundebene.

00:56:12: Oder ich bin auch ein kleiner Technik-Nord.

00:56:14: Ich kann mich über die Technik, die in einem Theater hängt mit den technischen Leidungen ewig lange unterhalten und sagen was?

00:56:21: Ihr könnt jeden Platz akustisch ansteuern!

00:56:23: Wahnsinn!

00:56:24: Also für mich ist das ein Thema, was sich kaum erschöpfen lässt.

00:56:30: aber ich glaube Da sind auch viele Aspekte, wo andere denken, halt auf mal die Klappe.

00:56:37: Daniel Schütter im Haushalt – was machst du damit einer ähnlich großen Leidenschaft?

00:56:42: Was findest du ganz großartig und was widerstrieb dir?

00:56:46: Kochen liebe ich sehr!

00:56:49: Ich finde es ist das meditativste, was man machen kann generell.

00:56:54: Ich kann Stunden in der Küche verbringen und irgendwas kochen.

00:57:01: Ich weiß nicht was es ist, aber Wäsche aufhängen finde ich das absolut schlimmste.

00:57:07: Was man jemals davon das Waschen selber ist überhaupt kein Thema.

00:57:12: Schon mal über ein Trockner nachgedacht?

00:57:13: Ja ja

00:57:14: jetzt gerade...ich weiß nicht warum.

00:57:16: der piept und will nicht mehr.

00:57:18: Du hast so einen Waschtrockner!

00:57:19: Aber es geht hier auch nicht mit Einklamotten.

00:57:21: Wäschung aufhängend ist generell einfach...ich weiss nicht warum das so schlimm ist.

00:57:26: Irgendwas ist falsch an dem Konzept.

00:57:29: Das Konzept, Wäsche aufhängen ist scheiße.

00:57:32: Irgendwo sind wir falsch abgebogen, dass das ein Teil unseres Lebens

00:57:35: ist.".

00:57:38: Wir haben nur noch zwei Fragen und kommen quasi ins Finale sozusagen.

00:57:44: Wo siehst du dich in fünf Jahren?

00:57:48: Ich

00:57:48: glaube an der selben Stelle wo ich jetzt bin vielleicht verändert und vielleicht mit was anderem beschäftigt Mit ja, das sicherlich.

00:58:00: Wie oft kommt denn so ein Tattoo dazu?

00:58:02: Also einmal im Jahr ist es dann wie Ostern und Weihnachten oder ist es... Ja, zwei,

00:58:06: zwei vielleicht drei im Jahr.

00:58:09: Ich hoffe einfach dass ich in fünf Jahren immer noch Lust habe mit so viel Energie das zu machen was ich gerade mache weil's mir wirklich wahnsinnig viele Freude macht Und weil's so schön ist mit den Menschen zu arbeiten mit denen ich arbeiten darf mit diesem wundervollen Ensemble Kunst zu machen und Musik zu machen.

00:58:32: Und all die wundervollen Dinge zu tun, und ich hoffe dass sich das einfach in fünf Jahren immer noch

00:58:38: darf.".

00:58:40: Ich bin fest davon überzeugt, dass dem so ist!

00:58:43: Wo siehst du Hamburg in fünf jahren?

00:58:45: Also...ich weiß nicht ob wir es in fünf Jh schaffen aber ich will, dass der Alster so sauber ist man da ein öffentliches Bad drin haben kann, dass wir da drinnen immer schwimmen können.

00:59:01: Ich will das dann schön, dass es dazugehört... Das ist zu unserem Hamburger Alltag im Sommer gehört einfach in der Alster zu baden und ich weiß nicht ob wir das in fünf Jahren schaffen aber vielleicht gehen wir bei euch das mal an?

00:59:15: Ja!

00:59:16: Ich finde es ist ein schönes Ziel.

00:59:18: also unbedingt lieber Daniel das war ein Unglaublich buntes, vielfältiges Gespräch.

00:59:24: Vielen vielen Dank für deinen Einblick in dein wirklich bewegtes Leben und ich drück dir alle Daumen, dass du das nicht nur in fünf Jahren noch machst sondern auch noch in zwanzig Jahren... Nicht dass du es machen

00:59:36: musst,

00:59:37: sondern dass du's darfst!

00:59:38: In diesem Sinne sage ich

00:59:39: Ahoi!

00:59:40: Danke dir!

00:59:41: Vielen dank für das Gespräch.

00:59:44: Das war gute Leute.

00:59:46: Das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier.

00:59:48: Von der gute Leudefabrik, der Szene Hamburg und dem

00:59:52: Zeitverlag.

00:59:53: Folgt im Hamburggespräch als Podcast auf allen bekannten Streamingplattformen.

00:59:57: Jeden zweiten Montag neu!

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