Hendrik Lünenborg bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"

Shownotes

In „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ mit Lars Meier spricht NDR-Intendant Hendrik Lünenborg über seinen Weg vom westfälischen Dorfkind an die Spitze des Norddeutschen Rundfunks. Er erzählt, wie ihn seine Herkunft, die Nähe zu den Niederlanden und seine Leidenschaft für das Radio geprägt haben. Außerdem spricht er über seine Verbindung zu Hamburg, über Vielfalt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verantwortung von Medien in einer sich wandelnden Gesellschaft. Dabei gibt er Einblicke in sein Verständnis von unabhängigem Journalismus, den Wandel der Medienwelt und die Herausforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nicht zuletzt verrät er, welche Orte er in Hamburg besonders schätzt und warum die Hansestadt für ihn längst zur Heimat geworden ist.

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00:00:02: Ja, ich bin ja selbst sozusagen in einer Grenzgängerfamilie groß geworden.

00:00:05: Meine Mutter war als junge Frau aus den Niederlanden nach Deutschland gekommen um in Deutschland zu arbeiten.

00:00:11: da war sie auch nicht die einzige, die das gemacht hat.

00:00:13: Da ging es wirtschaftlich in Holland nicht so gut und dann hat sie meinen Vater kennengelernt und das war jetzt nicht ganz frei von Nachfragen auf beiden Seiten.

00:00:26: Als Journalist hat man ja sowieso nie eine Pause.

00:00:28: Ich kann Dinge eigentlich im Grunde gar nicht unjournalistisch betrachten, sondern ich denke immer ist das vielleicht ein Thema... ach guck mal der hat ja ne interessante Geschichte, wem kann ich die eigentlich mal weiterleiten?

00:00:38: Das denke ich eigentlich die ganze Zeit.

00:00:40: aber das strengt mich auch nicht so an eher im Gegenteil.

00:00:44: das ist ja das Schöne an diesem Beruf muss ich ganz ehrlich sagen.

00:00:47: also ja ich kann es richtig abschalten tue ich nicht aber ich sehe das auch nicht als Problem.

00:00:54: Was ich wirklich nicht verstehe, und daraus leite ich keinen Vorwurf ab.

00:00:58: Aber was ich nicht versteh', dass wir so Schwierigkeiten haben als Stadtgesellschaft uns um das Thema Obdachlosigkeit zu kümmern.

00:01:07: Denn das ist hier schon sehr, sehr ausgeprägt Und das begleitet mich eigentlich schon die letzten Jahre, dass ich denke warum kriegen wir das nicht in Griff?

00:01:14: Das ist total komplex!

00:01:15: Das ist auch für die Politik ein ganz kompliziertes Thema.

00:01:19: Ich verstehe das aber das ist in dieser Stadt doch in den letzten Jahren sichtbarer geworden, als uns das eigentlich gut steht.

00:01:27: Und da frage ich mich wirklich wie kriegen wir da mehr Hilfe organisiert?

00:01:31: Wie kriegen wir dann mehr Solidarität

00:01:33: organisiert?".

00:01:34: Das ist...das treibt mich echt um!

00:02:02: Heute zu Gast ist der NDR-Intendant Henrik Lünenburg.

00:02:05: Moin moin!

00:02:06: Moin hallo.

00:02:07: Du bist geboren und hast seit zweiundsiebzig in Borkenwesecke im Münsterland.

00:02:11: Danach ging es nach Osnabrück für Politik- und Geschichtswissenschaften.

00:02:16: Und seit fourneunzig bist du beim NDR aktiv, seit zwei tausend neun bis zu kontinuierlich in leitenden Funktionen in Hörfunk und in der Unternehmensentwicklung tätig und treibst heute insbesondere die strategische und digitale Weiterentwicklungen des NDR voran.

00:02:32: Seit September zweitausend zwanzig bist du der Intendant des NDA und lebst und arbeitest in Hamburg.

00:02:41: Wir drehen mal ganz nach vorne quasi in die Kindheit.

00:02:44: Welches Medium hat dich denn mehr beschäftigt?

00:02:47: Radio oder Fernsehen?

00:02:51: Radio hat mich schon sehr stark beschäftigt, ich habe ja direkt an der Niederländischen Grenze gewohnt und habe sehr viel holländisches Radio gehört.

00:02:58: Die haben das vollkommen anders gemacht als das deutsche Radio.

00:03:02: Das war hier immer so ein bisschen ... gemütlich und in holland ging schon richtig zur sache mit jingeln und cooler musik.

00:03:10: ich bin schon ein absolutes radiokind.

00:03:11: ja kannst du dich denn an deine ersten g versuche beim fernseh gucken erinnern.

00:03:17: also gab es so serien die deine früheste kindheit so ich sage jetzt mal zwischen sechs und zwölf geprägt haben

00:03:24: zwischen sechs und zwölf.

00:03:26: Also, mich haben schon geprägt die Vorabendsserien also Night Rider, Code Severs alles das was Leute in meinem Lebensalter so kennen.

00:03:35: Das fand ich schon total spannend.

00:03:37: Und ich bin natürlich mit der Sesamstraße groß geworden das muss Ich schon sagen dass hat mich.

00:03:42: die Figuren begleiten mich ja bis heute.

00:03:45: Ich habe das fast gehofft dass du die Sesamstrasse erwähnt.

00:03:47: Wie ist es denn jetzt Chef der Sesams Straße zu sein?

00:03:50: Ja, das ist total toll weil wir Ja, schon so lange machen.

00:03:55: wir sind ja Partner der Sesamstraße seit vielen Jahrzehnten.

00:03:59: Und ich war mal bei einer Aufnahme dabei.

00:04:00: und wenn man echt schlecht drauf ist weil die ganze Welt um einen herum verrückt geworden ist dann muss man mal zu einem Dreh gehen und die Puppenspielerinnen und Puppenspielern kennenlernen.

00:04:09: Dann hat das Zauber da im echten Lächeln aufs Gesicht und sie machen das mit so einer großen Leidenschaft dies Kinderfernsehen.

00:04:16: Dafür habe ich hohen Respekt.

00:04:17: es auch total anstrengend.

00:04:19: Es ist viel viel schwerer als es aussieht Und deshalb bin ich ganz stolz darauf, auch Teil dieser Sesamstraße zu sein muss ich echt sagen.

00:04:27: Du kommst aus dem tiefsten Westfalen.

00:04:29: was ist denn typisch westfälisch?

00:04:30: Man hat ja immer so bei bestimmten Regionen in Deutschland hat man ja eine gewisse Idee wie die Leute da so sind.

00:04:38: also den Westfahlen sagt man zumindest im meiner Welt.

00:04:41: eine gewissen Sturheit nach

00:04:44: Würde ich auch sagen, Heinrich Heine hat gesagt es sind sentimentale Eichen und das stimmt.

00:04:50: Sie stehen schon sehr fest in ihrer Heimat, sind aber dann doch emotional wenn's auch mal total umpassend ist.

00:04:58: Ich schlag ja ein bisschen außer Art weil ich in meinem Leben schon mehr Wörter gesprochen habe als die meisten bis zum Ende ihres Lebens.

00:05:05: also insofern Ja, aber es sind sehr verlässliche Typen.

00:05:08: Was würdest du noch so sagen über Westfalen?

00:05:10: Was hatte dich da geprägt?

00:05:14: Also geprägt hat mich da vor allem auch, dass man – ich bin ja in einem kleinen Ort groß geworden – das alle zusammenhalten mussten.

00:05:23: Weil es auch gar keine andere Chance gab und das ist ein schönes Gefühl!

00:05:28: Man hatte nur einen Sportverein, man konnte sich nicht so separieren.

00:05:32: Man war schon aufeinander angewiesen, dass es auch einigermaßen klappt.

00:05:35: Und das hat mir sehr gepräght.

00:05:37: Das ist etwas was in einer großen Stadt wie Hamburg ja nicht ganz so selbstverständlich.

00:05:43: Und dann gab es die Nähe zu Holland oder zu den Niederlanden.

00:05:48: Gab's da auch eine gewisse Rivalität?

00:05:49: Also man sah ja irgendwann auch mal so Bilder während der Fußballgroßeignisse EM und WM, dass ich mehr Spasses halber, aber vielleicht auch doch manchmal dann auch ein bisschen bekriegt wurde.

00:06:02: Ja was wie ist denn dein Verhältnis dazu den Grenzgängern sozusagen?

00:06:06: Ich bin ja selbst sozusagen in einer Grenz Gängerfamilie groß geworden.

00:06:09: meine Mutter war als junge Frau aus dem Niederland nach Deutschland gekommen um in Deutschland zu arbeiten.

00:06:14: da war sie auch nicht die einzige die das gemacht hat da ging es wirtschaftlich in Holland nicht so gut Und dann hat sie meinen Vater kennengelernt und das war jetzt nicht ganz frei von Nachfragen auf beiden Seiten.

00:06:28: Die

00:06:29: Niederländer haben uns schon immer in so einer kritischen Beobachtung, ich habe mal gesagt am Ende die Niederlande haben auf der einen Seite die Nordsee gegen die sie immer ankämpfen mussten Jahrhunderte lang und auf der anderen Seite dieses große Deutschland was auch immer eine Bedrohung war und ja der Überfall und die Besetzungszeit das hat schon tiefe Wunden hinterlassen.

00:06:49: Eine Zeit lang war das dann besser und dann kam aber so in den neunzigern eine Generation ran, die sich dann wirklich auch rund um die Fußballspiele mit Deutschen geprügelt haben an der Grenze.

00:06:59: Das war nicht schön!

00:07:01: Und dagegen musste man auch was machen und dann gab es verschiedene Initiativen diese beiden Länder, die ja so sehr aufeinander angewiesen sind wieder zusammenzuführen und daran habe ich ehrlicherweise auch partizipiert.

00:07:13: Ich bin ein absoluter Freund der deutschen geländischen Verständigung, weil wenn diese beiden Länder es nicht miteinander hinkriegen dann habe ich echt keine Hoffnung mehr für Europa.

00:07:23: Aber es sieht ja auch im Moment ganz gut aus.

00:07:25: Hast du denn bei diesen Fußballgroßereignissen immer einen zusammengenähtes orange Farbenes weißes Trikot getragen oder welches Herzschlug heftiger?

00:07:36: Na, ich bin ja in Deutschland aufgewachsen und zur Schule gegangen.

00:07:38: Deshalb war ich schon auch für Deutschland aber euch habe auch Niederlande zurückgekommen.

00:07:43: Aber die coolen Jungs kam natürlich zu der Zeit vor allen Dingen aus Holland mit Kräufe usw.

00:07:48: Ja und später auch weil sie hatten auf beiden Seiten gute Fußballer.

00:07:52: und diese Rewalität Frank Reikard Rudi Völler das kennen wir ja alles noch.

00:07:57: Das hat mich eher wirklich gestört Weil da war auf einmal ein Haster den ich nicht wollte Und er hat dann auch mit Fußball nix zu tun.

00:08:04: Das hat sich ja auch nicht wirklich angedeutet.

00:08:07: Jetzt ist das für uns beide schon sehr lange her, aber ich habe neulich die Dokumentation dazu gesehen und es muss in den Gängen noch richtig hochhergegangen sein hinterher.

00:08:18: Also das war schon verrückt weil da hatte man andere Rivalitäten mit anderen Ländern, die noch mehr ausgeprägt waren.

00:08:24: Ja,

00:08:25: ist eigentlich fast nicht zu erklären.

00:08:27: Vor allen Dingen weil es zwischen Deutschland und Niederlanden ja... Also das gibt ja kulturelle Nähe auch!

00:08:31: Und es gibt vor allem eine extreme wirtschaftliche Zusammenarbeit und auch Abhängigkeit beidseitig.

00:08:36: Das ist eigentlich nichts zu verstehen.

00:08:38: aber am Ende wie so vieles in unserer Geschichte hat er's einfach mit dem Nationalsozialismus und seinen Auswirkungen zu tun und deshalb muss man da auch immer ein bisschen sensibel sein.

00:08:52: Wir kommen mal in das Hamburg von heute Und wollen in unserer Schnellfragerunde deine Hamburg-Lieblinge abfragen.

00:09:00: Welches ist dein Lieblingskino in Hamburg?

00:09:02: Das Abaddon-Kino!

00:09:03: Welches is dein Lieblingskneipe?

00:09:06: Heute das Borjas in Eppendorf, früher Hosisbar.

00:09:10: Welcher ist dein lieblings Stadtteil in Hamburg?

00:09:12: ?

00:09:13: Eigentlich auch das Grindelfiertel-Stadtteil eigentlich eher nicht so aber das Gründelfierteln mag ich immer noch am liebsten.

00:09:20: Deine Lieblinspersönlichkeit aus Hamburg

00:09:24: Ah, stellvertretend für alle Menschen die sich in Stiftungen engagieren ist es Ansgar Wimmer zum Beispiel.

00:09:28: Oh

00:09:29: ganz toll!

00:09:29: Toller Typ.

00:09:30: Genau weil der wirklich ein Interesse hat diese Gesellschaft zusammenzuhalten und das erlebe ich bei ganz vielen anderen die in Stifthung arbeiten auch.

00:09:38: Welches ist dein Lieblingswort aus Hamburg?

00:09:41: Gute Frage im Zweifel moin

00:09:43: oder

00:09:44: Ahoi geht auch

00:09:49: So.

00:09:49: dann bist du ja nach Hamburg gekommen irgendwann Ja Und jetzt bist du Chef Und bis ja quasi durch die Nähe zu Holland auch ein bisschen Monarchiekind sozusagen.

00:10:00: Jetzt ist der NDR gleichzeitig ja auch, stellt ja die Adelsberichterstattung.

00:10:06: zumindest in früheren Jahren war das ja immer alles was in Richtung England irgendwie ging.

00:10:10: Das heißt wird es unter Deiner Idee jetzt weiter ausgebaut?

00:10:14: Nein

00:10:16: nicht weiter aus gebaut aber Menschen haben ja ein sehr großes Interesse an Königshäusern.

00:10:21: Mir selbst ist das eher ein bisschen fremd.

00:10:23: Das wollte ich damit erfragen, ja.

00:10:25: Also wirklich

00:10:25: nie zum Königin Tag gefahren?

00:10:27: Doch!

00:10:28: Ich fahre jetzt...ich mache jetzt auch noch den Königeende-Dach nicht in Holland sondern die Generalkonsule und Honorarkonsul in Norden laden ja dazu auch ein.

00:10:37: Da versuche ich eigentlich hinzugehen weil es nett ist wenn man so viele Niederländer trifft.

00:10:42: Die Adelsberichterstattung aus England haben wir deshalb gemacht Auch Weil Wir Den Korrespondenten In London Stellen Und wir sind ja von der BBC inspiriert und wir sind auch von einem britischen Besatzungsoffizier gegründet worden.

00:10:54: Insofern gab es dann eine Nähe, aber ich bin weit entfernt Monarchie zu

00:10:59: vermissen.".

00:11:03: Bevor's gleich weitergeht mache ich kurz Werbung für unseren Kooperationspartner die Zeit!

00:11:08: In meinem Morgen starte ich gern mit der Elbvertiefung, dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.

00:11:13: Der kommt ab jetzt im neuen Look zu euch!

00:11:15: Von Montag bis Freitag morgens um sechs Uhr direkt ins E-Mailpostfach.

00:11:20: Alle Infos findet ihr auf zeit.de.

00:11:22: slash elbvertieffunk Und noch mehr.

00:11:25: Zeit Hamburg bekommt Ihr im Hamburg-Ressort auf zeit .de.

00:11:28: slash hamburg.

00:11:30: Reinschauen lohnt sich Das war Werbung.

00:11:33: Herzlichen Dank.

00:11:38: kam Hamburg in dein Leben?

00:11:39: Also nicht, weil du dort gewohnt hast.

00:11:41: Sondern wann kannst du dich irgendwie daran erinnern, wenn du mal irgendwas von Hamburg mitbekommen hast?

00:11:46: Ob das jetzt ... Du bist ja zu weit weg.

00:11:48: Ich bin ja in der Nähe von Hannover aufgewachsen.

00:11:50: Da fuhr man dann irgendwie auf Abenteuerreise auch noch mal morgens zum Fischmarkt.

00:11:55: Kannst du dich an irgendeinen Punkt erinnernden Konzert oder so?

00:11:58: Ich kann mich an zwei Momente erinnernen.

00:12:00: Meine große Schwester, die lernte einen Hamburger kennen im Schule ausdurch in Amerika.

00:12:08: Und dann besuchte sie den in Hamburg und die kam zurück, berichtete mir aus dieser fremden Welt von der Schanze wo wir ja gerade auch sitzen, von Besetztenhäusern, einer Szene von der Wirhaufendorf keine Ahnung hatten.

00:12:23: das war das erste Mal Hamburg.

00:12:25: da habe ich gedacht okay das ist wirklich eine andere Welt gesogen Mitte Ende der Achtziger in einer befreundeten Familie hier und war dann zum ersten Mal ... In Hamburg.

00:12:38: Also wir waren dann im Museum, also in der Kunsthalle.

00:12:43: Wir waren aber auch in einem Second Hand Laden, der per Kilo-Preis verkaufte.

00:12:47: Und das war für mich irgendwie eine ganz tolle Welt.

00:12:51: Es war ne große Stadt!

00:12:53: Wenn man vom Dorf kommt, ist ja alles was ne Ampel hat erst mal gut?

00:12:59: Das hat schon so eine Sehnsucht ausgelöst.

00:13:02: War das klar, dass sich da niemand halten kann?

00:13:06: Du hättest ja auch Lokalreporter irgendwo werden können.

00:13:08: Genau habe ich am Anfang viel gearbeitet aber ich hatte keinen Plan.

00:13:13: Ich war zwischendurch während der Ausbildung schon mal in Hamburg und bin dann wieder weg weil das dann beruflich gar nicht so passte.

00:13:20: In damals erschienen wir Hamburg auch nicht so besonders freundlich, wenn man hier ganz jung herkommt.

00:13:26: Also ich...so ganz schnell findet man dann doch keinen Anschluss habe ich gemerkt.

00:13:31: Ja aber jetzt hast du einen Anschloss.

00:13:33: Macht euch keine Sorgen!

00:13:34: Ich hab Freunde!

00:13:46: Ich

00:13:51: war ja vorher für Hamburg zuständig als Direktor im Landesfunk aus Hamburg.

00:13:54: Und ich hatte mich hier sehr, sehr viel damit beschäftigt.

00:13:57: wie müssen wir als NDR oder als Medien insgesamt auf diese Vielfalt in der Gesellschaft reagieren?

00:14:03: Das war immer mein Thema und das setze sich jetzt als Intendant auch fort denn mir war immer klar wenn zweiundvierzig Prozent oder mehr Menschen einen internationalen Hintergrund haben dann macht das was mit dieser Stadt und das muss das auch was machen mit unseren Programmen die wir aus Hamburg für Hamburg produzieren.

00:14:21: und deshalb den Blick habe ich mir erhalten als Intendant, was sich wirklich geändert hat dass ich jetzt einen Blick haben muss für den ganzen Norden.

00:14:29: So und das ist ja auch wiederum teilweise Großstädte wie Hamburg oder aber auch Kiel dann aber sehr viel ländliche Region.

00:14:39: hilft dir das ein bisschen?

00:14:40: Dass du in einer quasi auf dem Dorf groß geworden bist um quasi auch die Probleme und Nöte der Menschen und auch deiner Reporter- und Redakteure irgendwie zu verstehen?

00:14:49: Ja, ich glaube das mir hilft.

00:14:52: Weil die meisten Menschen wie du gesagt hast leben eben in Dörfern und Städten unter Zehntausend Einwohnern.

00:14:57: Insofern muss diese Perspektive auch bei uns im Programm vorkommen und es kommt sie ja auch.

00:15:03: Und selbstverständlich haben wir in Hamburg einen anderen Blick zum Beispiel aufs Deutschlandticket als jemand der auf einem Dorf lebt wo der Bus gar nicht kommt oder nur zweimal am Tag.

00:15:13: Diese Perspektiv vielfalt gerade mit Blick auf die besonderen Herausforderungen auf dem Land Die ist mir schon wichtig.

00:15:22: Ich bin gerade an der Tankstelle noch vorbeigekommen und der Blick geht sofort auf den Dieselpreis, natürlich hat das für Menschen die in Hamburg wohnen das Auto vielleicht fürs tägliche Pendeln gar nicht brauchen eine andere Bedeutung als für jemandem, der nach Hamburg rein pendelt sei es aus Schleswig-Holstein oder Niedersachsen.

00:15:40: also diese Perspektivenvielfalt ja oft dies mir wichtig und da hilft mir dass ich mich da ganz gut reindecken kann.

00:15:48: Gibt es?

00:15:49: In Hamburg noch Bereiche, die möglicherweise von euch noch gar nicht so richtig gesehen werden.

00:15:55: Im letzten Jahr habt ihr angefangen Pop-up Studios aufzubauen.

00:15:59: Da ging es erstmal nach Harburg glaube ich und dann nach Bergedorf.

00:16:04: Gibt's noch weitere Orte wo du sagst da muss was gemacht werden weil möglicherweise auch die großen Printhäuser oder jetzt Digitalhäuse ihr Angebot dort überhaupt gar nicht wahrnehmen?

00:16:16: Ja, die nehmen das Angebot auch schon wahr.

00:16:19: Ich versuche diese ganze Stadt sozusagen zu sehen und wir ... Als ich zuständig war in Hamburg hab' ich gesagt Wir machen keine Veranstaltungen innerhalb des Rings II Weil die Menschen, die dort leben, die kennen uns...

00:16:32: Die haben genug Party!

00:16:33: Ja, sie kennen uns in weiten Teilen auch.

00:16:35: Deshalb haben wir sehr viel im Bildstedt gemacht.

00:16:37: Wir waren jetzt nochmal in Willemsburg.

00:16:41: Also Ja, da gibt es noch genug Bereiche wo wir immer mal wieder hingehen.

00:16:45: Aber Hamburg war für uns der Startschuss dafür uns sichtbarer zu machen in der gesamten Stadt.

00:16:52: Ich finde das ist nämlich eine Schwäche die wir alle haben.

00:16:55: Wir sehen Hamburg oft sehr innerstädtisch und dann denken wir an die schöner als da an die Kirsflüte Und im Hintergrund schwimmt ein Schwan vorbei und alles ist wunderbar.

00:17:07: aber diese Stadt ist ja viel mehr als dass.

00:17:09: und Da fühle ich ne Verantwortung

00:17:12: Im Grunde ja, dass André des Hamburg-Journal beschrieben.

00:17:15: Ja genau und so wie wir das Hamburg Journal gehört auch zu Hamburg dazu für viele Menschen aber eben nicht mehr für alle Und wir haben in Harburg Leute getroffen den wir auch erst mal erklären müssen wer wir eigentlich sind.

00:17:29: Kannst du denn also schon als Leiter des Landesfunkhauses?

00:17:33: hast du hier in Hamburg gelebt?

00:17:35: Gibt es da die Möglichkeit abzuschalten oder hast du das Gefühl Du bist die ganze Zeit irgendwie auf Empfang und guckst?

00:17:41: entwickelt es noch mal Ideen?

00:17:42: oder wie funktioniert das, wenn man quasi für so ein Riesenmähen in Haus Verantwortung trägt?

00:17:49: Also auch als nur in Anführungsdringer ins Landesfunkhaus.

00:17:52: Wie sehr schlägt sich das auf das Privatleben nieder?

00:17:57: Als Journalist hat man ja sowieso nie eine Pause.

00:17:59: Ich kann Dinge einflach im Grunde gar nicht unjournalistisch betrachten, sondern ich denke immer ist das vielleicht ein Thema, ach guck mal der hat ja ne interessante Geschichte, wem kann ich die eigentlich weiterleiten, das denke ich eigentlich die ganze Zeit.

00:18:10: Aber das strengt mich auch nicht so an eher im Gegenteil.

00:18:15: Das ist ja das Schöne an diesem Beruf muss ich ganz ehrlich sagen.

00:18:18: also Ja, ich kann so richtig abschalten tue Ich nicht aber ich sehe das auch nicht als Problem.

00:18:22: Also ich kann schon Sagen wir mal ich finde schon auch Ruhe und Die Kraft dann aufzutanken aber ich denke schon sehr viel über Über diese Stadt nach über diese Gesellschaft was sie zusammenhält oder auch nicht mehr zusammen hält.

00:18:37: Wie kann man Menschen zusammenbringen in den Programmen oder welches Format müssten wir eigentlich entwickeln?

00:18:42: Das habe ich permanent.

00:18:43: Mhm.

00:18:44: Wo holst du dir denn dein Dorfgefühl zurück, musst du dafür aus Hamburg rausfahren?

00:18:48: oder gibt es hier noch so Dinge die dir von damals so bekannt vorkommen?

00:18:53: und Du hast wieder ein bisschen so die?

00:18:55: also weil jeder will ja immer wieder an seine Gefühlswurzeln zurückkehren

00:19:01: Nee, also das Dorfgefühl so nicht.

00:19:03: Aber da lacht meine Frau schon immer ich habe ein bisschen Dorf auch in mir behalten.

00:19:07: Ich grüße zum Beispiel alle Leute Auch in Hamburg, auch in der U-Bahn wenn ich reinkomme Wenn ich in den Geschäft komme und das ist ja total unüblich.

00:19:15: Und dann hat meine Frau immer gesagt man merkt einfach dass du vom Dorf bist

00:19:18: aber das Schöne ist.

00:19:18: Das mache ich tatsächlich auch.

00:19:19: und wenn man Moin sagt Dann erkennt man auch sofort wenn jemand morgen sagt dass er nicht aus Hamburg kommt.

00:19:26: Das ist mir neulich in der Sonne abbasiert, weil da begehe ich dann auch ein und sage Moin wenn da schon Leute sitzen und dann hat eine Frau erst mal ein klares Morgen!

00:19:36: Aber ich wollte mal so einen Test machen.

00:19:37: In Hamburg habe ich auch gemacht, über ein paar Wochen hat mir vorgenommen alle Leute die ich im öffentlichen Nahverkehr treffe erstmal anzulächeln und das ist schon in Hamburg auch ungewöhnlich.

00:19:47: Ich glaube ja dass das eine Menge ausmachen würde wenn wir uns mehr anlächeln würden.

00:19:51: aber so war es nur schon bei paar alten Damen dabei die ihre Handtasche dann sehr festgehalten haben weil sie dachten ich treibe irgendwas im Schilder.

00:20:01: Jetzt haben wir ja darüber gesprochen, was bei dir typisch

00:20:03: westfälisch

00:20:03: ist.

00:20:04: Jetzt bist du ja schon so lange in Hamburg.

00:20:06: hat das abgefärbt?

00:20:07: hast du rote Hosen oder ein Jackett mit goldenen Knöpfen im Kleiderschrank?

00:20:11: Oder was hast Du übernommen?

00:20:12: Ne ich habe aber einen Kanu und Bootsliga-Herz.

00:20:16: und in dem Moment wo ich das geklappt hatte, habe ich gedacht jetzt bin ich aber auch wirklich ganz schön Hamburg!

00:20:22: Und meine Kinder sind ja beide... Ich hab zwei Söhne die sind beide im UKE geboren Insofern für immer und ewig mit dieser Stadt auch fest verbunden.

00:20:32: Mit großen Emotionen muss ich schon sagen.

00:20:34: Ja, gibt es denn etwas was dich auch richtig stört hier wo du sagst boah jetzt bin ich so lange hier aber verstehe nicht also?

00:20:42: Was ich wirklich nicht verstehe und daraus leite ich keinen Vorwurf ab Aber was ich nicht versteh dass wir so Schwierigkeiten haben als Stadtgesellschaft, uns um das Thema Obdachlosigkeit zu kümmern.

00:20:56: Denn das ist hier schon sehr, sehr ausgeprägt und das begleitet mich eigentlich schon die letzten Jahre, dass ich denke warum kriegen wir das nicht in Griff?

00:21:02: Und das ist total komplex!

00:21:04: Das ist auch für die Politik ein ganz kompliziertes Thema.

00:21:08: Ich verstehe das aber das ist in dieser Stadt doch in den letzten Jahren sichtbarer geworden als uns das eigentlich gut steht.

00:21:16: Und da frage ich mich wirklich, wie kriegen wir da mehr Hilfe organisiert?

00:21:20: Wie kriegen wir dann mehr Solidarität

00:21:22: organisiert?".

00:21:22: Das ist... das treibt mich echt um!

00:21:25: Ist es nicht ein Phänomen auch von Großstädten irgendwie dass die Leute aus anderen Ländern zweifelsohne Thema Hauptbahnhof Ja, doch sehr viele dann da sind und zusammenkommen.

00:21:35: Das ist wahrscheinlich auch ein Problem was eine Stadt alleine gar nicht lösen kann oder?

00:21:39: Nee ganz allein nicht.

00:21:40: deshalb sage ich ja.

00:21:41: Ich sag das ganz vorwurfsfrei nur wir werden uns ja mit dem Thema Wohnen, Wohnungslosigkeit Angst vor Wohnungslosigkeiten Da werden wir uns in dieser Stadt weiterhin auch beschäftigen müssen.

00:21:54: Jetzt ist ja hier viel gebaut worden in den letzten Jahren, das muss man der Politik auch wirklich zu gut erhalten.

00:21:58: Aber da geht sicher noch mehr weil Wohnen ist aus meiner Erfahrung wenn ich Menschen treffe in dieser Stadt Das ist einfach das Hauptthema oder nicht?

00:22:08: es ist nicht das Haupt Thema aber ein großes Thema und zwar für alle möglichen Schichten und Milieus.

00:22:15: Was überrascht dich denn hier so an Hamburg?

00:22:17: gibt's noch so Dinge?

00:22:17: Ich meine gerade als Journalist guck sehr genauer hin Und wahrscheinlich gibt es gar nicht mehr so viele Dinge, aber gibt's irgendwas wo du dich immer noch von überraschen lässt?

00:22:26: Schönes Wetter oder so.

00:22:29: Ja also wenns ganz heiß ist bin ich schon überrascht wie sich davon auch Hamburgerinnen und Hamburger überraschend lassen die dann doch mit der Daun Jacke an der Alster entlang spazieren.

00:22:39: da freu ich mich.

00:22:40: hallo Habt ihr kein Radio gehört?

00:22:43: Nee so richtig überraschnen tut mich eigentlich nichts.

00:22:45: Also das ist vielleicht auch ein bisschen die Herausforderung für Hamburg.

00:22:50: wir wieder Sachen schaffen müssen, die auch ... Die Insassen hier selbst mal überraschen können.

00:22:55: Ja!

00:22:56: Gibt's denn so Hamburg-Rituale?

00:22:57: Du hast gerade gesagt an der Alsterlaufe, die dann mit den Daunenjacken rumgört.

00:23:01: So ein sonntäglicher Spaziergang, wo man dann immer den Hut luft dazu.

00:23:06: oder was hast du so?

00:23:07: Gibt es so Orte, wo du einfach sagst da musst du hin.

00:23:10: also ich zum Beispiel gerne der Altuna Balkon Mitblick auf die Krähne.

00:23:15: Also das ist wie eine Kur für mich.

00:23:18: Da schließe ich mich an, also an der Stelle plus eins.

00:23:21: Die Alster schon auch.

00:23:23: Falkensteiner Ufer ist so ein Hamburg-Ort für mich.

00:23:26: Die Strandperle ist so'n Ort für mich.

00:23:28: Ja das sind schon so Hamburg-Orte die auch was mit mir machen und da muss sich dann ab und zu hin Entenwerder übrigens auch.

00:23:35: Ist auch toll.

00:23:35: Oh ja!

00:23:38: Jetzt jeder der im Medienbereich arbeitet er kennt den NDR Intendanten Wirst du angesprochen, wenn du U-Bahn fährst und das dann gesagt wird was haben sie denn dafür eine Grüße gemacht?

00:23:48: Man wird ja eigentlich für alles irgendwie verantwortlich gemacht.

00:23:53: Weil die Leute vielleicht sogar auch denken man hätte eine Nähe zur Politik und könnte dem Bürgermeister auch mal ordentlich etwas sagen.

00:23:58: ich weiß es teilweise von den Chefredakteuren aus den großen Blättern.

00:24:05: Ich bin ja erst neun Monate dabei und meinen populärsten Moment hatte ich auf dem roten Sofa bei den Kollegen von Das Saas, weil das ist eine sehr erfolgreiche Sendung.

00:24:14: Da wurde ich dann überhaupt erstmal wahrgenommen als sie waren doch letztens auf dem Roten Sofar.

00:24:18: aber dass mich jemand erkennt und anspricht eher selten.

00:24:22: Aber ich mache sehr viele Veranstaltungen, weil ich gerade wissen will was die Leute zu meckern haben.

00:24:27: Sie sollts mir lieber sagen also dass ich es nicht erfahre.

00:24:31: Und das mache ich auch ziemlich konsequent.

00:24:33: Also du scheinst da ja sehr talentiert zu sein, Menschen auch zu begeistern für deine Ideen.

00:24:38: Das habe ich ja selber auch schon mitbekommen.

00:24:40: Ist das denn ein Teil der dir auch Spaß macht?

00:24:42: Weil ich sage mal Du hast einen so breit gestaffeten Arbeitsbereich Da gehört Öffentlichkeitsarbeit dazu.

00:24:49: aber das haben wir nicht immer alle verstanden.

00:24:51: wenn ich so an deinen Vorgänger denke den habe ich so oft nicht gesehen ist es etwas was dich auch treibt.

00:24:57: Auch dieser persönliche Kontakt

00:24:59: Also die Grundvoraussetzung, um meinen Job gutzumachen ist erstmal Menschen gern zu haben.

00:25:04: Das ist schon mal eine Grundvaraussetzung für guten Journalismus insgesamt und das fällt mir nicht so schwer weil ich ja weil ich einfach... Ich bin einfach gerne mit Menschen zusammen und das hilft mir sehr gerade in diesen Zeiten dass es deshalb einer meiner Hauptaufgaben ist es wichtig zu erklären warum unabhängige Berichterstattungen für dieses Land Wichtig ist und nicht nur von uns, vom NDR oder der Tagesschau.

00:25:30: Sondern eben auch vor den Zeitungen vom Hamburger Abendblatt, von dem Hopo, von wem auch immer.

00:25:34: unabhängige Berichterstattung... ...ist eine Notwendigkeit für eine stabile Demokratie!

00:25:39: Und dafür zu werben und das auch so erklären.

00:25:42: Und auch zu erklären warum es eigentlich den NDR mal... Also warum die Brücken dachten, dass eine gute Idee unabhängige Berichterstattung möglich zu machen und direkt nach dem Krieg?

00:25:50: Das empfinde ich schon als eine meiner Aufgaben.

00:25:53: Neben alldem anderen Geschäfte, was so ein Intendant auch so machen

00:25:56: muss.".

00:25:57: Jetzt haben die anderen Leute zwei Fragen an dich!

00:25:59: Da hören wir mal rein...

00:26:08: Ja, gerne jederzeit.

00:26:09: Ist

00:26:10: jetzt eine Stufe niedriger als noch letzte Saison.

00:26:13: Fällt dir das dann einfacher?

00:26:14: Zweitliga-Fußball?

00:26:15: Ich bin HSV-Fan seit und neunzehnhundert achtundsiebzig.

00:26:18: Deshalb habe ich mit zweiter Liga keine Probleme und das kann ich gut durchhalten.

00:26:25: Ja, kommen gerne mal zu dir Ocke weil...

00:26:28: Fällt mir das jetzt leichter dass die beiden Vereine unterschiedliche Liegen bespielen möglicherweise?

00:26:33: Aber ich

00:26:33: bin auch kein Fan davon wie ich das in dieser Stadt schon oft gehört hab wenn sich Menschen nicht entscheiden können und sagen, eine Stadt zwei Vereine nehmen.

00:26:40: Also ich bin heils VfL'n.

00:26:41: das habe ich mir auch nicht ausgesucht sondern das ist man ja dann.

00:26:44: aber ich bin oft auch bei Sankt Pauli gewesen und hab da legendäre Freitagsspiele erlebt.

00:26:49: also es einfach ein tolles Stadion ist ein toller Verein.

00:26:53: Aber ich bin...also ich bin da gerne Ich bin sowieso gerne unterwegs kommt gerne vorbei aber ich bleibe als Vfl'n.

00:27:00: Okay ich glaube in der Frage steckt er auch der Versuch dich insgesamt da mal hinzulocken.

00:27:05: So, wir gucken mal wer noch eine Frage hat.

00:27:08: Hallo Herr Lünenborg!

00:27:10: Ich bin Johannes Hegemann und ich bin Schauspieler und ich würde gerne von Ihnen wissen gehen Sie lieber ins Kino oder streamen sie zu Hause auf der Couch?

00:27:19: Oh je beides.

00:27:20: also Kino hat schon was Großartiges habe gerade Nürnberg gesehen.

00:27:25: im Abathon ist genau das passiert, was nur im Kino passiert.

00:27:31: Man sitzt zusammen mit wildfremden Menschen in der Dunkelheit und hat ein gemeinsames Erlebnis.

00:27:36: Das hat wirklich etwas ausgelöst.

00:27:38: Danach bin ich noch mit Freunden in die Pony-Baut, hab das Ganze nachbesprochen.

00:27:43: Das funktioniert nur bei Kino.

00:27:44: Das funktioniert beim Streaming nicht.

00:27:46: Aber ich gucke natürlich viel von dem Programm, was wir auch an der ARD Mediathek haben.

00:27:51: Also am liebsten Kino wenn ich die Zeit habe... ...und das andere ist sozusagen die schöne Ergänzung!

00:27:58: Kannst du denn da wenigstens abschalten im Kino?

00:28:01: Oder ist der NDR steht ja auch für fiktionale Unterhaltung.

00:28:05: Ist das dann so, dass du sagst wer hat eigentlich die Rechte und läuft das in einer ARD?

00:28:09: Nein, kann ich mich voll drauf einlassen!

00:28:12: Und dann Popcorn Süß oder Salzig oder Eiskonfekt?

00:28:15: Meine Frau bestellt immer gemischt und ich nasche nur nebenbei.

00:28:19: Ach

00:28:19: okay... So jetzt bist du schon noch nicht ganzen Jahr NDR-Intendant.

00:28:24: Konntest du dir das ja eine sehr lange Zeit von, ich sag jetzt mal, von unten angucken.

00:28:29: Hast du ja auch schonmal, hast in der Intendanz ja auch gearbeitet?

00:28:33: Gab es trotzdem etwas was dich komplett überrascht hat oder wo du gesagt hast ach da hab ich überhaupt nicht dran gedacht?

00:28:40: Ne ganz überraschlich aber trotzdem jeden Tag mache ich noch Dinge die ich zum ersten Mal machen und das ist ja für jemanden der schon über fünfzig ist eigentlich auch nicht mehr ganz zu... Aber das ist schön!

00:28:50: Ja genau das ist auch echt toll.

00:28:52: Das mag ich auch an meinem Beruf.

00:28:54: Gib

00:28:54: mir ein Beispiel dazu.

00:28:56: Ach, es kommen irgendwelche Herausforderungen und Probleme von denen ich wirklich noch nicht gehört hat.

00:29:01: Seien sie seines Rechtefragen oder seines europäische Rechtsprechung.

00:29:06: also wirklich jetzt... Ich will die Hörerinnen und Hörern auch nicht langweilen aber das sind Sachen, die sich permanent ändern und für mich auch nicht immer ganz durchschaubar sind.

00:29:16: da habe ich auch eine Lernkurve.

00:29:18: Und was für mich ganz neu ist, ist dieses große Verantwortungsgefühl für so viele Menschen Und für diese Idee, für die wir stehen.

00:29:29: Das beschäftige ich mich schon.

00:29:30: Es macht mich jetzt nicht... das beschwert mich nicht aber ich muss schon an die Verantwortung regelmäßig denken.

00:29:38: Heute an der Spitze eines Medienunternehmens zu stehen ist nicht ganz mehr so einfach und möglicherweise auch nicht so beliebt von der Masse her wie es vor vielen Jahren mal der Fall war.

00:29:47: Man spricht ja immer sehr gerne von dem Medien.

00:29:51: Wo ist die Kritik berechtigt und wo ist sie eher unberechtigt, was zumindest so dein Einzugsbereich angeht?

00:29:57: Also... Unberechtigte ist dieser Pauschalvorwurf das Medien insgesamt grün-links versifft sein.

00:30:05: Das ist ja etwas, was man schnell hört und dass sich die Medien in Anführungszeichen zu sehr von der Lebenswirklichkeit der Menschen verabschiedet haben.

00:30:15: Und das ist in der Pauschalferurteilung falsch.

00:30:20: was wir verpasst haben in den letzten Jahren ist, zu erklären wie Journalistinnen und Journalisten arbeiten.

00:30:25: Das ist glaube ich da bestehen wirklich massives Unwissen und auch Missverständnisse weil Menschen nicht mehr automatisch wissen wie funktioniert eigentlich Berichterstattung?

00:30:36: Wie kommt die Tagesschau dazu immer genau Themen für fünfzehn Minuten zu haben?

00:30:42: Wie es eigentlich Staatsferner organisiert?

00:30:44: Warum berichten Medien eigentlich so viel über die Menschen, die Regierungsverantwortung haben?

00:30:49: Also das sind so Themen, die nicht gut bearbeitet wurden.

00:30:54: Und da gibt es auch eine berechtigte Kritik.

00:30:56: Wir müssen mehr erklären was wir tun und diese Zeit rund um als die Corona-Zeit hat diese Missverständnisse eher glaube ich noch befeuert.

00:31:11: Ich glaube, es war sogar dein erster Amtstag als Intendant.

00:31:14: Als ich sage mal die Diskussion rund um Julia Ruß anfing.

00:31:19: Die durfte oder sollte die Sendung dann nicht mehr weiter moderieren und man hat dann explizit jemanden gesucht der eher aus einem konservativen Milieu kommt.

00:31:29: Verstanden habe ich das nicht weil du sagst ja gerade selber Medien sind erstmal nicht links grün versifft.

00:31:36: Das sollte in eine andere Richtung natürlich schwenken, aber warum hat man da dann dem doch stattgegeben und einen Journalisten oder Journalistin gesucht der eher aus einem konservativen Milieu kommt?

00:31:46: Weil normalerweise sollten Journalisten ja neutral sein.

00:31:50: Ganz neutral können Journalisten übrigens nicht sein, aber das ist ein anderes Thema, können wir vielleicht gleich noch darüber sprechen weil Neutralität hat sozusagen auch ne Begrenzung.

00:31:58: Klar Mir geht es im Grunde darum um handwerklich guten Journalismus nach handwerklichen Kriterien gemacht und der ist nicht links, rechts liberal wie auch immer sondern er ist entweder gut oder schlecht und hat gute Geschichten und orientiert sich an dem was wir mal alle gelernt haben.

00:32:15: Und die Debatte um dieses Format klar hat mich ja getroffen direkt in der Tat wirklich in meiner ersten Woche.

00:32:26: Das habe ich sozusagen dann abgearbeitet.

00:32:28: Mein eigentlicher Anspruch an Journalismus ist so, wie du ihn gerade auch geschildert hast, dass er nicht in Links-Rechtskategorien funktioniert und ich bin froh mit Tanit Koch eine Journalistin zu haben die wirkliche Handwerk beherrscht und die sich selbst übrigens auch gar nicht wahrscheinlich als konservative Journaliste bezeichnen würde sondern eher...die hat eher was sehr Liberales und die erste Folge ist jetzt vor ein paar Wochen gelaufen und das war sehr ermutigend.

00:32:57: Aber da war es so, das war ein schwieriger Auftakt.

00:32:59: Das muss ich einräumen.

00:33:01: Das ist ja etwas wo du normalerweise offiziell zumindest nicht so viel Zugriff hast.

00:33:08: Du musst es zwar repräsentieren, das ganze Programm aber in erster Linie bist du der oberste Verwaltungsdirektor würde ich sagen oder?

00:33:16: Ist das so als Amtsverständnis?

00:33:18: Nein mein Amtsverständnis ist.

00:33:19: Ich bin der möglichen Macher für unabhängige Berichterstattungen und für hochwertige Fiktion und Unterhaltung.

00:33:27: Aber

00:33:28: wie sehr musst du den Journalisten Henrik Lünburg denn klein halten, um möglicherweise auch nicht immer von oben irgendwelche Themen da reinzuspeisen?

00:33:37: Mach ich aus Prinzip nicht würde auch genau einmal funktionieren.

00:33:40: also in dem Selbstverständnis arbeite ich und meine Kolleginnen und Kollegen in Redaktionen würden auch einen Zugriff da gar nicht möglich machen.

00:33:49: Ich setze die Rahmen Und das was mein Bild von Journalismus ist versuche ich mit den Redakteuren und Redakteuren zu diskutieren.

00:33:57: Und der ist sehr Dialog- und Handwerksgetrieben, das diskutiere ich mit denen.

00:34:03: Das funktioniert auch im Moment ganz gut.

00:34:06: Aber ich bin nicht der oberste Programmjournalist des Norddeutschen

00:34:09: Rundfunks.".

00:34:11: Der Job ist auch nicht so ganz leicht weil das Geld immer knapper wird – das ist in jedem Haushalt so!

00:34:16: Euch verweigert man jetzt gerade eine Erhöhung der Rundfunkabgaben.

00:34:21: Entsprechend ist weniger Geld zur Verfügung, nicht nur weil alles teurer wird.

00:34:26: Jetzt wurde schon an vielen Stellen gestrichen.

00:34:28: das musste deinen Vorgänger ja auch schon durchziehen.

00:34:31: ganz viel also aus meiner Sicht relativ viel Kultur.

00:34:35: du bist jetzt wiederum jemand der sehr für lokal Journalismus steht der wieder in die Region gehen will.

00:34:43: wo musst Du denn jetzt noch so schmerzhafte Abstriche machen oder eigentlich mehr machen wollen würdest?

00:34:48: Also im Moment Also die großen Einschnitte hat es ja in der Tat, wie du gesagt hast schon gegeben.

00:34:56: Insofern sind wir sowieso immer zu Wirtschaftlichkeit und Effizienz verpflichtet und da ist auch noch was zu machen.

00:35:02: In sofern muss ich jetzt gerade akut nichts sparen sondern wir sparen aber eigentlich immer.

00:35:06: das ist Teil unserer Unternehmenskultur geworden weil wir sind in Wahrheit ja schon seit Jahren.

00:35:11: ein schrumpfenes Unternehmen ist ja, dass wir jedes Jahr auch Stellen abbauen.

00:35:17: Und das machen wir seit vielen Jahren.

00:35:18: deshalb... Also es ist nicht so ganz sexy wenn man das sagt aber wir sind in weiten Teilen ein schrumpfendes Unternehmen weil wir, wenn wir auch die neuen Ausspielwege bedienen wollen müssen wir was anderes lassen Und das verschiebt sich ja gerade.

00:35:33: Das heißt, die Bedeutung des linearen Fernsehens ist noch riesig!

00:35:36: Die Bedeitung des Radios bleibt auch noch viele Jahre erhalten und davon bin ich übrigens sehr überzeugt, dass das ein sehr lebendiges Medium bleibt.

00:35:45: aber natürlich müssen wir investieren in unsere AD-Mediathek, in digitale Ausspielwege weil wir einen NDR für Leute unter dreißig sein wollen Geld dafür und die Kapazitäten müssen woanders eben herkommen.

00:35:59: Und deshalb werden wir weiter auch in den nächsten Jahren umschichten, das wird nicht anders gehen.

00:36:04: Hast du denn jetzt schon ein Grundrezept dafür wie man ich möchte nicht mal sagen unter dreißig wie man Leute unter fünfzig begeistern möchte für lineares Fernsehen?

00:36:13: Weil ich erlebe immer wieder die Leute haben gar keinen Fernseher mehr.

00:36:18: Ja also Fernsehen ist noch immer das Informationsmedium in Deutschland immer noch unangefochten an erster Stelle.

00:36:25: Also klar, die meisten Deutschen sind mittlerweile auch jeden Tag online aber Fernsehen hat noch eine unglaubliche Power.

00:36:32: Das wird auch noch ein Moment zu sein.

00:36:34: nur der Kipppunkt dass die Menschen Die Filme und Videos Informationen sich eher non-linear holen also zeitsoverein holen Der kommt schon nächstes Jahr.

00:36:45: das heißt dann werden über alle Generationen hinweg Fünfzig Prozent Ihre Filme und ihre Videos in den Mediatheken oder bei YouTube etc.

00:36:55: gucken und nicht mehr im klassischen Linearenfernsehen, das setzt sich sehr schnell fort.

00:37:00: Das klassische Fernsehen ist kein Auslaufmodell ganz und gar nicht aber es steht stärker unter Druck als alle anderen Medien.

00:37:08: Welche Säulen sind denn für dich programmlich unantastbar?

00:37:12: Also Tagesschau wahrscheinlich?

00:37:13: Ja,

00:37:15: die regionale Berichterstattung überhaupt unsere journalistischen Produkte Aber auch die gute regionale Fiktion.

00:37:22: Das ist schon etwas, was zu uns passt und das es nicht nur der Tatort, sondern das ist zum Beispiel eine Produktion, die in Barbix spielt.

00:37:29: Prange haben wir großartig.

00:37:32: Liebe

00:37:32: den Film!

00:37:34: Und auch sehr erfolgreicher Podcast.

00:37:36: Den deutschen Podcastpreis gewonnen vor ein paar Wochen.

00:37:38: Das

00:37:39: ist eigentlich eine perfekte Kombination aus allem gewesen mit dem... Muss man sagen,

00:37:44: Bjarne Mehl und Olli Dittrich, den könnte man auch so die ganze Zeit zugucken wahrscheinlich wenn die miteinander interagieren, da braucht es gar kein Drehbuch!

00:37:51: Der ganze Cast war großartig, die beiden haben super zusammengespielt.

00:37:55: aber dahinter steckt ja Andi Altenburg der lange auch bei NDR-Zweikommen, die wir gemacht hatten immer noch macht, der ist einfach kongenial.

00:38:04: Das sind die Säulen, auf die du nicht verzichten möchtest.

00:38:07: Was mir und ich mache ja Moderatorenmanagement-Management aufgefallen ist das so Flächen wo jüngere Moderatorinnen und Moderaturen Möglichkeiten bekommen tatsächlich sich auszuprobieren oder dass was sie im Volontariat gelernt haben zu zeigen fast gänzlich verschwunden sind?

00:38:26: Ja ganz gut verschwundene nicht.

00:38:27: aber die ganzen Jungen präsenten Die Tartoren haben wir dann wirklich auf den Social Media Kanälen, die ja auch sehr stark laufen.

00:38:34: Zum Beispiel bei der Tagesschau – also die Tagesschau ist ja bei Social Media mega erfolgreich muss man sagen.

00:38:41: aber auch die Regionalangebote werden besser.

00:38:43: Wir haben zum Beispiel für Hamburg einen TikTok-Kanal mit sehr jungen Hosts.

00:38:47: das funktioniert eigentlich gut und die Leute, die sich da ausprobieren, da spricht ja auch nichts dagegen dass sie dann sich ins Fernsehen erweitern.

00:38:55: sozusagen

00:38:56: Mit den jungen Moderatorinnen fehlen insgesamt ja auch exponentale Flächen, also so richtige Innovation.

00:39:04: Ich weiß jetzt nicht welches Format jetzt in den letzten zehn Jahren mal ein Riesenwurf war.

00:39:10: Ich hätte jetzt fast gesagt Tatortreiniger, aber der ist glaube ich schon bald fünfzehn-zwanzig Jahre alt, ja fünfzehnt.

00:39:17: Liegt es auch daran dass so wenig Geld da ist das man einfach sehr viel in Sicherheiten investieren muss?

00:39:22: Wäre es nicht irgendwie schön zu sagen ab drei Uhr?

00:39:25: Weil haben wir doch noch mal ein bisschen Geld rein, um Dinge auszuprobieren.

00:39:29: Egal ob im Fiktional, im Doku und so weiter?

00:39:32: Im Fiktional habe ich ganz viele Beispiele dafür wie sich fiktionale Stoffe auch weiterentwickeln.

00:39:37: Ich nenne nur nochmal die Toten von Manu, von denen wir zwei Staffeln gedreht haben.

00:39:41: Prange hast du gerade selbst genannt ist jetzt keine Innovation aber es einfach sehr gut gemachte regionale Fiktionen.

00:39:49: Ich nehme mal ein anderes Beispiel Wir haben eine digitale Talkshow, die auch im Fernsehen läuft, aber vor allem über Social Media Sagen verbreitet wird das deep und deutlich.

00:39:57: Es ist ein junges Talk-Format, was nicht so schlecht läuft also wo Themen eine Rolle spielen die für Menschen unter dreißig eben eine große Rolle spielen.

00:40:07: und das finde ich sehr ein sehr anderes Talk Format als es sonst in der ARD gibt.

00:40:14: und da zum Beispiel hat Innovationen prima funktioniert.

00:40:17: und wir haben ganz viele Produkte die auch in einer ARD Mediathek zu finden.

00:40:21: die sind neu Die sind neu und frisch, muss ich wirklich sagen.

00:40:25: Und auch in der Regionalberichterstattung probieren wir neue Sachen aus zum Beispiel bei YouTube eine Serie die heißt Studio XVI und die bindet regional Berichterstatterungen zusammen in einer neuen Erzählweise.

00:40:40: also wir probieren schon sehr viel aus.

00:40:42: Wir investieren sogar eher mehr in die neuen Sachen als in den alten.

00:40:47: Der Moderator von Diebin deutlich unter anderem ist Michel Abdullai, der ist ja schon über thirty-fünf

00:40:53: ne?

00:40:54: Ja, aber der hat eine Ansprachefähigkeit, die ist schon sehr besonders.

00:40:57: Der soll mal wegen jeder Sendung beim BR moderieren?

00:41:00: Ich liebe Michelle!

00:41:01: Aber trotzdem... man würde sich ja wünschen dass ich weiß gar nicht wann Bettina Tietjen mal angefangen hat das rote Sofa zu moderieren oder andere Dinge.

00:41:11: Also diese Nachwuchsakademie NDRD ist ein bisschen weggefallen.

00:41:16: Ist das der Kostendruck oder ist es tatsächlich einfach?

00:41:19: Oder bin ich da verblendet.

00:41:20: Nee, du guckst so sehr aus lineare Fernsehen weil die jungen Talente sind schon auch noch da und wir sind ein attraktiver Arbeitgeber für junge Talente.

00:41:29: Das sind vielleicht nicht so wie wir uns das alle vorstellen Aber ich habe wirklich eine große Offenheit Und bin auch sicher dass wir da was Gutes hinkriegen.

00:41:39: So!

00:41:39: Wir kriegen auch was Gtes hin.

00:41:41: Jetzt kommt nämlich Wissenswertes.

00:41:42: und jetzt kommst Du ein paar Fakten über Hamburg.

00:41:45: Wunderkerzen gelten als deutsche Erfindung.

00:41:47: In Hamburg meldete Franz Jakob Welter das Verfahren zur Herstellung eines funksprühenden Leuchtstabes beim kaiserlichen Patentamt an.

00:42:03: Warum den Nikolaus?

00:42:05: Weil wir in unserer Familie immer Nikolauss sehr stark gefeiert haben.

00:42:09: Das ist ein altes holländisches Überbleibchen.

00:42:12: Ist das eine Versphilie

00:42:13: oder hollandschein?

00:42:14: Nein, die Holländer feiern Sinteklas sehr stark!

00:42:18: Kämsche Kuchen sind ein flaches knuspriges Traditionsgebäck aus Hamburg-Altona, das seit Seventeenhundertzehnundachtzig nach originalem Rezept hergestellt wird.

00:42:27: Die würzigen rechteckigen Kekse mit feiner Zimt und Nelkennote werden klassisch zu Kaffee oder Tee serviert – traditionell aber auch gerne auf gebutterten Brötchen gegessen!

00:42:38: Welches Gebäck darf bei dir nicht auf dem Frühstückstisch fehlen?

00:42:42: Kämschekuchen standen da auch schon.

00:42:44: Ja, es schmeckt wirklich richtig gut.

00:42:47: Mit Butter ist krass!

00:42:50: Franz Brötchen dürfen nicht fehlen und zwar am liebsten mit Streuseln.

00:42:54: Also damit ist auch richtig ungesund.

00:42:59: So ein bisschen ungesunden kann ja jeder.

00:43:00: Ja,

00:43:02: die Ruine der ehemaligen Hauptkirche Sankt Nikolaj am Hopfenmarkt dient heute als zentrales Mahnmal gegen Krieg und Gewaltherrschaft.

00:43:08: Der markante, hundert-siebenvierzig Meter hohe Turm war nach seiner Vollendung achtzehnhundertvierundseipzig für kurze Zeit das höchste Gebäude der Welt!

00:43:17: Wann hast du zuletzt einen Gottesdienst besucht?

00:43:20: Vor drei Wochen... Und zwar anlässlich einer traurigen Beerdigung.

00:43:27: Jetzt haben wir gerade schon über das NDR-Programm gesprochen, es gibt ja beim Handy diese Bildschirmzeit-Messung wie Langemann am Tag so am Handy sitzt.

00:43:36: Wie viel Bildschirmszeit hast du denn beim NDR?

00:43:38: Läuft im Intendantenbüro unentwegt der Fernseher?

00:43:42: Gar nicht!

00:43:43: Da hängt ein Fernsehr, den brauche ich aber vor allem für die Videokonferenzen und ich konzentriere mich schon sehr auf meine Gespräche und den Besuch, den ich habe.

00:43:52: Aber vor allem sitze ich wenig abschreibtisch, sondern fahre vor allem durch Norddeutschland und besuche die Kolleginnen und Kollegen und treffe

00:43:59: Menschen.".

00:44:00: Setzt du eigentlich eher auf Nähe oder eher auf Ferne?

00:44:04: tatsächlich?

00:44:04: Wenn es auch darum geht welche Entscheidungen du triffst?

00:44:10: also wir haben ja schon rausgehört du setzt auf nähe um erstmal alles kennenzulernen usw.

00:44:14: Trotzdem brauchste wahrscheinlich auch die ferne gleichzeitig damit nicht ständig auf dich Einfluss ausgeübt wird.

00:44:21: Ja, aber ich will ja natürlich vor allem Entscheidungen treffen die gut sind und deshalb stimme ich mich schon sehr ab.

00:44:29: als klar war dass sich Intendant werden soll habe ich gesagt Ich mache das aber nur wenn mir alle dabei helfen.

00:44:35: Und dies versprechen habe ich nicht nur der Geschäftsleitung abgenommen sondern auch mein Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Kollegen weil das ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

00:44:43: Und insofern lasse ich auch bei meinen Entscheidungen nähe zu, aber ich bin auch ganz gut im

00:44:48: Entscheidungsreffen.".

00:44:50: Was war denn schwieriger als du vorher gedacht hast?

00:44:54: Schwieriger ist schon die politische Lage muss ich ganz ehrlich sagen.

00:44:58: und dass wir vor dem Bundesverfassungsgericht ziehen müssen um das Verfahren für unsere unabhängige Finanzierung sozusagen durchzuboxen – das ist eigentlich immer noch nicht gut!

00:45:11: Dass es so weit kommen musste, die politischen Rahmenbedingungen empfinde ich schon als schwierig.

00:45:17: Wobei ich sagen muss, dass ich hier aus Hamburg eine Großunterstützung fühle für den Öffentlich-Rettlichen Rundfunk insgesamt aber auch für die Medien insgesamt.

00:45:26: eben

00:45:27: auch Für viele ist Fernsehen gucken ja also nicht nur Informationen sondern vor allen Dingen Unterhaltung.

00:45:32: Wie schaltest du denn am besten ab wenn's nicht der Fernseher sein sollte?

00:45:37: Zum Beispiel im Kanu, das finde ich ehrlicherweise wirklich für mich immer ein Highlight.

00:45:43: Weil man da so sehr bei sich ist aber auch mitten in Hamburg auf der Alster.

00:45:47: Das find' ich schon wirklich toll!

00:45:49: Hat das einen Namen?

00:45:50: Ja, das heißt Pluck.

00:45:52: Warum heißt das Pluck?

00:45:52: Das

00:45:53: Pluck is die Hauptfigur in einem Kinderbuch was wir meinen Kindern vorgelesen haben und dass es eine kleine Junge, der allein in einem Hochhaus wohnt im letzten Stock... ...und einen Kranwagen hat und Tiere rettet.

00:46:07: Also, ich kann das nur empfehlen.

00:46:08: Das Buch heißt Pluck der Junge mit dem Kranwagen und deshalb heißt... Wir konnten unser Kind nicht Pluck nennen, das haben wir uns nicht getraut.

00:46:16: Gibt

00:46:16: es schon eine Kinder-Serie dazu oder übernimmt das der NDR demnächst?

00:46:19: Mit Studio Hamburg?

00:46:20: Nee,

00:46:21: haben wir noch nicht geplant.

00:46:23: Muss ich vielleicht mal irgendwo in den Pipeline gehen?

00:46:25: ja.

00:46:27: Okay da kannst du richtig abschalten!

00:46:29: Ja Und du sitzt dann am Steuer also am Rudergerät sozusagen oder lässt du dich durch die Gegend fahren weil du sagst so macht den ganzen Tag, jetzt lass ich mal andere machen.

00:46:39: Nee

00:46:39: nee, ist Teamarbeit meistens mit meiner Frau.

00:46:42: Ja und gibt es noch andere Dinge wo du sagst das brauche ich auch so um irgendwie einen Ausgleich zu haben?

00:46:50: Ich bewege mich ja insgesamt tagsüber nicht so viel deshalb versuche ich möglichst viele Strecken zu laufen.

00:46:56: also ich gehe gerne durch diese Stadt muss ich wirklich fragen und entdeckt dabei auch auch viele Sachen und das entspannt mich auch.

00:47:04: Also gerade jetzt wenn mal ein Wochenende frei ist, dass ich dann einfach ungeplant und ohne Ziel loslaufe.

00:47:12: Und man entdeckt eigentlich in jedem Stadtteil Dinge, die man noch nie gesehen hat selbst, wenn man hier fünfzehn oder dreißig Jahre schon

00:47:18: lebt.".

00:47:19: Jetzt hast du ja schon gesagt auf Herzkreuz und Quer durchs Endegebiet das ist sehr groß!

00:47:22: Das ist eben nicht nur Hamburg und Schleswig-Holstein sondern nach unten Richtung Niedersachsen in den Osten Richtung Mecklenburg-Vorpommern.

00:47:30: Gibt es da denn so einen Ort wo du gesagt hast sorry wusste ich vorher nicht finde ich super?

00:47:34: hat mich überrascht, weil du fährst ja jetzt nicht nur in die Landesfunkhäuser.

00:47:40: Nee nee ich war nicht nur an die Landes-Funkhäusern sondern man kommt ja insgesamt rum.

00:47:44: also ein Ort der mich zum Beispiel positiv überraschte war Bysum wo unglaublich viel passiert.

00:47:52: nach dem Motto Sankt Peter kann ja jeder das ist mal echt was anderes.

00:47:56: und im Mecklenburg Vorbaumann gibt es eigentlich an jeder Ecke etwas was so schön ist dass man's eigentlich fast nicht fassen kann.

00:48:02: Also das muss ich schon sagen, es ist schon ein Wunder.

00:48:04: Ein wirklich total tolles Land aber... Ich war vor ein paar Tagen auch im MMS-Land.

00:48:10: Das ist eine Gegend die auch so einen ganz eigenen Charme hat.

00:48:14: also dieses Norddeutschland ist einfach großartig wegen der Bandbreite.

00:48:18: Du hast ja gesagt nach unten hin in Richtung Nordrhein-Westfalen also Osternbrück und auf der anderen Seite Göttingen, das gehört alles noch dazu.

00:48:24: Und dann von der niederländischen bis zu polnischen Grenze.

00:48:29: Ja, allein dadurch haben wir schon eine hohe Perspektivenvielfalt.

00:48:32: Weil die Menschen sind norddeutscher aber sie sind auch sehr unterschiedlich.

00:48:36: Ich kenne einige Leute, die nicht mal aufs Handy gucken können.

00:48:40: beim Auto fahren sollen wenn sie mitgefahren werden oder im Zug Du sitzt dann wahrscheinlich da auf der Rückbank in dem Andowest gefahren das ist auch relativ normal dann in so einem Job und dann bist du die ganze Zeit am Laptop?

00:48:52: Oder wie organisierst du deine Arbeit?

00:48:54: Oder ist es doch eher wirklich sehr viel telefonieren?

00:48:58: Also an langen Tagen werde ich in der Tat gefahren, sonst fahre ich selbst.

00:49:01: Ich kriege einen Fahrer aus der Fahrbereitschaft.

00:49:04: also das sind dann die Kollegen, die sonst auch die Lkw fahren auf uns und das ist aber ganz gut und ich sitze vorne nicht hinten und muss viel telefonieren.

00:49:14: Und es gibt aber bei den Telefonen das habe ich jetzt erst festgestellt eine Funktion die man einschalten kann damit einem nicht so schlecht wird beim Lesen im Auto.

00:49:22: Ja ist krass wusste ich auch nicht.

00:49:24: Ja,

00:49:25: ich bitte

00:49:26: da.

00:49:27: Wobei mir wird ehrlich gesagt nicht schlecht.

00:49:28: Ach

00:49:28: so ja dann ist gut.

00:49:30: Aber du kannst es mir trotzdem zeigen!

00:49:32: Ich telefoniere dann im Auto und wenn man an den Abends spät zurück kommt mache ich auch mal die Augen zu.

00:49:39: Dieses Telefonieren ist natürlich mit sehr viel Sableye irgendwie zu tun.

00:49:42: Gibt's denn Momente wo du mal still bist?

00:49:44: Wo du einfach vielleicht auch das Handy komplett aushaßst?

00:49:46: Gibt´s so handiefreie Wochenenden oder ähnliches?

00:49:49: Ne, das wäre auch... Berufsbild

00:49:53: zu vereinigen.

00:49:53: Gar nicht, gar nicht!

00:49:55: Ich bin immer on.

00:49:59: Also ich bin immer erreichbar.

00:50:00: Das ist auch okay weil... ...ich bin ja verantwortlich für so einen großen Laden und muss sich auch immer herreichbar sein.

00:50:05: das macht mir aber...das ist nicht mein Problem wirklich nicht

00:50:08: Im Urlaub auch nicht.

00:50:11: Ja, im Urlaub ... Ich hab ja noch nicht so lange Urlaub gemacht als Intendant.

00:50:14: Das kommt jetzt im Sommer und mal gucken was passiert wenn ich im Juli wegfahre wie das dann geht.

00:50:21: Und

00:50:21: bleibst du denn im Sendegebiet oder geht's irgendwie in fernere Regionen?

00:50:24: Nee wir fliegen weiter weg.

00:50:27: Okay.

00:50:28: Ne, ich bin aber eigentlich immer on.

00:50:30: Was ich schon habe, ich deswegen den ganzen Tag geredet hab dass ich dann nach Hause komme und nicht mehr so viel sprechen möchte.

00:50:37: Das kann passieren!

00:50:38: Fußball ist ja auch meine große Leidenschaft.

00:50:40: Wie wird man den HSV-Fan, wenn man in Westfalen groß geworden ist?

00:50:44: Dann ist er die Nähe zu Schalke und Dortmund ja eigentlich doch also geografisch zumindest näher.

00:50:49: dann hat man noch den attraktiven holländischen Fußball auf der anderen Seite.

00:50:53: Wann bist du denn HSV Fan geworden?

00:50:56: Ach, das war eine Zeit ... Da war der HSV spielt in attraktiven Fußball.

00:51:00: War erfolgreich und Erfolg macht dann für kleine Jungs auch ein bisschen ... Also in

00:51:05: den N-Siebzigern Anfang-Achtzigern?

00:51:07: Genau!

00:51:07: Und das war die Zeit.

00:51:09: Wenn wir selbst gekickt haben waren wir eben...

00:51:12: Warst du Kevin King wegen der Frisur?

00:51:14: Nein.

00:51:15: Ich war eher Manikals oder Felix Magath oder Holger Hyronimus.

00:51:21: Die klebten als Klebebilder im Küchenschrank bei uns.

00:51:24: Das war so ich.

00:51:26: kann mich da gar nicht mehr dran erinnern.

00:51:27: Mein Kumpel in der Grundschule war HSV-Fan, ich war HSv Fan und ich hab mir dann irgendwann Anfang der Achtziger zu Weihnachten als einziges Geschenk ein HSV Handtuch gewünscht.

00:51:37: Das habe ich auch bekommen und damals gab es ja noch kein Internet für die jüngeren Hörerinnen und Hörern und das heißt meine Eltern mussten richtigen Aufstand machen für dieses sehr kleine HSV handtuch und das habe ich immer noch.

00:51:49: Ja!

00:51:50: Sehr schön.

00:51:51: Ja, aber

00:51:51: es ist sehr klein!

00:51:53: Ist das geschrumpft als so häufig im Trockner?

00:51:56: Es ist jedenfalls ohne dieses Frotteel.

00:51:58: Das ist sehr glatt.

00:52:01: Du hast sicherlich gelernt in deinem Job Netzwerke zu pflegen, berufliche Kontakte zu pflegen... wie fliegst du in Freundschaften?

00:52:10: Da muss ich besser werden.

00:52:13: In den letzten Jahren war das nicht unbedingt meine Stärke Versuch schon, mich auch regelmäßig zu melden und versuche auch gemeinsame Sachen zu organisieren.

00:52:24: Aber das wird immer eine Herausforderung bleiben wenn man so einen Job hat wie ich den habe.

00:52:29: Da muss man sich richtig aktiv drum bemühen.

00:52:31: Das kann einem schnell wegrutschen.

00:52:33: Gibt es denn noch Freunde quasi aus der Kindheit?

00:52:36: Ja.

00:52:36: Die jetzt da immer noch wohnen vielleicht oder ...

00:52:40: Ja, vor allen Dingen habe ich Freunde aus meiner Kindheit die in Hamburg wohnen mittlerweile.

00:52:43: Oh!

00:52:44: Die hast du alle nach und nach hierher gezogen?

00:52:45: Genau meine allererste Grundschulfreundin lebt auch hier in Hamburg.

00:52:50: Und ich kenne schon noch ein paar, die mit mir gemeinsam dann irgendwann nach Hamburg gekommen sind.

00:52:57: Also ich hab schon wirklich auch noch ganz alte Freunde.

00:53:00: Meine Mutter hat mich immer ermahnt die alten Freunde vor allen Dingen zu pflegen, weil das die besten Freunde sind.

00:53:05: Weil man eine ganze Menge mit denen ja schon erlebt hat und so weiter.

00:53:09: Kannst du das auch so sehen wie meine Mutter oder würdest ihr widersprechen?

00:53:13: Es ist gut wenn man die auch noch hat.

00:53:16: Die kennen Facetten von einem selbst und wissen wie man aufgewachsen ist.

00:53:21: Das kann man selbst sehr guten Freunden nicht im Nachhinein erklären.

00:53:27: Deshalb sind das schon ganz besonders wichtige Freunde, aber ich bin auch offen für neue Freunde.

00:53:35: Ich finde, das ist nicht abgeschlossen und in unseren beiden Berufen, es ist ja bei dir auch so, trifft man eigentlich jede Woche Menschen die so interessant sind, dass man denkt jetzt hätte ich aber Bock mit dem mal drei, vier Stunden in der Kneipe zu gehen.

00:53:52: Wie oft passiert das bei dir noch, dass du in eine Kneipe gehst?

00:53:55: Ja, im Moment.

00:53:56: Also sagst du jetzt alles egal?

00:53:59: Wir reden jetzt über, was weiß ich, Fußball-Fetter...

00:54:03: Im Moment zu wenig!

00:54:04: Aber das muss eigentlich wieder kommen.

00:54:05: Ich finde ja dass Kneipen unterschätzte demokratische Orte sind und ich bin immer bei einem Wuppertaler Professor der gesagt hat diese ganze schlechte Debattenkultur die wir haben würde sich vielleicht lösen wenn wir mal ein Programm für dreißigtausend neue Eckknipen aufsetzen würden.

00:54:22: Und da bin ich bei ihm, weiß nicht ob das funktioniert aber die Kneipe an sich ist eigentlich ein ziemlich demokratischer Ort für gute Debattenkultur.

00:54:31: Jetzt müssen wir uns hier in der Stadt nicht über mangelnde Kneipen irgendwie beschweren Aber offen Land wird es echt eng.

00:54:36: Es gab glaube ich auch mal einen sehr schönen Kurzfilm den ich im Rahmen einer NDR Veranstaltung gesehen habe.

00:54:42: Ich glaube sogar Lars Jessen hat den gemacht Also der Schöpfer von Pranger auch Über das Sterben von Gasthöfen in Schleswig-Holstein.

00:54:51: Ja und was aber gut ist, dass viele Menschen in Dörfern und Kleinstädten entdecken das ihnen etwas verloren geht wenn die weg sind.

00:54:57: Und quasi im Genossenschaftsprinzip die dann wieder aufmachen.

00:55:00: Das finde ich eine richtig gute Idee muss ich ganz ehrlich sagen.

00:55:05: Jetzt bist du ein offener und auch fröhlicher Mensch gehst in die S-Bahn rein und wünschte erst mal allen guten Morgen!

00:55:11: Die Hand gibt's ja nicht heben ne?

00:55:12: Das ist nach Corona wahrscheinlich weggegangen oder?

00:55:14: Genau das

00:55:15: wäre ein bisschen schräg.

00:55:18: Wie geht denn so jemand tatsächlich mit der völlig überzogenen harten Kritik um, beziehungsweise auch der Diskussionsethik in den sozialen Medien?

00:55:27: Die sich ja vor allen Dingen auf den Alltag überträgt habe ich das Gefühl.

00:55:31: Also auch in der S-Bahn gibt es manchmal Schreiereien.

00:55:34: Ja, ich monitore schon was in sozialen Medien ist aber ich bin da selbst nicht so wahnsinnig aktiv.

00:55:43: Deshalb kriege ich diese Härte nicht so hautnah mit, aber meine Kolleginnen und Kollegen schon.

00:55:48: Und deshalb müssen wir uns auch um die kümmern, weil wenn man sich jetzt nach draußen wagt als Journalistin und Journalist dann braucht man schon auch eine Unterstützung, um mit diesem ganzen Hass umgehen zu können.

00:56:00: Dass das sich so entwickelt hätte ich vor zehn Jahren ehrlicherweise nicht gedacht und deshalb wundert mich auch nicht dass viele junge Menschen sagen Ich merke, dass mir Social Media nicht gut tut.

00:56:12: insgesamt wieder eine Kultur, wo wir das direkte Gespräch wieder höher priorisieren als dass schnelle Anschreien und schnelle Meinungen haben in Social Media.

00:56:22: Das ist für dieses ganze Land nicht gut.

00:56:25: Nur wie wir es hinkriegen weiß ich ehrlicherweise auch noch nicht.

00:56:30: Wir versuchen ja schon so ein bisschen zu ändern indem wir wieder mehr herausgehen als auch als NDR Und das ist richtig und das müssen nach meinem dafür halt noch viel mehr Institutionen machen Räume öffnen, dass sich auch mal Meinungen begegnen.

00:56:46: Die die sich auch einmal widersprechen und das muss man auch aushalten.

00:56:51: Lieber Hendrik wir müssen jetzt auch rausgehen um mich aus diesem Gespräch aber folgt noch zwei Fragen die hier jeder beantworten muss wo siehst du dich in fünf Jahren?

00:57:00: In Hamburg auf jeden Fall so viel steht fest und hoffentlich bin ich dann als Intendant wieder gewählt.

00:57:07: aber warten wir es ab.

00:57:08: Ist das so ein Job, den man jetzt bis zur Rente macht in deinem Alter?

00:57:12: Weil das ist ja doch noch lange hin.

00:57:13: Oder was würde man eigentlich hinterher machen?

00:57:15: Kiosk-Besitzer?

00:57:16: Keine Ahnung.

00:57:18: Da würde mir schon etwas einfallen.

00:57:19: aber ich denke erst mal für die Zeit, für die ich gewählt bin und Verantwortung trage und dann... ...ist es ja ein Wahlamt.

00:57:27: insofern Das warten wir da mal ab.

00:57:29: Ich sag dir Bescheid

00:57:31: Wo siehst du Hamburg in fünf Jahren?

00:57:34: Gute Frage!

00:57:35: Hamburg in fünf Jahren hat sich auf den Weg gemacht sich zu erneuern und sich nicht mehr mit dem, es ist sowieso alle schönen Zustand zufrieden zu geben.

00:57:46: Ich glaube in fünf Jahren wird durch Hamburg eine Rock gegangen sein und wir werden eine noch weltoffenere kreative Stadt.

00:57:55: Das wäre schön!

00:57:57: Lieber Hendrik, das hat mir sehr viel Freude bereitet und ich gehe auch fest davon aus dass einen höheren und höheren das große Freude bereit hatte.

00:58:05: Sollte es mehr und eher gehen?

00:58:06: Du hättest ja Möglichkeiten!

00:58:08: Insofern sage ich recht herzlichen Dank für dich.

00:58:11: gehts jetzt wieder auf die Straßen Norddeutschlands und ich sage Ahoi!

00:58:15: Das war gute Leute.

00:58:19: Das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier.

00:58:22: Von der gute Leudefabrik, der Szene Hamburg und dem Zeitverlag.

00:58:26: Folgt im Hamburggespräch als Podcast auf allen bekannten Streamingplattformen.

00:58:31: Jeden zweiten Montag neu!

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