Lisa Hagmeister bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"

Shownotes

Lisa Hagmeister spricht in „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ über ihre langjährige Verbundenheit mit Hamburg und dem Thalia Theater sowie darüber, warum sie sich bewusst gegen das ständige Weiterziehen in der Schauspielbranche entschieden hat. Die Schauspielerin erzählt von ihrem Leben auf St. Pauli, ihrem ambivalenten Verhältnis zum Stadtteil und warum sie die besondere Mischung aus Reeperbahn, Elbe und Nachbarschaft bis heute fasziniert. Außerdem berichtet sie von ihrer Familie, ihrem Alltag zwischen Theater und Film und davon, weshalb Yoga, die Elbe und das Lernen in Cafés für sie wichtige Kraftquellen sind. Darüber hinaus spricht sie über ihren sechsmonatigen Aufenthalt in Neuseeland, die Herausforderungen, Theater und Film miteinander zu vereinbaren, sowie über ihre Haltung zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, Integration und der Zukunft Hamburgs. Nicht zuletzt verrät sie, weshalb sie hofft, dass die Hansestadt ein Leuchtfeuer für Kultur, Kreativität und Vielfalt bleibt.

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00:00:02: Ich hab einen durchaus sehr ambivalentes Verhältnis zu sagen, Pauli ich liebe es.

00:00:07: Wenn ich vom Theater nach Hause komme und Reba war ein Aussteige das hat für mich immer noch so'n Thrill da durch diese bunte lebendige Gegend durchzulaufen Und gleichzeitig bin auch manchmal echt abgeturn von Junggesellen abschieden.

00:00:29: Dann läuft mir die Domina über den Weg.

00:00:32: meine Kinder stehen vor Plakaten und sagen, Mama, wieso?

00:00:37: Wieso hat er nix an.

00:00:38: Und wieso hat der so ein Halsband und ist ja an so einen Brett angebunden.

00:00:46: Dann muss man erst mal Sachen erklären.

00:00:48: Aber ich finde das auch irgendwie toll.

00:00:54: Also dieses Angst frei sein.

00:00:58: Das bin ich tatsächlich auf der Bühne leichter.

00:01:03: oder da ist es sozusagen einfach so antrainiert dass man über Grenzen rübergeht.

00:01:12: Aber sich einfach nicht darüber Gedanken machen, ob da eine Grenze ist oder nicht.

00:01:38: Gute Leute!

00:01:39: Das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier jetzt.

00:01:45: Heute zu Gast ist die Schauspielerin Lisa Hackmeister.

00:01:48: Moin

00:01:49: moin.

00:01:49: Morgen

00:01:51: Geboren, neunzehntneunzebzig in Berlin hast du an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch studiert und bist seit zwei tausendsechs festes Ensemblemitglied am Talier Theater Hamburg.

00:02:00: Bekannt bist du durch zahlreiche Theaterfilmen und Fernsehrollen unter anderem in Systemspringer.

00:02:05: Und zuletzt infatige Akkinsfilm Amrum.

00:02:08: Für deine Arbeit wurdest Du mehrfache ausgezeichnet, darunter mit dem Morolf-Maris-Preis und dem Boyk Robertpreis.

00:02:13: Seit vielen Jahren lebst Du mit Deiner Familie auf St.

00:02:16: Pauli.

00:02:16: Liebe Lisa!

00:02:17: Du bist seit Jahrzehnten am Taliertheater in einer Branche, in der viele ständig weiterziehen.

00:02:23: Ist das Treue?

00:02:24: Bequemlichkeit oder Überzeugung?

00:02:27: Alles zusammen.

00:02:29: Ähm... Ich hab Das Taliertheater einfach von Anfang an immer sehr gern gemocht.

00:02:34: Es war ein gutes Zuhause für mich, ich hatte da immer tolle Kollegen... Ich hatte nie einen Grund weiterzuziehen.

00:02:43: also ich habe das zwischendurch natürlich auch immer mal in Erwägung gezogen.

00:02:49: Es gab ja einen großen Umzug von vielen Kollegen von Hamburg nach Berlin und ich war damals aber erst drei Jahre in Hamburg und hatte mir das dann gut überlegt ob das nicht auch sinnvoll und super wäre wieder zurück nach Berlin zu gehen, was ich ja auch immer dachte dass ich irgendwann da wieder lande.

00:03:08: Und habe das dann sowieso angetestet und hab dann da auch noch mal ein Stück gemacht zu dem Zeitpunkt und habe dann gemerkt nee ich bin irgendwie mit Hamburg noch nicht durch Ich will dann noch bleiben.

00:03:20: mich mag das da und die ganze Truppe die dann damals neu angefangen mit Lux war auch einfach unschlagbar.

00:03:29: wir hatten einfach Das war so eine inspirierte, tolle Crew.

00:03:38: Und auf die hatte ich auch hier auf jeden Einzelnen wahnsinnig Lust und mit denen zusammenzuarbeiten.

00:03:44: Dann habe ich mich doch weiter für Hamburg entschieden.

00:03:48: Ich hab es eigentlich nie bereut.

00:03:51: Abgesehen davon, ich habe hier ne Familie gegründet.

00:03:54: Es ist wahnsinnigt kostbar!

00:03:57: Die Familie nicht ... verpflanzen zu müssen ständig und die Kinder in der Schule lassen zu können, wo sie sich wohl fühlen.

00:04:06: Mein Partner ist hier fest level hier bleiben.

00:04:09: also das ist natürlich ein großes Privileg auch nicht umziehen zu müssen.

00:04:14: Und trotzdem kenne ich auch diesen Dünkel oder beziehungsweise dieses Gefühl Oder was einem gerade von anderen Kollegen auch entgegen gebracht wird ja du musst das ist ja langweilig man wird doch bequem Man muss doch noch mal die Stadt wechseln, dieses Gauklar Dasein auch wirklich in allen Facetten leben.

00:04:39: Und nee das muss ich nicht, brauche ich nicht!

00:04:43: Ich finde also obwohl ich das manchmal mir so angezogen habe und dachte so ja scheiße und es stimmt vielleicht aber ich hab das einfach sehr genossen hier bleiben zu können.

00:04:54: Gab es denn mal einen Punkt, wo du sagst, da war's wirklich am kritischsten?

00:04:57: Weil das Angebot einfach so toll war von einem anderen Theater wegzugehen?

00:05:01: oder war das immer eine relativ gleichförmige Geschichte.

00:05:05: Keine Ahnung man überlegt im Dezember ob man die nächste Saison noch macht oder wann man diese Entscheidung trifft aber diese Programme werden ja schon sehr früh gemacht

00:05:14: ne?

00:05:15: Ne so ganz konkret gab es tatsächlich nur diesen einen Punkt wo ich mich weiter anders entscheiden kann.

00:05:21: ansonsten verlängert sich der Vertrag immer automatisch um drei Jahre und wenn man da nicht gekündigt wird, dann geht es einfach weiter.

00:05:31: Und dazu kommt dass ich die Arbeit innerhalb des Theaters ja auch sehr mannigfaltig gestaltet.

00:05:37: also man arbeitet ja trotzdem mit ganz unterschiedlichen neuen Regisseuren wenn's gut ist zusammen und man hat ja schon Ist ja jetzt nicht immer der nine to five Job mit den selben Sachverhalten, die einen dann wahnsinnig langweilen.

00:05:51: Sondern es ist schon auch sehr abwechslungsreich!

00:05:54: Ja... Hast du trotzdem nicht manchmal Angst so als Inventar wahrgenommen zu werden?

00:06:00: Also als jemand, der selbstverständlich da ist auf das Abo-Publikum einfach nicht mehr überraschen kann, weil na klar bist du da seit zwanzig

00:06:09: Jahren?!

00:06:09: Auf jeden Fall.

00:06:11: Ich weiß das auch, dass es bestimmt auch ein bisschen so, dass man vielleicht von manchen Leuten so wahrgenommen wird, aber egal.

00:06:21: Kann ich keine Rücksicht draufnehmen?

00:06:23: Nimmst du vielleicht Rücksecht dadurch darauf, indem du möglicherweise bei der Rollenauswahl vielleicht auch guckst das die Extreme vielleicht immer so hin und her schwanken?

00:06:34: Also am Theater also wir haben geringfügig da Einflussnahme drauf.

00:06:43: Eigentlich wären wir nicht gefragt.

00:06:45: Es wird

00:06:46: gegessen, was auf den Tisch kommt?

00:06:47: Ja so ein bisschen ist es so.

00:06:48: und aber das ist natürlich auch manchmal eine Willkommene Herausforderung dass man dann einfach sich da mal hingibt und sich also nicht nur die Rosinen rauspicken kann.

00:07:00: Und jetzt ist es zum Beispiel auch wieder so wie haben wir jetzt auch wieder einen Intendantenwechsel gehabt und Dann kommt es mir auch wieder ein bisschen so vor ja man muss jetzt erstmal die anderen auch Vorlassen dass sie jetzt zeigen können und so.

00:07:12: Und vielleicht ist es auch so ein bisschen das Privileg des, so'n bisschen entspannteren oder jetzt ich muss mir nicht mehr die... Also ich finde das okay!

00:07:23: Ich kann jetzt auch mal ganz kurz dass also die anderen vorlassen.

00:07:28: Also da bricht mir ja jetzt auch keine Zacke aus der Krone und klar hoffe ich auf viele tolle Aufgaben weiterhin.

00:07:36: aber ich find's ok wenn ich jetzt nicht gerade nur die Protagonisten jetzt wegschleppen muss.

00:07:41: Und der Schöne ist, du hast immer noch viele Ausflüge in die Filmwelt und

00:07:45: kannst dich da

00:07:47: ausreichend zeigen!

00:07:48: Da kommen wir noch drauf.

00:07:49: aber erst mal gehen wir nach Hamburg vom Taliatheater direkt in deine Lieblinge sozusagen.

00:07:55: Welches ist dein Lieblingsgeschäft in Hamburg?

00:07:58: Butteni natürlich!

00:08:01: Welcher is dein Lieblingspark in

00:08:03: Hamburg?!

00:08:04: Dajinoschpark!

00:08:05: Welche is deine Lieblinskneipe?

00:08:08: vier drei neun in einer Vereinsstraße.

00:08:11: Welches ist deine Lieblingskonzertlocation?

00:08:15: Knust!

00:08:16: Welches is dein Lieblungsmuseum?

00:08:19: Deichtorheim.

00:08:21: Wenn man so viel Kultur macht wie du, also beruflich einfach sehr viel damit zu tun hat empfindet man andere Kultursparten als Entspannung tatsächlich?

00:08:30: Also gehst Du häufiger ins Museum oder in Konzerte?

00:08:37: Ich empfinde Eigentlich alles als Entspannung, wo ich jetzt nicht gerade die Premiere spiele.

00:08:44: Also auch immer die Premieren von anderen zu gucken?

00:08:46: Aber ja auf jeden Fall, ich gehe total gerne ins Museum!

00:08:49: Ich muss sagen durch die Kinder weniger weil die so ein bisschen muffelig da sind...

00:08:56: Das ist aber komisch dass Kinder im Museum muffelich sind.

00:08:59: Sind doch mal die einzigen Kinder der Welt.

00:09:01: Ja ich glaube auch das sind die einzige Kinder in der Welt, aber auf jeden fall es ist dadurch ein bisschen weniger geworden leider, aber das kann ja wieder anders werden.

00:09:09: Ja, ganz bestimmt.

00:09:10: Gehst du denn tatsächlich auch immer wieder in Stücke im Talier?

00:09:13: Also...

00:09:16: Ich versuche auf jeden Fall die Kollegen alle anzugucken mit ihren Premieren.

00:09:21: also das finde ich schon einen coolen Support, den man sich...

00:09:25: Gibt's da so eine Talier-Mitarbeiterloge dann?

00:09:27: oder sitzt man immer woanders?

00:09:30: Immer woanders!

00:09:31: Okay

00:09:31: gibt es ja ein Lieblingsplatz im Publikum für dich?

00:09:34: Wenn du sagst wenn ich die freie Auswahl hätte Wo soll ich mir eine Karte kaufen, damit ich einen guten Überblick habe?

00:09:42: Ich finde im Paket die ersten acht Reihen super.

00:09:48: Unter diesen Balkonen hat man oft eine schlechte Akustik.

00:09:52: Das würde ich mir anders überlegen.

00:09:54: dann oder in den Logen sind auch alle super eigentlich.

00:09:58: Lose erste Reihe perfekt!

00:10:00: Ja sehr schön.

00:10:03: Bevor es gleich weiter geht mache ich kurz Werbung für unseren Kooperationspartner Die Zeit.

00:10:08: In meinem Morgen starte ich gern mit der Elbvertiefung, dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.

00:10:14: Der kommt ab jetzt im neuen Look zu euch!

00:10:16: Von Montag bis Freitag morgens um sechs Uhr direkt ins E-Mailpostfach.

00:10:21: Alle Infos findet ihr auf zeit.de.

00:10:23: slash elbvertieffunk Und noch mehr.

00:10:26: Zeit Hamburg bekommt Ihr im Hamburg-Ressort auf zeit .de.

00:10:29: slash hamburg Rheinschaun lohnt sich.

00:10:32: Das war Werbung Herzlichen Dank.

00:10:37: Was stört dich denn am meisten am Publikum?

00:10:40: Also es gibt ja so diese Ideen bei Opern, dass wenn einer hustet das dann alle husten.

00:10:46: Gibt's so Merkwürdigkeiten wo du sagst oh das bringt mir hier echt aus dem Tritt.

00:10:53: Also es kommt durchaus vor, dass Leute in der ersten Reihe sitzen und schlafen.

00:10:58: Und das siehst Du dann also die Scheinwerfer sind da nicht so hell.

00:11:03: Auf jeden Fall sieht man das.

00:11:04: ich gucke auch gerne manchmal ins Publikums einfach auch um Kontakt aufzunehmen, weil ich diese Durchlassigkeit zwischen was auf der Bühne passiert und was runtergeht oder diese Kommunikation.

00:11:20: Ich mache hier aber auch gerade Theater für dich sozusagen das mit zu erzählen.

00:11:25: Das macht mir irgendwie Spaß!

00:11:27: Und also es bringt mich dann nicht... Also wirklich raus oder so, ich find das dann eher amüsant.

00:11:36: Du bist auch jemand wie Merlin Sandmeier der als ich letztes Jahr im Talier war und durch Holschnupfen drama hintereinander sehr laut niesen musste,

00:11:43: die deine Gesundheit gewünscht hat?

00:11:45: Ja genau!

00:11:46: Das ist der gute Ton bei uns.

00:11:51: Wie war denn die Lisa, als sie hier vor zwanzig Jahren nach Hamburg kamen?

00:11:57: Ich kam damals aus Düsseldorf.

00:12:00: In DüsselDorf hatte ich mein erstes Engagement.

00:12:03: Da war ich drei Jahre.

00:12:06: In Düsseldorf bin ich eigentlich ... Das war für mich so ein Superstaat, das war nicht so einen Heiferspecken und die hatten trotzdem gutes Geld sozusagen Kultur zu machen und gute Leute ranzuholen.

00:12:20: Und da war ich so ein bisschen die junge Neue, die konnte viel spielen und mich ausprobieren.

00:12:27: Dann ist es da ein Intendantenwechsel.

00:12:31: Ich war vorher mal hier gewesen am Taliertheater und hatte mir was von Thalheimer angeguckt mit Hans, Felix und Maren.

00:12:40: Und fand das super!

00:12:44: Hatte davor auch eher Furcht und war davon irgendwie beeindruckt, weil es so etwas ganz anderes war als wir da gemacht haben.

00:12:52: Dann habe ich zu unserer Chefdramatogen Rita Thiele gesagt, die dann auch ans Schauspielhaus gegangen ist als Scheffdarmatogen.

00:13:02: Ach ich würde so gerne ans Talier weil da eben auch so ein Wechsel anstand.

00:13:06: und ums kurz zu machen das hat dann irgendwie alles auf wundersame Weise sich gefügt und geklappt Und es war hier ein Ensemble was schon würde ich mal sagen wie soll ich das ausdrücken?

00:13:22: So ein bisschen divöser war.

00:13:24: also da waren sie Leute, die so die Protagonisten-Rollen gespielt haben und dann so ein bisschen kamen ... kamen dann so welche nach.

00:13:35: Und welche, die immer die ... die schön großen Rollen gehabt haben.

00:13:41: Es war so'n bisschen... Also nicht ganz so gleich.

00:13:49: Wir sind Freunde so als was ... Das waren Stars!

00:13:51: Und es gab das Ensemble?

00:13:53: Genau, so'nen bisschen so.

00:13:57: Ich hab gemerkt, ich musste mich da am Anfang schon so ein bisschen wärmer anziehen.

00:14:01: Also es war jetzt nicht ... Niemand war blöd zu mir oder so, aber ich war auf mich allein gestellt und musste mich erst mal durchboxen.

00:14:08: Und... ich war Schüchtern?

00:14:14: Das ist vielleicht sowieso so was.

00:14:16: Ich bin eher zurückgenommen und bin jetzt nicht jemand der nach vorne presst und sich alles krallt.

00:14:23: Sondern ich bin abwartend.

00:14:29: Ich glaube, das würde mich vielleicht ein bisschen beschreiben.

00:14:32: Ich habe erst mal so geguckt aber ich war wahnsinnig froh hier anfangen zu dürfen und dankbar.

00:14:38: Das war sozusagen das Vorherrschende.

00:14:41: Hat dich diese Zeit dann härter gemacht?

00:14:44: Ich hab damals so ein bisschen gemerkt... ...ich kann nicht mit allem was mich bedrückt oder mich besorgt oder an allen immer gleich erzählen.

00:14:53: Ich muss das erstmal für mich behalten und damit selber umgehen.

00:14:57: Und ja, das hat mich vielleicht so ein bisschen härter gemacht.

00:15:03: Und natürlich mit den wachsenden Aufgaben die dann so nach und nach kamen, wächst ja auch so selbstbewusst sein.

00:15:11: Aber ich muss auch sagen dass diese Stimmung später im Ensemble was unterlugsbar.

00:15:20: da waren wir einfach sehr befreundet.

00:15:25: Da musste man nicht so elbogenmäßig unterwegs sein.

00:15:31: Und das hat mir auch total gut getan.

00:15:33: Welcher Idee bist du denn nach Hamburg gekommen?

00:15:35: Ich gehe da jetzt mal hin für zwei Jahre und dann geht es weiter.

00:15:38: oder ich mache jetzt erstmal Theater, nach der Schauspielschule sozusagen und dann demnächst kommt der große Durchbruch im Film.

00:15:46: oder was waren so deine Ideen?

00:15:47: und inwieweit hat sich das dann auch so ergeben?

00:15:53: Nach der Schausebotschule dachte ich glaube ich will jetzt erst einmal Theater machen weil ich da auch noch überhaupt kein Fuß in einer Filmbranche drin hatte, das kam dann so ein bisschen pöp-höh.

00:16:03: Ursprünglich wollte ich ja eigentlich immer ausschließlich Filme machen aber da wusste ich irgendwie nicht wie ich anfangen soll und dann bin ich sozusagen auf dieses Theaterpferd gestiegen Und wie lange ich da in Hamburg bleiben würde hat sich glaube ich überhaupt keine Vorstellung.

00:16:21: Das überrascht mich nach wie vor dass ich jetzt hier solange bleiben durfte oder geblieben bin.

00:16:29: Aber genau, also die Idee Film zu machen ist eigentlich eher mit den Jahren immer größer geworden.

00:16:40: Also wie gesagt erst kam ich daher das war die ursprüngliche Idee dass sich eigentlich filmen machen wollte dann eben mit der Schauspielschule aufs Theater gekommen und dann habe ich irgendwann mal angefangen so eine Rolle im Tatort bekommen Hätte ich am liebsten immer mehr Film gemacht, aber das ist ja so was wo man auch nicht immer einen Einfluss drauf hat.

00:17:04: Man ist im Theater sehr gebunden und nicht so flexibel dass man alles mitnehmen kann.

00:17:11: Das ist leider ein bisschen der...

00:17:13: Wie hast du denn Hamburg damals empfunden außerhalb des Theaters?

00:17:18: Der Anfang war schwer für mich weil ich mich sehr allein gefühlt habe Aber die Stadt mochte ich eigentlich von Anfang an.

00:17:29: Also, ich finde es gibt so diese kleinen Ballungszentren also, wo man... Die habe ich einfach vom Anfang an sehr von der Atmosphäre her genossen und lieb gewonnen.

00:17:44: Also sei's jetzt da Hafenelbe oder Kiez.

00:17:50: Ich

00:17:51: sind so einfach viele kleine Orte, immer mehr ans Herz gewachsen sind und eigentlich von Anfang an, also muss ich sagen.

00:17:59: Und natürlich mit den Menschen die man dann sich sammelt im Laufe der Zeit umso mehr.

00:18:07: Ist es denn jetzt so dass dein Freundeskreis zur Hälfte aus Theatermenschen besteht?

00:18:13: Ja!

00:18:13: Und der Rest andere Kreative?

00:18:15: oder gibt's da auch mal ganz normale Menschen die irgendwo im Büro sitzen oder handwerklichen Beruf nachgehen Wobei das ja auch künstlerisch ist.

00:18:26: Ja, also auf jeden Fall alles dabei.

00:18:29: Also vor allem spätestens durch meine Kinder...

00:18:32: Über die Kita lernt man immer Leute kennen?

00:18:34: Genau!

00:18:34: Kinderhunde, Nachbarschaft.

00:18:37: Auf jeden Fall ganz einfach.

00:18:41: Und du wohnst jetzt aus St.

00:18:42: Pauli.

00:18:43: Das ist ja ein Stadtteil wo für mich hatte es eine große Attraktivität dahin zu gehen Und irgendwann denkt man, ah jetzt weiß nicht morgens hier gleich wieder in die Ketchup-Pappen oder schlimmeren Dingen reinzutreten dann raus.

00:18:59: Hat sich da immer gehalten?

00:19:01: Gab's nie eine Überlegung dahin zu ziehen wo dein Publikum herkommt also eher so aus Winterhude oder anderen Orten?

00:19:10: Also ich sag jetzt mal so die pisse scheiße kotze Fraktion Die ist wirklich schlimm!

00:19:17: Das wird mit den Jahren auch immer schlimmer.

00:19:20: oder jetzt so gestern, vorgestern Schlagermove.

00:19:27: Einfach jedes Wochenende im Sommer ist eine andere Großveranstaltung, wo man dann nicht dahin kommt und gerne hin möchte.

00:19:36: Das hat schon ... Ja also ich denke da auch immer mal wieder drüber nach.

00:19:42: Am Anfang nicht.

00:19:43: Ich bin damals als ich nach Hamburg gekommen bin in die Bernhard-Nochtsstraße in Peter Jordans alte Wohnung über der Washington Bar gezogen.

00:19:52: Das war ein super Start für

00:19:55: mich.

00:19:55: Du hast ja schnell Freunde gehabt, ne?

00:19:57: Genau!

00:19:59: Dann wurde das da irgendwie gentrifiziert und dann wurde ich raus...

00:20:05: Komplimentiert.

00:20:06: Ja genau, tatsächlich haben sie es einfach wirklich alles verkommen lassen, dass durchgeregnet hat.

00:20:11: Und ich hatte einen Monster-Wasserschaden einfach durchgeregnet bei mir.

00:20:16: Und dann musste ich raus.

00:20:18: Das war auch überhaupt ziemlich aufregend.

00:20:21: Ich wohnte ja dann genau gegen, oder vor dem Erotikartmuseum und dann wurde das in einer Nacht auch besetzt.

00:20:29: Ich glaube es waren so die gängige Viertelleute, die das dann so versucht haben auch nochmal über Nacht irgendwie einzunehmen.

00:20:34: Die sind dann alle durch meinen Schlafzimmerfenster durchgekrabbelt und da rein.

00:20:42: Ja genau, das war irgendwie schon ... aufregend und toll da, aber jedenfalls bin ich dann umgesiedelt worden.

00:20:49: Ich musste dann in eine andere Wohnung Und die dann im Endeffekt sich als ganz schön herausstellte.

00:20:55: und da bin ich jetzt bis heute geblieben.

00:20:57: Aber ja also dass ich habe einen durchaus sehr ambivalentes Verhältnis zu sagen Pauli, ich liebe es Wenn ich vom Theater nach Hause komme und Reeperbahn aussteige.

00:21:09: Das hat für mich immer noch

00:21:10: so ein

00:21:12: Thrill dadurch diese bunte, lebendige Gegend durchzulaufen.

00:21:18: Und gleichzeitig bin ich auch manchmal echt abgeturned von Junggesellen abschieden und es bleibt halt spannend und die Menschen, die da wohnen, gibt's nicht mehr lange.

00:21:32: Das ist ein Schlag von Menschen, sie sind interessant und das genieße ich auch.

00:21:40: Dann läuft mir die Dominar über den Weg.

00:21:42: meine Kinder stehen vor Plakaten und sagen Mama, wieso?

00:21:48: Wieso hat er nix an.

00:21:49: Und wieso hat der so ein Halsband und ist ja an so einen Brett angebunden.

00:21:56: Dann muss man erst mal Sachen erklären.

00:21:59: aber ich finde das auch irgendwie toll dass die so groß werden und Polizisten sagen sie sollen POCs nicht kontrollieren, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben und das finde ich irgendwie cool.

00:22:15: Aber wie gesagt manchmal denke ich auch darüber nach morgens aufzuwachen und einfach Vögel zwitschern zu hören

00:22:22: in Alsterdorf oder so oder Wellingsbüttel wenn halb Deutschland nach St.

00:22:28: Pauli geht um zu feiern.

00:22:29: wo gehst du denn feiern?

00:22:33: Hast Du die besten Feste?

00:22:34: nach Premieren?

00:22:35: dann im

00:22:37: Nachtasyl finde ich es wirklich sehr schön.

00:22:39: Das liebe ich sehr, das finde ich einen tollen Ort.

00:22:45: So viel muss ich gar nicht mehr feiern.

00:22:47: Meine gute Freundin Carla hat jetzt vier drei neun und die besuche ich auch gelegentlich wenn ich dazu Lust habe oder dann ist man eingeladen auf irgendwelchen Privatpartys oder sowas.

00:23:00: Ich muss gar nicht so in Kneipen unbedingt ausgehen und das immer seltener mache ich das tatsächlich aber nicht weil Weil ich das irgendwie blöd finde, sondern ... Ich weiß nicht.

00:23:13: Ich bin so oft abends weg.

00:23:16: Ich sag jetzt mal auch gezwungen am Hassen, dass ich dann manchmal einfach ein bisschen ruhiger werde.

00:23:22: Wenn's nicht die Kneipen und Feiern sind, was macht Hamburg sonst für dich aus?

00:23:27: Ich geh ganz oft morgens tatsächlich sehr oft an die Elbe nach Übel-Ganne.

00:23:36: Und da lerne ich auch Text.

00:23:37: oder lauf da, gehe joggen.

00:23:39: Ich treff da alle möglichen Leute, die jeden Morgen ihre Hunde mit den Gassi gehen.

00:23:51: Das liebe ich sehr und ... Ich hab meine ... Ja, ich habe Lieblingscafés, wo ich unbedingt Kaffee trinken muss oft!

00:24:05: Wenn mal eins?

00:24:07: Ähm ... ja, das ist wahrscheinlich ... Das sag ich

00:24:13: nicht.

00:24:16: Zum Beispiel die Johanna, das ist ein wichtiger Ort.

00:24:22: Da isst du jeden Morgen eine Torte?

00:24:25: Mindestens!

00:24:30: Oft kann man mich da antreffen... Ich gehe auch gerne zum Text lernen unter Leute.

00:24:37: Also ich bin nicht die, vergräbt und Ruhe braucht, sondern ich mag das wenn es irgendwie so ein Grunderousal um mich rumgibt.

00:24:45: Und Dinge passieren und ich dann mal kurz noch mal woanders hin abgelenkt bin aber dann wieder auf mein Text.

00:24:52: oder jedenfalls fürchte ich mich vor diesem ganz stillen.

00:24:58: Ich denke

00:24:58: ja genau.

00:25:01: Stille gibt's jetzt auch nicht, sondern fragen der anderen Leute.

00:25:04: wir wollen mal rein hören.

00:25:06: Hallo liebe Lisa Haagmeister!

00:25:07: Ich bin Tischbohnholz der Geschäftsfündigirektor des Hotels Fonteney.

00:25:11: Ich würde sehr gerne von Ihnen wissen, nach welchen Kriterien wählen Sie ein Hotel

00:25:40: aus?

00:25:40: tatsächlich so ein Kinderhotel, also als die Kinder noch klein waren konnten die da alle miteinander spielen.

00:25:47: Die waren irgendwie versorgt und genau mein Freund war auch beschäftigt weil man da ebenso gut wandern kann und sportlich sein kann und ich konnte halt einfach abschalten und mal ins Bar oder irgendwie sowas gehen.

00:26:05: und das habe ich sehr selten gemacht weil es natürlich seinen Preis hat.

00:26:10: aber wenn so alle auf ihre Kosten kommen und keiner so jammerig oder unzufrieden ist, das ist dann schon für Familien natürlich Gold wert.

00:26:20: Du sagst du bist selten in Hotels aber wenn du doch zum Film gehst...

00:26:24: Genau!

00:26:24: Aber die will ich natürlich nicht.

00:26:25: Was ist dir da so wichtig?

00:26:27: Also wo kann man dich dann mit erfreuen?

00:26:30: also ich gucke zb immer erst mal wie groß der Fernseher ist auch wenn ich kein Fernsehen kucke.

00:26:34: aber ich finde es ganz furchtbar wenn da eine kleine Kiste nur

00:26:37: steht Okay, die mache ich tatsächlich auch fast nie an.

00:26:43: Ich finde gutes Frühstück super.

00:26:46: Klar!

00:26:48: Dann mega Deluxe wenn es einen Pool gibt.

00:26:53: Gibt's natürlich auch sehr selten...

00:26:55: Beim Film schon ne?

00:26:56: Also eher selten.

00:26:59: Ja und ich bin auch ... Wenns in der Stadt ist dann auch total gerne im Zentrum wenn alles um mich rum ist.

00:27:08: Bis auf in Frankfurt.

00:27:09: also ich zumindest Weil da ist es echt mies so beim Hauptbahnhof und so.

00:27:14: So, wir hören mal in den nächsten Fragestellereien... Hallo Lisa Hackmeister!

00:27:19: Ich

00:27:19: bin Agnès Agnés-Tjaques

00:27:20: der Verkehrsinator des Stadt

00:27:21: Hamburg Und

00:27:22: ich möchte gerne von Ihnen wissen Gibt es einen Weg in die Stadt, den Sie besonders gerne zurücklegen weil er vielleicht besonders schön ist?

00:27:30: Oh ja

00:27:31: Es gibt eine Straße Aber da vergesse ich immer den Namen dieser Straße.

00:27:37: Der führt vom ungefähr zwischen Nobistor und dem Beginn der großen Brunnenstraße, da wo diese Ikea-Straße anfängt.

00:27:51: Ja.

00:27:52: Und dann...

00:27:53: Das ist die große Bergstrasse, wo Ikea ist?

00:27:55: Genau.

00:27:55: Wir wollen

00:27:56: Ikea eigentlich nicht nennen weil Ikea is doof!

00:27:58: Okay wir nennen es nicht aber wir wissen welche Straße gemeint ist.

00:28:03: Da ist so eine Straße angelegt worden mit ganz vielen Blumen.

00:28:07: Und die wechseln auch, also da sind dann jetzt

00:28:10: z.B.,

00:28:11: es alles voller Kornblumen und dann gibt's ne Zeit, das alles volla Tulpen... Aber das müssen wir unbedingt noch rausfinden wie diese Straße heißt.

00:28:19: Das ist ein mega tolles Städte-Projekt gewesen.

00:28:24: Es hat irgendjemand angelegt und es ist einfach mitten in der Stadt und es wurde eine Oase.

00:28:31: Wir werden das ja auch über die üblichen Kanäle, wenn wir das bekannt geben.

00:28:35: Damit wir uns da alle mal treffen in der Blumenstraße sozusagen

00:28:40: und da ist auch ein Riesenfahrradweg genau.

00:28:43: Die geht los bei der Holstenstraße und dann eben da Richtung

00:28:52: Hamburg Egal welchen Senatom man fragt, man kriegt immer eine andere Antwort.

00:28:58: Es ist eine Kulturstadt, es ist eine Musical-Stadt, das sollte auch mal eine Olympische Stadt werden oder eine Sportstadt will es auch sein.

00:29:09: Was ist denn für dich vor allen Dingen?

00:29:11: Also neben der Tatsache dass es Wohnort ist und Familienmittelpunkt?

00:29:15: also wo ist Hamburg am stärksten in welchen Bereichen?

00:29:19: Das ist natürlich leider muss man sagen wirklich ne Blase noch weil es einfach wirklich eine Kulturstadt ist, wo sogar der Kulturetat noch vergrößert wird.

00:29:30: Irgendwo hingegen in anderen Städten verkleinert, wo das so hoch gehalten wird, wo Integration hochgehalten wird und Multikulti nicht als was Schlechtes dargestellt wird.

00:29:45: Das finde ich sehr besonders und bin auch wahnsinnig großartig.

00:29:51: Ich hoffe einfach, dass das so bleibt!

00:29:54: Und genau mit einem St.

00:29:59: Pauli-Fußballverein, der irgendwie so für die Dinge steht auch gegen rechts und so wie er ist – das finde ich toll!

00:30:10: Guckst du denn gerne Sport?

00:30:11: Wo du den FC Sankt Pauli ansprichst, gehst du irgendwo, kauf sie mal ein Ticket für irgendwas?

00:30:16: Also ich war jetzt ein paar Mal mit im Stadion tatsächlich weil meine Jungs sag' ich jetzt mal feiern.

00:30:27: Ich gucke das so mit und genieße das dabei, aber...

00:30:31: Aber du genießt dann eher die Freude deiner Jungs als die Tore des FC St Pauli?

00:30:37: Ja tatsächlich ist es für mich echt zu spannend.

00:30:40: ich drehe dadurch.

00:30:41: wenn da ich dann kann er gar nicht hingucken dass ich bin meine Nerven sind dafür nicht gemacht Leide ich einfach, wenn das nicht läuft.

00:30:53: Und man kann sehr

00:30:54: gut leiden im Militastadion.

00:30:56: Das haben die letzten Spiele ja gezeigt.

00:31:02: Du sagst Hamburg ist ein Familienmittelpunkt und da ist jetzt nun auch noch dein Lieblingsarbeitgeber.

00:31:07: Gebt es denn trotzdem auch einen Kriterium hier irgendwann wegzugehen?

00:31:11: Also du bist ja auch ein sehr politischer Mensch und Hamburg ist immer noch die Insel der Glückseeligen.

00:31:18: Die AfD hat hier Laut Sonntagsfrage immer noch die wenigsten Fans und Unterstützer.

00:31:26: Wenn das mal anders werden könnte, also ...

00:31:30: Ja, also haben wir da schon zu Hause drüber geredet?

00:31:34: Ich kann das irgendwie noch nicht richtig denken, weil so irgendwie... ich war jetzt mit meiner Familie ein halbes Jahr in Neuseeland Und da war das sozusagen ja immer so'n bisschen vor der Nase.

00:31:50: kann man sich das vorstellen auszuwandern, weil es ja genau was du sagst eben einem auch schwannen könnte dass es da irgendwie so eine sehr düstere Perspektive gibt.

00:32:06: Ich fand das so schwer mir vorzustellen und habe dann noch Scheuklappen davor.

00:32:11: aber klar wenn's ganz schlimm läuft will man da nicht Teil von sein.

00:32:17: Aber erstmal bin ich noch nicht soweit.

00:32:20: Also auch was die Alternative ist, dann hier wäre es natürlich auch krass.

00:32:27: Was bedeutet das im Widerstand?

00:32:29: Die ganze Zeit zu sein und was bedeutet das für die eigene Arbeit?

00:32:33: kann man überhaupt noch... Ist dann das, was man macht eigentlich überhaupt noch?

00:32:39: wird es dann noch abgefragt oder gebraucht?

00:32:42: also ja.

00:32:44: Es ist ein sehr komplexes schwieriges Thema für mich.

00:32:47: Ich kann das aber irgendwie noch nicht sagen.

00:32:53: Du hast dich also Boerlauben lassen sechs Monate vom Talier und warum Neuseeland?

00:33:00: Habt ihr Flaschenrehen gemacht oder

00:33:02: glaubst du,

00:33:03: mit Zugspunkte?

00:33:05: Also es war ein sehr großer Traum von meinem Partner und irgendwann habe ich gemerkt, dass war so wichtig ... Mitgemacht habe und ich war da sehr kritisch.

00:33:19: Ich hatte auch Angst davor Und das ging auch tatsächlich eigentlich nur weil es diesen Intendantenwechsel gab, weil normalerweise hat man ja ein ihres Repertoire von was weiß ich wie viel stücken und dann hätte dass jetzt Das Ensemble übernehmen müssen und das hätte ich auch asozial gefunden.

00:33:35: Dann zu sagen übrigens tüss und mach ich glaube das genau.

00:33:41: und weil aber einmal Tabula Rasa gemacht wurde mit den ganzen Stücken und die alles von sozusagen null wieder angefangen hat, war das eine Möglichkeit zu sagen ich fange ein halbes Jahr später sozusagen mit meinem Vertrag an.

00:33:54: Und ja Neuseeland kam eben durch meinen Partner der sich schon immer mal...

00:34:02: War das so die klassische Herr der Ringelnummer?

00:34:04: Seitdem viele Jungs vor allen Dingen irgendwann mal nach Neuseeland wollen

00:34:09: Nee, damit hat das glaube ich nichts zu tun.

00:34:10: Aber natürlich trotzdem diese Vorstellung von Abgeschiedenheit in Wilder Natur, das glaub' ich hatte eine große Rolle für ihn gespielt.

00:34:18: Und dann habt ihr da jeden Quadratmeter bereist oder seid ihr einfach nur in Auckland geblieben?

00:34:22: Oder an einem anderen festen Ort?

00:34:25: Also die Idee war sich einmal wirklich so ein Art von Lebensgefühl entwickeln zu können.

00:34:32: also was jetzt bedeutet nicht die ganze Zeit rumzureisen sondern wie so auch wirklich versuchen Alltag zu haben und Gewohnheiten auch, Freunde.

00:34:43: Also die Kinder sind ja auch mitgekommen und da mussten sie ja auch zur Schule gehen.

00:34:49: Und ich habe letztens noch darüber nachgedacht.

00:34:53: also es war wirklich toll aber wir hatten auch wirklich Glück wenn ein paar Sachen nicht so eingetroffen werden wie wir's da angetroffen haben dann Hätte es auch echt in die Hose gehen können.

00:35:05: Aber wir haben wirklich einen sehr, sehr schönen Ort gefunden wo wir dann untergekommen sind.

00:35:10: Die Kinder hatten eine tolle Schule Ja Wir haben Kontakt zu Menschen gehabt Wo man sich gleich so wirklich aufgenommen gefühlt hat.

00:35:21: also wir hatten da ein Freund in dessen soziales Umfeld wir sozusagen Einfließen konnten was natürlich wahnsinnig viel wert war.

00:35:31: ja genau und dann sind wir.

00:35:32: aber wir waren in diesem deutschen Winter dort.

00:35:36: Das heißt, dort war Sommer und die Kinder hatten dann über Weihnachten da Sommerferien Und da haben wir uns einen Camper gemietet und sind einmal komplett um die beiden Inseln rumgefahren.

00:35:47: Also wir hatten da sozusagen feste Bays aber auch Rumreisen.

00:35:55: Hat das dein Blick auf Hamburg in irgendeiner Form verändert?

00:36:00: Ich habe gemerkt wie ich gar nichts hab Also, dass ich auch gemerkt hab wie ... Obwohl ich's genossen habe, bin ich wahnsinnig gern wieder zurückgekommen.

00:36:10: Aber natürlich auch deswegen weil ich gesehen hab, wie schwierig das wäre mein Beruf dort zu machen.

00:36:18: und möglich erst mal oder man muss sich irgendeine Nische erkämpfen oder ich hätte anfangen müssen mit was ganz anderem Pilze züchten oder ...

00:36:26: Wir brauchen eine Möglichkeit, Pilze zu züchten!

00:36:29: Kommen wir noch einmal zu deiner Arbeit?

00:36:31: Es ist ja... dass eine bei einer Premiere um Jubel zu werden, viel Applaus zu bekommen.

00:36:37: Nur davor stehen wir ein paar Wochen Text lernen unter Leuten bei dir und auch Proben!

00:36:45: Wie findest du denn Proben?

00:36:47: Also Schauspieler kann man glaube ich in zwei Gruppen einteilen die einen hassen Proben und den anderen lieben es auszuprobieren.

00:36:53: Zu welcher Gruppe gehörst Du?

00:36:56: Ich genieße vor allem wenn man in einem guten Kombo gerade ist dass man ja bestenfalls ist, dann einfach sich jeden Tag zu treffen und die wiederzusehen.

00:37:08: Und sich so ... Einfach sich wiederzubegegnen?

00:37:11: Was ich tatsächlich mit immer härter finde, ist dieses Morgensabend, morgens abends.

00:37:18: Also... Dieses Abends immer noch mal neu wieder aufzuraffen und zur Probe zu gehen.

00:37:24: Also Vorstellung ist klar, die ist eben abends, sonst eben Augen auf bei der Berufswahl.

00:37:30: aber ähm Ich finde einmal intensiv Proben mega.

00:37:36: Und da hab ich auch Lust und das find' ich toll, aber dieses Abends dann nochmal gerade mit Familie oder so, das find ich echt quälend!

00:37:46: Da würd ich gerne... Das würde ich gerne ändern.

00:37:49: Möchtest du lieber Nachmittagsvorschörungen haben?

00:37:52: Nee wie gesagt Vorstellung geht abends.

00:37:55: Das liegt ja auch in der Natur der Sache.

00:37:58: Das ist irgendwie richtig.

00:38:00: Aber Dass man sich da noch mal zum Proben aufraffen muss, das finde ich irgendwie

00:38:05: quälend.

00:38:08: Bist du denn... Ja alles nur unter uns hier!

00:38:11: Ist da mal berufmäßig.

00:38:13: wusstest Du des Jahr dass Du spät arbeitest oder lange arbeiten musst am

00:38:17: Tag?

00:38:19: Und dann kommen Kinder und man steht morgens um fünf oder um sechs auf oder wie auch immer.

00:38:23: Wie kriegst Du das hin?

00:38:24: Bist Du die Muddy die sich hinterher nochmal hinlegt?

00:38:29: Das hätte ich gerne gekonnt, das konnte ich immer nicht.

00:38:32: Weil wenn ich einmal aufgestanden bin dann muss irgendwie losgehen und man war einfach lange Zeit sehr müde.

00:38:42: Bist du denn so jemand die sagt so Mittagsschlaf oder so mal zwischendurch?

00:38:47: Nee gar nicht.

00:38:48: Und vor so Stücken also Ich kenne durchaus auch recht erfolgreiche Fernsehmotorin Die sich kurz vor einer live Sendung nochmal so für zehn Minuten irgendwie hinlegen.

00:39:00: Ich könnte es ja auch nicht.

00:39:01: Ich bin voll der Aufregung, würde ich die Augen nicht zukriegen weil ich Angst hätte dass die Leute da gleich alleine stehen weil man irgendwie viel zu lange schläft.

00:39:08: Ja genau, toll große Qualität wenn man das kann.

00:39:12: Echt leider nicht.

00:39:14: Wir kommen zu Wissenswerten und dann kommst du unsere kleine Rubrik, wo ich ein paar Fakten vorlesen werde.

00:39:21: Hamburg gilt heute als Europas wichtigste Handelsplatz für Rohkaffee und als weltweit bedeutendster Standort des Caféumschlags.

00:39:29: Jährlich werden in Hamburger Hafen rund siehunderttausend Tonnen Kaffee umgeschlagen, wobei mehr als die Hälfte des deutschen Kaffeeports über die Hansestadt läuft.

00:39:38: Wie trinkst Du deinen Kaffeesam liebsten?

00:39:40: Und wie viel?

00:39:42: Sehr gute Frage für mich!

00:39:44: Also, ich liebe Kaffee.

00:39:48: Ich trinke Hafercappuccino oder Flatwhite und sehr gerne einfach in einem guten Kaffees.

00:39:58: Sehr gut!

00:39:59: Und wie viel?

00:40:01: Ja muss gar nicht so viel...

00:40:02: Bist du jemanden die um

00:40:03: drei

00:40:04: Uhr nur aufhört mit Kaffeedrinken

00:40:07: oder...?

00:40:07: Unterschiedlich.

00:40:09: Manchmal habe ich auch einen am Morgen und wenn ich noch mal jemand treffe dann einmal im Nachmittag Aus Versehen zu spät geworden ist dann noch mal spät.

00:40:18: Hamburg ist ein Pionier der Abfallverbrennung und nahm, aus dem Nahrungsjahr, als erster europäische Großstadt eine Müllverbrennungsanlage in Betrieb.

00:40:27: Heute wird der nicht recycelbare Restmüll zur Gewinnung von Strom- und Fernwärme genutzt.

00:40:33: Was tust du persönlich um Müll zu reduzieren?

00:40:37: Müll zum reduzieren?

00:40:39: also natürlich trenne ich mein Müll wenn er denn abgeholt wird in den richtigen Tonnen.

00:40:46: Ansonsten finde ich dieses Unverpackt-System super, was bei mir manchmal daran scheitert dass man dann immer nicht gerade seine Behältnisse dabei hat, wenn man nicht extra nur dafür losgezogen ist.

00:41:00: aber ja das finde ich eigentlich eine super Idee.

00:41:05: Gemessen an der Einwohnerzahl hat Hamburg die höchste Klubdichte in Deutschland.

00:41:08: Die Musikspielstätten konzentrieren sich stark auf den Bezirk Hamburg-Mitte mit dem Kiez rund um Sankt Pauli und die Schanze.

00:41:17: Bist du jemand, die lieber in kleine schmuddelige Clubs geht?

00:41:20: Um dort auch mal eine neue Band zu entdecken, gar nicht zu wissen was da auf dich zukommt?

00:41:25: oder gehst du auf Nummer sicher und treibst sich vor allen Dingen in großen Stadien Konzerten rum?

00:41:31: Ohne Ersteres auf jeden Fall!

00:41:34: Ich ahnte es.

00:41:36: Hast du denn trotzdem ein Gildi-Pleasure?

00:41:38: Also eine Band, wo du sagst das hättest du mir jetzt nicht zugetraut dass ich die auch gerne höre.

00:41:44: Deutschen Schlager

00:41:45: oder... Gestern war ich mit meinem Sohn im König der Löwenmusikel zum ersten Mal seit hier bin.

00:41:52: Verrückt!

00:41:54: Und ja wirklich verrückt.

00:41:54: Also

00:41:54: ich bin kein ausgesprochener Musical Fan aber selbst ich war schon da

00:41:59: Und ich weiß nicht, ob man das jetzt als guilty pleasure bezeichnet.

00:42:02: Ja doch

00:42:02: durchaus auf jeden Fall!

00:42:05: Und ich muss sagen it was a pleasure.

00:42:09: also überraschenderweise... Ich habe das irgendwie gemacht weil er sich das gewünscht hat und ein Freund so reizend war der damit macht sozusagen dass uns ermöglicht hat und ich fand ich war wirklich positiv berascht ich konnte das durchaus genießen.

00:42:24: da mit der Fähre rüber.

00:42:25: Du

00:42:27: hast jetzt ganz viele Musical-Einladungen für Premierenveranstaltungen bekommen, habe ich mir ganz sicher.

00:42:32: Meinst

00:42:32: du?

00:42:33: Wir werden sehen!

00:42:34: Wenn wir schon von Guilty Pleasure sprechen... Lineares Fernsehen.

00:42:38: gibt es denn so Serien wo du sagst okay die schauspielerische Leistung ist nicht so geil aber trotzdem gucke ich mir unglaublich gerne die Schule am See an oder was auch immer

00:42:51: Nicht mehr.

00:42:52: also als Kind habe ich echt gerne Schwarzwaldklinik und Lindenstraße, sowas geguckt.

00:43:01: Das hat dann aber abrupt aufgehört und ich guck eigentlich wirklich überhaupt keine ... Sowas

00:43:06: mehr?

00:43:06: Hat dich denn die Lindenstrasse quasi in den Schauspielberuf getrieben oder ... Ich

00:43:10: weiß nicht!

00:43:11: Hat es das nicht verhindert zumindest?

00:43:18: Also, ich glaub, das kann ich gar nicht sagen.

00:43:20: Aber insgesamt hat mich das Medium trotzdem immer sehr... Ich hab einfach echt gerne Fernsehen geguckt.

00:43:27: als Kind muss ich schon sagen, alles Mögliche.

00:43:30: Aber auch von bis.

00:43:31: Also nicht dass sich so viel Fernsehen durfte aber wenn ... das hab' ich einfach wahnsinnig gern gemacht.

00:43:40: Du machst ja auch durchaus Fernsehen beziehungsweise Filme.

00:43:42: jetzt sind ja die Systeme Theater und Film die sind ja nicht immer Korrespondieren sozusagen.

00:43:48: also deine Stücke sind ein Jahr vorher schon geplant usw.. Und Film- und Fernsehanfragen kommen relativ kurzfristig.

00:43:56: Das kann dann auch mal drei Wochen vor Drehstart irgendwie sein, wie sehr ärgert es dich dann jedes Mal absagen zu müssen

00:44:05: bzw.,

00:44:06: was muss denn ein Projekt haben das du zur Intendantin gehst und sagst ich muss das dringend machen?

00:44:13: Ja also ist echt schmerzlich wenn man Sachen absagen muss.

00:44:18: Das letzte Mal, dass ich so was gemacht habe.

00:44:21: Da war ich eigentlich fest besetzt und es war klar, das wäre sich einfach total in die Quere gekommen Und ich konnte nicht beides machen.

00:44:27: und das war tatsächlich als Ich das Angebot hatte von Fatih Akhin also Amrum zu machen.

00:44:35: Das war auch nicht einfach muss ich sagen.

00:44:37: daraus zu kommen aus der Produktion Theater ist ja teilweise dann auch sehr beleidigt weil sie sich dann sozusagen degradiert fühlt Man jetzt das andere vorzieht und nicht sich für das Theater in dem Fall entscheidet, wobei ich es auch albern finde.

00:44:57: Weil man macht die ganze Zeit da Theater und klar, dass es einfach einzelne Projekte gibt.

00:45:04: Und in diesem Fall sprach das ja auch für sich selbst, dass man das machen muss.

00:45:07: Das ging dann auch.

00:45:09: aber manchmal ist es nicht einfach.

00:45:13: Ich hab auch immer wieder Bauchschmerzen, wenn ich so merke.

00:45:16: Oha!

00:45:17: Das wird jetzt wieder total knirscht und da müssen wir jetzt wieder basteln, dass das irgendwie geht.

00:45:24: Und manchmal gibt es eben auch Vorstellungen, die sind angesagt.

00:45:28: Es wird jetzt auch immer früher, dass da schon der Spielplan feststeht ... Wenn dann eine Filmproduktion anfragt und sagt zum Beispiel, jetzt ist da wieder ein Fall wo es eventuell bestimmte Locations nur an bestimmten Tagen gemietet werden können.

00:45:46: Wo dann aber schon klar ist, da ist eine Vorstellung also es ist echt manchmal bitter.

00:45:53: Aber inschallah dass das oft gut geht.

00:46:00: Gibt es denn ein Projekt wo du sagst Also auch so eine Reihe oder so, wo du sagst okay jetzt muss ich wirklich mal nochmal ein Jahr Pause machen.

00:46:11: So wie du jetzt ein halbes Jahr aus privaten Gründen nach Neuseeland gegangen bist dass du bei irgendeiner Reihe mitmachst.

00:46:18: Dein Kollege Hans Löw hat das ja auch hingekriegt zum

00:46:22: Beispiel.

00:46:23: Ja welche Reihe hat der denn noch einmal?

00:46:25: Naja der hat also zumindest die Liebeskind.

00:46:28: Das waren ja wahrscheinlich auch sehr umfangreiche Dreharbeiten

00:46:30: Genau aber der war da zu dem Zeitpunkt glaube im Haus.

00:46:36: Also reizen würde mich das total, so eine gute Serie oder Reihe zu machen oder Mini-Serie, da hätte ich total Bock zu und müsste sich dann einfach gucken wie ich es dann hinkriegen kann oder was es denn für Lösungen gibt.

00:46:54: aber im Moment ist sowas erst mal nicht in der Pipeline.

00:46:57: deswegen muss ich mir jetzt auch noch nicht den Kopf drüber zarmachtern.

00:47:03: Das sind oft so die Dilemmertab.

00:47:08: Wie sagt man?

00:47:09: Das weiß ich nicht!

00:47:11: Auf der Bühne gelingst dir alles, also du kannst alle spielen, du kannst alles vorgeben zu sein und zu können.

00:47:19: Was fehlt dir denn so im privaten oder im Alltag was du einfach nicht hinkriegst?

00:47:24: Also ich kann zum Beispiel handwerklich bin ich gänzlich unbegabt

00:47:30: Ich bin auch im Handwerklichen nicht so begabt.

00:47:32: Ich traue mir auch nicht so viel zu.

00:47:37: Ja, auf der Bühne ist es tatsächlich so dass man da... Also dieses Angst frei sein.

00:47:48: Das bin ich tatsächlich auf der bühne leichter.

00:47:53: oder da ist es sozusagen einfach so antrainiert das man über Grenzen rüber geht aber sich nicht darüber Gedanken machen ob da eine Grenze ist.

00:48:09: Denk einfach am privaten, sehr viel über Grenzen anderer nach.

00:48:16: Und das finde ich auch manchmal... Also es ist natürlich jetzt nicht nur eine schlechte Eigenschaft.

00:48:20: Nein

00:48:20: durchaus nicht!

00:48:22: Aber ich glaube, dass hemmt mich oft sehr und diese Ängstlichkeit würde ich das nennen, die ich so ein bisschen zum Glück auf der Bühne nicht empfinde.

00:48:36: An welcher Stände findet denn der Wechselstadt von der zurückhaltenden Lisa hin zum, ich sag jetzt mal zum Bühnenbeest die irgendwie alles grenzenlos kann?

00:48:47: Findet das quasi mit dem Klamottenwechsel statt in der Umkleide-Kabine?

00:48:52: oder wirklich erst wenn das Licht angeht.

00:48:55: Oder vielleicht schon morgens wenn du die Wohnung verlässt?

00:49:00: wo ist da so der Punkt dass du in deine Rolle schlüpft Und diese Sorgen oder diese Bedenken hinter dich lässt.

00:49:12: Unterschiedlich, manchmal wenn ich mich schon damit beschäftige sozusagen, wenn ich Text durchmache zu Hause aber dann gibt es ja scheinbar schon die Figur.

00:49:19: weil also... Manchmal auch, wenn man noch in der Figurenfindung ist Es gibt ja wahnsinnig viele Türen sag' ich jetzt mal In eine Rolle rein.

00:49:30: Manchmal ist das das Kostüm Zwitscht es an mit dem Kostüm.

00:49:35: Manchmal ist das eine Perücke, die einem wahnsinnig helfen kann.

00:49:39: Manchmal ist es ein Satz, den man sagt wie die Figur sie sagt.

00:49:44: Man.

00:49:45: manchmal ist es, wenn man zum ersten Mal irgendwas ausprobiert, eine Körperlichkeit.

00:49:50: Manchen mal ist es ... Den Partner zu sehen, den Bühnenpartner oder Partnerin und sich irgendwie im Kontext zusammenzusetzen.

00:49:59: also kann schon sein, dass ich manchmal an was denke und dann gibt es schon innerliche Transformation.

00:50:06: Also das ist ja genau je nachdem wo die Pforte oder die Gate ist.

00:50:14: Ritualen und Aberglaube sind ja Dinge, die im Schauspielbetrieb doch sehr verbreitet sind.

00:50:20: Was hast du denn so an dir?

00:50:22: Gehst du immer nur von links auf die Bühne oder keine Ahnung ziehst du erst die Strümpfe an?

00:50:30: Ja, also ich bin nicht sehr davon betroffen.

00:50:35: Es gab mal so Zeiten wo ich auch so Sachen gemacht habe wie Ich muss jetzt auf der oder der Linie laufen oder das muss genau dienst.

00:50:45: Also so fatsch einfach so.

00:50:48: Aber ich hab eigentlich keine Rituale muss ich sagen die ablaufen müssen damit ich dann denke es kann klappen.

00:50:55: Also bin ich eigentlich nicht so betroffen von

00:50:59: mir.

00:51:00: Wie schnell kommst du denn aus deinem Arbeitstunnel raus?

00:51:02: Ich sag mal, Kinder helfen ja in der Realität wieder stattzufinden.

00:51:06: Wenn du jetzt abends vom Spielen kommst werden die wahrscheinlich nicht mehr wach sein.

00:51:11: Das wird dir helfen weil dazwischen liegt die Nacht.

00:51:14: aber wenn ihr so von einer Probe kommt zack umgeschaltet und die Apfelspalten geschnitten oder

00:51:20: wie geht das?

00:51:20: also wenn eine Probe gut läuft oder eine Szene gut läuft Tagbumm aus, vorbei alles Bestens kann ich sofort.

00:51:30: Aber wenn es nicht gut läuft dann nehme ich das mit und dann ist es aber nicht jetzt dass sich die Rolle dann mittrage.

00:51:38: also vielleicht im Sinne von weiter drüber hören aber genau so dieses.

00:51:42: oh wieso geht das nicht.

00:51:44: warum klappt das nicht?

00:51:45: Ich hab's noch nicht.

00:51:47: Das kann mich verfolgen bis ins bisschen

00:51:52: schlaf

00:51:53: oder

00:51:53: in die Schlaflosigkeit.

00:51:56: Ja, auf jeden Fall.

00:51:57: Dann wähl ich mich, dann quäl' ich mich.

00:52:00: Okay!

00:52:01: Abgesehen vom Handwerk was du nicht kannst... Was machst Du denn grundsätzlich gerne um dein Alltag zu bewältigen?

00:52:10: Ich mach tatsächlich viel Yoga.

00:52:12: also das finde ich ist für mich eine ganz große Kraftquelle.

00:52:21: So dieses noch mal vorher, bevor ich irgendwie anfange zu proben.

00:52:25: Also wie gesagt an die Elbe zu fahren da einfach nochmal kurz sitzen Text machen Kaffee trinken das sind so meine... Das ist wie so ein kurzes Aufladen und dann kann es losgehen.

00:52:42: Ja also mit meiner Familie sein stärkt mich sehr.

00:52:46: Es ist ein wahnsinnig guter Antipode zu diesem Beruf für mich.

00:52:51: Wann musstest du denn das letzte Mal quasi beruflich etwas Neues lernen?

00:52:55: Also in der Schauspielschule, klassischerweise lernt man ja eine ganze Menge sich abzurollen und zu fechten und zu singen.

00:53:03: Und zu tanzen usw.

00:53:06: Jetzt bist du schon zwanzig Jahre am Talier um das nochmal zu sagen.

00:53:10: Gab es dann doch irgendwie wieder eine Herausforderung dass du gesagt hast oh okay da muss ich mich jetzt noch mal hinsetzen oder muss mir eine Trainerin holen.

00:53:20: Also ich musste noch mal Gitarre spielen für einen Film.

00:53:25: Das war nicht herausfordernd, weil das war mir eine Finger am Anfang gar nicht so richtig mitgemacht.

00:53:29: bei Fattig muss dich Holz

00:53:31: hacken!

00:53:34: Und dass als Stadtmensch?

00:53:36: Es hat natürlich auch Spaß gemacht.

00:53:40: Ja sonst fällt mir jetzt gerade gar nichts richtig was ein.

00:53:43: Ich überleg nochmal.

00:53:46: Gitarrespielen da sind wir beim Thema Musik.

00:53:49: Das ist ja etwas wo Schauspieler auch eine große Leidenschaft

00:53:52: drin

00:53:53: finden, irgendwie.

00:53:54: Was ist denn für dich Musik?

00:53:57: Ich genieße sehr selber zu singen.

00:54:01: Ich singe total gerne.

00:54:02: Ich war auch leidenschaftlich gerne im Chor als ich noch nicht am Theater war.

00:54:12: Ich habe Klavier gespielt.

00:54:15: Ich hab im Moment kein eigenes Klavier.

00:54:17: deswegen ist aber wenn ich zum Beispiel bei meinen Eltern bin dann macht das durchaus auch jedes Weihnachten wieder dieselben.

00:54:23: Stille Nachtage gemacht.

00:54:26: Okay...

00:54:27: You know what I'm talking about!

00:54:32: Tatsächlich, wenn man mich so fragt was hörst du nur für Musik?

00:54:36: Das finde ich immer ein bisschen schwierig.

00:54:38: Was hörst denn du so für

00:54:39: Musik?!

00:54:43: Jetzt waren wir gar nicht mehr viel auf Konzerten bevor wir nach Neuseelank gefahren sind.

00:54:47: da habe ich Delia Yildirim in einer Philharmonie gehört.

00:54:55: das fand ich toll und die finde ich auch super.

00:54:58: Gab's meine Idee selber irgendwie Rockstar zu werden oder ist es einfach nur daran gescheitert, dass du keine Gitarre spielen kannst?

00:55:06: Ich wollte auch immer gerne Band haben.

00:55:08: Davon räumt natürlich jeder!

00:55:11: Dann hatte ich ja dieses eine Projekt mit Jensen und Jens Rachuth.

00:55:16: Das ist so ein Hamburger Urgestein der Musikprojekte macht.

00:55:22: So Punk Und da hat er mich gefragt, ob ich mal eine Runde mitmachen will und dann haben wir sogar zwei oder drei Alben miteinander aufgenommen.

00:55:32: Es war mega für mich weil ich musste einfach nur von coolen Musikern Sachen einsingen im Studio.

00:55:40: Wir haben tatsächlich auch eine Tour gemacht.

00:55:44: Das war super für mich!

00:55:46: Wie ist denn die Band?

00:55:48: Nuclear Rape Fuckbomb?

00:55:49: Okay das merken wir uns

00:55:53: Musste dir merken, auf jeden Fall.

00:55:55: Und da waren ... Wir haben sogar mal auf der Fusion gespielt damit und wir haben eben wie gesagt ein Tour gemacht.

00:56:01: aber dann hat er sich auch wieder neuen Projekten gewidmet und macht natürlich schon lange anderes Zeug wider.

00:56:09: Das war total toll und ja eben super für mich.

00:56:16: Was wollte ich eigentlich noch erzählen?

00:56:18: Du wolltest

00:56:18: erzählen dass du eine Band und Musik Superstar werden wolltest.

00:56:25: Ich wollte sogar mal wirklich, habe man darüber nachgedacht Gesang zu studieren und hab dann aber gemerkt dass ich einfach mit meiner Stimme mich zu angreifbar fühle.

00:56:34: Wenn irgendwas ist, also natürlich je ausgebildeter die Stimme ist, desto stärker ist sie auch und widerstandskräftiger.

00:56:42: Aber beim Schauspiel da kann man einfach alles benutzen wenn die Stimmel irgendwie angegriffen ist ist aus der Ofen.

00:56:52: Die hören ja dann auch sofort auf, wenn sie mal erkältet sind oder so beim Theater ist egal.

00:56:56: Das ist dann geil!

00:56:57: Du bist heiser noch

00:56:58: besser.".

00:56:59: Also da geht immer noch irgendwas.

00:57:02: aber genau das war mir damals zu tricky und ich war mir auch nicht sicher ob ich überhaupt damit halten kann.

00:57:09: Aber dann habe ich mal so Italien... also ich hatte Gesangsunterricht und hab da so italienische Arjen gesungen und es hat fand ich mega.

00:57:19: Es hat mir auch total Spaß gemacht Und dann habe ich aber stattdessen einfach nur Italienisch gelernt und bin Schauspielerin geworden.

00:57:27: Was mir nie Spaß macht, ist ein Ende zu finden, denn wir sind schon kurz davor.

00:57:32: Wir haben noch zwei Fragen die ich dir stellen möchte weil ich sie jedem stelle wo siehst du dich in fünf Jahren?

00:57:42: Also... Ich hoffe mich zu sehen wie ich einfach und ein bisschen eigen, also selber mehr entscheiden kann zwischen was will ich machen?

00:57:55: Und weniger so Sachzwängen.

00:57:57: Was ich machen muss ausgesetzt zu sein und dann ein bisschen mehr eigene Handlungsspielraum zu spüren.

00:58:05: Und wo siehst du Hamburg in fünf Jahren?

00:58:08: Ich hoffe es zu sehen dass es sich einfach diese alternative Lebensweise, dass es das hochhält.

00:58:17: Das ist ein Leuchtfeuer für Integration und Kreativität bleibt und dass der braune Muft draußen bleibt.

00:58:27: Liebe Lisa, das war eine ganz schöne Stunde!

00:58:31: Nicht nur ich habe das sehr genossen, sondern wahrscheinlich auch unsere Hörerinnen und Hörern.

00:58:35: Ich bedanke mich recht herzlich für deine Einblicke in dein wunderbares Theater leben und auch ein bisschen in Deine Persönlichkeit.

00:58:43: Herzlichen Dank!

00:58:44: Und Ahoi!

00:58:46: Das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier.

00:58:53: Von der gute Leudefabrik, der Szene Hamburg und dem

00:58:56: Zeitverlag.

00:58:57: Folgt dem Hamburg-gespräch als Podcast auf

00:59:00: allen bekannten Streamingplattformen.

00:59:02: Jeden zweiten Montag neu!

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