Joja Wendt bei "Gute Leude - Das Hamburg Gespräch"

Shownotes

Joja Wendt spricht in „Gute Leude – Das Hamburg Gespräch“ über seine musikalischen Anfänge in Hamburg und den Zufall, der seine Karriere veränderte. Er erzählt Lars Meier, wie Joe Cocker ihn beim Klavierspielen in einer Hamburger Kneipe entdeckte und ihn anschließend mit auf Tournee nahm. Im Gespräch geht es auch um Hamburg als Musikstadt. Joja Wendt erklärt, warum die Subkultur für ihn der innovative Motor einer Gesellschaft ist, was er an der Weltoffenheit der Stadt schätzt und weshalb Hamburg trotz seiner internationalen Auftritte immer seine Heimat geblieben ist. Außerdem berichtet er von seinen Konzerten in der Elbphilharmonie, einem eigens gebauten Heavy-Metal-Flügel für Wacken und seiner besonderen Routine vor Auftritten. Ein Gespräch über glückliche Fügungen, künstlerische Freiheit, Musik und die Stadt, die ihn geprägt hat.

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00:00:02: Hamburg ist eine wahnsinnig liberale und weltoffene Stadt, vielleicht durch den Hafen.

00:00:09: Und das hat man nicht in München, dass hat man auch nicht in Berlin oder in Köln.

00:00:15: Die klungen da vor sich hin – und das ist in Hamburg was anderes!

00:00:21: Die großen Probleme der Welt kommen durch Politik und Religion.

00:00:28: Irgendwie auf eine komische Art und Weise ist eine subventionierte Musik, die nicht aus sich selber heraus motiviert ist, funktioniert nicht so gut.

00:00:36: Und weil du sagst, Subkultur.

00:00:38: Die Subkultur wird es immer geben und wird aus sich selbst heraus kreativ bleiben!

00:01:11: Heute zu Gast ist der Pianist, Komponist & Entertainer Joja Wendt.

00:01:16: Moin

00:01:16: moin

00:01:17: Du bist in Hamburg geboren und hast schon mit vier Jahren Klavier gespielt.

00:01:21: Nach deinem Studium in Hilversum und New York, wurdest du Mitte der Achtziger bei einer Jam-Session von Joe Cocker entdeckt.

00:01:28: Seit über dreißig Jahren stehst du auf internationalen Bühnen und verbindest Klassik, Jazz Plus und Boogie Woogie!

00:01:34: Du hast über Dreißig CDs veröffentlicht und bringst seit zwei Tausendsechzehn mit deiner Piano Academy auch online Menschen ans Klavier.

00:01:41: heute lebst du mit deiler Familie in Großflottbeek.

00:01:45: Lieber Joja... Du hast schon im Alter von vier Jahren mit den Klavierspielen begonnen.

00:01:50: Also ich kann mich ja nichts erinnern, was ich mit vier konnte.

00:01:53: Erinnerst du dich noch an den Moment in dem du gemerkt hast welch besondere Rolle das Klavier in deinem Leben spielen würde?

00:01:59: Also vermutlich jetzt nicht mit vier sondern mit vierzehn?

00:02:02: Doch!

00:02:02: Ich kann mich da doch ganz genau daran erinneren weil... ...ich bin im Grunde meiner älteren Schwester nach Eifert Weil.

00:02:09: die hatte schon ... Die war zweieinhalb Jahre älter, sie hat sechs und halb.

00:02:12: Mit Absechs hatte die Klavierunterricht.

00:02:14: Ich hab sie grenzenlos bewundert als ich vier war... Und hab dann immer schon versucht so selber auf dem Kasten irgendwie ... Weißt du?

00:02:22: Da kam ich gerade von der Sohre dran, irgendwelche Töne rauszukriegen.

00:02:26: Und ich erinnere mich da gut daran, weil ich sie da sitzen sehr noch heute.

00:02:30: Das hat sich irgendwie eingebrannt und fand es toll wie sie gespielt hat.

00:02:33: Es hat mich irgendwie getroffen damals schon mit vier.

00:02:37: Wahrscheinlich ist das auch der Grund, dass ich irgendwie dran geblieben bin.

00:02:41: Weil diese frühe Haptik am Klavier und so weiter... Meine Mutter hat auch mal gesagt deswegen habe ich wahrscheinlich einen Zugang zu diesem Instrument gefunden weil es ebenso früh war.

00:02:52: Aber ich hab zum Beispiel relativ früh Zugang zum Fußball gefunden war sicher, dass ich irgendwann mal ein Nationalspieler werde.

00:03:01: Das hat man mir aber schon relativ früh klar gemacht, das Ding nicht so ist!

00:03:05: Bei dir ist es ja anders gelaufen?

00:03:06: Du hast auch noch Talent gehabt neben den ganzen Leidenschaften.

00:03:09: Wann war denn da jetzt irgendwann ein Lehrer der gesagt hat... Du musst dabei bleiben.

00:03:14: Vor allen Dingen habe ich nie damit gerechnet, dass ich jemals Musiker werde.

00:03:17: Bei mir war es genau anders herum.

00:03:18: Ich hatte diese Vision von Anfang an eigentlich nicht.

00:03:21: Du wolltest auch Fußball erwärmen?

00:03:22: Nee, nee!

00:03:23: Ich hab immer schon gern Klavier gespielt und das ... Aber ich war ja weit entfernt vom Wunderkind oder irgendwas.

00:03:31: Ich hab keine Klavierwettbewerbe gewonnen.

00:03:33: Meine Mutter war Musikerin, die war auch klassische Sängerin.

00:03:38: Deswegen war immer Klavier zu Hause und eine Menge Musik zu Hause.

00:03:42: Also nachhaltig beeindruckt, auch damals habe ich zum Beispiel ... Ich hab acht Geschwister tatsächlich, muss man sagen.

00:03:47: Ich bin eins von neun Kindern.

00:03:49: Wenn wir uns dann vom Klavier versammelt haben und so Geschichten erzählt... Und da haben die lautmalerisch immer am Klavier untermalt wie ein kleiner Kinofilm.

00:04:01: Da haben gesagt, hier kommt der Bär oder oben zitschert es wirklich an uns.

00:04:07: Und ich weiß dass das mich immer schon ... sehr getroffen hat.

00:04:11: Das fand ich toll und hab dann mein Leben lang, was heißt mein Leben?

00:04:15: Meine ganze Jugend eigentlich Klavier gespielt aber natürlich nie mit der Aussicht irgendwann einmal das irgendwie beruflich zu machen weil den Beruf gibt es ja auch so gar nicht.

00:04:23: also entweder du bist hoch begabter Klavierwirtuose und machst eine klassische Laufbahn aber so wie ich das nachher in der aus der Subkultur heraus der Hamburger Szene und nachher eben von Joe Cocker, Chuck Berry und von den Leuten entdeckt.

00:04:41: Mit enges Jagen von AC DC zusammengespielt nachher usw.

00:04:44: Von daher war nicht damit zu rechnen, dass das mal ein Beruf sein kann mit dem man Geld verdienen kann.

00:04:50: Auch mein Vater hat daran nicht geglaubt übrigens!

00:04:52: Wie wird man denn von Joe Cocka entdeck?

00:04:54: Das ist ja so eine Schlüsselszene gewesen.

00:04:57: Habt ihr ne Jam-Session gehabt nach seinem Konzert hier in Hamburg?

00:05:00: Und wann war das?

00:05:01: Es gab eine ... Ich sprach ja von dieser berühmten Hamburger Szene gerade Damals noch ganz anders als heute.

00:05:09: Da gab es überall Kneipen, wo ein Klavier stand rund um den großen Neumarkt.

00:05:12: Ich weiß nicht, ob du dich erinnert hast damals.

00:05:14: Jede Ecke gab's eine Kneipe und überall stand Klavier.

00:05:17: Und wir hatten so ne Gang an Pianisten die dann immer von einer Kneipe zur nächsten gezogen sind und da Klavier gespielt haben.

00:05:24: Und da handel ich auch in der Straßenmusikband.

00:05:26: Wir haben hier auf einer Spitaler Straße das Klavier ausgepackt.

00:05:29: Die hatte so einen VW-Bus wo ein Klaavier drin stand und haben da gespielt für die Leute.

00:05:33: Und am Ende danach sind wir immer nach Geschäftsluß, sind wir dann in die Kneibe Und die Stammkneipe hat sich nachher herausgestellt, war das Sperr.

00:05:40: Das Sperl ist Wächsstraße-Ecke Brüderstraße.

00:05:44: Die Verlängerung der großen Bleichen ist sozusagen hoch zum Großneumarkt und da war rechts an der Ecke das Sferl.

00:05:49: Da war ein Hotel und die oberste Etage waren immer so für VIP's.

00:05:54: Es gab damals noch die Grenze Berlin war noch nicht das Zentrum Deutschlands und die Bildzeitung war auch hier und die GVL in Hamburg war einfach so Pressezentrum.

00:06:03: deswegen sind alle Künstler internationalen Künstlern erst mal nach Hamburg Und haben hier eben gewohnt und sind dann von hier aus durch Deutschland gezogen.

00:06:12: Im Falle von Joe Cocker war es so, dass der oben diese Etage dieses Hotels gemietet hatte mit seiner Crew oder mit seinen Leuten... ...und dann gefragt hat den Konzert, wo ist denn hier Livemusik?

00:06:21: Weil er eben begeisterter Livemusiker ist!

00:06:23: Können wir irgendwo hingehen, wo noch live Musik

00:06:24: ist?!

00:06:25: Da hat der ihn die Straße hoch ins Sperr geschickt.

00:06:28: Und da haben wir jeden Abend gespielt.

00:06:30: Der Zufall wollte das, dass ich da Klavier gespielt habe als Ereinkabel seinen Leuten.

00:06:33: Und ja, so war das.

00:06:34: Aber da habe ich dann angesprochen und dann war eben noch Tony Joe White sein Vorprogramm ausgefallen mit der Mitteläuernzündung für den nächsten Tag.

00:06:40: Und da habe mich angesprochen gesagt, willst du nicht?

00:06:42: Nächsten Tag meinen Vorprogrammen machen hier in dem damals noch Alsterdorfer-Sporthalader gespielt.

00:06:47: Da habe ich gesagt, das ist ja die geilste Story.

00:06:51: Klar mache ich das!

00:06:51: Und hab ihn eine halbe Stunde hingesetzt, gespielt... ...und auch der Crew natürlich so gefallen, man darf nicht vergessen.

00:06:58: Ich saß da alleine am Kavir, die mussten nicht eine große Vorband aufbauen und abbauen usw.

00:07:02: Das war auch für die natürlich angenehm!

00:07:04: Ich bin da super angekommen und dann haben sie mit auf deutschlandweite Tour genommen Und so hatte ich die Chance eben mit Joe Cocker und er hat damals in der Band gehabt Also Chris Stanton sowieso sein Pianist Aber auch die ganze Band von Tina Turner hat gespielt.

00:07:16: Er sagt Sofonist Dann John Miles Music was my first love.

00:07:20: Der war sein Backgroundsänger und Gitarist Damals.

00:07:23: also das war ne Mega-Band und dann war es ein richtiger Truck Produktion und ich.

00:07:28: Und als Schüler noch mitten dazwischen, das war echt geil!

00:07:32: Boah da hört man gerne hin dass solche Sachen möglich waren.

00:07:37: vielleicht heute echt schwieriger oder?

00:07:41: Nirgendwo mehr.

00:07:42: ein Klavier steht in keiner Kneipe.

00:07:44: Ich habe gerade die ganze Zeit überlegt, in welcher Kneipe jetzt noch ein Klavier steht.

00:07:47: Aber

00:07:48: heute werden natürlich andere Erfolgstorys geschrieben von Justin Bieber über YouTube oder es gibt natürlich Leute, die entdeckt werden übers Netz.

00:07:54: also es gibt diese Erfolgstories und damals war halt das eine Erfolgstory.

00:07:59: ich sage immer Ich hatte natürlich eine Menge Glück, dass er da reinkam.

00:08:04: Aber man muss auch vorbereitet sein für seinen Glück.

00:08:06: Wenn ich nicht gravier gespielt hätte und auch nicht ein Stück was ihm gleich gut gefallen hat dann hätte ich ihm ja maximal einen Autogramm holen können von ihm Und die Situation wäre vorbei gewesen.

00:08:15: Deswegen sage ich immer den jungen Musiker bereitet euch fort für dem Moment das es ne glückliche Fügung gibt.

00:08:20: Das gilt ja tatsächlich für alle Bereiche.

00:08:23: irgendwie wenn man nicht funktioniert in dem moment wo man funktionieren sollte Das hat es ja schon in allen Karrieren gegeben, dass man vielleicht daneben gegriffen hat.

00:08:33: So wir gehen jetzt mal ganz schnell zu den Lieblingen des unsere Schnellfragerunde welcher ist dein Lieblingsort für Livemusik in Hamburg?

00:08:40: Ja da muss ich einfach sagen ist die Elfi früher die Leißhalle jetzt die Elfy?

00:08:44: Welches deine Lieblungsbar in Hamburg?

00:08:46: Da wo ich jetzt wohne gehe gerne eigentlich ein Restaurant.

00:08:49: eine Institution heißt Frau Möller im der langen Reihe Mega

00:08:53: Ganz

00:08:53: toll.

00:08:54: Haben die ein Klavier?

00:08:55: Nein, nicht das ich wüsste.

00:08:57: Welcher ist dein Lieblingsort zum Abschalten in Hamburg?

00:09:00: Auch jetzt neuerdings da die Alzaperle-Ecke Literatur aus Kaffee.

00:09:03: Da ist es für mich einfach wenn man sich da in die Sonne setzt und die Sonnen geht unter.

00:09:08: Es ist einfach mega abspannend.

00:09:10: Welches ist dein lieblingsgeschäft in Hamburg?

00:09:15: Das ist sehr schwer.

00:09:16: also Ich bin großer Fan von der sogenannten Herrenbutique Und die Herrenbutik ist für mich im Baumarkt.

00:09:24: Wenn ich in den Baumarkten gehe, da geht mir das Herz auf!

00:09:27: Immer so Kleinigkeiten kommen da und zwar... Also ich bin ein großer Baumarktt-Fan und da kannst du einfach einen aussuchen in Hamburg.

00:09:32: Es gibt

00:09:32: ja jetzt viele Gags über Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Baumärkten.

00:09:36: also nach dem Motto Hast Du schon mal jemanden gesehen?

00:09:42: Gehst du alleine orientierungslos durch den Schrauben-Dschungel oder...?

00:09:46: Ich lass mich da inspirieren und dann komme ich an eine tolle Idee.

00:09:48: Ich liebe den Baumakt.

00:09:49: Das ist vielleicht so ein Männerding

00:09:52: Ich weiß es nicht.

00:09:53: Ich habe festgestellt, mit zunehmenden Alter finde ich verspürig Lust da reinzugehen.

00:09:58: Nicht samstags unbedingt was ja sehr voll ist.

00:10:02: aber vor allen Dingen falle ich immer auf die Angebotspaletten rein und ich glaube ich hab schon sieben Eiskratzer die alle orange sind um mal keine Schleichwerbung zu machen genauso wie Kaminanzünder.

00:10:15: Ich hab gar keinen Kamin!

00:10:16: Aber ich finde einfach die Dinger so praktisch...

00:10:18: Ach du, entwickelt Schleifer!

00:10:19: Was man da so alles kriegt?

00:10:22: Welches ist deine Lieblingsspaziergangsstrecke in Hamburg?

00:10:25: Auch da muss ich sagen, inzwischen ist es die Runde um die Alster.

00:10:28: Die ich auch manchmal joggend zurücklege.

00:10:31: Einmal Hamburg immer Hamburg oder was ist dein Motto, was so die Wohnorte angeht?

00:10:36: Denn so richtig rausgekommen bist du nie außer natürlich auf Turnäen, oder?

00:10:41: Nein, doch, doch!

00:10:41: Ich habe als

00:10:42: Student ja aber du bist zurück gekommen.

00:10:44: Ja, aber ich hab als ich ein kleines Kind war bis drei bin hier geboren in Hamburg Und dann hat mein Vater eine Stelle in Istanbul als Chefarzt des Deutschen Krankenhauses angenommen.

00:10:53: Da war ich drei Jahre in Istanbul und habe da noch viele Freunde, das klingt auf jeden Fall nach.

00:10:59: Damals war auch Istanbul noch ganz anders muss man sagen.

00:11:01: Das war ja eine Stadt mit hunderttausend Einwohnern jetzt sind es zwanzig Millionen.

00:11:06: Und das ist eine tolle Erinnerung, Kindheitserinnerung gewesen.

00:11:08: Aber damit ich mit sechs zurück.

00:11:09: und dann allerdings bin ich mit meiner Mutter viel rumgezogen noch.

00:11:12: Die waren beim ersten Salzburg, da war er in Berlin.

00:11:13: Dann waren wir in Dortmund, da hat sie studiert nochmal.

00:11:16: Da waren wir im München.

00:11:17: Da war sie Professorin an der Hochschule oder Dozenten am Konservatorium muss man genau sagen.

00:11:23: Und dann bin ich nach Hamburg zurück und hier sozusagen in die Szene mit sechzehn in die Hamburger Musikszene eingetaucht und habe hier auch mein Abi gemacht.

00:11:29: Und seitdem bin ich in Hamburg, und klar, da bin ich viel international unterwegs... Aber Hamburg bleibt die Heimat!

00:11:34: Also, ich glaube wir haben ja einmal in Hamburg gelebt.

00:11:36: Übrigens, Hamburg ist auch ein wahnsinnig guten Ruf im Ausland.

00:11:40: Alle oder überhaupt auch im nationalen Umfeld also wenn du nach München kommst alle lieben Hamburg

00:11:47: Das ist wohl wahr.

00:11:48: Es scheint irgendwie eine besondere Strahlkraft zu haben.

00:11:51: Gilt das auch für die Musikstadt Hamburg, wenn du so rumfährst kennt man da?

00:11:55: Also die Elbphilharmonie hat wahrscheinlich einiges dafür getan dass es ein bisschen bekannter ist.

00:12:00: aber geht dir das so, wenn Du auch im Ausland unterwegs bist, dass man sagt oh ElbPhilharmenie und Du kannst sagen kann ich immer spielen.

00:12:07: Ich

00:12:07: habe es gibt tatsächlich viele Künstler die mich ansprechen sagen einmal da würde ich gerne mal spielen oder Problemes Es gibt nur dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr, aber Tausende von Künstlern, die da gerne spielen wollen.

00:12:17: Das heißt, die Äpfel nehmen muss schon etwas restriktives sein, dass ich da überhaupt... Dass ich da einen Tag oder manchmal sogar zwei Tage kriege, wo ich spielen kann ist ja schon ein Wunder und das weiß ich sehr zu schätzen und dank dem Herrgott dafür.

00:12:30: Das is'n toller Saal!

00:12:31: Ein großartiger Saal auch mit einer... Ich weiß nicht wie das nach... Im Marketing passiert es damals, aber mit einer wahnsinnigen Strahlkraft in die ganze Welt.

00:12:40: Insofern Hamburg ist was Besonderes, ich glaube... Ich habe gerade deutlich gehört Donani damals.

00:12:46: Der Bürgermeister hat gesagt, Hamburg war noch nie Musikhauptstadt und wird auch nie Musikhaftstadt werden.

00:12:51: Was natürlich völlig Quatsch ist!

00:12:53: Weil er die ganze Subkultur und die ganze Pop-Szene usw.

00:12:57: außer Acht gelassen hat.

00:12:58: Und es gab ja hier damals auch, ich meine Brahms Telemann und die waren ja alle hier.

00:13:02: das war ja große Namen im Entelssohn.

00:13:06: aber ich hab das Gefühl Hamburg zeichnet etwas anderes eigentlich im nationalen vergleich aus.

00:13:12: Hamburg ist eine wahnsinnig liberale und weltoffene Stadt, vielleicht durch den Hafen?

00:13:19: Und das hat man nicht in München, dass hat man auch nicht in Berlin oder in Köln.

00:13:25: Die klungen da so vor sich hin!

00:13:27: Das ist in Hamburg was anderes.

00:13:29: Man atmet hier anders durch.

00:13:31: Ich glaube, das ist etwas, was dann auch in alle Bereiche abstrahlt und v.a.

00:13:37: auch in die Musik.

00:13:42: Es nie eine Alternative für dich

00:13:44: gab.

00:13:44: Ja, ich habe nie eine alternative.

00:13:46: Ich bin Hamburger und bleib auch Hamburger.

00:13:48: Also wenn

00:13:48: jetzt mal jemand gesagt hat, dass sie Resident werden in, keine Ahnung, in Venedig oder in Rom?

00:13:55: Oder wie auch immer jetzt gesagt... Schön, aber am Wochenende muss ich nach Hause.

00:13:59: Ich habe mal kurz gezockt als Portugal Künstler angezogen hat für ... wenn sie sich niederlassen dass es dann Steuerfreiheit gibt und da hab' ich gedacht oh Mann du das wär ne... Das wäre... Habe ich mir mal kurz ausgerechnet, das wäre eine schöne Sache gewesen Aber am Ende glaube ich würde man es nicht schaffen hundred-achtzig Tage nicht hier zu sein im Jahr.

00:14:19: Das würde mal vielleicht mein Jahr schaffen oder so, aber an sich ist wenn man ein Hamburger ist dann will man auch hier zurück.

00:14:24: Und das Schöne ist weil du gerade in den Turnäen ansprichst und so weiter und ich bin ja viel in der Welt unterwegs dass die... Dass am Ende hat man einen Fernweh.

00:14:32: also ich freue mich zu reisen und viele Leute kennenzulernen neue Konzertvenues und auch neue Begegnungen.

00:14:39: Aber am ende freut man sich immer wieder in meine hause zu kommen.

00:14:45: Bevor es gleich weiter geht mache ich kurz Werbung für unseren Kooperationspartner Die Zeit.

00:14:50: In meinem Morgen starte ich gern mit der Elbvertiefung, dem kostenlosen Newsletter von Zeit Hamburg.

00:14:55: Der kommt ab jetzt im neuen Look zu euch!

00:14:57: Von Montag bis Freitag morgens um sechs Uhr direkt ins E-Mailpostfach.

00:15:02: Alle Infos findet ihr auf zeit.de.

00:15:04: slash elbvertieffunk.

00:15:06: Und

00:15:06: noch mehr Zeit Hamburg bekommt Ihr im Hamburg-Ressort auf zeit .de.

00:15:10: slash hamburg.

00:15:12: Rheinschaun lohnt sich.

00:15:14: Das war Werbung Herzlichen Dank.

00:15:19: Was sind denn die ungewöhnlichsten Orte gewesen, an denen du gespielt hast im Ausland?

00:15:23: Also in welchen Ländern?

00:15:25: Klar, Carnegie Hall oder so nennt man dann immer steht dann in der

00:15:28: Bieter drin.

00:15:29: Ich hab hier Uganda und Äthiopien in Kenia gespielt genauso wie in Kamchatka.

00:15:34: Ich weiß nicht wo das ist, es ist ganz im Osten von Sibirien... ich war auch auf der Sibiringtour gemacht, Nouveau-Sibirsk, Krasnoyarsk, wo Helene Fischer herkommt.

00:15:41: Das war an sich auch was man nicht glaubt!

00:15:43: Ich meine jetzt mal abseits von all den politischen Übrigens, ich hab auch im Iran gespielt in Tehran.

00:15:49: Ich war auch in Teheran und habe in Shiraz, das ist eine Stadt, zwei Stunden südlich von Tehrans Flugstunden.

00:15:57: Und die Leute sind alle entzückend und freuen sich wenn da jemand kommt der so mal die Musik mitbringt und die Freude an der Musik.

00:16:06: Das hab' ich in Sibirien zum Beispiel auch erlebt.

00:16:08: Die Leute da – und das will man wahrscheinlich gar nicht so richtig wahrhaben – sind uns kulturell viel näher als zum Beispiel die Amerikaner.

00:16:17: An sich sind wir den sehr nah von Mentalität.

00:16:21: Die sind schwermütiger und so weiter, aber von der kulturellen Nähe sind wir denen sehr nah.

00:16:26: Die ganzen russischen Meister und wie die Klassik spielen und wie sie auch dem Jazz zugewandt sind.

00:16:32: Und in meinem Fall sogar dem Klavier.

00:16:35: Das habe ich immer wieder erlebt.

00:16:37: Die großen Probleme der Welt kommen durch Politik und Religion.

00:16:43: Der möchte niemand auf dem Senkel ... Aber das Schlimmste ist wirklich, wenn jemand ideologisch verblendet ist.

00:16:48: Kannst du den von nix anderen überzeugen?

00:16:51: Das erleben wir ja leider Gottes in der letzten Zeit immer häufiger.

00:16:54: Aber lass uns über schöne Dinge sprechen – über deine Reisen!

00:16:58: Wer reist wird ja viel inspiriert, ändert vielleicht auch seine Gewohnheiten muss also auch vielleicht auch flexibel sein denn wer nur Kartoffeln kennt weiß nicht wie gut Nudeln oder Reis schmecken kann.

00:17:09: Wo würdest Du aber sagen... Das sind die drei Hamburger Merkmale, die werde ich einfach nicht ändern.

00:17:14: Das finde ich immer gut und egal wo ich bin.

00:17:18: Also ein ganz wichtiges habe ich gerade schon angedeuert.

00:17:20: Ein wichtiges Merkmal ist man hier Leute sind liberal weltoffen und lassen Dinge zu und sind sich so verbießt hat verknistelt würde ich sagen in Hamburg.

00:17:30: das ist eine Sache also Liberal zu Stadt Deutschlands.

00:17:33: Das zweite ist es meines Erachtens der Humor.

00:17:37: wir haben hier auf irgendeine komische Art und Weise den trockenen englischen Humor adaptiert, der so ein bisschen hintersinnig und um die Ecke daherkommt.

00:17:45: Und ich finde, Humor spielt auch eine große Rolle innerhalb einer Gesellschaft.

00:17:52: Ich würde sagen ganz wichtig ist auch eine quietschfidele Subkultur in Hamburg also nicht nur ausgehend von der Reeperbahn und vom Kiez sondern auch insgesamt weil ich finde gerade in der musikalischen Aber auch sonst generell, also gerade in der Musik ist die Subkultur für mich der innovative Motor einer ganzen Gesellschaft.

00:18:15: Und das sind drei ausgeprägte Merkmale ohne dass ich es mir jetzt vorher so recht gelegt hatte, die ich Hamburg zuschreiben würde und die hier sehr viel ausgeprägter sind als in anderen Städten in Deutschland.

00:18:27: Und trotzdem sagt man ja immer wieder, es wird alles enger.

00:18:30: Es wird kleiner die Subkultur wird nicht mehr so gefördert.

00:18:33: Es funktioniert ja auch immer nur die Förderung wenn's den Kommerzellen dann auch gut geht.

00:18:37: auf der anderen Seite wird Der kommerzielle Erfolg immer durch subkultur gespeist weil da kommen sie dann her ob Sie dann am Klavier in einer Kneipe entdeckt werden oder möglicherweise Malereien im Gängeviertel irgendwie prägen.

00:18:56: Ist das etwas, wofür du dich selber auch einsetzt?

00:18:59: Weil es gibt ja eine gewisse Solidarität im Kulturkontext.

00:19:03: Aber du bist jetzt sehr erfolgreich!

00:19:05: Du bist also an der Spitze einer Bewegung.

00:19:07: Guckst du da immer noch drauf und würdest du vielleicht jetzt auch immer nochmal in die Kneipe gehen und sagen ich setz mich ganz Klavier um anderen zu zeigen, wie viel Spaß das macht?

00:19:16: Das sowieso.

00:19:17: Ich meine es ist jetzt mal eine DNA.

00:19:19: Aber was du ansprichst, ist eigentlich ein großer Komplex wo man lange drüber reden könnte.

00:19:23: Subkulturwörser Hochkultur zum Beispiel.

00:19:26: Also es gibt ja die subventionierte Hochkultur.

00:19:28: Die erleben wir hier in Hamburg auch mit drei großen Orchestern Mit Big Band und so weiter, also nicht direkt von der Stadt aber zumindest über die Rundfunkgebühren bezahlt werden.

00:19:38: Die natürlich auch immer eine Konkurrenz gegenüber den Freien Da ist, wenn so eine Big Band spielt dann kostet das vielleicht den Veranstalter fünfhundert Euro und der Rest wird vom Gebührenzahler bezahlt.

00:19:46: Und da kann keine Big Band eines freien Marktes mithalten.

00:19:49: Da hast du wirklich ein Problem!

00:19:51: Und ganz komisches Nebenphänomen Die Leute die in den subventionierten Orchester spielen ziehen alle so ne Fresse haben keinen Bock wollen am liebsten gleich wieder in Urlaub wollen schnell Feierabend machen haben kein Bock zu proben.

00:20:02: Irgendwie auf eine komische Art und Weise ist eine subventionierte Musik die nicht aus sich selber heraus motiviert ist funktioniert nicht so gut.

00:20:10: Und weil du sagst Subkultur, die Subkultur wird es immer geben und wird immer aus sich selbst heraus kreativ bleiben.

00:20:19: Warum?

00:20:19: Weil sie's muss!

00:20:21: Natürlich kann man ihnen helfen.

00:20:22: also in zum Beispiel im Falle von München.

00:20:24: das ist sehr schwierig weil es gar keine Spielstätten gibt.

00:20:26: Die haben dann noch eine Sperrstunde wo die Musiker dann plötzlich nicht mehr spielen können und da wird sich darum beschwert dass dann da irgendwie Traffic ist usw.. Da ist Hamburg ja weit weit vorne.

00:20:34: ne es gibt ja Spielstädten hier und die werden auch bewusst Also das ist auch politisch gewollt, dass es die gibt.

00:20:41: Das weiß ich zufällig weil ich mit der Politik da im Austausch bin.

00:20:45: und weil die erkannt haben, dass eine Stadt, die sagen wir die Möglichkeiten bietet nicht dass sie das direkt finanziell irgendwelche Künstler unterstützt sondern einfach nur die Möglichkeit bietet, dass solche Sachen passieren auch profitiert am Ende von diesen Bewegungen ob das normale Reihe oder Musik.

00:21:04: Und ich finde zum Beispiel in Hamburg Anders als zum Beispiel in Berlin, wo es ja auch eine sehr, sehr quitsch für die Subkultur gibt.

00:21:13: Die auch international genährt wird und viele Künstler gehen nach Berlin.

00:21:17: Verlassen Berlin aber auch schnell wieder ist ähnlich wie New York weil einfach das Leben mit der Kunst dort unmöglich ist.

00:21:26: Das ist einfach zu teuer.

00:21:28: Es am Ende wird es zu teurer oder zu unergiebig.

00:21:31: also es gibt dann zu viele Kündler oder... Und das hat Hamburg ganz gut gemacht Weil Hamburg hat noch irgendwie Kunst und Kultur noch eine Konnektivität mit der Wirtschaft.

00:21:42: Da werden Leute engagiert, die werden von der Hasbar dann unterstützt – ich war gerade heute bei der Hasper Musikstiftung – auf irgendeine komische Anweise ist es in Hamburg gelungen, die Wirtschaft und die Musik und die Kultur miteinander mehr zu verzahnen als es in anderen Städten der Fall

00:21:59: ist.".

00:22:03: Gibt es trotzdem, wenn du auf Reisen bist etwas was du?

00:22:06: wiederum ging es ja um die Stabilität bestimmter Hamburger Eigenschaften zu behalten.

00:22:11: Trotzdem auch hier mit Herr Brings oder dir wünschen würdest das so wäre?

00:22:16: Boah da muss ich mal nachgucken.

00:22:17: also Ich kann dir sagen wo ich die glücklichsten Menschen getroffen habe Wenn dich das interessiert.

00:22:24: Trommelwirbel.

00:22:26: Die glücklichste menschen die ich jemals in meinem Leben getroffen hab waren Indigene.

00:22:35: Ich hatte das Glück mit dem deutschen Botschafter und einer Delegation zum Beispiel zur nördlichsten Halbinsel der Welt, der Taimur-Halpinsel zu reisen, wo ein indigenes Volk von Rentierzucht lebt

00:22:47: usw.,

00:22:48: im ewigen Eis oder Tundra bei minus vierzig bis fünfzig Grad.

00:22:52: Und ich ... Erst mal war ich viel zu leicht angezogen, obwohl mein werbstes Schiedzeug anhat.

00:22:56: Aber da haben sie sich totgeladen!

00:22:57: Da haben die mir erst einmal so'n Rentiertings gegeben Und die leben da in kleinen Hütten und sind fröhlich, ausgeglichen und glücklich.

00:23:06: In einer Art und Weise wie ihr es nie gesehen habt.

00:23:09: Die haben sonst nix aber die hängen die Angel in den Teich und ziehen der drei Hechte raus und leben davon und kratzen das ab wie Sashimi und leben davon und sind im Familienverband mit den Rentieren usw.

00:23:21: Ich hab das noch nie erlebt ... ich habe die ganz offensiv gefragt dann über Dolmetscher Ob nicht die jungen Leute dann mal abwandern und dann im Ausland studieren usw.

00:23:30: Und sagte, die Nenzen nennen sowas, ich hieß das Volk.

00:23:35: Hat gesagt ja ja, die gehen dann mal oder sind da noch in der Schule und sie draußen und studieren was?

00:23:39: aber die kommen alle zurück.

00:23:41: Das musst du dir mal vorstellen!

00:23:42: Die gehen alle auf dieses einfache Leben zurück.

00:23:45: Und das zweite indigene Volk habe ich jetzt gerade im Sommer Erlebt ist auf Borneo, mitten in Zentral-Borneo.

00:23:51: Da kommst du wirklich ... Mit dem Auto bist du zu vierzehn Stunden über Schlammwege fahren.

00:23:57: Zwei Tage lang bist du da nach Zentralborneo.

00:23:59: Du hast

00:23:59: dich darüber abwerfen lassen mit dem Fallschirm?

00:24:01: Nein, wir sind damit im Flugzeug, also der Graspiste.

00:24:03: sind wir da gelandet auch.

00:24:04: Ich bin ursprünglich mit der Botschafter hin aber ich hab ... In diesem Jahr war ich mit meiner Familie, meine Tochter und meinem Sohn da, wie wenn so ein heiligen Berg hochgewandert, äh, mit drei Trägern und einer Indigene die mitgekommen ist.

00:24:19: Auch da, ich meine ... Die Natur ernährt die, die haben große Probleme damit, Loggingfirmen also Firmen, die da versuchen das Tropenholz zu schlagen und so... Und haben sich dagegen gewährt und haben ein großes, eigentlich all von sogenannten Primary Forests, weil der noch nie abgeholzt wurde.

00:24:36: Und das ist, Lars.

00:24:37: Das ist sagenhaft dort!

00:24:40: Kannst du sich vorstellen?

00:24:40: Du gehst durch diesen Dschungel brauchst für zweieinhalb Meter, brauchst zwei Stunden mit Macheten und so weiter... Da hast natürlich alles an Tieren da und Blutegeln und weiß ich was.

00:24:47: aber die Leute leben da in einem glücklichen Zustand.

00:24:51: Wenn du deine Ananas bist, so eine Annas hast du dein Leben lang noch nicht gegessen.

00:24:55: Ich habe mal eine mitgebracht und hab dir hier Leuten gegeben wie gesagt, dass eine Anna das so schmecken kann.

00:25:00: Also am Ende lernt man dadurch, dass die Menschen Kann man sagen, dass die wenig haben oder viel?

00:25:09: Die haben natürlich viel durch die Natur.

00:25:10: Wenn man sagt ja auch das Vielbesitz belastet.

00:25:13: also es gibt glaube ich eine Zahl in Euro ab dem Zeitpunkt wenn es mehr wird dann wieder schwieriger.

00:25:20: Das ist

00:25:20: der sogenannte Grenznutzen des Geldes genau.

00:25:22: Da sagt man glaub ich, es gibt bei hundert, zweieinhalb Tausender oder so.

00:25:25: Wenn du über zweihunderttausende hast dann brauchst du eigentlich nicht mehr.

00:25:27: und da bin der Meinung das stimmt vor allem wenn du das siehst.

00:25:30: Ich bin jetzt auch gerade in einem Alter wo ich versuche Ballast abzuwerfen Einfach weil ich gesehen habe, wie glücklich man leben kann wenn man sich von Materialem trennt.

00:25:42: Sprechen wir doch mal über den Ballast!

00:25:43: Hast du einen bestimmten Sammeltrieb?

00:25:45: und löst jetzt deine Klaviersammlung auf oder alte Noten?

00:25:51: Tatsächlich ist es ja so dass ich gerade in einem Leben wo auf Reisen kauft sich jeder immer irgendwas und auf einmal stellt man fest Meine Wohnung wird immer kleiner.

00:26:01: Da fragst du genau den richtigen, weil das ist mein schlimmstes Problem.

00:26:04: Ich bin auch so ein Sammlertyp, weil ich natürlich ... Wenn ich eine Tournee mache, habe ich ... Props.

00:26:10: Also nehmen wir an, ich hab einen bestimmten Flügel oder nicht.

00:26:12: Ich brauch mal so'n kleinen Mini-Flügel und ich hab irgendwie... also du hast immer irgendwas Backdrops und dann hast du da irgendwelche Bilder und was ich weiß, ne?

00:26:20: Und das sammel ich halt alles!

00:26:21: Ich hab so'ne Riesenlage und ich bin jetzt mal grad dabei wieder auszumisten.

00:26:23: Es ist furchtbar, es ist wirklich schwierig für mich, Zinge wegzuwerfen aber Die Disziplin muss ich haben.

00:26:30: Es liegt natürlich daran, dass ich unter nicht sehr reichen Bedingungen groß geworden bin.

00:26:35: Ich hatte wenig Geld als ich klein war und dadurch, glaube ich, bin ich so geprägt auf ... Ich muss Dinge behalten damit ich sie nachher noch hab.

00:26:52: Aber

00:26:52: bist du schon in diesen Löseprozessen zu sagen?

00:26:54: Ja, ich

00:26:54: bin im Auflöseprozess gerade.

00:26:56: Ich versuch, Dinge wegzuschmeißen oder auch zu ... Abweck zu geben, sagen wir so.

00:27:01: Wir gehen jetzt mal weg von dieser Thematik und wenden uns den Fragen der anderen Leute zu und hören mal rein wer uns hier fragen stellt oder dir.

00:27:10: Hallo Julia Wendt ich bin Dr.

00:27:12: Melanie Leonhardt diese Natur und für Wirtschaft Arbeit und Innovation in Stadt Hamburg Und Ich würde sehr gern von Ihnen wissen bei welchem Hamburger Unternehmen würden Sie gerne Mal einen Tag hinter die Kulissen schauen?

00:27:24: Ach Melanie Leonardt!

00:27:25: Dafür bindet mich eine Geschichte will ich zu dir hören.

00:27:27: ja

00:27:27: sehr gerne klar

00:27:28: Ich liebe Melanie Leonhardt, weil sie eine tolle und vor allen Dingen wahnsinnig schlaue gebildete und gewissenhafte Politikerin ist.

00:27:36: Sie wird auch übrigens von unserem Bürgermeister und von allen in der Bürgerschaft wahnsinnigt geschätzt dafür wie ernst sie ihren Beruf nimmt.

00:27:43: Und das würde man glaube ich dem ein oder anderen Politiker wünschen, dass es so wäre.

00:27:48: Welcher Betrieb?

00:27:49: Eintag, also ich hatte das Glück schon bei einigen Betrieben hinter die Kulissen zu gucken.

00:27:53: Zum Beispiel bei Steinway & Suns, das mittelständische Betrieb von Weltruf.

00:27:56: Das überreicht gar nicht?

00:27:59: Ich finde auch zum Beispiel einen Betrieb wie die Hasbar ist mir aufgefallen dass die Leute, die da arbeiten alle sehr gut ausgewählt wurden.

00:28:07: Ich habe keine Ahnung!

00:28:08: Ich hab dann noch nie jemanden kennengelernt der irgendwie doof oder inkompetent oder so erschien.

00:28:12: Ich weiß nicht wie die das machen und es gibt ja in

00:28:16: Denne doch jetzt noch mal einen dritten Sponsor von dir.

00:28:19: Ich hab' es gar keinen Sponsore, weder Diasburg oder Steinway ist ein Sponsored.

00:28:22: Oh!

00:28:23: Okay.

00:28:23: Weil ich bin zwar Stylenway-Künstler aber die Flügel muss ich alle selber kaufen.

00:28:27: Höchst?

00:28:28: Ja.

00:28:28: Die Flüge musst du selber kaufen, ja das ist nochmal... Das ist ein kleiner mittelständischer Betrieb der was sich dreitausend Flügeln im Jahr verkauft wenn's hochkommt und davon muss er den ganzen Betriebe aufrechterhalten.

00:28:38: da kann er nicht einfach einen Flüggel verschenken.

00:28:41: Was man aber hat an diesem Pool von Stylnway Artists in dem ich bin und wo sich dann auch ausgetauscht wird.

00:28:46: Und wenn ich nirgendwo an was schon passiert ist, in Südkorea ein Konzert gebe... Dann

00:28:50: kommt da

00:28:51: einer hin?

00:28:51: Nee, dann steht der Joja Vent Steinway Artist weil in Südenkoreak kann keiner den Namen Joja wenden aber Steinway Artists ist sozusagen Qualitätsmerkmal oder Prädikat.

00:28:59: Insofern hat man über diese Strahlkraft der Marke Leute die dann in das Konzern kommen.

00:29:07: Welche Firma?

00:29:11: Also wenn nicht ehrlich sein darf

00:29:13: Das wäre ganz schön, wenn wir damit anfangen.

00:29:15: Ich

00:29:16: glaube ich würde mir einen kleinen Tischlereibetrieb suchen.

00:29:23: Also Neva zum Beispiel an... Darf ich Werbung machen für den?

00:29:27: Ja klar!

00:29:28: Also Tischlerei Ölmann zum Beispiel ist es für mich ein Betrieb der Inhaber geführt aber innovativ und wahnsinnig qualitativ hochwertig arbeitet.

00:29:40: Die machen Fenster, aber auch Möbel und also was.

00:29:42: Also die finde ich großartig.

00:29:43: Da würde ich gerne mal einen Tag hinterlegen.

00:29:44: Was

00:29:44: verbindet dich mit denen?

00:29:45: Also bauen die denn deine Stühle fürs Büro?

00:29:49: Nein,

00:29:49: die haben mir schon zweimal Fenster angeboten, die ich mir nicht leisten konnte weil sie zu teuer waren.

00:29:53: Na gut!

00:29:54: So dann kommen

00:29:54: wir einmal zur nächsten Frage.

00:29:57: Hallo Joja Wendt Ich bin Malik Karabala, die Leiterin von Filmfest Hangburg Und ich habe die Ehre eine Frage zu stellen und zwar Welche Filmmusik finden Sie am schönsten?

00:30:09: Haben sie ein Beispiel für mich?

00:30:12: Gut, also in Sachen Filmmusik gibt es ein paar wirkliche ganz besonders herausragende Persönlichkeiten.

00:30:21: Also im Fall von Ennio Morricone zum Beispiel sind ja ganze Plots und ganze Filme nur um die Musik herumgeschrieben worden Und ich kann immer noch wieder gebetsmühlenartig wiederholen wie wichtig die emotionale Kraft von Musik bei Filmen ist.

00:30:39: Überleg dir mal, du siehst ein Film ohne irgendwas, ohne Musik nur gesprochen!

00:30:43: Das wäre... Also Musik gibt diesen Bildern so viel mehr Tiefe und so viel meer emotionale Ausflugskraft Und das wird meines Erachtens im Business unterschätzt und deswegen den Filmmusikern nicht so viel Gewicht beigetragen.

00:31:04: Im Falle z.B von John Williams war es so, dass Steven Spielberg sehr schnell gemerkt hat was für ein Geschichtenerzähler John Williams sein kann mit der Filmmusik und sodass er ihn und gesetzt hat immer für die ganzen Filme von John Williams, weil sie sich auf einer filmmusikalischen Ebene verstanden haben.

00:31:23: Und er als Regisseur eben genau sich darauf verlassen konnte dass das was er wollte auch umgesetzt wird filmisch und deswegen sind da so viele Legenden Musiken entstanden.

00:31:33: also ich würde sagen diese beiden ennemarikone auch eine der großen langen Filme war.

00:31:39: es waren in amerika.

00:31:42: Es gibt einfach so viel tolle filme Die Enemarikonne im Grunde musikalisch gestaltet und auch zum Erfolge gebracht hat.

00:31:49: Wer sich in das Werk von Ennio Morricone reinfühlen will, es gibt eine ganz tolle Dokumentation.

00:31:54: Ennio morricone ist ja verstorben glaube ich vor zwei oder drei Jahren.

00:31:57: Hat aber

00:31:57: noch einen Oscar gekriegt!

00:31:58: Und hat noch ein Oscar bekommen durch Tarantino?

00:32:02: Ja das war genau... Das war auch sein großer Wunsch und er hat sich oft geärgert dass er ihn nicht bekommt.

00:32:08: Du lebst ja vom Life-Geschäft.

00:32:11: Wäre denn Filmmusik auch etwas gewesen, was du hättest intensivieren wollen?

00:32:16: Hast du es gemacht?

00:32:18: Also, du wirst mich wundern.

00:32:20: Es gibt ein Stück das jeder von uns kennt, dass ich komponiert habe für einen Film und zwar die ganze Republik.

00:32:26: Darf ich hier einmal singen?

00:32:27: Ja, mach mal!

00:32:28: Und wenn einer sagt, ich kenne's nicht... dann glaube ich ihm nicht.

00:32:32: Okay, ich sing's hier.

00:32:40: Sag dir das

00:32:40: was?!

00:32:41: Das ist die sieben Zwerge von Ottowarkis.

00:32:46: Ich habe die gesamte symphonische Filmmusik und auch diesen Song für Ottowarks Filmmusik geschrieben, und das war ein Riesenerfolg!

00:32:52: Und am Ende mit dem zweiten Film, weil das haben sieben Millionen, die anderen vier Millionen gesehen, war es der Anfang meines wirtschaftlichen Erfolgsdurchsbruchs.

00:33:02: Jetzt haben

00:33:03: wir ja vorhin darüber gesprochen was du so an Ballas hast... Also, bei Geld ist ja immer die Schwierigkeit darüber zu sprechen.

00:33:13: Was bedeutet für dich Geld?

00:33:15: Das ist mittlerweile hoffentlich nicht mehr nur damit du die Miete zahlst, sondern es ist auch eine Form der Honorierung also der eigentlichen Leistung und so weiter... Aber

00:33:24: das ist auch freiheitlos!

00:33:25: Was

00:33:25: ist denn noch?

00:33:26: Es

00:33:26: ist Freiheit.

00:33:27: Es ist auch Freiheit kreativ und künstlerisch freizuseln in den Dingen, die man gerne machen will.

00:33:32: Und wenn ich bei einigen Ideen und manche Ideen sind wirklich weit, weit hergeholt und mein Umfeld schüttelt mit dem Kopf.

00:33:41: Zum Beispiel im letzten Jahr habe ich einen Anruf bekommen von Holger Hübner vom Wacken Open Air der gesagt hat, du wir haben uns überlegt wie wär's denn wenn du mal bei uns auf dem Wacke Open Air spielst?

00:33:50: Und ich meine, du weißt was ich mache!

00:33:52: Ich sitze am Klavier und spiele Klavier für ein Live-Podicom.

00:33:57: Da sind achtzigtausend langhaarige tätowierte Heavy Metal Fans die fressen mich doch rauf wenn ich das spiele Und dann gesagt, du brauchst dir keine Sorgen machen.

00:34:03: Es ist so eine nette Familienveranstaltung hier, die spielt auch Mambokort und den Feuerwehrkapelle.

00:34:08: Mach das mal!

00:34:09: Und dann habe ich aber gedacht okay wenn ich das mache muss ich ja besonders einfallen lassen.

00:34:12: und jetzt kommen wir zu dem Punkt... Dann hab' ich mir einen eisernen Heavy Metal Flügel gebaut und es kostet ne Menge Geld sich in eigenen Flügeln zu bauen erstmal zu entwerfen und dann so zu bauen dass der Dass der toll aussieht und dass er explodiert, damit er flex draufgehen kann wie ich hier spiele.

00:34:31: Das habe ich dann machen können.

00:34:32: Und das nenne ich zum Beispiel künstlerische oder wirtschaftliche Freiheit solche Sachen auch umzusetzen.

00:34:38: Und es hat nachher ein bisschen die Tagesthemen geschafft also... Ich wurde sozusagen da behandelt.

00:34:42: insofern hat das am Ende einen großen Werbe-Effekt für mich gehabt.

00:34:46: Und der steht jetzt in der Lager?

00:34:47: Hallo, da hast du ihn ans Guter weitergegeben!

00:34:49: Ich

00:34:49: werde... Der steht im Lager, das ich vorhin beschrieben habe.

00:34:55: Aber ich werde den nächstes Jahr mit auf Tour nehmen.

00:35:00: Wir nennen es das Beast weil es hat auch so Haar nach vorne und ist ein geiles Ding.

00:35:04: Das ist irretleuchtet von innen und grunzt und rauscht und macht das.

00:35:08: Also richtig das Beast.

00:35:11: Und Titur heißt auch das Beast und das Schöne Und das Schöne ist das andere Klavier, ne?

00:35:15: Das der richtige schöne Konzertflügel.

00:35:17: Wenn man über Arbeit spricht, spricht man ja immer gerne über die Anfänge und dann irgendwann auch über das Ende.

00:35:23: also jeder normale Bürometarbeiter geht dann irgendwann mit Mitte sechzig in Rente.

00:35:28: Das ist für Künstlerinnen und Künstlern irgendwie eine schwer vorstellbare Idee gerade wenn man so viel Leidenschaft dabei ist wie du es jetzt hier schon in den ersten halben Stunden bewiesen hast.

00:35:39: Machst du dir trotzdem mal Gedanken über das ende?

00:35:42: Also auf Bühne umkippen?

00:35:45: Oder sagst du, naja ich mach das jetzt noch fünf Jahre und dann gucken wir

00:35:49: mal.

00:35:49: Also die Frage ist eine gute Frage und vor allen Dingen hat sie mehrere Aspekte.

00:35:53: der eineraspekt ist wie lange hält man das körperlich durch weil Der moment auf der bühne ist nicht

00:35:58: das ist ja körperliches klavierspielen was du tust.

00:36:00: es gibt leute auch die dass mit weniger körper einsatz machen.

00:36:04: Ja dass ich glaube generell ist Klavier spielen schon körperliche.

00:36:07: also das das is ne anstrengung.

00:36:10: Und weil ich ja beim Konzert ständig neue Entscheidungen treffe, ständig improvisiere, neue, dann moderiere und so weiter.

00:36:16: Ist das eine sehr kraftzehrende Angelegenheit?

00:36:20: Und wie lange man das noch auf dem Niveau durchhält keine Ahnung kann ich dir nicht sagen.

00:36:25: Ich würde sagen, ich spiele mit Achtzig immer noch wenn sie Leute hören wollen.

00:36:30: Aber das ganze Thema Elterwert auf der Bühne ist auch etwas dass der zweite Aspekt mit dem man sich beschäftigen sollte Klar, wenn die Leute einhören wollen und als Pianist und man dann noch halbwegs ordentlich spielt.

00:36:43: Und dann vielleicht auch eigene Stücke... Dann kann ich mir vorstellen dass das noch ganz gut funktioniert auf hohem Niveau weiter zu spielen oder zu unterhalten.

00:36:51: aber man muss sich selber wahrnehmen Man wird ja selber älter!

00:36:54: Man kann diese ganzen jugendlichen Dinge, die man früher gemacht hat nicht mehr machen.

00:36:58: Das geht schon los jetzt bei den Moderationen zum Beispiel.

00:37:02: Man muss sehr viel vorsichtiger sein auch heutzutage.

00:37:06: Für mich als alter weißer Mann ist das schwierig mit der Genderei.

00:37:10: Du musst einfach die Welt um dich herum verändern sich und ich versuche immer da... Also, ich stelle mir jetzt nicht auf die Bühne und sage, ey, dass der binar ist alter Digga hier und das übelst Fame und jetzt kommt ein hart gechilltes Stück.

00:37:23: Das sag' ich jetzt nicht.

00:37:26: Aber man muss eben sehen, dass man sozusagen für sich authentisch bleibt Und trotzdem gut zuhört was gerade da draußen los ist.

00:37:35: Eigentlich die große Herausforderung.

00:37:36: Ansonsten spiele ich noch, wenn ich in den Vier und Achtzig bin.

00:37:40: Außer dass die Genderei jetzt dazu gekommen ist... Wenn du nur mal die Kultur- und Musikstadt Hamburg betrachtest, sagen wir mal von den Achtzigern bis jetzt, dann ist ja auch schon ein ganz schöner Zeitraum.

00:37:52: Was fehlt dir?

00:37:54: Und was fehlt dir so gar nicht, was nicht mehr da ist?

00:37:58: Wenn ich Hamburg vergleiche mit den Aachzieherjahren.

00:38:04: ganz persönlich gesagt finde ich es schade, dass diese Kneipen- und Subkulturszene nicht mehr gibt.

00:38:08: Damals waren auch viele Sachen noch... wie soll ich sagen?

00:38:12: Da war man noch ein mehr alleine einsamer Wolf da draußen.

00:38:17: so das ist ja.

00:38:17: jetzt hat sich auch geändert weil die ganzen Gleit und Schicht und was ich verzeiht und hofft es ist natürlich nachts viel mehr los in Hamburg als früher war.

00:38:28: Ich glaube, das Leben war ein bisschen weicher.

00:38:33: Aber das liegt vielleicht auch an der jetzt... Das ist vielleicht ein trügerischer Blick der Retrospective.

00:38:39: Heute ist es etwas schwieriger überhaupt eine Karriere zu machen als Musiker?

00:38:44: Ich glaube das ist ne sehr, sehr schwierige Aufgabe!

00:38:48: Ich will nicht sagen dass es damals einfacher war.

00:38:51: ich kann nur den jungen Musikern nur zurufen Ein ganz wichtiger Punkt einer großen Künstlerkarriere ist auch Consistency.

00:39:00: Man muss einfach dabei bleiben, auch wenn es schwer ist und auch wenn man im sogenannten Belly of the Whale ist, wenn du denkst alles ist vorbei und nichts geht mehr weiter.

00:39:11: Also weiter an der Marke, an seiner eigenen Marke arbeiten und zwar konsistent dranbleiben.

00:39:18: Da hilft natürlich, wenn man eine Vision hat und das auch so fühlt für sich.

00:39:22: Da muss die Reise hingehen.

00:39:24: Es ist nicht so, dass sich eine Vision ... Aber

00:39:26: wann hast du diese Vision gehabt?

00:39:27: Wärtig bestärkter drin, irgendwann die Füße auf die Tasten zu legen oder ...

00:39:34: Ich hab schon gespielt, dass das mein Leben ist.

00:39:36: Ich habe dann meinen Vater gegenüber auch das Serviment gegen Jura durchgesetzt, dass ich Musik studieren will.

00:39:42: Aber natürlich mit ... Soll ich dir sagen was ich damals als das höchste Ziel meiner Karriere angesehen hab, Begleitpianist von Udo Lindenberg zu sein oder von damals Marius Müller-Westernhagen.

00:39:54: Das war sozusagen das, wo ich geglaubt hab, dass für der Olimp ... Dass ich jetzt alleine auf der Bühne stehe und Tausende Leute unterhalte ist eigentlich Joe Cocker zu verdanken weil er hat mir damals diese Vision gegeben.

00:40:07: du kannst dich da alleine hinstellen.

00:40:08: Du musst dir vorstellen, ich kam ja aus der Kneipe.

00:40:11: die größten Zuschauer anzahlen waren vielleicht fünfzig Leute davon waren die Hälfte angestellte sich unterhalten.

00:40:17: also ich wusste gar nicht wie es ein großes Konzertpublikum zu bespielen.

00:40:22: Und dann hat er gesagt, du vertraue mir das was ich gerade gehört hab.

00:40:25: Das war eine alte Madi-Waters Nummer Spiel dass genau so und die Leute werden es lieben.

00:40:29: Genauso war's auch.

00:40:30: Er hat im Grunde mir gezeigt unbewusst oder... Hast du damals die Dinge schon

00:40:35: anmoderiert?

00:40:37: Ich sehe nicht so viele Pianokonzerte aber ich stelle mir vor, dass die meisten die kommen auf die

00:40:42: Bühne

00:40:43: machen eine Verbeugung spielen los und gehen nach zwei Stunden wieder runter.

00:40:46: bei dir ist ja richtig.

00:40:48: Also ich sag mal, im Dom-Kontext würde man eher von wildem Maus sprechen.

00:40:54: Nein, also was ich da am Anfang war so überhaupt nicht!

00:40:56: Das war... wann war das?

00:40:58: Anfang der neunziger Jahre oder so war das damals?

00:41:01: Da hab' ich noch überhaupt nichts gesagt.

00:41:03: Da habe ich einfach gespielt und die Leute ein bisschen animiert aber nichts zu tun.

00:41:07: Und mit der Zeit gemerkt, so ein Beruf entwickelt sich ja auch.

00:41:11: Ich weiß nicht wie es bei dir ist Lars.

00:41:12: Du hast natürlich am Anfang wenn du zurückguckst deine ersten Interviews waren noch anders als heute.

00:41:16: Ohja!

00:41:17: Du gehst ja heute, das merke ich ja, du gehst hier ganz anders auf meine Antworten einzugehen.

00:41:20: Es gibt ja viele interviewer die gar nicht... die arbeiten ihre Katalog ab und fragen gar nicht mal nach oder so ne?

00:41:26: Und sowas bei mir auch, der Beruf hat sich entwickelt und dann ...und die große Erkenntnis war eigentlich dass ein Storytelling also etwas über das Stück und dann vielleicht sogar noch humorvoll oder mit einer Ponte zu sagen, den Zugang für das Publikum sehr viel einfacher macht.

00:41:45: Und auch den ganzen Abend auflockert!

00:41:47: Ich könnte jetzt noch viel darüber erzählen, wie ich ein Konzertprogramm zusammenstelle.

00:41:51: Weil das natürlich auch eine innere Dramaturgie hat und eine äußere Drama-Tugie mit Pointen.

00:41:55: Und das Ganze musst du dir vorstellen, dass es wie formatiert ist.

00:41:58: Ich habe also verschiedene Programmpunkte die ich immer wieder austauschen kann, die aber sozusagen etwas bedienen, wie zum Beispiel Interaktion mit dem Publikum

00:42:05: usw.,

00:42:05: jeder der auf der Bühne steht hat sich damit schon mal beteiligt.

00:42:09: Emotion!

00:42:09: Es muss auch mal einen Moment der Ruhe und der Nachdenklichkeit rein und das ist der Freude.

00:42:19: Das klingt jetzt ein bisschen strategisch, aber so ein Konzert – und das lernt man mit der Zeit!

00:42:27: So ein Konzept ist durchformatiert.

00:42:29: Und es lernt bei mir derzeit wie man das macht und wie das am besten ist und wie man auch mit verschiedenen Publikumbis zurechtkommt Ob das nur in China ist oder in Amerika.

00:42:44: In China zum Beispiel sehr viele Leute die Klavier spielen und vorgebildet, aber dafür ein Applaus hält da nicht lange.

00:42:49: Die klatschen einfach nicht so lang.

00:42:51: Da darf man sich nicht voneinander ... Sie sind deswegen trotzdem begeistert.

00:42:55: Du hast fünfzig Meter Schlange ab CD-Stand.

00:42:59: Und in Amerika sind halt... Also wenn in China sozusagen der ... wie soll ich mal sagen?

00:43:05: Das ist eine andere Gesellschaft.

00:43:09: Da steht

00:43:09: z.B.,

00:43:11: Wer reich ist, der isst da jemand in China.

00:43:14: In Amerika ist wer fame es ist jemand und hier in europa ist wer authentisch ist jemand.

00:43:20: Weißt du?

00:43:21: das sind also ganz verschiedene gesellschafts sichtweisen auch für auch das spielt natürlich für den künstler dann eine Rolle.

00:43:28: Und in Amerika sehr viel mehr Entertainment, also ich mache da sehr viel mit den Leuten, sehr viel interaktiver.

00:43:35: In Deutschland oder Europa ist es sehr viel wichtiger, dass man eben ein authentischer Künstler auch ist und musikalisch etwas zu sagen hat was wiedererkennungswert hat und wo man eine eigene musikalische Sprache entwickelt hat.

00:43:47: Und in China sind viele Leute da und es wird anders getrieben sozusagen Das Konzert.

00:44:00: Wo ist denn besonders CES-Publikum?

00:44:02: Es gibt ja so Nord-Südgefälle, sagt man hier in Deutschland.

00:44:05: Jetzt spielst du hier in deiner Heimatstadt und da wird jetzt das Hamburger Publikum wahrscheinlich diejenigen sein, die am meisten enthousiastisch sind.

00:44:14: Wenn ich manchmal mit überregionalen Künstlern spreche dann sagen die schon eher, je nördlicher es geht desto zurückhaltender sind die.

00:44:22: Also würde ich vielleicht sogar auch sagen also die Leute im restlichen Bundesgebiete sind wahnsinnig begeisterungsfähig.

00:44:29: Das stimmt schon.

00:44:29: und in Hamburg aber auch, weil ich mich natürlich kenne.

00:44:32: Ich bin ein Hamburger und auch wenn man noch weiter in Norden kommt, Flensburg-Husung

00:44:35: usw.,

00:44:35: klar die haben mich als norddeutsches Phänomen hier so ein bisschen alleradoptiert.

00:44:41: Aber wenn man etwas macht und der Funken über die Rampel springt dann ist es im Grunde egal wo du spielst.

00:44:48: Wir kommen zu unserer Rubrik Wissenswertes.

00:44:50: und jetzt kommst Du!

00:44:52: Hamburg hat im Durchschnitt hundertdreißig bis hundertfünfundrassig Regentage pro Jahr und ist für sein wechselhaftes Schmuddelwetter bekannt.

00:45:00: Wie verbringst du solche grauen- und regnerischen Tage am liebsten?

00:45:22: einräumen, dass der November und der Februar manchmal in Hamburg etwas mühsam sein kann.

00:45:28: Der November geht noch weil er kurz vor Weihnachten ist und da hangelt man sich sozusagen über die Spekulation nach Richtung Heiligabend.

00:45:34: Aber der Februar kann schon mühsam sein in Hamburg.

00:45:36: Und

00:45:37: Februar stehen dann überraschenderweise immer Auslandstournähen bei dir an?

00:45:40: Guckst

00:45:40: du da so ein bisschen drauf, dass du hier rauskommst?

00:45:43: Tatsächlich

00:45:43: ist das so!

00:45:44: Also ich versuche natürlich auch auf Tournee zu sein... Dann ist im Grunde auch egal was für Wetter.

00:45:48: also wenn ich auf Tourney bin, dann fährst Du wie eh von A nach B. Wir sind übrigens vorhin kurz noch unterbrochen worden was das Anstrengende war weil mein Beruf ist nicht das Spielen auf der Bühne sondern eigentlich die Reiserei.

00:45:59: Du reist immer von a nach b und bist eigentlich engagiert um dahin zu reisen.

00:46:04: Der Moment auf der Bühne macht Spaß, der ist toll.

00:46:06: Da hast du Zuspruch, da weißt du was passiert.

00:46:09: Aber die Reiserei ist eigentlich das, was mein Beruf mühsam macht und ob man das noch so lange durchhält weiß ich nicht.

00:46:13: Wir kommen zur nächsten Frage.

00:46:16: in Hamburg gibt es rund vierhundertvierzig Bäckereifiljahren und Verkaufstellen für Brötchen, Brot und Gebäck.

00:46:21: Die Auswahl für ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück ist also groß.

00:46:25: Wie sieht dein perfektes Sonntagsfrühsstück aus?

00:46:28: Ja, das ist natürlich klar.

00:46:31: Ausgedehntes Sonntagsfrühstück oder wie man neu Deutsch sagt, Brunch ist ein großer Gewinn vor allen Dingen wenn du ihn mit Freunden und Familie machst.

00:46:40: Also dann werden bei uns Avocados aufgeschnitten.

00:46:42: Dann wird also meine vegane Tochter hat dann auch so vegane Sachen denen du überhaupt nicht anmerkst dass es das nicht ist.

00:46:52: Also gibt's noch vegane Butter und so weiter.

00:46:53: ich mache auch jetzt inzwischen für meine Familie vegane Lasagne tatsächlich.

00:46:57: Und ich mach aber auch für mich ganz normale Lasagne.

00:47:01: zusammen sein am Brunchen so schön.

00:47:05: Das ist das Schöne.

00:47:05: und dass man auch den Tag noch vor sich hat für einen ausgedehnten Spaziergang und so, ne?

00:47:10: Das macht den Zeitpunkt und auch dieses Format so attraktiv finde ich die Brunch.

00:47:16: Hamburg

00:47:16: verfügt über rund forty-fünf Theater sowie zahlreiche kleinere Bühnen und gehört damit zu den vielseitigsten Theaterstätten Deutschlands.

00:47:24: Welches Theaterstück hast du zuletzt gesehen?

00:47:27: Welches Theatrestück habe ich zuletzt?

00:47:31: Ah, da war jetzt im Ernst Deutschtheater.

00:47:35: Es gab doch diese Nacht der Theater, ne?

00:47:37: Die, die, wo ich dann immer sage... Lange

00:47:39: Nacht der Theatre.

00:47:40: ...lange

00:47:40: Nacht.

00:47:40: Das ist viel zu viele tolle Sachen.

00:47:41: Ich glaube das gibt es auch nur in Hamburg sowas oder?

00:47:43: Das weiß ich nicht!

00:47:44: Ich bin ja auch hier, ich komme mir hier auch nicht raus.

00:47:46: Wo

00:47:46: du dann immer nur kurze Ausschnitte von Sachen findest und zwar deswegen kann ich mich jetzt nicht mehr genau an Theaterstücke erinnern.

00:47:51: Ähm, ich

00:47:55: habe Aber, dass sie ins Deutschtheater in diesem Zusammenhang zu nennen ist schon mal gut.

00:47:59: Ist schonmal gut, ne?

00:48:00: Winter oder Fairhouse, Erzdeutschtheater, Wartalier Theater, Altona Theater... Es gibt so viele tolle Theatere in Sankt Pauli Theater, es gibt so viel tolle Theatre in Hamburg und diese Szene ist ja quitsch-fidel!

00:48:11: Und es kommen auch viele vom Hamburger Umland um in die Theater zu gehen.

00:48:16: Ich weiß nicht wie's dir geht.

00:48:16: ich genieße ja das Privileg hier in Hamburg zu wohnen.

00:48:19: Ich gehe immer mehr in die Oper wenn ich ehrlich sein soll

00:48:22: Gar nicht.

00:48:23: Einmal, ne?

00:48:24: Weil ich bin ja kein Hamburger... Ich bin zugezogen vor dreißig Jahren und ich habe mir Dinge vorgenommen die ich dann auch so machen wollte wie es Hamburger auch machen und ich hab mir eine Premiere von John Neumeyer mal angeguckt.

00:48:36: Ich bin überhaupt gar keinen Ballettfront!

00:48:38: Ja gut Ballett, was sagt das Opa?

00:48:39: Also ich habe

00:48:40: totalen Respekt davor.

00:48:41: aber auch Opa da bin ich ehrlich gesagt von den falschen Leuten mit konfrontiert worden.

00:48:46: Das war in meiner Kindheit und Jugend.

00:48:51: Wir haben jetzt, du hast gesprochen von Ballett.

00:48:54: Ich gehe gerne in die Oper und ich bin auch viel in der Oper.

00:48:56: Es liegt daran, dass mein Freund der Soloklarendetist ist beim Verlängerung des Staatsorchester Robert Wachter größer an dieser Stelle.

00:49:03: Und dann gibt es natürlich auch die Musicaltheater.

00:49:06: Das darfst du nicht vergessen, was man zu was da noch alles los ist!

00:49:08: Auch nicht mein Ding...

00:49:09: Und hier ist ja in Ordnung, aber ist ja alles in Ordung.

00:49:11: Konzerte

00:49:11: mache ich alle mit viermal die Woche.

00:49:13: und dann genau die Musikwelt.

00:49:15: Da gibts Popkonzerte.

00:49:16: Stadtpark Ich war jetzt gerade bei Sass.

00:49:19: im Stadtpark War ein grandioses Konzert.

00:49:23: Ich geh in die Elbphilharmonie, ich hab maler Erste gehört gerade deutlich oder Strauß letzte Lieder.

00:49:28: Also ich bin natürlich mehr Musikerfin muss man sagen als Theatererfin und gehe da mehr gezielt in solche Konzerte.

00:49:35: aber ich find toll was hier in Hamburg an kulturellem Leben geboten wird.

00:49:40: also dann bin ich das und das finde ich für jeden der schon in blanke Nese wohnt traurig.

00:49:47: Weil denn?

00:49:47: Oh ja!

00:49:47: Muss nämlich eine Draftik schon hierher fahren.

00:49:50: Ich hänge noch ein bisschen an deine Aussage übers Reisen.

00:49:53: Da fallen mir zwei Aspekte ein, zum einen bist du ja eigentlich dann derjenige, der wirklich richtig gute Reisetipps geben kann und zwar nicht wohin sondern was mache ich denn zb wenn ich nicht schlafen kann auf dem Flug oder im Zug?

00:50:07: Ich beispielsweise kann nie schlaffen auf Reisen, im Zug nicht, im Flieger nicht.

00:50:12: Wirklich,

00:50:12: warum nicht?

00:50:13: Ich

00:50:13: komm wach komme ich in New York

00:50:15: an nach acht Stunden Flug.

00:50:16: Dann sag' ich, ich geb dir ein Tipp Das allererste sind Ohrenstöpsel.

00:50:20: In dem Moment, wo ich Ohrstöpfel drin hab ... Ich hör die ganze

00:50:22: Zeit mein eigenes

00:50:23: Atmen!

00:50:23: Aber ich werd so müde!

00:50:25: Und dann kann ich natürlich auch... das liegt natürlich an meinem Beruf.

00:50:28: Auch es gibt ja eine Konzertroutine, die ich habe.

00:50:32: Die hab' ich da nicht.

00:50:33: Ja, die hast du wahrscheinlich nicht?

00:50:34: Nee.

00:50:34: Ja erzähl'.

00:50:35: Aber die Konzernroute ist immer dass ich sozusagen nach dem Soundcheck esse und dann nochmal schlafe und dann als auf die Bühne gehe.

00:50:42: also es gibt sozusagen ... Du

00:50:44: schläfst vorm Konzert noch mal.

00:50:45: Ich

00:50:45: mach immer zehn Minuten, zwanzig Minuten eine halbe Stunde lege ich mich da mal hin und schlafe.

00:50:50: Das liegt daran dass das ich mich dann nochmal sozusagen nochmal ganz runter fahre.

00:50:55: Und übrigens ein Nebeneffekt was wenig Leute wahrscheinlich wissen Dinge die man tut bevor man schläft brennen sich im schlaf richtig ein.

00:51:03: das heißt ich übe Schlafe und danach kann ich sie.

00:51:08: Eine komische Kombination aber so ist es nun mal.

00:51:10: das wird hier neu rufen.

00:51:16: Ich weiß nicht, warum das so ist.

00:51:18: Aber ich kann überall sehr gut schlafen!

00:51:25: Da

00:51:29: kann ich nur jedem raten, nicht auch ein kleines Bierchen oder Glasweine sein.

00:51:33: Das machen

00:51:33: wir nicht mehr.

00:51:34: Da oben über den Wolken sind Herrscher und andere Gesetze.

00:51:36: Da schmeckt auch ein Tomatensaft anders als hier

00:51:38: unten.

00:51:38: Offensichtlich!

00:51:39: Weil die gibt's doch nur dort?

00:51:41: Ja genau... Also lass es Leute.

00:51:45: Ich trink Tee.

00:51:46: Auch übrigens nicht so viel Essen.

00:51:48: Das ist übrigens auch etwas, was ich gelernt habe auf langen Strecken Lieber zu Hause noch was essen, dann ruhig ein bisschen Hunger haben und erst wieder Essen wenn du angekommen bist.

00:51:57: Mach die Sache auch einfacher!

00:51:58: Und lässt dich übrigens lieber Lars auch besser

00:51:59: schlafen.".

00:52:01: Der zweite Aspekt Billy Joel ist in einem bestimmten Alter auf die Idee gekommen einmal im Monat im Madison Square Garden zu spielen.

00:52:10: das hat er bis ins hohe alter gemacht hat damit letztes Jahr aufgehört hat ich weiß nicht Zwei, drei Hundert Konzerte nacheinander gespielt.

00:52:19: Also einmal im Monat immer Madison Square Garden und die waren immer sechs Monate im Voraus ausverkauft.

00:52:26: Könntest du dir vorstellen auch so einen Resident?

00:52:29: Künstler zu werden?

00:52:30: und in welchem Ort wäre das denn, wo du einmal im Monat gerne spielen möchtest?

00:52:34: hier in Hamburg?

00:52:35: Kann ich dir genau sagen.

00:52:36: Ich würde vielleicht nicht einmal am Monat aber... Doch

00:52:39: doch!

00:52:40: Einmal im Monate.

00:52:41: Das ist

00:52:41: jetzt so die Herausforderung.

00:52:42: Gut.

00:52:42: Einmal am Monaten der Elfi.

00:52:44: Ich habe schon mit der Elfie gesprochen, ich spiele da ja schon vier mal an.

00:52:47: Ich spiele hier schon vier Mal sozusagen am Stück Und es gibt einen Sonntag, nämlich immer das Neujahrskonzert, dass wieder am dritten Januar nächsten Jahres.

00:52:55: Spiele ich um zwölf Uhr, um sechzehn Uhr oder um zwanzig Uhr.

00:52:59: Das ist immer von einem aufs nächste Jahr ausverkauft.

00:53:02: Insofern muss ich ein bisschen schmunzeln, wenn Billy Joel sechs Monate vorher erst ausverkoft ist.

00:53:06: Bei mir ist aber schon ja vorher aus verkauft.

00:53:09: und warum?

00:53:10: Weil die Leute genau diese Art von Kontinuität und auch wie sie wissen werden er gut unterhalten.

00:53:15: Sie kriegen tolles Neujahrskonzert.

00:53:16: das Ja fängt gut an.

00:53:18: da hat auch die ganze Republik noch Urlaub.

00:53:21: Die kommen aus München, aus Frankfurt, die kommen von überall her zu diesem Konzert.

00:53:25: also ein tolles Format.

00:53:26: Und vielleicht hört der liebe Liebensäuter hier auch, ich würde auch fünf Tage ... Ich würde sozusagen die eine Woche spielen Anfang des Jahres.

00:53:37: Aber wir haben darüber gesprochen, jeder möchte in der LV spielen und deswegen mache ich da gerne den Platz frei.

00:53:41: Wenn du dreimal

00:53:41: am Tachta spielst?

00:53:42: Wie lange könnte man denn wohl rein körperlich und auch von einer Konzentration her Klavier spielen?

00:53:49: also wenn du das jetzt in eins durchziehen würdest.

00:53:51: Ich habe das nicht gewusst, als ich die Herausforderung angenommen habe.

00:53:56: Überhaupt erst mal dreimal – ich mache ja auch nächstes Jahr wieder drei Mal am Tag – dass es möglich ist!

00:54:01: Diesmal habe ich viermal gehabt dieses Jahr und da habe ich sozusagen den Sonntag, zwölf uhr, sechsundzwanzig Uhr und noch den Montagabend gespielt.

00:54:07: Das ist schon eine körperliche Herausforderung und das geht nur, wenn du zwischenzeitlich weißt wie du auch zur Ruhe kommst.

00:54:15: Zwischen den Konzerten aber ich spiele immer zweieinhalb Stunden durch.

00:54:19: Ich bin da voll unter Dampf und danach bis auch platt.

00:54:23: Hast

00:54:23: Du das Gefühl das erste Konzert oder das dritte Konzern ist das Beste?

00:54:26: Das Erste weil du noch alle Energie hast und das Dritte weil sowieso alles egal ist?

00:54:30: Ganz unterschiedlich!

00:54:32: Das erste ist manchmal sehr viel... Fröhlicher, weil die Leute um zwölf Uhr ins Konzert gehen haben den Tag noch vor sich.

00:54:38: Die Leute wissen auch worauf sie sich einlassen sind doch die letzten Leute die Karten gekriegt haben noch also weil die anderen schon vorher ausverkauft waren.

00:54:47: Das sechzehn-Uhr-Konzert ist auch so eine eingeschworene Gesellschaft.

00:54:49: das ist irre dies das ist schon richtig.

00:54:51: wir sind die Zwölf-Uhre Wir sind die Sechzehnt-Urre, die sind die zwanzig-Hurra.

00:54:55: Die machen das immer schon von einem Jahr aufs andere Suchen die sich die Uhrzeit aus, weil es schön ist.

00:55:00: Da kannst du abends mit der Familie noch essen gehen.

00:55:02: Dann hast du in den Sonntagabend nachmittags ein Konzert, hast erst mal schön ausgeschlafen und gebruncht, gehst ins Konzern und abends gehst du als Erstmehrfamilie oder gehst noch spazieren an.

00:55:10: Insofern ist es auch ein Attraktiver.

00:55:12: Und einige Schwören hat auf zwanzig Uhr das normale Konzертformat.

00:55:17: Also für mich ist es eine Herausforderung fürs Publikum.

00:55:21: Lieber Joja wir haben ne ganze Menge geschafft um über Hamburg zu sprechen.

00:55:26: Vieles bleibt jetzt offen, viele Fragen sind ungefragt.

00:55:30: Zwei Fragen!

00:55:30: Ja genau zwei Fragen stelle ich aber immer zum Schluss.

00:55:34: und da sinferne mich jetzt wo siehst du dich in fünf Jahren?

00:55:39: Ich glaube schon dieses Jahr habe ich eine Menge erreicht.

00:55:47: fünfmal auf dem Schleswig-Holstein Musikfeststil gespielt.

00:55:49: Ich durfte, das war mein großer Traum in der Semperupper beim Dresdner Musikfest spielen spielen.

00:55:53: Ich habe beim Rheingau-Musikfeststiel gespielt im Wiesbadener Kurhaus.

00:55:57: Ich hab das Klassikopener aufm Gendarmmarkt moderiert und gestaltet am Samstagabend also ich habe in Deutschland schon so viel erreicht dass ich sagen würde wenn das nur halbwegs so bleibt bin ich schon ein glücklicher Mensch.

00:56:14: Ja, nächste Jahr gehe ich auf Tour.

00:56:17: Ich bin hier mit so einem Hamburgs im Winter oder Fairhouse immer zehn Tage noch vor Weihnachten.

00:56:22: Das ist auch ein tolles Format!

00:56:23: Ich bin mit den vier Pianisten...ich habe noch drei Kollegen der eine aus der Klassik und der andere aus dem Boogie Woogie Axel Zwingenberger.

00:56:29: Der J.S.

00:56:30: Martin Tingwer bin ich auf Tonee.

00:56:31: Das macht wahnsinnig viel Spaß weil man kommt ja mit den Kollegen sonst nie zusammen und da gibt es ein ganzes Konzert mit verschiedenen Stilistiken für die Leute.

00:56:39: Also solche Formate zu machen wäre toll.

00:56:42: Mir schwebt noch einen.

00:56:43: Darf ich das jetzt schon öffnen?

00:56:45: Mir schwebt noch vor ein Konzert mit den Top-Instrumentalisten.

00:56:51: Das heißt Klavier, da würde ich mich dann einfach mal mit dem Rhein zählen an der Trompete Tilbröner und einer Geige entweder Daniel Hope oder David Garrett.

00:57:01: Ich könnte mir vorstellen dass das sehr interessant ist für die Leute Und vielleicht kriegt man einen Special-Gest in Sängerinnen, vielleicht aus der klassischen Musik.

00:57:13: Wie Diana Dammrau oder irgendjemand dazu.

00:57:16: Das wäre für mich noch ein Traum, den es zu verfüglichen gelten.

00:57:22: Hier habt ihr es zuerst gehört?

00:57:23: Ja, das stimmt!

00:57:24: Julia Wendt und David Garrett und Till Brunner.

00:57:27: Wo siehst du Hamburg in fünf Jahren?

00:57:30: Hamburg wird immer eine liberale Stadt bleiben.

00:57:32: Ich bin sehr stolz auf Hamburg, dass solche Bewegungen wie die AfD den niedrigsten Wert haben im ganzen Bundesgebiet.

00:57:39: Wir werden sehr pragmatisch regiert hier.

00:57:47: Es gibt Leute, die das negativ sehen und positiv sehen.

00:57:51: Ich glaube, dass es Hamburg gut tut, dass wir nicht so aufgerechte Politik machen hier.

00:57:57: Deswegen muss man Herrn Czenscher ... Und auch Tatarina Fegebank übrigens, die innerhalb der Grünen ein Realo ist und die Sachen sehr pragmatisch sieht.

00:58:07: Ein großes Dankeschön, ein großes Lob aussprechen... ...und man kann neben aller Mäckerei immer nur dankbar sein dass Hamburg so ist wie es ist und das wird aber auch von den Menschen gemacht und von der Politik so verstanden.

00:58:20: Lieber Joja!

00:58:21: Das waren noch mal ganz schöne Worte.

00:58:22: ich will nämlich dem sehr gerne anschließen.

00:58:25: Vor allen Dingen will ich mich recht herzlich bedanken für eine Stunde Joja Wendt hier.

00:58:30: Und ich sage mal so, das muss ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir uns auf diese Art und Weise getroffen haben.

00:58:35: in diesem Sinne sage ich Ahoi!

00:58:37: Vielen Dank oder Ahooi?

00:58:40: Das war Gute Leute – das Hamburg-Gespräch mit Lars Meier von der gute Leudefabrik des Szene Hamburg und dem

00:58:48: Zeitverlag

00:58:49: folgt im Hamburg Gespräch als Podcast auf allen bekannten Streaming-Plattformen jeden zweiten Montag neu.

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